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Griechische Banken: Ein toller Deal für Hedgefonds?

FMW-Redaktion

Nachdem jetzt der Finanzierungsbedarf für die vier größten griechischen Banken mit 4,4-14,4 Milliarden Euro durch die EZB beziffert wurde, haben diese ab sofort eine Hausaufgabe von der EZB mit auf den Weg bekommen: Am Kapitalmarkt versuchen selbst diese Lücke zu schließen. Es geht hierbei um die Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Piraeus.

Das bedeutet konkret: Bevor diese Banken sich vom 86 Milliarden Euro Hilfspaket der Euro-Länder einen Teil nehmen können, müssen sie alles Mögliche versuchen sich frisches Eigenkapital bei Privatinvestoren zu suchen. Andere europäische Banken, gerade aus Deutschland und Frankreich, kämpfen einerseits mit sich selbst, und sind andererseits aus politischer Sicht wohl gerade besser beraten nicht schon wieder in Griechenland Geld reinzupumpen.

Hedgefonds sind da eine gute Alternative nach dem Motto „Her mit frischem Geld, egal woher“. Investoren mit Hunger nach Rendite und hoher Risikobereitschaft dürften schnell erkennen, dass das Risiko relativ billig in große griechische Banken einzusteigen, gar nicht so groß ist wie man denken mag. Man hat es ja in den letzten Jahren gesehen – die Eurozone und die EZB tun alles (siehe ELA-Kredite) um den griechischen Bankensektor am Leben zu erhalten. Folglich können sich neue Eigenkapitalgeber auf eine gute Wahrscheinlichkeit verlassen, dass die EZB diese ELA´s erneut ausweitet, wenn es zu einer weiteren Kapitalflucht aus Griechenland heraus  kommen sollte.

Hedgefonds hatten schon beim starken Einbruch der griechischen Bankaktien zugeschlagen, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie jetzt die Chance wahrnehmen über kräftige Kursabschläge bei Kapitalerhöhungen nochmal deutlich günstiger als zu den aktuellen Kursen ihre Anteile zu erhöhen. Aus ihrer Sicht kann das ein sehr verlockendes Geschäft werden. Jetzt kaufen, wo sonst niemand kaufen will, dann vielleicht ein zwei Jahre warten, bis sich die Lage in Griechenland beruhigt und die Aktienkurse der Banken erholt haben, und dann mit einem satten Gewinn weiterverkaufen.

Was nicht bei Privatinvestoren eingeholt werden kann, wird dann über den griechischen Stabilisierungsfonds, also letztlich sowieso aus dem 86 Milliarden Euro Hilfspaket der Euroländer zugeschossen für die Rekapitalisierung der Banken. Bis diesen Freitag 6. November sollen die vier Banken mitteilen, woher sie frisches Geld beziehen wollen. Wer als Privatanleger ebenfalls eine hohe Risikobereitschaft mitbringt, könnte auf diesen nach wie vor riskanten Zug aufspringen und darauf wetten, dass mit der jetzt anstehenden Rekapitalisierung der Tiefpunkt für die griechischen Banken erreicht ist, und es jetzt nur noch aufwärts geht. Aber es bleibt ein Risikoinvestment!



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1 Kommentar

  1. Solange die EU-Gelder fließen, ist das Ding totsicher. Danach ist es nur noch tot.

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