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Großbritannien: EU-Austritt wäre ein Segen für alle!

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Am 7. Mai 2015 finden in Großbritannien Parlamentswahlen statt. Das Ergebnis hat auch direkte Auswirkungen auf Europa. Premier David Cameron möchte nämlich bei seiner Wiederwahl bis 2017 ein Referendum abhalten lassen, ob Großbritannien in der EU bleibt – denn er ist ein Getriebener. Warum ein EU-Austritt ein Segen für alle wäre…

Großbritannien Premierminister David Cameron
Premierminister David Cameron
Foto: UK Prime Minister´s Office / Wikipedia (OGL)

Blockierer Großbritannien

Großbritannien war in der EU immer schon Eigenbrödler, Fremdkörper, Blockierer. Wie viele britische Politiker es selbst sagten, war man 1973 nur der EU beigetreten, um von innen heraus in Brüssel möglichst viel politisch blockieren zu können und um nicht den Anschluss in Europa zu verpassen. Aber die Haltung der Festlandeuropäer, ein gemeinsames Europa zu schaffen, gab es in Großbritannien noch nie. Es ging immer nur darum blockieren zu können, mitreden zu können – aber mitzugestalten, das war nie ein Thema. Auch aufgrund der Insellage betrachtete man sich selbst schon immer mit einem Sonderstatus.

David Cameron der Getriebene

Premier David Cameron lässt sich von der „UK Independent Party“ (UKIP), einer Art „AfD“ Großbritanniens, treiben und ist real unter Druck. Wie eine Meeresströmung ziehen UKIP und ein Großteil seiner eigenen konservativen Partei ihn in Richtung EU-Austritt. Letztlich mündete dieser Druck in einem Versprechen Camerons, sollte er wiedergewählt werden, bis 2017 ein Referendum abhalten zu wollen über den EU-Austritt Großbritanniens.

Die Stimmung im Wahlvolk wird auch durch ein Thema angeheizt, das man eigentlich für abgehakt erklärt hatte. Nachdem Schottland sich im September 2014 für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen hatte, scheint sich dort der „Geruch der Freiheit“ aus dem vergangenen Wahlkampf für die Menschen so gut anzufühlen, dass man gerne eine zweite Chance hätte für eine Abstimmung zur Sezession. Und dann könnte das Ergebnis gegen Großbritannien ausfallen. Für alle Interessierte: Hier die eindrucksvolle Reportage von „Krautreporter.de“ aus Schottland. Die Engländer, vor allem aber die UKIP-Anhänger und Konservativen aus Cameron´s eigener Partei, scheinen Blut geleckt zu haben beim Wahlkampf der Schotten. Aktuell sieht es grob geschätzt nach einem Unentschieden aus, was den EU-Austritt Großbritanniens betrifft. Sollte aber z.B. Griechenland komplett pleite gehen und die Euro-Länder auf ihren Forderungen sitzen bleiben, hätten die Europa-Gegner in Großbritannien (nicht im Euro) eine ideale Argumentationsgrundlage nach dem Motto „schaut her, das hätten auch unsere Steuergelder sein können, wenn wir den Euro gehabt hätten. Am besten bloß ganz raus aus Europa“.

Warum diese Angst vor dem „BREXIT“ ?

Im Gegensatz zu dem „GREXIT“ würde der „BREXIT“ kaum zu Problemen in Europa führen. Das Land ist nicht im Euro, in keinster Weise verflochten mit Euro-Rettungsschirmen etc. Kommt es zu Turbulenzen am Anleihen- oder Devisenmarkt, ist schon jetzt alles strikt getrennt zwischen London und dem Festland. Anteil an den europäischen Exportüberschüssen hat Großbritannien ebenfalls nicht – auch hier würde kein Ökonom die Briten vermissen. Darüber hinaus hat sich die Insel seit den Thatcher-Zeiten den sogenannten „Britenrabatt“ gegönnt, der dafür sorgt, dass man Teile seines netto gezahlten EU-Beitrags automatisch als Rabatt weniger zahlen muss. Nur ein Problem würde es geben: die Staatsraison der Europäischen Union wäre angekratzt. Dass so ein großes Land das „Staatengefüge EU“ wieder verlässt, wäre eine politische Ohrfeige für die immer noch junge Europäische Union. Aber ich meine: diese Schmach geht rasch vorüber, und hinter den Kulissen wird es in Berlin, Paris und Brüssel einen Jubelschrei geben – endlich keine politischen Blockaden mehr durch London, endlich kein Finanzplatz London mehr, der Regularien aufweicht und Gelder vom Festland absaugt.

Die Folgen für Großbritannien

Die Überschrift des Artikels lautet „wäre ein Segen für alle“. Das meine ich auch so. Selbst für Großbritannien. Denn wer sich immer nur beschwert, wie schlecht es einem innerhalb eines Staatengefüges geht und wer immer damit kokettiert, austreten zu wollen bzw. ständig damit droht, um so noch mehr für sich selbst rauspressen zu wollen… da kann man nur sagen: Reisende soll man nicht aufhalten! Der Austritt wäre auch ein Segen für die Menschen in Großbritannien. Sicher würde es große Paraden und Jubelfeste geben – endlich weg von der verhassten EU, die man eh nie wollte und nie mochte. Die Menschen werden in den Wochen und Monaten nach dem Austritt einen Glücksrausch erleben, einen Stolz, endlich wieder das alleinstehende starke Großbritannien zu sein, unabhängig, selbstbestimmt bla bla bla. Aber was ein oder zwei Jahre später mit der Realwirtschaft der Insel passiert, das werden die jubelnden Massen erst dann sehen, wenn es so weit ist. Und der Nationalstolz der Briten, der ja immer schon groß war, wird es ihnen verbieten irgendwann wieder eintreten zu wollen. Die Schmach wäre einfach zu groß. Aber wie gesagt: der EU-Austritt wäre auch ein Segen für die Briten, denn sie waren nie glücklich mit Europa – es war immer nur ein Krampf.

Was nicht zu unterschätzen ist: ausländische Investoren ziehen immer den größeren und stärkeren Wirtschaftsraum für ihre Investitionen vor. Vor mehreren Jahren, als der EU-Austritt auf der Insel schon mal durchgespielt wurde, meldeten sich asiatische Autohersteller, die noch in Großbritannien produzieren zu Wort, mit dem Hinweis man würde dann aufs Festland übersiedeln. Nachvollziehbar, denn warum soll man sich lästigen Zoll- und Import/Exportproblemen widmen, die zwischen Brüssel und London entstehen könnten. Rechtssicherheit heißt das Stichwort. Großbritannien würde sich als Teil der 5er-Gruppe (bekannt von der NSA: USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland) verstärkt den USA als Partner zuwenden. Auf den ersten Blick nicht problematisch – nur die USA würden die Notlage der Briten erkennen und sie als drittklassigen Bittsteller behandeln.

Euro und Pfund

Welche Auswirkungen hätte der Austritt Großbritanniens auf den Euro und das Pfund? Nach unserer Meinung eindeutig: Euro, Schweizer Franken und US-Dollar würden gegenüber dem Pfund aufwerten, am Anfang vielleicht nur leicht, in den Folgemonaten aber immer weiter. Warum? Großbritannien als Volkswirtschaft wäre dann isoliert, Einzelkämpfer. Nicht nur dass es Hedgefonds leichter fallen würde gegen ein isoliertes britisches Pfund zu wetten, wenn auch die Volkswirtschaft dahinter isoliert ist – auch die wirtschaftliche Realität zwischen Großbritannien und EU würden bereits zum Stichtag des Austritts den Briten negativ auslegt werden. Großbritannien produziert und exportiert de facto nichts mehr außer die Finanzprodukte aus der Londoner City. Ohne industrielles Fundament im Rücken ist eine Währung aber schwach und anfällig. Das wissen auch die Spekulanten, die nach schwachen Währungen suchen.

Großbritannien Euro verlor in Krise gegen Pfund
Euro gegen britisches Pfund

Im Zuge der „Griechenlandkrise“ verlor der Euro gegenüber dem britischen Pfund an Wert. Mittel- und langfristig werden sich aber die großen Währungsräume durchsetzen und als weniger anfällig erweisen. Das britische Pfund wäre nach einem Austritt aus der EU noch schwächer.

Europa ohne Großbritannien

Was wären die (jenseits der EU-Staatsraison) Konsequenzen eines EU-Austritts von Großbritannien für Europa? Nun, erst einmal würde der Britenrabatt wegfallen… Spaß bei Seite! Da Großbritannien Nettozahler ist, würden der EU ohne seine Netto-Zahlungen ein paar Milliarden pro Jahr fehlen, aber nicht so viel, dass eine katastrophale Budgetlücke in Brüssel entstehen würde. Zwei große Pluspunkte gäbe es für ein Europa ohne Großbritannien. Erstens: Die ständigen politischen Blockaden hätte ein Ende, siehe Finanztransaktionssteuer, siehe EU-Bankenaufsicht, siehe Streit um die britischen Steuervermeidungsinseln im Kanal und und und. Zweitens: Die „City of London„, so bezeichnet man den Londoner Finanzdistrikt, würde bei einem Austritt Großbritanniens ebenfalls aus dem „Gebilde EU“ herausbrechen. In London weitestgehend deregulierte Banken, Broker und Hedgefonds müssten sich, wenn sie in der EU weiter Geschäfte machen wollen, den strengeren „Festlandregularien“ unterwerfen, die die EU ohne Großbritannien durchsetzen könnte. Oder Institute müssten sogar ihre Geschäftstätigkeiten komplett nach Paris oder Frankfurt verlegen, wenn sie in der EU noch mit dabei sein wollen. Die EU könnte Restriktionen gegen Großbritannien verhängen, wenn man dort nicht endlich seine Kanalinseln und Überseegebiete (Karibische Steuerschlupflöcher) anhält sein Geschäftsmodell zu ändern. Der europäische Integrationsprozess kann ohne Großbritannien endlich konstruktiv vorankommen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Frank Bauer

    11. Mai 2015 21:08 at 21:08

    Die Konsequenzen fuer GB und die EU sind nicht so einfach einzuschaetzen. Es kommt ohnehin meistens anders als es Propheten vorhersagen. Gerade in Europa’s Finanzmaerkten. Die Behauptung GB haette sich nie fuer Europa interessiert ist auch Unfug. Man vergisst schnell die Beitraege Grossbritanniens zur Entstehung der EU. Schliesslich kam der Impetus fuer die EU, auf dem Umweg der Menschenrechtskonvention, aus den Nuernberger Kriegsverbrecherprozessen. Maxwell-Fyfe und Churchill spielten dabei eine erhebliche Rolle.

    Ausserhalb von Deutschland und Frankreich sehen viele EU-Buerger die Gemeinschaft als nuetxluches

  2. Avatar

    Frank Bauer

    12. Mai 2015 03:02 at 03:02

    Ausserhalb von Deutschland und Frankreich sehen viele EU-Buerger die Gemeinschaft als mehr nuetzlich fuer die Interessen der beiden „Gruendernationen“.

    Deutschland will exportieren, Frankreich will in Ruhe gelassen werden. Griechenland durfte luegen, weil Deutschland dessen beitritt zum Euro wollte.

    Deutschland muss sich fragen lassen ob es gewisse aeltere „Hegemonialanspruche“ wohlmoeglich auf andere Weise verfolgen moechte.

    Dabei ist die versuchte Annaeherung der EU an die Ukraine als besonders bedeutsam zu sehen.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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