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Griechenland-Rettung mit IWF: Einigung wie bei Angela Merkel üblich?

Was ist meistens bei Angela Merkel das übliche Vorgehen bei Verhandlungen und Entscheidungen? Bloß nie klar Position beziehen, nie dagegen und nie dafür sein, jedem immer irgendwas abgeben, irgendwie…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was ist meistens bei Angela Merkel das übliche Vorgehen bei Verhandlungen und Entscheidungen? Bloß nie klar Position beziehen, nie dagegen und nie dafür sein, jedem immer irgendwas abgeben, irgendwie jedem das Gefühl geben, dass man was abbekommt. Das kann oft von Vorteil sein, manchmal aber auch von Nachteil. Denn in Sachen Finanzkrise wird mit so einer Vorgehensweise eine Krise lediglich immer weiter in die Länge gezogen, und damit nur noch verschlimmert. Aktuell tut sich mal wieder was in der Griechenland-Rettung.


Alles in Ordnung in Deutschland, Angela Merkel? Foto: Armin Linnartz/Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Wolfgang Schäuble machte zuletzt immer wieder deutlich: Der IWF muss endlich mit an Bord kommen bei der 86 Milliarden Euro-Rettung Griechenlands (es ist ja eher eine große Umschuldung als Rettung). Der IWF aber beharrte bis zuletzt darauf, dass die Euro-Partner ihrem Familienmitglied Griechenland erst einmal einen dicken fetten Schuldenerlass gewähren müssen, damit die gesamte Schuldenlast für Griechenland endlich tragfähig wird. Das wurde aber gerade von Deutschland stets abgelehnt, denn gerade im deutschen Bundestag taten Schäuble und Merkel bei den Abstimmungen in Sachen Griechenland-Rettung ja stets so, als würde man sein Geld eines Tages wirklich zurückerhalten.

Deswegen muss dieser Mythos aufrecht erhalten werden. Zurück zum IWF. Der muss an Bord, egal wie, komme was da wolle. Man will nicht nur das IWF-Geld, sondern auch seine strenge Finanzaufsicht für Athen mit ins Boot holen. Der IWF aber will (offiziell zumindest) nur Geld verleihen an Schuldner, die ihre Schulden auch zurückzahlen können. Was also nun tun? Wie immer: Die Angela Merkel-Taktik scheint jetzt Anwendung zu finden. Weder JA noch NEIN, sondern ein Kompromiss muss her. Bisher ging man allgemein davon aus, dass der IWF von den 86 Milliarden Euro um die 16 Milliarden Euro übernehmen würde.

Wie Spiegel Online aktuell erfahren haben will, ist der IWF wohl bereit mit an Bord zu kommen, aber nur mit 5 Milliarden Euro. Angela Merkel wird nächste Woche Mittwoch EU-Kommissionspräsident Jucker und IWF-Chefin Lagarde getrennt treffen. Hat SPON recht? Und könnte es da schon zu offiziellen Verkündungen durch Lagarde kommen? Wie könnte die Festlegung auf 5 statt 16 Milliarden Euro abgelaufen sein? Wolfgang will unbedingt, dass der IWF dabei is, der IWF hat aber keine Lust 16 Milliarden Euro auszugeben. Also hat Angela wie immer versucht einen Kompromiss zwischen JA und NEIN zu finden, und heraus kam eine Summe von 5 Milliarden Euro, als kleiner Kompromiss, der dem IWF nicht ganz so wehtut?

Schäuble und Merkel ist es extrem wichtig, dass der IWF überhaupt teilnimmt, wohl egal welche Summe nun genau dabei rumkommt. Denn dies war eines der großen Versprechen der beiden gegenüber den Parteimitgliedern von CDU und CSU. Leute Leute, keine Angst, ihr könnt dem 86 Milliarden Euro-Rettungsprogramm für Griechenland ruhig zustimmen – denn wir holen den IWF für dieses Paket noch mit an Bord – versprochen – und die Jungs und Mädels vom IWF, die werden schon genau darauf achten, dass in Athen alles glatt läuft. Basiert dieser 5 Milliarden-Kompromiss auf einem Merkel-Vorschlag? Denkbar ist es, aber offiziell verhandeln ja hier der IWF mit der Eurogruppe als Ganzes.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    leser

    17. Februar 2017 18:13 at 18:13

    Na dann ist ja alles gut…Der Schuldenschnitt kommt dann nach der Wahl.

    P.S. 2 x am Tag dieses Rautenfoto: Wollt Ihr mir das Wochenende verderben?

  2. Avatar

    Petkov

    18. Februar 2017 07:50 at 07:50

    Danke, Herr Fugmann für die ausgewogene Berichterstattung aus dem In- und Ausland :-) Allerdings muss ich @leser Recht geben. Zwei quasi Nacktbilder von der merkel an einem Tag gehen etwas zu weit. Bitte beim nächsten Mal ein anständiges Bild mit einer Burka aussuchen. Integration ist bekanntermaßen eine gesamtgesellschaftliche Pflicht.

    • Avatar

      helmut

      20. Februar 2017 10:50 at 10:50

      Hallo,
      ist das jetzt wirklich Fakt in DE ?
      „““integration ist bekanntermaßen eine gesamtgesellschaftliche Pflicht.““
      Bitte um ehrliche Antwort,denn meine Zukunft hängt davon ab!
      Sollte es KEIN FAKE sein,dann werde ich niemals mehr nach DE einreisen,denn was will ich denn als Deutscher noch im eigenen Land?
      …von wg.ich müßte mich dann vom Moslem belehren lassen…gehts noch??

      • Avatar

        Petkov

        20. Februar 2017 11:59 at 11:59

        Hallo Helmut,

        Der Satz, den Sie zitiert haben, wird genau in diesem Wortlaut von praktisch allen deutschen Politikern wie ein Mantra rauf und runter propagiert. D.h. sollte die Integration von den Millionen neu eingereisten Moslems scheitern (wie das bisher sogar mit den wesentlich liberaleren Türken der Fall ist), trägt die deutsche Gesellschaft die Schuld. Aber googeln Sie selbst nach diesem Satz, dann werden Sie blass vor Schreck.

        Übrigens: Freunde oder Kollegen, die ehrenamtliche Ämter bekleiden oder Verwandte bei der Polizei haben, erzählen immer wieder, dass leichtere Verbrechen von „Flüchtlingen“ nicht erfasst werden dürfen, sonst würden sie die Kriminalstatistik in dramatischem Maße sprengen. Bei sexuellen Übergriffen werden lediglich die Personalien aufgenommen, dann lässt man die Täter frei. Danach können sie nie wieder gefunden werden, da sie mehrere Pässe/Identitäten besitzen und sich praktisch in ganz Westeuropa frei bewegen dürfen.

        In vielen Bundesländern müssen kleinere Supermärkte in der Nähe von Flüchtlingszelten schließen, da da es zum Einen übermäßig viele Diebstähle gibt, zum Anderen bleiben die Stammkunden wegen der neuen Klientel fern. In einer schwäbischen Gemeinde hat mir eine Stadträtin berichtet, dass die Gemeinde den Supermärkten den Fehlbetrag nach Inventuren erstattet, wenn sie auf Anzeige bei der Polizei verzichten.

        Jetzt habe ich Ihre Frage beantwortet, aber ich habe selber eine. In welchem Land befinden Sie sich und wie schätzen Sie die Lage dort ein? Die Deutschen sind mental auf diese merkelsche Flüchtlingskrise nicht vorbereitet und werden sich widerstandslos ausquetschen lassen. Ich will nicht an Bord sein, wenn es soweit ist. Deswegen bin ich sehr an ehrlichen Informationen über die Lage in anderen Ländern interessiert.

        • Avatar

          helmut

          20. Februar 2017 13:23 at 13:23

          Zu aller erst mal vielen Dank für die Info!
          D.h.,wenn z.B.durch Moslems ect.bei mir in DE eingebrochen würde bzw.mein Leben in Gefahr wäre,dann sollte ich besser alles über mich ergehen lassen u.wenn möglich die Flucht vor meinem Egenheim ergreifen?
          Auf gut Deutsch:
          GIB IHM DEIN LETZTES HEMD UND BEIM AUSZAHLEN NOCH EIN FREUNDLICHES GESICHT MACHEN,oder?
          Wenn ja,dann kannst du überall leben,nur nicht in DE.
          Und jetzt kommt meine letzte Frage:
          Warum sitzen wir bzw.ihr,immer noch auf der Couch u.lassen uns das ohne jegliche Gegenwehr gefallen event sogar gefallen lassen müssen?
          Sorry,aber ich werde meinen Außereurop.Aufenhalt ,Hier nicht Preis geben,aber nur soviel dazu:
          Hier wäre es Merkel, zu 100% ,wie bei JFK ergangen,sure!
          Das was mir nach meinen bisherigen Infos bekannt ist,gibt es Kein anderes Land in der Welt,das sein eigenes Volk so verheizt,verarscht,demütigt u.abzockt bis auf die blanke Haut,wie Merkelschland!
          Aber der Count Down läuft bereits,was den Euro angeht!
          VG

  3. Avatar

    Walter

    18. Februar 2017 13:49 at 13:49

    Grund gütiger! Ich schließe mich dem Leser an und sage bitte bitte nicht nochmal Bilder von dieser (Frau) ..

  4. Avatar

    Dreistein

    19. Februar 2017 09:54 at 09:54

    Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt, dafür brechen wir auch jedes Gesetz! Könnte bei dem Bild in der Sprechblase stehen.

  5. Avatar

    helmut

    20. Februar 2017 09:40 at 09:40

    Es mag doch wirklich noch Menschen geben,die fest daran glauben,daß Fe.kel die Griechen aus der Portokasse bezahlt bzw.nach dem Motto:Was geht mich das an,obwohl Sie(die Unwissenden) doch im dt.System beschäftigt sind!
    …bei min.1:46 Stoppen….dann du sehen krasse (F)resse…

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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