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Grundeinkommen: Neue Langzeitstudie von vornherein ein faules Ei?

Claudio Kummerfeld

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Grundeinkommen soll 1200 Euro pro Monat als Experiment bringen
Gestern las ich mit aufrichtigem Interesse die Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Es geht um das Thema Grundeinkommen, was auch korrekterweise als „Bedingungsloses Grundeinkommen“ bezeichnet wird (hier ein Interview zum Thema mit Richard David Precht vom letzten Jahr). Solchen Ideen stehe ich äußerst kritisch gegenüber, aber dennoch bin ich stets bereit mir neue Ideen anzuhören und mich von guten Argumenten überzeugen zu lassen. Denn auf lange Sicht, wenn man nur mal auf Punkte schaut wie Massen-Altersarmut, ein jetzt schon völlig kaputtes Rentensystem, oder eine Digitalisierung sowie Automatisierung mit womöglich Massen neuer Arbeitsloser, dann könnte die Frage essenziell wichtig werden, wie Millionen von Menschen zukünftig anders leben oder wirtschaften können als bisher.

Großes Projekt zum Grundeinkommen in Deutschland

Natürlich ist das Grundeinkommen eine verführerische Idee. Der Staat gibt Geld ohne Gegenleistung, ohne Zwang zu irgendwas. Der Mensch ist frei, kann tun was er will, oder er/sie kann eben auch gar nichts tun. Aber sofort kommt bei mir der Gedanke, dass all das ja auch irgendwie gegenfinanziert werden müsste. Irgendwer muss auch weiterhin arbeiten, und viel mehr Steuern zahlen als bisher, um diesen schönen Traum zu finanzieren. Aber würden nicht trotz Grundeinkommen die allermeisten Menschen trotzdem weiter arbeiten, und das vielleicht sogar viel motivierter als vorher? Weil sie ja mit Grundeinkommen + Gehalt aus Arbeit viel besser da stehen als vorher? Das Konzept Grundeinkommen hat beim genauen Hinsehen verdammt viele Probleme.

Aber ja, dann kam gestern die Info vom DIW. Nun soll es eine große und ernsthafte Studie zum Grundeinkommen geben, bei dem das DIW mit dem Verein „Mein Grundeinkommen“ kooperiert (hier geht es zur Webseite des Vereins). Man vergleicht einen Personenkreis über die nächsten drei Jahre, der pro Monat 1.200 Euro Grundeinkommen erhält, und parallel dazu Personen, die nichts erhalten. Es geht darum, wie sich das Alltagsleben der Probanden verändert. Werden sie motivierter und kreativer? Oder fauler, weil die Notwendigkeit entfällt Geld verdienen zu müssen? Aber wie auch immer. Eines fiel mir gleich ins Auge. Bei diesem großen Experiment, das gestern in den deutschen Medien viel Beachtung fand, geht es darum, dass sich Menschen von selbst als Teilnehmer bewerben können. Ist da überhaupt ein objektives Ergebnis zu erwarten?

Denn wohl nur Menschen, die sich ohnehin für das Thema interessieren, oder die sich verständlicherweise über drei Jahre lang Extra-Cash freuen würden, bewerben sich? Anders war das in Finnland, wo der Staat schauen wollte, ob das Thema Grundeinkommen sinnvoll sein kann. Die dortigen Behörden wählten arbeitslose Finnen aus, die quasi gezwungenermaßen Teilnehmer des Experiments wurden. Ist dieses deutsche Experiment von daher von Beginn an eine Art faules Ei, weil die Teilnehmer am Projekt von Beginn an eh große Zuneigung für das Thema mitbringen, und von daher auch später nur positiv über das Thema berichten werden? Auch das „begleitende“ Institut, das DIW, hat einen gewissen Ruf. Sein Präsident Dr. Fratzscher ist bekannt dafür ein Fan von immer mehr Staatsschulden und staatlichen Stimulus-Maßnahmen zu sein. Ob auch hier schon von vornherein fest steht, wie das Ergebnis der Studie ausfallen wird?

Auch liest man vom DIW kein Wort darüber, dass im Rahmen der Studie die grundsätzliche Finanzierbarkeit des Grundeinkommens geprüft wird, falls ein Staat wie Deutschland jemals ernsthaft über so etwas nachdenken sollte. Nein, es geht nur um die Auswirkungen auf die Teilnehmer. Zitat: „Wir wollen herausfinden, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen Menschen und Gesellschaft verändert. Wir wollen wissen, was es mit Verhalten und Einstellungen macht und ob das Grundeinkommen helfen kann, mit den gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft umzugehen“.

Konkurrenz mit Kritik an Großversuch

Und ja, ich bin doch ein Stück weit beruhigt, dass ich nicht der einzige kritische Kommentator dieses Experiments bin. Denn ich bin heute auf die ganz frischen Kommentare der Wirtschaftsforscher vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gestoßen. Gut, hier kann man unterstellen, dass dieses Institut eher der Wirtschaft nahe steht, und deswegen gegen das Grundeinkommen schreibt? Aber gut, hören wir uns an, was das IW gegen dieses Experiment vorbringt. Es sind fünf Punkte. Die ersten beiden Punkte überlappen sich mit meiner Kritik. Zitat:

1. Das Projekt wird von dezidierten Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens finanziert sowie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) begleitet, das einem grundlosen Einkommen ebenfalls zustimmend gegenübersteht. Folglich sind eher positive Ergebnisse wahrscheinlich – und weniger negative. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre eine breitere, auch kritische Begleitung wünschenswert gewesen.

2. Die Vorstellung des Experiments und der Aufruf an mindestens eine Million Menschen, sich zu bewerben, passt mehr zu einer Werbestrategie als zu einem wissenschaftlichen Projekt.

3. Nur 120 Menschen sollen das Grundeinkommen erhalten, eine recht kleine Gruppe. Valide Aussagen dürften nur schwer zu treffen sein. Insbesondere angesichts der Vielzahl von Faktoren und Effekten, die erfasst werden sollen, lassen sich allenfalls explorative Erkenntnisse gewinnen. Immerhin wird eine deutlich größere Kontrollgruppe gebildet, die kein Grundeinkommen erhält.

4. Die Finanzierung durch freiwillige Spenden verschleiert, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle nicht finanzierbar wäre – zumindest nicht ohne gewaltige Einschnitte in die bestehenden Sozialleistungen und erheblichen steuerlichen Mehrbelastungen für jene, die das System stemmen müssten. Auch die für 2023 geplante dritte Studie wird – anders als versprochen – die generelle Frage „Wie kann ein realistisches Finanzierungskonzept aussehen?“ für die Umstellung eines bestehenden Systems nicht beantworten.

5. Das zentrale Problem wird mit dem Experiment nicht adressiert: die Bedingungslosigkeit der Zahlung. Menschen geben anderen Menschen ohne Gegenleistung nicht gerne etwas ab und schon gar nicht jenen, die nicht Teil des Systems sind. Es gibt nur wenige Altruisten, für die Finanzierung reicht das nicht aus. Die meisten Menschen geben etwas ab, wenn der andere bedürftig ist, zum Beispiel durch Spenden, oder wenn der Empfänger eine Gegenleistung in Form von Arbeit oder Dienstleistungen erbringt, für die dann ein Preis gezahlt wird. Bei der Finanzierung über Steuern fehlt beim bedingungslosen Grundeinkommen die Rechtfertigung für die Zwangsabgabe. Die Verlierer der Systemumstellung werden hier systematisch nicht betrachtet.

Fazit: Ein Versuch, bei dem eine Personengruppe ohne vorherige Befragung zu Teilnehmern bestimmt wird (wie in Finnland), wäre viel sinnvoller, als wie in diesem Fall quasi Befürworter zum Thema Grundeinkommen zu Testpersonen zu machen – bei denen man erahnen kann, wie sie den „Test“ bewerten werden.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Viktor

    19. August 2020 20:48 at 20:48

    Die Befürworter von Grundeinkommen sind derart inkompetent, dass sie nicht mal den Unterschied zu Spenden begreifen. Das Grundeinkommen müsste logischerweise auch aus dem Pool der 120 Menschen stammen und von denen erarbeitet werden. Kommt es von außerhalb ist es kein Grundeinkommen sondern schlicht und einfach Spendenzahlungen. Interessant wäre natürlich auch wie viele sich dann noch freiwillig für das Experiment melden würden…….

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    Carsten Thomas

    19. August 2020 22:04 at 22:04

    Hallo Herr Kummerfeld,

    Ihr Artikel hinkt hier ja nun ganz gewaltig, und das Sie den Gedanken des bedingungslosen Grundeinkommens „scheisse“ finden ist nach dem 3. Satz klar.
    (Zitat) „Natürlich ist das Grundeinkommen eine verführerische Idee. Der Staat gibt Geld ohne Gegenleistung, ohne Zwang zu irgendwas.“ Genau hier liegt der Fehler. Nicht der Staat, also der Steuerzahler, finanziert die Studie, sondern viele Menschen, die sich für dieses Thema interessieren. Ihr Punkt „5“ ist damit also wiederlegt und kann weg ! Kann es sein, das es Ihnen nicht behagt, wenn immer mehr Menschen diesen Gedanken gut finden ? Passt das nicht in Ihr Welbild von Leistung und im besonderen „Wertschöpfung an materiellen (finanziellen) Dingen“ ?
    Heute wird „Geld“ aus dem nichts erschaffen. Es wird gedruckt oder bei den Banken als Kredit „erschaffen“. Ich bin Handwerker und erschaffe mein Geld mit harter Arbeit, habe mir allerdings den Horizont noch nicht vernagelt, darüber nachzudenken, ob es nicht auch andere Lebensmodelle gibt. Es gibt genügend Studien, das es mit dem Grundeinkommen funktionieren kann. Auch finanziell, wenn wir alle anderen Sozialleistungen damit aufwiegen. Das derzeitige Problem liegt in den überflüssigen, gut bezahlten Verwaltungskräften, welche diese Leistungen dirigieren. Diese werden nicht mehr gebraucht und sind natürlich gegen dieses Projekt.
    Die Probleme der Zukunft sind Vielfältig. Vielleicht sollten wir aufhören, die Zukunft ideologisch vernagelt zu betrachten. Das wir uns kaum einer Lösung näher bringen.
    Wenn ich morgen ein Crowdfunding ins Leben rufe, um die Situation von Schweinswalen in der Ostsee mit den Anglern vom Kleinboot zu beleuchten, tangiert das die Menschheit auch nicht. Dies ist eine rein Private Studie. Haben Sie etwa Angst das etwas dabei herauskommt, was Ihr Lebensmodell in Frage stellt ?
    Schönen Gruß
    Carsten

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      sabine

      20. August 2020 08:47 at 08:47

      Warum diese Aggressivität? Diese finde ich bei der Kritik von Herrn Cummerfeld nicht.
      a) Mag dieses Experiment durch Spenden erwirtschaftet werden, so wird es dies in der Umsetzung sicher nicht mehr, sondern dann per Zwangsabgabe von denen, die es erarbeiten müssen.
      Es wird ein DDR.2 werden.
      a) Der Staat zieht dazu das ganze Geld ein, um es dann zu verteilen.
      Es sei bei diesem angestrebten Super-Finanz-Management an den Berliner Flughafen, Bafin-Wirecard, KFW- „die dümmste Bank der Welt“, Rettung der Kredite Griechenlands und andere staatliche Schildbürgertaten erinnert. Wir haben ja jetzt schon, ohne das eine Staatsquote von 60%.
      https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/erneuter-fehler-nach-lehman-brothers-ueberweisung-kfw-taetigt-fehlueberweisungen-von-5-milliarden-euro_H301945331_396452/
      Und das sind nur die Dinge, die rauskommen!
      b) Natürlich erfordert das den gläsernen Bürger, nicht den Empfänger betreffend, sondern den Zahler. Er muß jeden verdienten Euro genauestens herzeigen, noch mehr als jetzt. Denn das braucht der Staat ja, um davon das viele Geld für das Grundeinkommen abzuziehen. Das durch dieses Grundeinkommen die meisten anderen Subventionen sich erübrigen und somit der Massenbeamtenapparat abgebaut wird, ist ein reiner Glaube an den guten Staat. Mehr nicht.

      c) Dann wird es noch viel mehr Einkommenstouristik geben.
      Einerseits ist es ja schon jetzt so, daß wir das meiste im Ausland produzieren lassen, weil dort die Steuern und Sozialabgaben um vieles billiger sind. (Autoindustrie, Pharmacie und … in China)
      Eine Beispielbeschreibung von 1995-2003, wird danach nicht weniger geworden sein!
      https://www.hanswernersinn.de/archiv-hws/pressebeitrag/medienecho_202191_ifostimme-FTD-21-04-04.html
      Andererseits werden natürlich viele aus ärmeren Ländern daran partizipieren wollen. Und spätestens dann brauchen wir einen Gefängnisstaat wie China, damit die Leistungsträger in Deutschland das ganze mitmachen. Begleitet von der uns bekannten …presse

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    dontspeak

    20. August 2020 09:25 at 09:25

    >> Nicht der Staat, also der Steuerzahler, finanziert die Studie, sondern viele Menschen, die sich für dieses Thema interessieren. Ihr Punkt 5 ist damit also wiederlegt

    Selten so einen Stuss gehört. Und wer soll das BGE zahlen, wenn es deutschlandweit für 80 Mio eingeführt wird? „Menschen, die sich für das Thema interessieren“ ???

    Das Finnland-Experiment hat beindruckend bewiesen, dass ein BGE, von welchem man „gut leben“ kann, nicht funktioniert. Deshalb ist es auch vorzeitig abgebrochen worden und in der Versenkung verschwunden, das es „unliebsame“ Ergebnisse geliefert hätte. Denken Sie mal drüber nach!

    Wo ich Ihnen ausdrücklich zustimme ist, dass die unendliche Bürokratisierung und Selbstbeschäftigung der millionenfach vorhandenen Bürokratie-Systemlinge ersetzt werden sollte, durch ein BGE! Also kein H4, kein Wohngeld, keine Unterhaltshilfe, keine Heitzkosten, kein Sonstwas mehr.

    Sondern ein BGE für alle. ABER sicherlich nicht bei 1200 Euro! Man kann einem fünfjährigen Kindergartenkind erklären, warum das nicht funkionieren KANN (wie viel sollen die Arbeitenden Menschen dann an Steuern zahlen, 300%?)

    D.h. ein BGE für alle, bei sagen wir 400 Euro, und wir könnten von heute auf morgen 4 millionen intellektuelle Minderleister gleich mit ins BGE als einziges Einkommen schicken. DAS ist in Wirklichkeit der Grund, warum dies nicht gemacht wird.

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      Emanuele Forlì

      20. August 2020 12:13 at 12:13

      Nun, für das Grundeinkommen interessieren sich ja sowohl Befürworter, als auch Gegner. Das ist schonmal eine neutralere Auswahl, als nur Arbeitslose mit einzubeziehen. Ziel der Studie ist ja eben, wie sich das Leben ganz verschiedener Personengruppen mit dem Grundeinkommen verändern würde, also auch solchen, die bereits einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

      Zum Thema Finanzierbarkeit: bei einer Höhe von 1.200 Euro bin ich mir nicht sicher, aber schonmal ausgerechnet, was das aktuelle Grundsicherungssystem mit Angestellten, Gebäudemieten usw. verschlingt, Kosten von denen nur ein Teil überhaupt bei den Leuten ankommt? Wenn ich mich richtig erinnern kann, sind das bei 83 Mio. Einwohnern auf den Einzelnen gerechnet bereits 800 Euro im Monat!

      Und die psychologischen (Langzeit-)Effekte gilt es eben noch herauszufinden. Deshalb auch solche Studien. Es ist aber gut vorstellbar, dass die Produktivität der Gesamtgesellschaft mit einem BGE steigt. Weil dann mehr Menschen ohne Zwang den Tätigkeiten nachgehen, die sie wirklich gerne machen. Und weil mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen würden, wenn sie eine bedingungslose Grundsicherung haben, die fürs nötigste (Miete, Essen) reicht.

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        Shong09

        21. August 2020 23:40 at 23:40

        10.000€ x 80 mio ergibt 800€ mrd, das budget des Bundes lag vor ein paar Jahren bei 600€ mrd.
        da irren sie sich wohl gewaltig.
        Die Effekte fände ich auch sehr interessant, aber wie finden sie die langzeiteffekte bei einer Befristung auf 3 Jahre heraus?
        Leider wirklich überflüssig, dann doch lieber Stipendien für was auch immer vergeben

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    Hesterbär

    20. August 2020 12:51 at 12:51

    Ein intaktes Gehirn kommt nicht einmal auf die Idee, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Die Massen werden zur Faulheit erzogen und die Fleißigen verhöhnt. In der Folge wird der Anteil der Faulen immer größer und der Anteil der Fleißigen sinkt. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, eine einst blühende Wirtschaft an die Wand zu fahren, das bedingungslose Grundeinkommen ist eine davon.

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      sabine

      20. August 2020 13:35 at 13:35

      Huijui, das ist ja mal ein Kommentar. Kann ich nur unterschreiben, aber in etwas netterer Form.
      Viele sind nämlich wirklich verblendet durch die vielen Scheinargumente und Schlagwörter…
      a) Wird denn dann wirklich die Schulförderung, Kitas… eingestellt? (Bürokratieabbau – Hahahaha)
      b) Erhalten Millionäre das auch? Aufschrei.
      c) Muß man hier geboren sein, oder reicht ein Ein-Monataufenthalt und eine Verfolgung in einem anderen Land?
      d) 400€ ist unter dem heutigen Existenzminimum. In unserem Land mit gefühlt 80% Gutmenschen, gibt es 100% endlose Diskussionen. Und wenn dann auch noch Regierungswissenschaftler (die anderen werden in TV-Shows lächerlich gemacht) das politisch korrekt absegnen, ist der Schwachsinn perfekt. Masken bringen nix, gesetzlich verpflichtet mit extremen Geldstrafen, Imfpstoff unmöglich, da Erfahrung mit anderen Grippen, Antikörper gleich wieder verschwinden, Menschen wochenlang anstecken oder auch nicht usw.

    • Avatar

      Lausi

      20. August 2020 20:09 at 20:09

      @Hesterbär – so als Couch-Potato dahinzuvegetieren soll aber auch nicht besonders glücklich machen… ;-)

  5. Avatar

    Columbo

    20. August 2020 20:13 at 20:13

    BGE könnte es in 50, 100 oder 200 Jahren ohnehin geben. Dann nämlich, wenn Maschinen die Grundbedürfnisse des Menschen übernehmen. Arbeit, wie wir sie heute kennen, wird es nicht dann mehr geben. Schließlich wurde auch die Sklaverei irgendwann überwunden.
    Unter der Bedingung, daß der Mensch nicht vorher sich und die Erde zerstört und wieder von vorne beginnen muß. Danach sieht es derzeit allerdings eher aus.

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    thinkSelf

    20. August 2020 20:15 at 20:15

    Ich erkläre ihnen jetzt mal wieso das nicht funktioniert. Ich persönlich würde sofort jede produktive Tätigkeit einstellen. Und das machen auch alle die ich kenne. Und wer produziert dann die Güter die wir benötigen?
    Wobei ich Ihnen zustimme, das wir gerne die Bullshit Jobs abschaffen sollten. Was könnten wir für einen Wohlstand haben, wenn wir diese Bullshit Jobinhaber einer produktiven Tätigkeit zuführen könnten.

  7. Avatar

    Carsten Thomas

    22. August 2020 16:15 at 16:15

    Moin,
    @Viktor…..ja, inkompetent. Es handelt sich um eine Studie, welche aus Spenden finanziert wird. Das hat mit der späteren Theorie der Finanzierung nichts zu tun.
    @ dontspeak
    wir reden hier über DIE STUDIE. Genau hier liegt ja auch mein Kritik. Es wird eine Studie kritisiert, die sich mit dem Thema beschäftigt. Titel: „Grundeinkommen: Neue Langzeitstudie von vornherein ein faules Ei?“ Was ist an einer Studie falsch ? Es kostet nicht das Geld der Steuerzahler und die Ergebnisse verpflichten zu nichts.
    @thinkself ja, so ist das mit dem Freundeskreis. In meinem Umfeld wäre niemand mit 1200 € zufrieden. Alle würden weiterhin einer Tätigkeit nachgehen. Einige allerdings auch einer Anderen, welche mehr Zufriedenheit aufkommen lässt. Weiterhin werden wir über die Güter nachdenken müssen, welche wir (wirklich) benötigen.

    Warum bekommen alle möglichen Menschen Schnappatmung, wenn über neue Wege nachgedacht wird. Eine derartig konservative Einstellung wird uns bei den heutigen Herausforderungen nicht weiterbringen.
    Hier noch etwas „Weiterbildung“ zu dem Thema, ebenfalls hier erschienen in dem von mir geschätzten Haus: https://finanzmarktwelt.de/bedingungsloses-grundeinkommen-2-132807/

  8. Avatar

    Why not?

    22. August 2020 17:20 at 17:20

    Zunächst einmal sollte man das Attribut „bedingungslos“ neu definieren sowie zwischen arbeitenden und nicht arbeitenden Bürgern unterscheiden und bestimmte Staffelungen einführen. Bedingungslos steht für eine gewisse Summe, die ein Mensch im Monat zur Verfügung hat, unabhängig, ob diese aus staatlichen Transferleistungen, einer Beschäftigung oder einer Mischform aus beiden besteht. Meinetwegen steht bedingungslos für eine maximale Höhe staatlicher Transferleistungen von, sagen wir einmal 850 EUR (diese und die nachfolgenden Zahlen sind nur beispielhaft, um die Idee zu veranschaulichen). Kinder und Jugendliche erhalten je nach Alter gestaffelt zwischen 250 und 450 EUR. Sog. Bedarfsgemeinschaften erhalten in der Summe einen reduzierten Satz, weil diese im Ggs. zum Single sich die Kosten für Warmmiete, Auto, Einrichtung usw. teilen (ein arbeitsloses Paar also z. B. 1.500 statt 1.700 EUR).

    Wer einer Halbtagsbeschäftigung nachgeht, sollte mindestens 1.300 EUR netto zur Verfügung haben, bei einer Vollzeitbeschäftigung entsprechend 1.750 EUR netto. Bis zu diesen Beträgen werden niedrigere Löhne und Einkommen vom Staat aufgefüllt. Wer mehr verdient, erhält auch keine staatlichen Transferleistungen. Arbeitgeber beteiligen sich durch eine Anhebung der Mindestlöhne auf ein menschenwürdiges Niveau von 13 EUR, der Staat durch eine Verschiebung des Steuerfreitags auf mindestens 15.000 EUR und eine Senkung des Eingangssteuersatzes auf maximal 5%. Der Spitzensteuersatz wird weit nach rechts verschoben und deutlich erhöht, dazwischen verläuft die Steuerkurve (zumindest annähernd) linear. Der im Ggs. zum aktuellen System deutliche Unterschied zwischen berufstätigen Bürgern und solchen, die von rein staatlichen Transferleistungen leben, sorgt für mehr Gerechtigkeit und gesteigerte Motivation, das Einkommen durch eigene Leistung aufzubessern.

    Wer regelmäßig bzw. eine bestimmte Mindest-Zeit oder -Summe in eine gesetzliche oder private Rentenversicherung einbezahlt hat, erhält steuerfrei entsprechend den obigen Summen mindestens 1.000 bzw. 1.450 EUR, ansonsten gelten auch hier die 850 EUR. Pensionen entfallen, jeder wird zum Ende seines Berufslebens Rentner. Jeder, auch Gutverdiener, Selbständige, Beamte und Politiker müssen entsprechende Beiträge leisten, es bleibt allen unbenommen, freiwillige Mehrbeiträge mit entsprechend höheren späteren Renten zu leisten oder eine rein private Vorsorge durch Aktien, Immobilien usw. zu treffen.

    Das so differenzierte Grundeinkommen gilt nur für Leute, die in Deutschland leben, konsumieren und ggf. Steuern entrichten oder ohne eigenes Verschulden für eine in Deutschland ansässige und Steuern zahlende Firma (nicht für ausländische Tochterfirmen) im Ausland tätig sind. Wer sich im Ausland zur Ruhe setzt, erhält nach Erreichen des Rentenalters seine einbezahlten Beiträge plus einer gewissen Verzinsung von etwa 3 bis 5% p.a. für diese Beitragszeit als monatliche Rente, ganz ähnlich der aktuell geltenden Berechnung.

    Bisherige hoch bürokratische und dadurch zusätzlich Unsummen verschlingende Transferleistungen wie Hartz IV oder Kindergeld entfallen ersatzlos. Ungerechte Steuerklassen werden auf 2 oder 3 Stufen reduziert und deutlich mehr angeglichen. Das Steuerrecht wird zusätzlich durch die Abschaffung verschiedener Einkommensarten und die drastische Vereinfachung und Reduzierung hoch komplizierter Absetzbeträge nochmals deutlich vereinfacht. Einkommen ist Einkommen. Welch Potenzial für unglaubliche Einsparungen in einer sinnlosen und überbordenden Bürokratie.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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