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Griechenland: Mit dem Euro bleibt auch das strukturelle Hauptproblem

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Es ist menschlich und politisch mehr als wünschenswert, dass Griechenland im Euro bleibt. Doch die harten Fakten zeigen eine dauerhafte strukturelle Schwäche auf, die auch schon vor der Finanzkrise 2008 vorhanden war…

Importe und Exporte in krassem Missverhältnis

Wie Daten der griechischen Notenbank „Bank of Greece“ zeigen, importiert Griechenland schon seit Jahren deutlich mehr als es exportiert. Dadurch entsteht das sogenannte Handelsbilanzdefizit. Diese Grafik veranschaulicht dieses Missverhältnis beim Im- und Export von Waren in Griechenland sehr anschaulich. Die roten Balken zeigen die Importe, die jedes Jahr erheblich über den Exporten (blau) liegen.

Griechenland Importe Exporte

In 2014 z.B. wurden Waren für 23,6 Mrd Euro exportiert, aber im selben Zeitraum Waren für 41,6 Mrd Euro nach Griechenland importiert. Also fast doppelt so viel Im- wie Exporte. Ein gesundes Defizit wäre (wie es bei vielen Staaten vorkommt) ein Exportvolumen von 23,6 Mrd, dem nur als Beispiel ein Importvolumen von 25 Mrd gegenübersteht. 5 oder 10% Defizit ist gesund bzw. noch akzeptabel, aber fast 100% mehr importieren als exportieren? In den Krisenjahren 2007 und 2008 waren es sogar mehr als 200% Defizit.

Wo blieben die Hilfsmilliarden aus Europa?

Generell wird von vielen Seiten oft behauptet, all die Rettungsmilliarden der letzten Jahre für Griechenland gingen an deutsche und französische Banken, um ihnen ihre griechischen Staatsanleihen abzukaufen. Das mag teilweise richtig sein. Aber wer diese Grafik sieht, dem wird klar: Von irgendetwas musste die griechische Volkswirtschaft all die letzten Jahre das mehr an Importen bezahlen, denn durch die geringen Exporte hatte man viel zu wenig Geld eingenommen um die viel größeren Importe zu bezahlen. Zu welchem Mittel greift in so einem Fall die Politik? Man macht Schulden, saugt Geld aus dem Ausland an, egal wie – über Staatsanleihen, Hilfsprogramme und und und.

Nur so war der griechische Staat z.B. in der Lage Gehälter und Pensionen zu zahlen, die gar nicht durch die reale Wirtschaftsleistung gedeckt waren. Mit diesen zu hohen Gehältern waren die Menschen in der Lage ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten und importierte Waren zu bezahlen. So ging ein großer Teil der Rettungsmilliarden drauf, um Importe zu bezahlen. Und letztlich flossen die Hilfsgelder so auch wieder zurück in die EU-Nationen, die kräftig exportieren, wie Deutschland und die Niederlande.



Quelle: Bank of Greece

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Chris

    9. Juli 2015 16:12 at 16:12

    Dämliche?Frage.Wo ist der Unterschied zwischen Griechenland&USA?Das ständige Haushaltsdefizit kann’s ja schon mal nicht sein!Militärisch leisten sich beide auch wesentlich mehr,als notwendig wäre!Kulturell ist Griechenland den Amis sogar überlegen!Liegt es eventuell nur daran,dass die Drachnme nicht die Weltleitwährung ist?Kann man das ändern?Analog des Wettstreits der Körperteile,welches denn nun das wichtigste ist(läuft darauf hinaus,dass das Arschloch behauptet es wäre das Wichtigste,was alle anderen natürlich total meschugge finden,bis das Arschloch zumacht!)Hallo,Nobelkriegspreisträger,wie wäre es mal mit konkreter,finanzieller Hilfe!Den Grosskotz fernab überm Atlantik geben ist nicht sonderlich hilfreich!Carepaketdrohnen statt Predators wären angebracht!

  2. Avatar

    joah

    9. Juli 2015 19:15 at 19:15

    Da wollte halt jemand die VSA nachahmen und würde etwas frühzeitig „ausgestoppt“ – nun ist der Ponzi nackt. Beschei**en dürfen immer nur die Großen, die Kleiner(en) nicht.

  3. Avatar

    Ciesta

    10. Juli 2015 09:12 at 09:12

    Die Handelsbilanz ist nur ein Teil der Leistungsbilanz.
    Die Leistungsbilanz ist da deutlich aussagekräftiger als die Handelsbilanz, da die eben ein Gesamtbild der jeweiligen Wirtschaft zeichnet.
    Die Griechen haben bei Waren(Handelsbilanz) das im Artikel dargestellte Minus.
    Dagegen ist die Dienstleistungsbilanz der Griechen seit ewig im Plus (Dienstleistungsbilanz).
    2013 hatten die Griechen bei der Leistungsbilanz ein Plus von 1,2 Mrd, da der Tourismus boomte.

    Insofern ist das kein struktuelles Problem Griechenlands, sondern eher völlig normal, dass ein Land sein Plus im Dienstleistungsbereich (z.b. Tourismus) in einen hoheren Import steckt.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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