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Griechenland wird wieder „heiß“: Schäuble bringt Austritt ins Spiel

Und ewig grüßt das Murmeltier! Das Thema Griechenland wird wieder heiß, welch Überraschung. So werden wir einmal mehr daran erinnert, dass die Euro-Krise nie aufgehört hat. Sie macht sich einfach mal lauter, mal leiser bemerkbar. Derzeit eben wieder lauter – auch weil die Sorgen um Frankreich nicht eben geringer werden..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und ewig grüßt das Murmeltier! Das Thema Griechenland wird wieder heiß, welch Überraschung. Bekanntlich fordert der IWF einen Schuldenschnitt für das Land, die Gläubiger, allen voran Deutschland, lehnen das ab. Deutschlands Finanzminister Schäuble hat daher gestern gegenüber der ARD gesagt: einen Schuldenschnitt könne man machen, aber dann müsse Griechenland eben aus der Eurozone austreten. Die Lissabonner Verträge, so Schäuble, würden einen Schuldenschnitt eben ausschließen, daher bliebe nur der Austritt, wenn Griechenland diesen Schuldenschnitt unbedingt wolle. Solange aber Griechenland in der Eurozone sei, müsse die Eurozone Druck auf Griechenland ausüben, damit das Land durch Reformen wieder international wettbewerbsfähig werde.


Wolfgang Schäuble
Foto: European People’s Party

Insidern zufolge ist die griechische Regierung derzeit vor allem unter Druck des IWF, der bei dem dritten Rettungsprogramm im Jahr 2015 (Umfang: 86 Milliarden Euro) nicht mitgemacht hatte. IWF-Chefin Lagarde hatte klar gemacht, dass der IWF sich erst wieder beteilige, wenn die Schulden Griechenlands wieder „tragfähig“ seien (daher die Forderung nach einem Schuldenschnitt) und in einer kürzlich vorgelegten Analyse eben diese Schulden als „explosiv“ bezeichnet.

Nun beginnt also das Theater von Neuem. Bis Juli muß eine Lösung her, denn Griechenland muss in diesem Monat über 6 Milliarden Euro aufbringen, vor allem für die von der EZB gehaltenen griechischen Anleihen (knapp vier Milliarden Euro) sowie für auslaufende Anleihen, die von Privaten gehalten werden (zwei Milliarden Euro). Ohne eine erneute Einigung kann Athen das Geld nicht aufbringen.

Und die Nervosität steigt, sichtbar vor allem bei griechischen Staatsanleihen. So stieg die Rendite für die 2-jährige griechische Anleihe gestern über die 10%-Marke, erstmals seit Juni letzten Jahres. Und die Ratingagenturen warnen, dass die Spannungen zwischen dem IWF und den Gläubigern der Eurozone die Lage weiter verschärfen würden:

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Griechenland wiederum will den Schuldenschnitt unbedingt, und das vorwiegend aus einem einzigen Grund: dieser Schuldenschnitt würde es Griechenland ermöglichen, in das QE-Programm der EZB aufgenommen zu werden, sodass dann eben Athen faktisch durch die Notenpresse alimentiert würde – für Schäuble ein Horrorszenario.

Und so werden wir einmal mehr daran erinnert, dass die Euro-Krise nie aufgehört hat. Sie macht sich einfach mal lauter, mal leiser bemerkbar. Derzeit eben wieder lauter – auch weil die Sorgen um Frankreich nicht eben geringer werden..

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    leser

    10. Februar 2017 10:42 at 10:42

    Wenn das mit dem Schuldenschnitt ohne Austritt nichts wird, bleibt ja immer noch eine saubere Staatspleite. Am besten kurz vor der Bundestagswahl.

  2. Avatar

    helmut

    10. Februar 2017 10:55 at 10:55

    Das Ende vom Lied….
    Wir haben schon wieder verloren u.daß ist erst der Anfang!
    Aber was geht mich das an….

  3. Avatar

    frank.trg

    10. Februar 2017 11:34 at 11:34

    Sollen sie halt austreten. Wäre für alle Beteiligten das Beste. Aber die sozialistische Regierung in Athen kapiert das nicht…

  4. Avatar

    columbo

    10. Februar 2017 12:02 at 12:02

    Die Griechen, Italiener und Franzosen wissen, daß ein Austritt schlecht für sie
    wäre, deshalb treten sie nicht aus.
    Die Deutschen wissen nicht, daß ein Austritt gut für sie wäre, deshalb treten sie nicht aus.
    Die Engländer sind schon ausgetreten und wissen noch nicht, ob der Austritt gut für sie war.

    • Avatar

      Hinterfrager

      10. Februar 2017 13:56 at 13:56

      Die Briten wollen die EU verlassen, nicht die Eurozone. Denn in der waren sie ja nie drin…

  5. Avatar

    Christoph

    10. Februar 2017 15:47 at 15:47

    Dachte man braucht mindestens investment grade für das Programm?…siehe die Artikel zu Portugal in ihrern kanadischen Freunden ;)

  6. Avatar

    hans

    10. Februar 2017 17:17 at 17:17

    *Die Lissabonner Verträge* da kann man nur noch lachen, seid wann halten sich Gestalten, wie Der Hosenanzug, Der Irelanderpresser und Gold-Draghi an Verträge?

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