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Gunnar Heinsohn: „Wir sind in einer ausweglosen Situation!“ Kompetenz als Rohstoff für die Wirtschaft

Wenn es so etwas gibt wie ein "Universal-Genie" unter den Zeitgenossen, dann wäre das vor allem Gunnar Heinsohn. Er schrieb Wegweisendes über Ökonomie, Demografie und andere Bereiche - und zeigt, warum die Perspektiven Deutschlands, aber auch Europas langfristig sehr schlecht sind..

Von Markus Fugmann

Wenn man mich fragen würde, ob es so etwas gibt wie ein „Universal-Genie“ unter den Zeitgenossen gibt, würde mir vor allem ein Name einfallen: Gunnar Heinsohn. Er schrieb Wegweisendes in vielen Bereichen: in Sachen Wirtschaft mit dem Buch „Eigentum, Zins und Geld“ (zusammen mit Otto Steiger), in Sachen Holocaust („Warum Auschwitz“, ein Buch, dessen Dimension von der professionellen Geschichtswissenschaft verkannt wurde – ich habe in meinem eigenen Buch „Moderner Antisemitismus“ eine ähnliche These vertreten), aber auch vor allem über den Einfluß der Demografie auf politische Entwicklungen (in seinem Buch „Söhne und Weltmacht“, in dem er zeigt, dass die Geburtenraten in den meisten muslimischen Ländern bald ihren Hochpunkt erreicht haben werden mit der Folge, dass der radikale Islamismus ein Phänomen ist, das abnehmen wird, weil weniger wütende junge Männer ohne Perspektive als Nährboden für den radikalen Islamismus zur Verfügung stehen werden).

In folgendem Interview spricht Heinsohn über Kompetenz als Rohstoff für die Wirtschaft – und verweist darauf, dass es mit der Kompetenz in Deutschland perspektivisch schlecht bestellt ist. Aufgrund des hervorragenden Ingenieur-Wesens hierzulande hat Deutschland noch einmal die Chance, bei der Industrialisierung 4.0 eine große Rolle zu spielen, nachdem man zuvor die Internet-Revolution komplett verschlafen hat (Google, Amazon etc.). Mittel- und langfristig aber werden andere Länder das Feld dominieren:


Von Freud – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29218949



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5 Kommentare

  1. Na, ich weiß nicht, wann der Herr Professor das letzte Mal im asiatischen Raum hat. Ich weiß aus nächster Quelle, dass viel Eltern dort ihre Kinder lieber nach z.B. Kanada, USA oder Deutschland schicken würden. Der Lerndruck dort ist imens und würgt jede Art von Kreativität ab. Viel Kinder und Jugentliche haben schon dass, was wir bei Erwachsenen als Burnout kennen. Wenn ich Herrn R.D.Precht zuhöre, dann scheint mir dessen Ansicht wesentlich erstrebenswerter. Mündige, kreative und selbstständig denkende Bürger scheinen mir doch erstrebenswerter, als irgendwelche Neutren, die zwar mit Wissen vollgestopft sind, aber überhaupt damit nix mehr anfanden können. Übrigens war Einstein wohl auch kein Genie in Mathe und würde er heute noch leben, könnte keiner dieser kleinen Talente ihm das Wasser reichen. Ich behaupte mal, nur ein freier Geist kann großes bewirken, und da gehören Druck und Drill sicher nicht dazu.
    a

    1. „Na ich weiß nicht…“; „ich weiß aus erster Quelle…“ (ist das alles?); „Ich behaupte mal…“; „Einstein würde wohl…“; „Einstein wohl auch kein Genie in Mathe…“ = schon wieder falsch. Merken Sie es eigentlich? Sonst noch weitere stahlharte und handfeste Argumente in petto? Prof. Heinsohn hat schon recht – man könnte verzweifeln.

  2. Heinsohns „Begeisterung“ für muslimische Fachkräfte kann ich gut nachvollziehen.

    Zu seiner Begeisterung fürs kompetitive Ostasien kann ich mir aber wie @burberg ein paar Anmerkungen nicht verkneifen:
    – Singapur, Hongkong, Taiwan, aber auch Glitzermetropolen wie Shanghai oder Peking sind nicht repräsentativ, sondern Sonderfälle: hochmotivierte Flüchtlinge ohne Aussicht auf Sozialleistungen (ähnlich wie Westdeutschland nach 45), bzw. handverlesene Zuwanderer. In Mainland-China gibt es dagegen Hunderte Millionen Dorftrottel, die nicht einmal in die Nähe einer guten Schulbildung kommen. (Dass Ostasiaten keine Supermenschen sind, sondern der Gaußschen Normalverteilung folgen, ist zugegebenermaßen für Deutschland kein rechter Trost – es bleibt ein Pool von Millionen Supertalenten…)
    – Dass viele Ostasiaten bei diesen Bildungstests so gut abschneiden, liegt AUCH daran, dass dort die Bildungssysteme auf Tests ausgerichtet sind. Bei nicht-standardisierten Problemen sind die Ergebnisse dann nicht mehr ganz so überwältigend. Japans Bildungsplaner z.B. hätten gerade gerne mehr „Eigeninitiative und Kreativität“, was natürlich nicht ganz einfach ist, wenn man das breite Volk jahrhundertelang zu braven Schafen abgerichtet hat.
    – Bei ostasiatischen Jugendlichen ist die Rate an Selbstmorden, Drop-outs, Spielsüchtigen, NEETs usw. durchaus beachtlich.
    – Ostasiatische Lehrer beklagen bez. ihrer Schützlinge zunehmend Disziplinlosigkeit, Motivationsmangel, Vandalismus, Fettleibigkeit wg. Junkfood usw. usf. Natürlich jammern sie auf hohem Niveau – aber es ist doch bereits das ganze „westliche“ Programm. Den meisten geht jedenfalls Konfuzianismus genauso am Arsch vorbei wie unsereinem das liebe Jesulein.
    – Der „Gebärstreik“ ostasiatischer Frauen könnte auf eine gewisse Unzufriedenheit mit ihren Lebensbedingungen und Zukunftsaussichten hinweisen. Bei Zoo-Viechern würde man das jedenfalls so interpretieren.
    – Viele ostasiatische Eltern wollen ihren Kindern die herkömmlichen Bildungssysteme ersparen. Südkorea und Taiwan scheinen mir gerade eine Art „1968“ zu erleben: Montessori-Kindergärten, Waldorf-Schulen, Esperanto, Lernzirkel zu Vegetarismus uvm. – alles, was irgendwie „alternativ“ daherkommt, findet breite Aufmerksamkeit.

    Nicht, dass wir uns jetzt falsch verstehen. So ein 24-Stunden-Buchladen in Taipei, wo sich Kids rund um die Uhr Philosophie, Mathe und auch sonst alles Wissen reinziehen – das ist schon sehr beeindruckend…
    Ansonsten: einfach ein paar rot-grüne BildungsministerInnen hinschicken – und schon hat sich die Bedrohung durch schlitzäugige Mathe-Genies erledigt…

    1. Sehr gut formuliert!
      Man kann erkennen,dass sie jeden Tag „live“dabei sind..
      Ich sehe es an meiner Tochter,die ohne Drill,Bevormundung,Misshandlung…von Mo.bis Sa. sehr gerne in die Schule geht und ihr Abi mit 95% abgeschlossen hat!
      Studienplatz als IT“lerin,ist schon in der Tasche!
      Nach 8 Symester ,kommen die Superfirmen in die Unis und pfluecken sich die besten heraus.
      Mit einer „Nazi-erziehung/Methoden“kommt man in DE nicht weit,denn da kommen nur die Harten durch…
      Auch der dt.Malocher wird noch das laufen lernen,damit er den Chinesen folgen kann….

  3. Heinsohns demografische Erkenntnisse sind seit 15 Jahren bekannt. Mir unerklärlich, wieso die Politik diese weitgehend ignoriert bei der Abwicklung von Migration.

    Daran ändern auch die durchaus zutreffenden Leserkommentare zu den Defiziten im asiatischen Bildungswesen nichts :) Zum schulischen Abschneiden verschiedener Bevölkerungsgruppen gibt es übrigens interessante US-Langzeitstudien.

    mfg

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