Die Energiewende liefert jede Menge „Realität“. Was man heute aus Großbritannien hört, hätte auch glatt eine Meldung aus Deutschland sein können? Gut, die Verhältnisse sind nicht exakt vergleichbar. Dennoch zahlen bei uns die Steuerzahler Mindest-Abnahmepreise für Öko-Strom (Milliardensummen), die britischen Stromkunden zahlen einen Milliardenbetrag für die Abschaltung von Öko-Strom. Dafür gehen fossile Anlagen ans Netz.
Großbritannien zahlt 1 Milliarde Pfund für Energiewende-Netzdesaster
Es wird ein Rekordjahr für die Windkraft in Großbritannien, zumindest was die Verschwendung betrifft. Die wachsende Kapazität und das stürmische Wetter hätten 2024 zu einem enormen Produktionswachstum führen müssen. Bloomberg berichtet: Aber das Netz ist überlastet, sodass der Betreiber gezwungen ist, Windparks für die Abschaltung zu bezahlen, was letztlich zu Lasten der Verbraucher geht. Diese Situation gefährdet die Pläne zur Dekarbonisierung des Netzes bis 2030 und erschwert die Senkung der Stromrechnungen.
Entscheidend für das Ziel eines Netzes mit Netto-Null-Emissionen ist ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie. Großbritannien hat seine Offshore-Flotte in den letzten fünf Jahren um 50 % erhöht und wird sie in den nächsten fünf Jahren verdoppeln, wie Daten von BloombergNEF zeigen.
Das Stromnetz wurde jedoch nicht im gleichen Tempo ausgebaut. Infolgedessen bezahlt der Betreiber Windparks, insbesondere in Schottland, zunehmend dafür, dass sie nicht in Betrieb sind. Bisher hat Großbritannien in diesem Jahr mehr als 1 Milliarde Pfund an „Überlastungskosten“ ausgegeben, um Anlagen abzuschalten, die aufgrund von Netzengpässen keinen Strom liefern können, und andere einzuschalten.
Als beispielsweise im vergangenen Monat der Sturm Bert über Großbritannien fegte, standen einige der neuesten und größten Windparks still. Das 3 Milliarden Pfund teure Seagreen-Projekt in Schottland, das SSE Plc und TotalEnergies SE gehört, wurde abgeschaltet. Auch das Viking-Projekt von SSE auf den Shetlandinseln wurde geschlossen.
Der Energieversorger plant den Bau eines noch größeren Windparks vor der schottischen Küste, der den Engpass weiter verschärfen könnte, wenn das Netz nicht ausgebaut wird. In einer Erklärung hieß es, dass Entwickler schottische erneuerbare Energien nutzen müssen, um die Energiesicherheitsziele des Vereinigten Königreichs zu erreichen. Und dafür ist die Übertragungsinfrastruktur von entscheidender Bedeutung.
Britische Stromerzeuger verkaufen ihre Produktion in der Regel im Voraus auf dem Großhandelsmarkt. Bei diesen Transaktionen werden jedoch die physischen Beschränkungen beim Echtzeit-Ausgleich von Angebot und Nachfrage nicht berücksichtigt. Um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, greift der Betreiber ein und bezahlt einige Kraftwerke dafür, dass sie sich abschalten, und andere, die näher an den Nachfragezentren liegen, dafür, dass sie anspringen.
Oft bedeutet dies, dass ein weit entfernter Windpark abgeschaltet und ein gasbetriebenes Kraftwerk in der Nähe einer Stadt angefahren wird.
„Die veralteten Regeln unseres Energiesystems bedeuten, dass riesige Mengen an billigem Ökostrom verschwendet werden“, sagte Clem Cowton, Direktor für externe Angelegenheiten beim Versorger Octopus Energy Group. „Es ist absurd, dass Großbritannien schottische Windparks dafür bezahlt, dass sie sich bei Wind abschalten, während gleichzeitig Gaskraftwerke im Süden dafür bezahlt werden, dass sie sich einschalten.“
Die Drosselung der Stromerzeugung wird immer häufiger. Die Kosten für die Überlastung in diesem Jahr übersteigen die Gesamtsumme des Vorjahres und werden nur noch von 2022 übertroffen, als die Strompreise fast dreimal so hoch waren.
FMW/Bloomberg
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Britische wie deutsche Politiker haben mach mehr als 10 Jahren Windenergie noch immer nicht verstanden: Jedes Windrad oder Solaranlage verteuert den Strom.
Das weiträumig leistungsstarke und teure Stromnetz fehlt! Man sollte mehr am Ort der Windkraft Gas erzeugen und auch das vorhandene Gasnetz nutzen mit den vorhandenen Gasspeichern. Das ist leider wenig effizient, doch nach einem Sturm in der Nacht bleibt gespeicherte Energie für Tage.
Quatsch, es giebt keinen günstigeren Strom!
Bitte informieren sie sich, bevor sie solche fake news verbreiten.
In Deutschland stand im ursprünglichen EEG, daß die „Energieversorger“ und „Netzbetreiber“, damals meist noch unaufgespalten, mit den Mitteln die Netze auszubauen haben.
Naja die Zahlungen sind in „Gewinne“ umgemünzt worden.
Und Habeck hat vor Kurzem noch eine zusätzliche Gewinngarantie von 2,5% draufgelegt.
Ich habe schon früher geschrieben, dass die Reihenfolge falsch ist. Zuerst grüner Strom,dann Leitungen, dann Ladestationen und am Schluss die E- Karren. Jetzt hat man einiges aber zuwenig Leitungen.
Aber man konnte ja nicht wissen, dass durch Wärmepumpen und E- Autos plötzlich die zehnfache Stromleistung nicht durch alte marode Stromleitungen getrieben werden kann.
Die Berechnung von Kabelquerschnitt zu Stromleistung wird zwar von Lehrlingen verlangt, von Ideologen kann man solches nicht erwarten, die schreiben zwar in perfektem Deutsch dumme Kommentare, in der Praxis aber unbrauchbar.
…. Genau soist es!
@Wechselbalg
Ausbau, Ertüchtigung und Sanierung der Stromnetze hätten tatsächlich bereits vor 20 Jahren begonnen und dann sukzessive und systematisch realisiert werden sollen – parallel zum Ausbau Erneuerbarer.
Das war aber leider nicht der Fall, vor allem nicht im reaktionären und energieintensiven Südosten der Republik. Dort ruhte man sich viel zu lange auf der wunderbaren Kraft des Atomkerns aus, während man selig verträumt den Wahlumfragen lauschte, ob man nun aus-, ein-, doch wieder aus- oder vielleicht nochmal einsteigen sollte. Und plötzlich, aus heiterer Hölle, kommt der böse Dämon Habeck 👿, schaltet ohne Vorwarnung einfach ab und reißt auch gleich noch die schönen sauberen Ölheizungen aus den Kellern verarmter Immobilienbesitzer.
Bei Stromtrassen und Windkraft stimme ich Ihnen zu, dass Ideologen in der Politik, wie auch in der stets opponierenden Protestbevölkerung viel zu lange viel zu vieles vergeigt und blockiert haben. Bis es fast zu spät war.
Mit E-Autos und Wärmepumpen steht dieses Versäumnis natürlich in keinerlei Zusammenhang. Beide Technologien kannte bis vor 15 bis 20 Jahren so gut wie niemand, mit Ausnahme von ein paar Early Adoptern und Technikfreaks.
Ihr pauschalisierendes Geplapper setzt sich nahtlos in der haltlosen Behauptung von „zehnfacher Stromleistung“ fort. Lernt man so einen Unfug auf den Social-Media-Plattformen Ihrer blauen Freunde? Oder vom „grundehrlichen, bodenständigen“ Energiefachmann aus Andalusien?
Interessant ist, dass Sie erst grüne Stromerzeuger und dann Leitungen gebaut hätten. Das entspricht exakt der tatsächlichen und fragwürdigen (allerdings durch o.g. Versäumnisse erzwungenen) Vorgehensweise der von Ihnen kritisierten Ideologen.
Nach dem massiven Ausbau Erneuerbarer warten wir dann erst einmal 10 Jahre auf die Leitungen, die natürlich aus ideologischem Ästhetikempfinden physikalisch und kostenmäßig unterirdisch sein müssen. Derweil schalten wir immer wieder immer mehr EE ab, bis das Stromnetz endlich fertig ist, bevor wir viele 100.000e von Ladestationen für viele Milliarden Euro bauen. Die stehen dann wiederum viele Jahre ungenutzt in der Gegend herum, bis sich dann endlich die „E-Karren“ und Wärmepumpen auf dem Markt etabliert haben und ans Netz gehen dürfen.
Ein schlauer und locker bezahlbarer Plan über ein, zwei Generationen hinweg: Neue und kaum genutzte Infrastruktur, die nach 20 Jahren noch aussieht wie neu.
Der Klimawandel wird derweil schon warten. Ein bisschen globale Wärme kann ohnehin nicht schaden, schließlich ist es dem Einen oder Anderen in Andalusien noch zwei, drei Grad zu kalt.
Warum nur sind bisher weder Politiker jeglicher Couleur, noch Energieversorger, Ingenieure oder Wissenschaftler auf derart geniale Ideen gekommen?
Alternativ hätte man in DE auch den ähnlich genialen Weg Großbritanniens gehen und Kernkraftwerke für 55 Milliarden Euro pro Standort bauen können. Und damit es für Verbraucher und Steuerzahler nicht so teuer wird wie beim deutschen Marktprämienmodell, soll die garantierte Mindestvergütung – falls möglich – etwa 20 Cent/kWh nicht wesentlich überschreiten.
Da über den Winter in einer von unseren Ferienwohnungen Bekannte wohnen, haben wir unseren Strom-Tarif von 3 Tarifzeiten auf den 24 Stundentarif umgestellt. Denn im Winter heizen wir die Ferienwohnungen mit Klimaanlagen und das ja meistens am Tag.
Heute haben wir die erste Rechnung erhalten.
17 Cent/KW.
Also etwa 4 bis 5 Cent pro KW
Wärme im Raum.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Netzausbau wäre nötig, würde aber das Problem der EE alleine nicht lösen. Strom muss in dem Moment zur Verfügung stehen, in dem er verbraucht wird, ansonsten kein modernes Industrieland. Das muss man als logisch akzeptieren. Leider steigen da schon die meisten Grünen aus.
Danach kommt man zur Frage von Speichern oder Ausgleichskraftwerken, Gas bietet sich an.
Während es für die Speicher heute noch keine vollständige technische Lösung gibt, wären Gaskraftwerke wenigstens theoretisch machbar. Zukünftig auch KKWs.
Es muss allerdings auch preislich machbar sein. Kein einziges Kugellager wird in Deutschland hergestellt werden, wenn die Energie teurer ist, als in einem Konkurrenzland.
Das einzige was mit der jetzigen Politik bleibt, ist ein permanentes Subventionieren, bis alles Vermögen aufgebraucht ist. Wie in der DDR. Und dann fragen wir wen, ob wir uns wiedervereinen können?!?
Der richtige Weg ist, die Menschen einfach die neuen Technologien frei nutzen lassen (nichtregelbare Solaranlagen nur als Insellösung oder in regionalen Parallelstrukturen die sich aber auch selbst tragen müssen). Menschen arbeiten jeden Tag an der Erfüllung ihrer Vorstellungen. Der sich daraus ergebende Marktprozess genügt völlig. Das hat die Entwicklung im freien Westen nach der Franz. Revolution 1789 nun wirklich ausdrücklich gezeigt. Die Gegenprobe ist auch oft genug erprobt worden und immer gescheitert.
„Der sich daraus ergebende Marktprozess genügt völlig. Das hat die Entwicklung im freien Westen nach der Franz. Revolution 1789 nun wirklich ausdrücklich gezeigt.“
Rund 70 Jahre später:
Schutzlos sind Arbeiterinnen, Arbeiter und Kinder den Fabrikherren ausgeliefert. Diese Konkurrenz auf dem „freien Arbeitsmarkt“ führt zu extrem niedrigen Löhnen, sodass häufig ganze Familien für ihren Unterhalt arbeiten müssen. Für Hungerlöhne arbeiten sie 14 bis 16 Stunden pro Tag, leben mit ihren Familien in viel zu kleinen Wohnungen. Sie sind unterernährt, die hygienischen Bedingungen verheerend.
Erst die Befürchtungen des Militärs, nicht länger ausreichend gesundes „Rekrutenmaterial“ zur Verfügung zu haben, bringen erste kleine Linderungen.
Einzig und alleine aus diesem Grund gab es 1839 erstmals ein Kinderarbeitsverbot in Fabriken, Berg-, Hütten- oder Pochwerken für Kinder bis zu neun Jahren.
Rund 100 Jahre später:
Die Arbeitssituation ist nach wie vor von brutaler Ausbeutung gekennzeichnet. Die Arbeitsbelastung durch Krach und Dreck, auch durch gefährliche Stoffe, ist überall hoch. Arbeitsschutz ist eine seltene Ausnahme, die Zahl der Arbeitsunfälle entsprechend hoch.
Mit Betreten des Werkes gaben Arbeiter und Arbeiterinnen ihre Selbständigkeit ab. Für die an vorindustrielle Souveränität in der Einteilung der eigenen Arbeit gewöhnten Menschen war das ein enormer Eingriff in ihr Selbstbestimmungsrecht.
Nach wie vor bekam kaum ein Kind eine richtige Ausbildung, geschweige denn eine Schulbildung.
Erst das Arbeiterschutzgesetz von 1891 verbot den Einsatz von Kindern unter 13 Jahren in Fabriken.
1903 und 1908 wurde das Kinderschutzgesetz verschärft und die erlaubte Arbeitszeit für Kinder auf elf Stunden täglich (!!!) herabgesetzt.
Doch alle Gesetze konnten nicht verhindern, dass bis in die 1930er-Jahre hinein sogenannte Schwabenkinder auf den deutschen Bauernhöfen schufteten.
Verboten wurde Kinderarbeit erstmals 1949 in der Gründungsverfassung der DDR.
Erst 1960 – fast 170 Jahre nach der Französischen Revolution – wurden im freien Westen zum ersten Mal die Landwirtschaft und auch die Hauswirtschaft in den Jugendarbeitsschutz und in den Kinderarbeitsschutz einbezogen.
Ohne „die Gegenprobe“, also Sozialisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaften, wären diese humanistischen Fortschritte undenkbar gewesen.
Ein freier Marktprozess regelt und führt zu gar nichts, außer den optimalen Bedingungen für rigorose Gewinnmaximierung und Ausbeutung der Schwächeren im Haifischbecken sog. Leistungsträger.
Also was soll dieses marktlibertäre Geschwafel, das bereits nach dem ersten Satz einer Klammer bedarf, in der dezentrale, private Investitionen eingeschränkt und in einem Semi-Verbot zur Insellösung degradiert werden?
@Dietmar ,ja so weit so gut.
^^Ohne „die Gegenprobe“, also Sozialisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaften, wären diese humanistischen Fortschritte undenkbar gewesen.
Ein freier Marktprozess regelt und führt zu gar nichts, außer den optimalen Bedingungen für rigorose Gewinnmaximierung und Ausbeutung der Schwächeren im Haifischbecken sog. Leistungsträger.
Also was soll dieses marktlibertäre Geschwafel, das bereits nach dem ersten Satz einer Klammer bedarf,^^
Die Sozialisten und Sozialdemokraten verstecken ihre Legitimation immer wieder hinter diesen Argumenten.
In Wahrheit benutzen und schmarotzen sie sich zur Macht mit Hilfe der –GEWERKSCHAFTLICHEN IDEE–. Diese ist die Wurzel ,des von ihnen beschriebenen menschlichen Fortschrittes,zweifelos. Aber zu hundert Prozent nicht die Sozialisten oder Sozialdemokraten ,was auch immer diese Begriffe bedeuten sollen. Den jegliche vom Individuum abgelenkte Situation führt zwangsläufig zu Gewalt,Übergriffigkeit und schlussendlich zerbricht alles an totaler Ungerechtigkeit und Tod.
Die NSDAP waren auch Sozialisten, diese Denkweise ist das Problem . Das haben bis heute nur alle Parteien aller Farben noch nicht gänzlich durchdrungen. Leider wird diese häßliche Fratze durch die Möglichkeit Neuschulden aufzunehmen nie ans Tageslicht transportiert. Wenn morgen die Schulden über die Zinslast hinaus zurückgezahlt werden würden und zeitgleich die Steuererhebung im gleichen Maß reduziert werden würde,sind übermorgen alle wieder da. Sie benutzen die natürliche menschliche soziale Grundausrichtung,die normalerweise auf familiärer oder Kleingruppenebene völlig richtig ist,diese skalieren sie hoch auf nationale und neuerdings auf systemische globale Ebene.Es sind und bleiben Nazis — Motto :
Ihr werdet nichts mehr besitzen,aber glücklich dabei sein und das gilt für EUCH alle. Lupenrein und Endstadium .
Danke für die Vorlage. Man sieht an diesem Kommentar, der ein stark vereinfachtes linkes Geschichtsbild präsentiert, dass es doch nicht um Energie und Klima geht, sondern um mehr Kommunismus.
@Felix
Bitteschön, und schade um die Vorlage, die Sie leider nicht nutzen konnten.
Es geht um mehr Kommunismus und ein stark vereinfachtes linkes Geschichtsbild?
Wenn die Abschaffung von Kinderarbeit, die Etablierung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und angemessener Löhne als Synonym oder Definition von „Kommunismus“ dienen, dann lässt sich das aus Sicht eines libertären Marktradikalen oder Sozialdarwinisten vermutlich so interpretieren.
Da Sie an meiner Darstellung hinsichtlich Richtung und Tiefe zweifeln, steht es Ihnen jederzeit frei, ein antagonistisches, vielschichtiges und ganzheitliches Bild detailliert zu erläutern. Im Idealfall beginnen Sie damit, was genau an meinen Ausführungen historisch widerlegbar ist. Danach oder parallel dazu nutzen Sie bitte gerne die Möglichkeit, Ihr alternatives Gesamtbild der Geschichte mit Ihren Ansichten überzeugend zu präsentieren.
Mit Kommunismus sind faktisch menschenverachtende Diktaturen wie in China oder Nordkorea assoziiert. Deren Realitäten sind meilenweit und fundamental von den Gedanken des Humanismus, der Sozialdemokratie und sozialer Marktwirtschaft entfernt. Daher distanziere ich mich explizit von solchen Herrschaftsformen sowie der leichtfertigen Verwendung und Unterstellung derartiger Begrifflichkeiten.
Von meiner Seite war die Rede von humanistischen Fortschritten. Für Sie besteht da offensichtlich kein Unterschied.
Alles links von Nationalkonservativen und Marktradikalen wie Milei, Krall und dessen Atlas-Initiative oder dem globalen Atlas-Network wird inzwischen in Ihren Kreisen als purer Kommunismus verkauft. Der inflationäre Missbrauch des Begriffs nimmt langsam aber sicher peinliche und höchst populistische Züge einer abgehobenen Elite von sog. Leistungsträgern (und deren Erben) an.
https://www.die-marktradikalen.de/wir/
Was meine Antwort betrifft, bin ich lediglich auf das Fazit Ihres Kommentars eingegangen, was ich auch unmissverständlich zitiert habe.
Ihre Schlussfolgerung dient zugleich als wackliges und instabiles Fundament für alles Vorhergehende.
Prämisse = Ergebnis = wunderbare Welt frei wabernder Wunschträume.
An entsprechender Stelle findet sich auch bei Ihnen nichts zu Energie und Klima. Einzig Sie haben den kläglichen Versuch gestartet, anhand von 235 Jahre alten, großteils sehr bedenklichen historischen Entwicklungen eine pauschalisierende und fantasievolle Legitimation bzw. Beweisführung für angeblich inhärent optimale Marktprozesse mit Gültigkeit für alle Zeiten zu ers(p)innen.
Sie plädieren Ihrerseits für zentralistische, planwirtschaftlich-regulierende Eingriffe in private Investitionen mit prinzipiell erfreulich klaren Rahmenbedingungen.
Sie verschieben die Probleme und Verantwortlichkeiten billig auf die private Ebene kleiner, engagierter Unternehmer und Privatleute. Wer zu klein ist, muss leider draußen bleiben (oder darf sich in Insellösungen und theoretischen Pseudo-Parallelstrukturen ohne Zugriff auf verbindende Netzinfrastruktur selbst tragen).
Kaum ein klares, kritisches Wort zum dringend benötigten und ewig verschleppten Netzausbau in relevanten Wirtschaftsregionen seit einigen Jahrzehnten.
Kein einziges Wort zum Elefanten im Raum, dem Klimawandel. Der scheint sich für Freigeister erledigt zu haben, weil er nicht länger politisches Thema ist.
Sie präsentieren drei kurze einleitende Worte im Konjunktiv statt Indikativ. Wäre nötig, aber… Danach sofort und wenig überraschend das unvermeidbare Grünenbashing und die Utopie von zukünftigen Wundern bei der Kernkraft.
https://www.focus.de/earth/betrieb-lahmgelegt-netzbetreiber-schaltet-metzgerei-solarstrom-ab-immer-wenn-die-sonne-scheint_id_260132883.html
https://www.ardmediathek.de/video/quer-mit-christoph-suess/aerger-um-photovoltaikanlage-zu-viel-strom-fuer-s-netz/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNjaGVkdWxlU2xvdC80MDQ2MzI0NjQ4MTNfRjIwMjNXTzAxNzQ4OEEwL3NlY3Rpb24vMTVmNWI4Y2ItMTA5Yi00MmZlLWI1YzctZDBlMzMzMzZhMWY5
https://efahrer.chip.de/news/metzgerei-baut-solaranlage-aufs-dach-stromversorger-schaltet-sie-einfach-ab_1021597
Wie sollte es auch anders sein, wo jenseits Nordstream und angesichts der Wirklichkeit auch Traditionalisten, Gewohnheitstiere und Freidenker alle Hoffnung auf billige deutsche Kugellager fahren lassen müssen?
Persönlich würde ich in Zukunft ohnehin mehr auf High-Tech, F&E, Patente und dringend benötigte Personaldienstleitungen setzen.
Man sieht an Ihrem Kommentar, der ein stark vereinfachtes rechtes Geschichtsbild präsentiert, dass es ebenfalls nicht um Energie und Klima geht, sondern um mehr Populismus.
Hallo Felix,
ich gehöre zu einer Gruppe, die von Dilettanten gern als linksgrün bezeichnet wird. Dennoch glaube ich ein bisschen was von unserem Stromnetz zu verstehen. Zunächst Mal möchte ich Dir sagen, dass die höchsten Kosten bei der Herstellung von Kugellagern, die des Arbeiters sind. Der Pole arbeitet für die Hälfte, der Ungar für ein Drittel deines Lohns. Die Energiekosten findest du in der Bilanz ganz unten. Daran hat sich in den letzten 20 Jahren nichts geändert. Inflationsbereinigt haben wir die gleichen Börsenstrompreise wie 2006. Die Journalisten hier sollten in der Lage sein das nachzurechnen. Permanent subventioniert wurde seit 1955 die Atomkraft, in Westdeutschland. Der wissenschaftliche Dienst des BT hat dazu mal ein Paper veröffentlicht. Regelbare KKW werden auch in Zukunft Wunschdenken bleiben. Ist der Prozess einmal begonnen, gibt es kein Zürück mehr. Deshalb strahlt es ja auch so lange nach. Bitte lasst die Gegenargumentation, man könne auch AKW bis 50% regeln. Ich wies in diese Forum Herrn Fugman darauf hin, dass bei 50% Last ein Gaskraftwerk billiger wird als ein AKW.
„Strom muss in dem Moment zur Verfügung stehen…“ Ich weiß nicht warum das mantraartig wiederholt wird. Ja, das stimmt. Deshalb haben wir das europäische Verbundsnetz. Vor der Nazizeit hatten wir das nicht und deshalb setzten die Inselnetze so häufig aus.
Es wäre so viel möglich und ständig liest man von irgendwelchen Problemen die es plötzlich und unerwartet wieder gibt. Bitte mal mit Gehirn arbeiten und die Gesetze und Vorschriften wenn notwendig an die Realität anpassen.
Wenn man sich mal die Komplexität der Kaskaden bei der Nutzung fossiler Energie ansieht ist es doch verwunderlich was es nun für Probleme mit dem Strom gibt. Allein die Pipelineheizungen, die dafür sorgen dass Öl fließfähig bleibt brauchen so viel Strom wie 22 Mio Elektroautos (z.Zt. gibt’s übrigens nur 1,6 Mio e-Autos in DE). Dazu kommen Förderanlagen, Pumpen, Transport, Pipelines, Raffinerien, Öltanker etc., die Transportketten aus ölreichen Staaten bis zu unseren Tankstellen oder Kraftwerken sind der Wahnsinn, aber ein bisschen Strom durchs Land zu bewegen grenzt heutzutage an Unmöglichkeit.
Es muss übrigens auch kein Wald für neue Stromtrassen gerodet werden (das war ja auch mal ein Argument), wer schonmal in Schweden im Urlaub war, weiß warum.
Lieber Herr Kummerfeld,
verstehen sie jetzt warum das KIT der Regierung dazu riet unsere AKW stillgelegten und keine neuen mehr zu bauen?
Die EnBW hat die Studie verstanden.
Nun schaltet GB Strom für 4ct/kWh ab weil sonst die schon eh teuren AKW(11ct+/kWh) noch teurer würden wenn man ihre Leistung halbiert oder irre teuer werden wenn man sie abschaltet. Gut, dass man es hier mit Experten für Wirtschaft zu tun hat. Ihr versteht das wenigstens
@Peter B., die Restwelt ausser Deutschland versteht das scheinbar nicht und setzt auf AKWs – müssen die dumm sein. Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Wirtschaftsexperte Peter B.
Ich kann Ihre Aussage nach lesen des world nuclear industry status report nicht nachvollziehen Herr Fugmann. Ich zähle zwischen 2010 und 2020 70 neue Kraftwerke und 63 abgeschaltete Kraftwerke. Eine Differenz von 7 Kraftwerken weltweit. Bei dem Bevölkerungswachstum der Dekade und dem daraus resultierenden Energiehunger erscheint es mir wie ein Teelicht in einer Turnhalle. Allein Deutschland hätte heute 48 große AKW gebraucht. Weltweit nimmt der Anteil der AKW an Stromerzeugung sogar stark ab -6% und die Erneuerbaren nahmen um 10% zu. Das hat sowohl technische als auch wirtschaftliche Gründe.
Die Veröffentlichung der damals von der CDU und FDP in Auftrag gegebenen Studie können Sie als Steuerzahler selbstverständlich kostenlos herunterladen unter dem Link:
https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000102277
kurzer Auszug aus Seite 84:
„…Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass der KKW-
Betrieb unrentabel wird, wenn die jährliche Auslastung nicht genügend hoch ist.
Die Abbildung VI.2 zeigt diesen Zusammenhang beispielhaft: Bei hoher Auslas-
tung besitzen KKW einen Kostenvorteil gegenüber Kohle- und Gaskraftwerken.
Bei weniger als etwa 6.000 Benutzungsstunden im Jahr können Kohlekraftwerke
Strom günstiger erzeugen. Bei unter etwa 5.300 Stunden verlieren KKW sogar
ihren Kostenvorteil im Vergleich mit Gaskraftwerken…“
Das Jahr hat 8760h. Bereits jetzt ist unser Strombedarf durch Erneuerbare zu 60% gedeckt, an manchen Tagen zu 100%. Ein Akw darf nur 100x heruntergefahren werden.
Die Entscheidung der schwarzgelben Regierung, welche von der Ampel sogar noch hinausgezögert wurde, kam nicht aus irgend einer Laune oder Ideologie, sondern aus einer kühlen wirtschaftlichen Kalkulation. Diesen Konflikt zwischen Erneuerbaren und den Unflexiblen spüren nun auch immer mehr Länder, wie z.B. GB.
Auch heute Nacht konnte in Deutschland nur 1/4 des benötigten Strom aus „Erneuerbaren“ erzeugt werden.
SMARD.de
Wer „zweigleisig“ fahren muss, muss auch doppelt bezahlen. Alles kostet Geld, auch wenn es nur in Bereitschaft steht.
„Bald“ sollen zig Gaskraftwerke in Deutschland in Bereitschaft stehen. Damit es richtig teuer wird, sollen sie mit Wasserstoff betrieben werden.
In Spanien erzeugen noch umgerechnet 14 AKW Strom, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.
Daher kostet der Strom auch Nachts von 24 Uhr bis 8 Uhr nur etwa 1/3.
Unserer Waschmaschine, Spülmaschine, Brunnenpumpe, Brotautomaten, Klimaanlage und der Poolpumpe ist es egal wann sie laufen.
Auch ein E- Auto könnte in der Nacht günstig geladen werden.
Kohlekraftwerke sind alle vom Netz.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut