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Griechenland: Schuld am totalen Entsetzen sind die Heilsversprechen des Alexis T.

In Griechenland ist das totale Entsetzen zur Dauer-Realität geworden. Wie konnte das nur passieren? Syriza hatte doch alles versprochen, und macht jetzt alles noch viel schlimmer als die…

Redaktion

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FMW-Redaktion

In Griechenland ist das totale Entsetzen zur Dauer-Realität geworden. Wie konnte das nur passieren? Syriza hatte doch alles versprochen, und macht jetzt alles noch viel schlimmer als die Vorgänger. Wie konnte das nur passieren? Na klar, man wird durch die Gläubiger dazu gezwungen sich brutal kaputtzusparen. Aber wer ist schuld an der Schockstarre im Land? Die bösen Menschen in Brüssel, Berlin und Washington?

Griechenland Tsipras
Foto: FrangiscoDer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Schuld ist Tsipras mit seinen Versprechen gegenüber der Bevölkerung er könne einen Zaubertrick vollbringen. Er könne alle Forderungen der EU-Partner nach mehr Sparprogrammen abblocken und sogar noch frische Rettungsgelder kassieren, und gleichzeitig könne er Griechenland im Euro halten. Das hatte er dem Volk versprochen und damit zwei mal kurz nacheinander die Wahl gewonnen. Es ist nicht schwierig diese Wahlsiege zu verstehen. Wer völlig verzweifelt ist (der Wähler), greift nach jedem Strohhalm (Tsipras). Er hat alles versprochen. Der klare Menschenverstand sagte dem außenstehenden Beobachter, dass das aber nicht machbar war. So ähnlich glauben manche Briten derzeit auch sie könnten beim Brexit die Vorteile der EU behalten, sich aber der (lästigen?) Nachteile durch einen EU-Austritt entledigen. Hier eine Auflistung, was Alexis Tsipras an Gruselmaßnahmen umgesetzt hat bzw. von seinen Vorgängern übernommen und ausgebaut hat. (er hätte eben nicht versprechen sollen, dass er all das verhindern kann):

Verkauf des Flughafens Hellenikon an Privatinvestoren.

Verkauf des Hafens von Piräus an Privatinvestoren.

Langfristige Verpachtung von 14 Flughäfen an die deutsche Fraport (auch das noch).

Verlängerung der Immobiliensondersteuer.

Höhere Steuern für Bauern.

Reduzierung des Steuerfreibetrags auf 8636 Euro.

Steuererhöhungen für Alkohol, Tabak, Kaffee, Telefon, Internet, Gas, Benzin.

Explodierende Sozialbeiträge für Freiberufler.

Höhere Selbstbeteiligung bei Medikamenten.

Steigende Preise bei Bussen und Bahnen.

Bei säumigen Schuldnern ab 2018 Pfändung von Erstwohnungen.

Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 24% (die 4. Erhöhung seit der Finanzkrise).

Streichung von Steuerprivilegien auf vielen Urlaubsinseln.

Deckelung von Renten + Abschaffung der Zusatzrente für sozial Schwache.

Und schon in wenigen Wochen geht es weiter mit Maßnahmen wie der Reduzierung des Mindestlohns und der Öffnung von bisher geschützten Berufen. Und das durch die linke Syriza! Man stelle sich vor Gregor Gysi und Sarah Wagenknecht säßen im Kanzleramt und würden sowas für Deutschland beschließen, Absenkung des Mindestlohns… Die Daten sind desaströs. Das Land ist in einer Dauer-Rezession gefangen, in einer Depression, Arbeitslosigkeit weit über 20%, keine ausländischen Investitionen außer eine Hand voll Leuchtturmprojekte wie hier und da eine Privatisierung. Im 1. Halbjahr alleine schlossen 15.000 Betriebe. Das BIP schrumpft weiter. Der Staat leistet sich nach wie vor einen großen Apparat von versorgten Menschen, die mit Jobs auf Kosten der Steuerzahler glücklich gemacht werden. Dass für die Refinanzierung eines Staatsjobs vielleicht die Einkommensteuer von 15 oder 20 Griechen draufgeht, und dass das auf Dauer den Staatshaushalt überfordert, so weit denkt wohl Alexis Tsipras genau so wenig wie seine Vorgänger.

Da ist es egal, ob man Konservativer, Sozialist, Extrem Linker oder sonst was ist. Die eigenen Parteigänger müssen versorgt werden. Protestieren tun die „Volksmassen“ nicht mehr. Warum nicht? Syriza und Tsipras waren die letzte Hoffnung, und die wurde enttäuscht. Hat die Regierung Tsipras seit ihrem Amtsantritt irgendein modernes, fortschrittliches, zukunftsweisendes Konzept für die heimische Volkswirtschaft präsentiert? Nichts, gar nichts. Man beschäftigt sich wie vor dem Wahlsieg mit dem Kampf gegen das Böse in Brüssel und Berlin. Nur ist man nicht mehr in der Opposition. Eigentlich müsste man jetzt aktiv werden und Zukunftspläne basteln. Aber leider ist man mit seiner Opferrolle beschäftigt.

Jetzt kann man aus Syriza-Sicht sagen „was hätten wir in der derzeitigen Situation anders machen können?“ Nun ja, erstens hätte man nicht das Blaue vom Himmel versprechen dürfen. Aber dann wäre man ja nicht gewählt worden. Und als man dann gewählt war, hätte man sagen können „gut, wenn ihr (die EU) nicht so wollt wie wir, dann verweigern wir ab sofort Schuldenrückzahlungen und Sparanstrengungen“. Dann hätte als Folge die EZB den Euro-Geldhahn für Athen abgedreht. Die Endfolge: Athen hätte aus dem Euro austreten müssen, damit man vor Ort überhaupt in der Lage gewesen wäre eigenes Geld (Drachme?) zu drucken – mit allen schönen Konsequenzen wie Bank Run der Bevölkerung, Inflation, Chaos, Flucht, Kapitalkontrollen, Rezession noch viel schlimmer als jetzt usw usw usw. Wieder zurück zum Ausgangspunkt: Alexis T. hätte nicht das Blaue vom Himmel versprechen dürfen. Jetzt ist die Katerstimmung groß.

Wie wird das alles enden, wenn es anscheinend Jahr für Jahr so weitergeht wie jetzt? Unsere Prognose: Langsames aber kontinuierliches Ausbluten des Landes (Auswanderung der Jungen). Der Patient wird während des Sterbeprozesses mit Infusionen am Leben gehalten (EU-Rettungsprogramme in Form von ständig neuem Bargeld). Sie kennen sicherlich den Spruch „Nur Nixon konnte nach China gehen“. So konnte auch nur die extrem linke Syriza in der schlechten Lage des Landes nochmal alle bisherigen Sparanstrengungen toppen und immer weiter raufschrauben. Wer will schon gegen den extrem extrem extrem linken Tsipras demonstrieren?

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    18. Juli 2016 17:36 at 17:36

    Guter Artikel, aber das weiß jeder der nicht vollkommen blöd ist. Griechenland ist erledigt, pleite, ohne Zukunft. Was soll man in diesem Land noch retten ? Wer soll dort investieren ? In was könnte man dort investieren ?

    Ohne einen drakonischen Haircut wird es nicht gehen. Nur so besteht vielleicht noch eine Minimalchance das sich das Land retten lässt. Ansonsten bleibt es tot bis in alle Ewigkeit.

  2. Avatar

    SMArtTrader

    18. Juli 2016 17:46 at 17:46

    Ich weiß nicht… Im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer… Die Wahl von Syriza war, so denke ich, in diesem Falle wirklich alternativlos, denn das Volk hätte doch die „alten“ Parteien ohnehin nicht mehr gewählt – selbst wenn Syriza nicht angetreten wäre. Und dann? Tja, dann wäre die einzige Alternative des Wahlvolkes wohl die „Goldene Morgenröte“ geblieben… Hätte wohl auch keiner der Europäer gewollt!

    Es ist wohlfein, jetzt Syriza Versagen vorzuwerfen.

    Griechenland wurde über Jahrzehnte ausgenommen, von den damals regierenden Familienklans, die sich gegenseitig immer den Staffelstab zuschoben. Und dann kam Goldman Sachs und hat Griechenland in den EURO geschummelt – und jeder, ja auch die Brüsseler Elite, wusste damals, dass der Patient eigentlich schon tot ist.

    Diese Kritik ist ungefähr so, als würde man den Arzt jetzt bestrafen wollen, der versucht hat den eigentlich schon offensichtlich toten Patienten doch noch irgendwie zu retten, obwohl ihm und auch allen Angehörigen klar war, dass diese Bemühungen hoffnungslos sind.

    Soll heißen: Egal welche Regierung damals anstatt Syriza an die Macht gekommen wäre, sie alle hätten versagt – versagen müssen!

    Und unsere rollstuhlfahrende Schwarze Null mit samt allen seinen Kollegen der letzten Jahre seit Schröder haben maßgeblich zu diesem Zustand geführt.

    Nicht nur in Griechenland. Aber da war nunmal das erste Leck… Auch die anderen EU-Staaten bekommen nun nach und nach zu spüren, dass die deutsche Niedriglohn- und Austeritätspolitik sie in einem Währungskorsett wie dem EURO ganz langsam kaputt macht.

    Flassbeck hat das die letzten Jahre immer wieder sehr schön dargelegt…

  3. Avatar

    jumpin

    18. Juli 2016 17:58 at 17:58

    Gute Zusammenfassung des Desasters !!
    Nur ein oder zwei Anmerkungen:
    – den erlauchten Finanzminister nicht vergessen
    – im Artikel fehlt mir noch die „Umsetzung“ des Referendums der Griechen. Da war
    doch was…. die Demokratie wurde in diesem Land mit den Füssen getreten und
    genau von denen, die ach so demokratisch und sozial sind
    – unser ehemaliger Leiter des IFO-Instituts hatte m.E. die einzige praktikable Lösung
    dargeboten. Griechenland kann nur auf die Beine kommen, wenn die Bevölkerung
    wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt und nicht den mondänen Lebensstil der
    Deutschen kopiert.

  4. Avatar

    sabine

    18. Juli 2016 19:36 at 19:36

    1.) Damals hieß es, Griechenland solle aus der EU austreten und sie wären gerettet. Die Griechen hatten gegen den Grexit gestimmt und gehen soeben wegen der EU und in der EU unter.

    2.) Ist das nicht das Gegenteil vom Brexit, schwarz auf weiß? Das Schwarze ist die Schrift.
    Die Briten verlassen die EU und werden also nicht von der Troika ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Die griech. Familienclans haben immerhin noch die gemolkene Kuh am Leben gelassen, während die Troika und der Welt-Geldadel (GS…) Schlachtvieh sucht, gemäß dem Wort, nach mir die Sündflut. Es gibt ja noch genug andere Länder.

    3.) Somit ist die Bemerkung gelinde gesagt dumm. Was sagt die Queen: Nennen sie mir 3 Gründe, in der EU zu sein? (Himbeerbonbon-Verordnung, Europol, TTIP, Glühlampe, Nordländer „retten“ die Südländer – Hups, fünf)

    In dem Sinne: Zitat „der (lästigen?) Nachteile durch einen EU-Austritt“ Was ist das? Wo sind die? Welche sind das?

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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