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Gut für die Kunden: Zypern-Finanzaufsicht zieht nach in Sachen Negativsalden in Tradingkonten

Seit August gilt für Deutschland durch die BaFin verordnet, dass in CFD- und Forex-Konten keine negativen Kontosalden mehr entstehen dürfen. Da in dieser Branche vor allem mit hohen Hebeln gehandelt wird um...

FMW-Redaktion

Seit August gilt für Deutschland durch die BaFin verordnet, dass in CFD- und Forex-Konten keine negativen Kontosalden mehr entstehen dürfen. Da in dieser Branche vor allem mit hohen Hebeln gehandelt wird um schnell große Gewinne erzielen zu können, kann auch extrem schnell viel Geld verloren werden. Durch außerordentliche Marktsituationen konnte der Verlust in einer Position ein Konto auch mal schnell in einen negativen Kontosaldo bringen.

Oft waren das in der Vergangenheit nur relativ kleine Summen – am 15. Januar 2015 nach dem Schweizer Franken-Debakel war dies aber eine totale Katastrophe für viele Trader. Nun, dies ist seit August bei uns Vergangenheit, und das Risiko ist de facto auf den Broker übergegangen. Sind die Kundenverluste größer als das Gesamtguthaben des Kunden, und der Broker kann den Kunden nicht schnell genug aus der Position schmeißen, gehen die Verluste eben zu Lasten des Brokers.

Genau so läuft es ab sofort auch bei Forex-Brokern mit Sitz auf Zypern. Das ist deswegen so wichtig, weil Zypern neben London ein Hauptfinanzplatz in Europa für die Branche ist, mit unzähligen kleinen und mittelgroßen Anbietern. Letztes Jahr hatte die zypriotische Finanzaufsicht „CySec“ bereits Verbote eingeführt für Bonuszahlungen an Kunden, die zu exzessivem Handel verführen. Auch wurde ein maximaler Hebel eingeführt.

Jetzt aber legt man wie die BaFin nach. Der Kunde kann auch weiterhin kräftig drauf los handeln, und massive Verluste pro Position einfahren. Entscheidend ist: Das gesamte Kontoguthaben eines Kunden bei dem Broker darf nicht mehr ins Minus rutschen. Das ist beruhigend für den Kunden. Beunruhigend ist vielleicht (was viele Kunden kaum merken dürften), dass nun immer mehr Broker eher als Buchmacher fungieren (Market Making), und die Trades des Kunden nur noch auf das eigene Buch nehmen.

Auch dürften möglicherweise die Spreads und Ausführungen schlechter werden, weil die Broker versuchen dürften mögliche Mehrkosten durch diese Regularie zu kompensieren durch Mehreinnahmen an anderen Stellen. Die CySec im Wortlaut:

Further to Circular 168 (the “Circular”), the Cyprus Securities and Exchange Commission (‘CySEC’) wishes with this Announcement to clarify that the negative balance protection referred to in Paragraph 3(iii)(c) of the Circular, applies on an account basis and therefore CIFs should take the necessary measures, in order to ensure that the maximum loss for the clients on an account basis, never exceeds the clients’ available funds in the specific account.


Aktiver Börsenhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia / Gemeinfrei



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1 Kommentar

  1. Das ist der totale Mist, diese ewige Bevormundung !!! Wer nich tin der Lage ist sein Risiko an der Börse selbst zu kontrollieren, sollte die Finger davon lassen- bei
    solchen Ereignissen, wie schweizer Franken/Euro dürften diese Zwangsmaßnahmen, wie Stops etc auch nicht viel nützen, da man da mit einem riesen slippage aus der Position fliegt-

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