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Zinssenkungen: Große Sause in Asien hat begonnen – Neuseeland, Indien, Thailand, Südkorea

Claudio Kummerfeld

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Chinas Währung rauschte zuletzt in den Keller. Damit werden chinesische Waren für ausländische Käufer deutlich günstiger. Auch die USA haben ihren Leitzins vor Kurzem gesenkt – aber von dort war es das womöglich erst einmal in Sachen Zinssenkungen. Denn die Fed machte klar, dass dies kein Beginn eines Zinssenkungs-Zyklus sei. Aber Asien gibt nun Vollgas in Sachen Zinssenkungen. Um China herum will man derzeit offenbar auch seine heimischen Währungen abwerten, damit die eigenen Waren und touristische Angebote günstig bleiben. Südkorea hatte bereits am 18. Juli seinen Leitzins von 1,75% auf 1,50% gesenkt.

Heute drei Zinssenkungen in Asien

Die Zentralbank von Neuseeland hat heute ihren Leitzins um 0,50% auf nur noch 1,00% gesenkt. Erwartet wurde eine Senkung auf 1,25%. Liebe Leute, liebe Leute, möchte man da sagen! Mal eben von 1,50% auf 1,00% senken, da muss ja echt was los sein? Warum tut man das? An dieser Stelle haben wir die entscheidenden Aussagen der Kiwi-Banker übersetzt:

Die globale Wirtschaftsaktivität schwächt sich weiter ab, was die Nachfrage nach neuseeländischen Waren und Dienstleistungen abschwächt. Die erhöhte Unsicherheit und der rückläufige internationale Handel haben zu einem geringeren Wachstum der Handelspartner beigetragen. Die Zentralbanken lockern die Geldpolitik, um ihre Volkswirtschaften zu unterstützen. Die globalen langfristigen Zinssätze sind auf ein historisch niedriges Niveau gesunken, was mit der niedrigen erwarteten Inflation und den Wachstumsraten in der Zukunft übereinstimmt. In Neuseeland werden niedrige Zinsen und erhöhte Staatsausgaben für eine Belebung der Nachfrage im kommenden Jahr sorgen. Es wird erwartet, dass die Unternehmensinvestitionen angesichts niedriger Zinssätze und einiger anhaltender Kapazitätsengpässe steigen werden. Auch die gestiegene Bautätigkeit trägt zur Belebung der Nachfrage bei. Unsere heutigen Maßnahmen zeigen, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Inflation bis zur Mitte des Zielbandes ansteigt und die Beschäftigung in etwa auf dem maximal nachhaltigen Niveau bleibt.

Indien hat heute seinen Leitzins um 0,35% gesenkt auf 5,40% (im Januar noch bei 6,50%). Das ist für Indien aktuell der niedrigste Wert seit neun Jahren! Die Notenbanker in Thailand haben heute ihren Zinssatz um 0,25% auf 1,50% gesenkt, obwohl das nicht erwartet wurde. Also, es geht derzeit richtig kräftig zur Sache. Asien senkt gerade sein Zinsniveau. Der chinesische Yuan hat abgewertet, und die Eurozone wird aller Voraussicht nach im September Zinssenkungen durchführen. Russland hatte jüngst schon seinen Leitzins gesenkt, und haben angekündigt weiter senken zu wollen. Die Briten… ja die leben in einer merkwürdigen Sondersituation dank des Brexit. Und die Amerikaner? Donald Trump schimpft ja kräftig auf die Fed, die vor Kurzem „nur“ um 0,25% gesenkt hat, und offenbar nicht vor hat demnächst weiter zu senken.

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Zinssenkungen in Asien - Skyline von Auckland, Neuseeland
Auckland, Neuseeland. Die Kiwis haben aktuell den stärksten Zinsschritt durchgeführt. Foto: pixabay / nadine_simoner

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    7. August 2019 13:43 at 13:43

    „Auch die USA haben ihren Leitzins vor Kurzem gesenkt – aber von dort war es das womöglich erst einmal in Sachen Zinssenkungen. Denn die Fed machte klar, dass dies kein Beginn eines Zinssenkungs-Zyklus sei.“

    Genau, die FED ist vorher „zu weit vorgeprescht“, und es wird nix mehr geben von der FED, der mächtigsten Notenbank der Welt…. ;)

    Man sollte die FED auch mal im Kontext mit der Ami-Lebensweise sehen, die da drüben sind abhängig vom Aktienmarkt, während das bei unserem „Bundesbank-Laden“-EZB doch schon ein wenig anders aussieht.

    Trotzdem,, wer hier von weiteren Zinssenkungen ausgeht, der muss muss sich bewusst sein, dass dann das „Gleichgewicht“ zwischen den Aktien- wie den Anleihemärkten vollends aus dem Ruder laufen würde.

    D.h. dann kann man den „Markt“ an sich, zu machen. Weil dann Negativ-Zinsen aufs Giralgeld fällig werden müssten.

    Und dann würde viele Menschen sich sagen, ich hebe mein Geld komplett ab, und will man Geld „horten“.

    Aber den Brexit haben wir ja noch vor uns, Börse kann schon interessant sein…

  2. Avatar

    Christoph

    7. August 2019 13:55 at 13:55

    globale Liquiditätsfalle voraus!

  3. Avatar

    Marko

    7. August 2019 13:59 at 13:59

    Und was wichtig wäre, dass beide Notenbanken, die EZB und die FED den ganzen „Lehman-Schrott“ endlich vergessen lassen, aber das gemeinsam !

    D.h. gemeinsame Zinserhöhungen, zu jeweils 0,25 %, dosiert.

    Das hier, was wir sehen ist immer noch Lehman !

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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