Anleihen

Griechenland und die Zinsen – das Symbol für den Anlagenotstand

Über 13 Billionen Dollar an weltweiten Staatsanleihen von insgesamt circa 70 Billionen Dollar befanden sich vor Kurzem schon in negativem Terrain. Eine Situation, die es noch niemals gegeben hat. Diesmal ist alles anders, ein dummer Spruch, aber in puncto Zinsen stimmt er. Noch nie gab es ein so niedriges Zinsniveau, nicht einmal nach dem 2 Weltkrieg. Für die großen Anlagesummen bleiben derzeit nur Aktien und Immobilien interessant und in kleinerem Maße Gold.

Liquidität, Liquidität…..

Welche Rolle die Liquidität derzeit an den Märkten spielt, sieht man am Verlauf der Aktienkurse am gestrigen Tag in Europa und in den USA. Die Federal Reserve pumpte gestern wieder einmal 48 Milliarden Dollar zur Stabilisierung in den Repo-Markt, sehr zur Freude der Banken. Dass dies aber nur ein Teil der Wahrheit ist, zeigen die Aktienmärkte weltweit und besonders in Europa. Hier gibt es keine Fed und die EZB ist auch nur mit verhältnismäßig kleinen Summen (20 Milliarden Dollar monatlich) dabei. Der Grund ist einfach das Anlagekapital, welches augenscheinlich nur dann aus den Dividendentiteln flieht, wenn es überzeugt ist, dass es zu einer Rezession kommt.

Nach anfänglich starken Verlusten, die mehr als normal waren, angesichts der desaströsen Meldungen aus dem Seuchengebiet China, stiegen die Kurse so nach und nach, so dass selbst erfahrene Händler nur noch den Kopf schütteln. Haben die Notenbanken tatsächlich einen derartig starken Anlagenotstand erzeugt, dass es schlichtweg keinen Sinn macht, im jetzigen Umfeld aus dem Aktienmarkt auszusteigen? Anscheinend, denn wie kann ein Staat wie Griechenland eine Rendite bei der Zehnjährigen von unter einem Prozent haben, bei einem Bankensystem, bei dem fast die Hälfte der Kredite bei den Banken faul und damit notleidend sind?

Es gibt keine Zinsen mehr am Kapitalmarkt zu einem vernünftigen Risiko, das beste Beispiel ist eben Griechenland und da bleibt man halt immer wieder im Aktienmarkt mit seinen Dividendenzahlungen. Bis zum bitterem Ende, aber das könnte noch dauern. Es muss zwar jetzt irgendwann zu einer Korrektur kommen, bei all diesen Signalen. Auch die Sentimentspezialisten sprachen jüngst von einem kleinen Anlass, der zu Gewinnmitnahmen und zur Korrektur führen sollte. Aber wenn der gestrige explosive Anstieg bei den Viruserkrankungen und den Verstorbenen in China, in Kombination mit schlechten Konjunkturdaten (Autozahlen aus China), nicht ausgereicht hat, um den Markt zu korrigieren, was dann?

Der Liquiditätswahnsinn äußert sich ganz klar in der Rendite der Langläufer aus Griechenland. Wer vor gut 10 Jahren, als die griechischen Staatspapiere 40 Prozent und mehr abwarfen, prognostiziert hätte, dass man diese bald zu unter einem Prozent bekommen würde – ja was hätte man wohl mit diesem Experten gemacht?



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