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Griechenland: Für Tsipras wird es immer enger

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es kann nicht zum Besten stehen für den Sozialisten Tsipras, wenn er von einem deutschen Konservativen gelobt wird! So geschehen heute vom deutschen Staatssekretär im Finanzministerium, Jens Spahn, der als enger Verbündeter Merkels gilt – und dem man in der CDU eine große Karriere voraussagt. Die Aussagen Spahns, der sich lobend über Tsipras geäußert hatte in einem Interview mit Bloomberg, schlagen Wellen in der angelsächsischen Welt – man hält das für ein Zeichen der Versöhnung nach der Auseinandersetzung um Grexit und Rettungspaket.

Alexis Tsipras MP Griechenland 1
Foto: FrangiscoDer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

So sagte Spahn: Tsipras könne „eine sehr starke Führungsrolle einnehmen, wenn er die Wahlen gewinnt“. Gleichzeitig zeigte sich Spahn zuversichtlich, dass sich auch der IWF weiter beteiligen werde. Aber das müsse man noch verhandeln, so Spahn weiter. Sehr viel Optimsimus also, ein Lob für Tsipras – wie kommt das?

Ein wichtiger Grund könnte sein, dass die Fortsetzung einer von Tsipras geführten Regierung immer stärker in Frage steht. So zeigt eine heute veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Alco, dass Tsipras Syriza-Partei fast von der konservativen Nea Demokratia eingeholt wurde. Syriza liegt mit 23% nur noch mickrige 0,4% vor der Nea Demokratia – jener konservativen Partei, der viele Griechen eine Mitschuld an der schwierigen Lage des Landes geben.

Dabei spricht der Trend klar gegen Syriza und Tsipras: aus dem einstigen Volkshelden, der mit dem Referendum den Griechen wieder ihre Würde zurück gegeben hat, ist der Umfaller geworden, der doch dem Diktat der EU zugsteimmt hat. Fast noch schwerer aber wiegt die Entscheidung von Tsipras zurück zu treten, um dann bei den absehbaren Neuwahlen seine Machtbasis zu verstärken. Das galt als schlechter Stil, als egoistisch – schließlich haben viele Griechen die Nase voll von Wahlen, die dann offenkundig doch nichts ändern. Ausserdem, so ein gängiger Vorwurf, brächten Neuwahlen noch mehr Unsicherheit – und das ohne jede Notwendigkeit.

Wenn die Dinge so bleiben (was alles andere als sicher ist), müsste wohl Syriza am 20.September vielleicht sogar eine Koalition mit der Nea Demokratia versuchen – wobei das seitens der Konservativen kaum auf Zustimmung treffen dürfte. So wie die Dinge stehen, wird eine Regierungsbildung aufgrund klarer Mehrheiten nach den Wahlen immer unwahrscheinlicher. Nicht auszudenken, wenn das Land so vor einer Periode der Unregierbarkeit steht.

Und ob Tsipras das Lob eines deutschen Staatsekretärs wie Spahn wirklich weiter hilft, ist sowieso zu bezweifeln..

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Chris

    2. September 2015 16:41 at 16:41

    Dieses Paradebeispiel eines Januskopfs hat nichts anderes verdient und die permanent gesetzebrechende EU auch nicht!

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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