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Griechenland mit Guerilla-Taktik

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Täuschen, drohen, wieder täuschen, Chaos, Angst verbreiten, drohen, Panik machen, nochmal täuschen. Griechenland mit Guerilla-Taktik! Zehntausende Flüchtlinge sollen nach Berlin geschickt werden, wenn…

Griechenland Finanzminister Yanis Varoufakis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechenland: Finanzminister Varoufakis
Foto: Jörg Rüger / Wikipedia (CC BY 3.0)

Woher kennt man das? Aus einem Guerilla-Krieg. Man ist dem Gegner (die EU?) gnadenlos unterlegen, und kämpft daher aus dem Hinterhalt, mit allen Mitteln, die einem als Guerilla-Kämpfer zur Verfügung stehen. Auch Argentinien kämpft bereits so eine Art von „Krieg“, wenn man es denn so nennen möchte. Das wirkt auf den ersten Blick alles planlos, kann aber durchaus eine Gesamtstrategie sein.

Angst

Ständig hört man von „informierten Quellen“ aus diesem oder jenem Ministerium in Athen Griechenland würde jetzt sofort das Geld ausgehen, die Lehrer könnten nicht mehr bezahlt werden, oder der Staat greift tief in die Rentenkasse usw. Was erzeugt man damit in Rest-Europa? Angst! Die einen haben Angst um die Menschen in Griechenland (was wird aus Ihnen?), die anderen (in Brüssel) haben vor allem Angst um ihr Renommee und das von Gesamt-Europa im Rest der Welt, wenn Griechenland tatsächlich kollabiert. Ständige Angst macht gefügig!

Drohen

Der neue Verteidigungsminister Kammenos hat jüngst gedroht zehntausende derzeit in Griechenland lebende Flüchtlinge mit Papieren auszustatten und sie nach Berlin weiterzuschicken. Wenn darunter auch IS-Kämpfer wären, sei Europa dafür selbst verantwortlich, weil man ja, so ist es ja wohl zu deuten, an der Misere in Griechenland schuld sei.

Täuschen

In dem Brief von Finanzminister Varoufakis, bei dem es um die Zusagen Griechenlands ging, welche Reformen und Sparziele man umsetzen werde, ging es nur um „ja vielleicht mal sehen“-Formulierungen. Versuchen was geht, schwammig formulieren, mal sehen, ob die da in Europa es nicht merken. Hauptsache sie schicken das Geld. Die EU-Partner (die Gegner) fielen nicht darauf rein; also musste man doch noch richtige Reform-Versprechen geben. Aber seien wir mal ehrlich. Vor Ort in Griechenland, werden die Reformen dort umgesetzt? Die Troika, die das überprüfen könnte, gibt´s ja nicht mehr.

Griechenland Parlament in Athen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechenland: Das Parlament in Athen
Foto: Gerard McGovern / Wikipedia (CC BY 2.0)

Chaos

Eine Vorgehensweise, die kein Zufall mehr sein kann: jedes Mal, wenn wieder ein neues Rettungspaket oder die Verlängerung einer Hilfe für Griechenland verkündet wurde, meldet sich schon Minuten später entweder Ministerpräsident Tsipras oder Finanzminister Varoufakis und fordert gleich noch mehr Geld oder er fordert gleich noch ein Hilfspaket aufzulegen. Oder es wird sofort davon gesprochen, die mit den Hilfen verknüpften Maßnahmen, die man gerade erst bestätigte umsetzen zu wollen, jetzt doch nicht so richtig durchführen will. Reaktion in Brüssel und Berlin? Na klar… Chaos, Verzweiflung, Wut!

Das kann schon mal passieren. Übermittlungsfehler bei wichtigen Unterlagen.

Panik

Was ist, wenn wir Europäer Griechenland kein Geld mehr geben? Dann führen die Griechen wieder die Drachme ein, dann steht Europa international da als lächerlich gemachter Staaten-Apparat, lächerlich gemacht vom kleinen Griechenland. Und dann wertet die Drachme natürlich dramatisch ab, und Griechenland kann die in Euro gemachten Schulden niemals zurückzahlen. Das ist ein realistisches Szenario, aber eines, das zu Panik führen kann. Wer Panik fürchtet, tut vorher alles, um sie zu vermeiden. Je mehr Panik man schürt, desto besser kann man seinen Gegenüber im Griff haben.

Griechenland als Opfer

Als Opfer kann man immer Forderungen aufstellen. Vor mehreren Wochen bereits hat die Regierung in Athen das Thema „Schulden aus der Nazi-Zeit“ wieder hervorgeholt. Die Materie ist extrem umfangreich und wir wollen jetzt kein Urteil darüber fällen, ob diese besprochenen 11 Milliarden Euro berechtigt sind oder nicht. Aber gehen wir einfach mal davon aus, das heutige Deutschland als Rechtsnachfolger von Nazi-Deutschland (ist staatsrechtlich ja so) würde tatsächlich verpflichtet sein diese 11 Milliarden Euro an Griechenland zu zahlen. Würde man diese Summe mit Deutschlands Anteil an den 240 Milliarden Euro verrechnen, die Europa bisher für die Griechenland (Banken)-Rettung ausgegeben hat? Oder was wäre, wenn man einfach direkt 11 Milliarden Euro nach Athen überweist? Wie lange würde das Geld reichen um alle Gehälter der Staatsbediensteten und Rentner zu zahlen? 2 Monate? Und dann? Tsipras und Varoufakis betonen immer wieder oder lassen zumindest immer wieder durchblicken, dass Griechenland das Opfer ist, und Europa der Täter. Europa lässt Griechenland verhungern und verarmen, deswegen bricht das Land zusammen und Europa ist selbst schuld, wenn es sein Geld nicht zurück bekommt.

Totale Entnervung

Letztendlich ist der „Gegner“ vom ständigen Hin und Her, vom Täuschen, vom Drohen, Beleidigen und der Panikmache total entnervt und gibt nach. „Hier habt ihr Geld, macht damit was ihr wollt, nur lasst uns endlich in Ruhe“… das könnte funktionieren. Aber da ist noch einer, der sich den Guerilleros entgegenstellt – der Mann im Rollstuhl. Das ist die Frage: wird auch er irgendwann derart entnervt sein, dazu noch ständig bedrängt von allen ebenfalls entnervten EU-Partnern, dass auch er „endlich“ nachgibt? Nur einen kleinen Schönheitsfehler gibt es für Griechenland. Die Bürger (nicht die Superreichen, die sind schon weg) ziehen auch jetzt nach der Wahl massenweise Bargeld von ihren Konten ab. Die „Bank of Greece“ zeigt das anhand von Fakten eindrucksvoll. Wer seiner Regierung vertraut und hinter ihr steht, hintergeht sie nicht am Geldautomaten. Wir hatten schon mal das Szenario beschrieben, dass ein Schulden-Moratorium möglich und durchaus sinnvoll wäre. Vielleicht hätten sich die EU-Partner, sogar Wolfgang Schäuble, darauf eingelassen, wenn Tsipras und Varoufakis schlicht und einfach anders auftreten würden (und ich meine jetzt nicht die fehlenden Krawatten). Jetzt läuft es wohl auf die totale Entnervung hinaus und der damit verbundenen Hoffnung, dass die EU-Partner einfach so Geld rüberschieben. Kann funktionieren, ist Stand heute aber eher unwahrscheinlich. Abgesehen davon – das Verhalten der Griechen am Geldautomaten ist mehr als verständlich bei dieser Guerilla-Taktik der Regierung – denn letztlich geht es um Vertrauen und Verlässlichkeit!

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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