Aktien

Griechenland: Mieten fallen drastisch + frisches Eigenkapital für eine Bank

FMW-Redaktion

Neuigkeiten aus Griechenland. Seit Ausbruch der Krise in Griechenland sind neben den Immobilienpreisen vor allem die Wohnungsmieten drastisch gefallen. Seit 2011 sind die Hausmieten um 40% gesunken. In Athen sind die Wohnungsmieten seit 2011 sogar um gut 50% gefallen. Laut „EKathimerini“ sollen die Vermieter nach dem Motto verfahren „besser eine deutlich reduzierte Miete kassieren als eine hohe Miete gar nicht kassieren“. Mit diesem Rückgang wurde das Wachstum in den Mietpreisen seit dem Jahr 2000 eingestampft.

Die großen Nachlässe entlasten natürlich im positiven Sinne erst einmal die Mieter, denen es so erlaubt wird über die Runden zu kommen – andererseits geraten Vermieter in Schieflage, die ihre Immobilien auf Kredit finanziert haben und selbst gegenüber ihrer Bank in eine Schieflage kommen. Volkswirtschaftlich ist der Effekt noch schlimmer – 50% geringere Mietkosten drücken die Inflation brutal nach unten in Richtung Deflation. Laut griechischer Statistikbehörde sind die Preise immer noch rückläufig – von Oktober 2014 auf Oktober 2015 -0,9%.

Alpha Bank

Die griechische Alpha Bank hat heute Details verkündet wie man jetzt konkret die Deckungslücke von 2,7 Milliarden Euro schließen wird, die laut EZB-Prüfbericht vorhanden ist. Fast die gesamte Summe, nämlich knapp 2,6 Milliarden Euro erlöst die Bank durch die Ausgabe neuer Aktien. Nach einem sogenannten „Reverse Split“, der die Aktie von momentan 0,05 auf einen Preis von 2,50 Euro anhebt, erhalten die Neu-Aktionäre durch eine Kapitalerhöhung neue Aktien für 2 Euro.Also erhalten Neu-Investoren irgendwo um die 50 Cent Rabatt pro Aktie und machen somit einen guten Schnitt. Wie man munkelt, sollen Hedgefonds eingestiegen sein. 61% der 2,6 Milliarden Kapitalerhöhung gehen an Investoren, die an einer Auktion (bookbuilding-Verfahren) teilgenommen haben, 31% gehen an Investoren, die bisher Anleihen der Alpha Bank hielten. Wie die Alpha Bank schreibt, nehmen sie freiwillig (!) am Umtausch der Anleihen hin zu Eigenkapital (Aktien) teil.

Kann sich die Aktie auch in der Folgezeit bei 2,5 oder höher halten, haben die Käufer der neuen Aktien einen guten Schnitt gemacht, so sie denn genug Liquidität vorfinden um ihre Pakete auch zu solchen Preisen verkaufen zu können.



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1 Kommentar

  1. …das ist doch gut, wenn in Griechenland Deflation vorherrscht. Man stelle sich vor was passieren würde, wenn die Griechen nebst Arbeitslos und Mittellos auch noch mit steigenden Preisen konfrontiert wäre…

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