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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Haben private Kurzfrist-Trader hierzulande bald bessere Chancen gegen Profis?

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Hochfrequenzhandel ist der offizielle Begriff für die Tätigkeit von hochspezialisierten Unternehmen, die oftmals sogar direkt neben den Server-Gebäuden von Börsen eigene Serverräume mieten. Damit wollen sie durch die räumliche Nähe selbst winzigste Bruchteile von Bruchteilen von Bruchteilen von Sekunden nutzen um bei Börsenorders schneller zu sein als die Konkurrenz.

Große Umsatzanteile vor allem an Börsen in Europa und in den USA entfallen auf diese Hochfrequenzhändler, die große Summen ständig hin und her schieben. In den USA gab es bereits eine Regulierung in diesem Bereich. Dabei kommen fast gar keine Menschen mehr zum Einsatz. Sie programmieren die Software und überwachen im laufenden Handel, ob sie auch korrekt funktioniert. Besonders beliebt ist dieser extrem schnelle Handel rund um die Veröffentlichung von wichtigen Wirtschaftsdaten.

Dazu gehören zum Beispiel zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA, die meistens um 14:30 oder 16:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht werden. Aber auch Zinsentscheidungen von Notenbanken und die wöchentliche Veröffentlichung der Öl-Lagerbestände in den USA um 16:30 Uhr jeden Mittwoch sind beliebte Ereignisse, nur um mal einige wenige zu nennen. Wer winzige Sekundenbruchteile schneller ist als die Konkurrenz, kann die Daten für sich nutzen und zuerst in die richtige Richtung handeln. Betroffen von solchen Trades sind in der Regel und in den Charts ganz klar erkennbar Märkte wie Öl und der Euro vs US-Dollar. Aber auch Indizes und ganz normale Aktien sind tagtäglich davon betroffen.

Der normale private Trader oder auch der private Profi-Trader, der hauptberuflich an der Börse zockt, kann bisher gar nicht mithalten mit Hedgefonds und sonstigen Unternehmen, die Millionensummen alleine in die technische Infrastruktur investieren können, nur um einen Bruchteil einer Sekunde schneller zu sein. Das könnte sich jetzt eventuell ändern. Denn nach übereinstimmenden Berichten will die Eurex, die Derivate-Tochter der Deutschen Börse, ab Juli die Orders der Hochfrequenzhändler um eine Millisekunde (also 0,001 Sekunden) verzögern. Gelten soll diese Beschränkung testweise für Produkte auf deutsche und französische Aktien. Dadurch sollen andere „normale“ Anleger in die Lage versetzt werden bessere Chancen im laufenden Handel zu haben. Eine Millisekunde, das ist eine Ewigkeit für diese Profi-Zocker!

Ist es gut möglich, dass die Deutsche Börse bei einem Erfolg dieses Tests so ein Tempolimit für die sogenannten HF-Zocker (High Frequency) auch für den Kassamarkt einführt, also den „normalen“ Handel mit den originalen Basisprodukten wie Aktien und Anleihen? Das ist durchaus denkbar. Dann hätten auch in Deutschland normale Anleger rund um die Veröffentlichung wichtiger Daten bessere Chancen im schnellen aktiven Börsenhandel.

Die HF-Zocker sind wie gesagt auch in Deutschland ein wichtiger Faktor. Zum Beispiel bei Futures sollen sie gut 1/3 der Trades ausmachen. Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen sie haben? Keinen. Ihre Argumentation gegen die Regulierung ihrer Geschäfte war stets, dass sie ja für deutlich mehr Liquidität in den Märkten sorgen. Aber mal ehrlich. Bevor es sie gab, war auch ausreichend Liquidität in den Märkten vorhanden! Und by the way… die schlimmsten Kursschwankungen in Indizes und Devisen in den letzten Jahren wurden durch wen verursacht? HF-Trader und ALGOS, wo die Menschen die Computer machen lassen, was wiederum zu völlig irrwitzigen Lawineneffekten führte.


Foto: Deutsche Börse AG

2 Kommentare

2 Comments

  1. Übelkeit

    5. März 2019 15:06 at 15:06

    Wow eine Millisekunde. Da hat man ja richtig Vorsprung. Interessant wäre wie viel Marktkapital diese ALGOS inzwischen aufgesaugt haben. Da Aktien, Indizies und Rohstoffe ständig zur gleichen Zeit an markanten Widerständen hängen schätze ich auf 95%. Das gehört nicht verlangsamt, sondern verboten.

    Privatanleger oder Großinvestoren bestimmen nur welche Aktien steigen oder fallen, jedoch nicht die Höhe. Die Algos lenken den Gesamtmarkt. Fällt Beispielsweise Apple nachbörslich und zieht den Nasdaq etwas runter, so verstärkt sich der Effekt enorm in dem Algos alle Aktien in dem Indize verkaufen. Teilweise um mehrere Prozentpunkte. Niemand käme auf die Idee Aktien grundlos zu verkaufen, nur weil ein gehyptes Unternehmen mal einen schlechten Tag hat. In Millisekunden nachbörslich wohlgemerkt.

    Das ist kein Handeln, das ist automatisierte Bereicherung auf Kosten der Gesellschaft.

  2. benji

    6. März 2019 12:38 at 12:38

    nicht zuvergessen. wenn es stürmischer wird ziehen sich die algos zurück und stellen damit keine Liquidität zur verfügung

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Aktuell: Broker sieht „code red“ bei Tesla, Aktie vorbörslich unter 200 Dollar

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Der in Los Angeles beheimatete Broker „Wedbush“ schießt aktuell ganz schön heftig gegen Tesla. Einst war man dort mal ein großer Fan der Aktie. Jetzt aber offenbar nicht mehr. Man stuft die Aktie ab von 275 auf nur noch 230 Dollar. Tesla müsse einen Kilimanjaro-artigen Aufstieg hinlegen, damit die Erreichung der Gewinnzone im zweiten Halbjahr 2019 doch noch erreicht werden könne, so die Worte des Analysten.

Wedbush nennt die aktuelle Lage bei Tesla eine „code red situation“, also Alarmstufe Rot! So sagt der Analyst von Wedbush auch, dass man Bedenken habe zum Verlauf des Wachstums bei den Model 3-Verkäufen und der Nachfrage in den USA. Außerdem verzettele sich Elon Musk derzeit in dubiosen Projektideen wie Robotaxis, Versicherungen usw. Dabei müsste er sich gerade jetzt völlig auf das Model 3 konzentrieren. Aber offenbar hat Wedbush ernsthafte Bedenken an der Ernsthaftigkeit und Fokussierung von Elon Musk.

Die Tesla-Aktie war bereits am Freitag um 17,3 Dollar auf 211 Dollar gefallen. Und dann noch gestern die Aussagen von Wedbush. Vorhin notierte die Aktie auf einem Dreijahrestief! Im vorbörslichen Handel nämlich lag sie vorhin kurzzeitig unter 200 Dollar. Aktuell liegt sie im Vergleich zu Freitag Abend vorbörslich bei 201,80 Dollar, was ein Minus von 4,37% darstellt.

Um einen besseren Überblick zu bekommen, betrachten wir die Tesla-Aktie mal im folgenden Chart seit dem Jahr 2011. Das aktuelle Niveau von grob 200 Dollar haben wir im Chart blau eingezeichnet. Es ist auf lange Sicht eine verdammt wichtige Marke. Viele Unterstützungsniveaus hatte die Aktie in den letzten Wochen schon unterschritten. Und gerade erst hatte Tesla die Aktienbasis über eine Kapitalerhöhung weiter verwässert. Momentan scheinen selbst die blind gläubigen Tesla-Jünger die Aktie nicht aufhalten zu können auf dem Weg nach unten.

Tesla Aktie in Langfristbetrachtung

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Aktien

Aktuell: Deutsche Bank mit Allzeittief, Wirecard klettert weiter nach oben

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Aktuell wollen wir das frische Allzeittief der Deutsche Bank-Aktie besprechen sowie das weitere Ansteigen der Wirecard-Aktie. Aber zunächst zu den Deutschbankern. Die UBS gibt der Aktie aktuell einen kräftigen Stoß. So hat man das Kursziel für die Aktie gesenkt von 6,40 auf 5,70 Euro. Die Einstufung ändert man von „Neutral“ auf „Verkaufen“. Aktuell notiert die Aktie bei 6,62 Euro. Damit hat sie ein neues Allzeittief erreicht, weil sie nun 6 Cents tiefer notiert als im Tiefpunkt aus Dezember 2018.

Die UBS sieht zwei Probleme für die Deutsche Bank. Nach der abgesagten Fusion mit der Commerzbank würden der DB wenig strategische Optionen bleiben. Und wegen den niedrigen Zinsen werde die Ertragsflaute bei der DB wohl anhalten. Daher habe man die Gewinnschätzungen reduziert. Die Gewinne würden sich nur schleppend entwickeln, und die Bank bleibe weiter deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Nach dem Motto (so meinen wir): Warum die DB-Aktie kaufen, wenn sie weiterhin so wenig Gewinne bringt, und die Konkurrenz einfach besser arbeitet?

Wir meinen: Ohaaaaaaaaa, das wird ja immer bedrohlicher. Die Deutsche Bank wird immer billiger für potenzielle Käufer. Die Bank hat jetzt nur noch einen Wert von 14,2 Milliarden Euro. Neben der noch viel billigeren Commerzbank wächst die tatsächliche Gefahr, dass Schnäppchenjäger die ganze Bank mal eben so im Vorbeigehen kaufen, oder zumindest einen bedeutenden Teil der Aktien. Was die Bundesregierung dazu wohl sagen würde – Stichwort „Finanzielle Staatsraison“?

Dazu kommen aktuell noch Nachrichten, dass angeblich Führungskräfte der Deutschen Bank in den USA Meldungen von für Geldwäscheprävention zuständigen Mitarbeitern an Behörden unterbunden haben sollen. Dabei sei es in 2016 und 2017 um verdächtige Transaktionen von Organisationen gegangen, die Donald Trump zugerechnet werden. Droht hier schon die nächste Geldbuße in den USA?

Deutsche Bank
Deutsche Bank-Aktienkurs seit 2002.

Wirecard steigt weiter

Und wo wir eh schon über die Deutsche Bank reden. Es ist heute just diese Bank, die mit ihrer Einschätzung dafür sorgt, dass die Aktien von Wirecard weiter klettern. Sie notieren heute mit +2,1% auf 142,95 Euro. Im folgenden Chart sieht man die Aktie seit September 2018. Der große Abwärtspfeil zeigt die drei kurz nacheinander folgenden Abstürze bei Wirecard aufgrund der drei übelst negativen Berichte der Financial Times (Absturz von 166 bis auf 86 Euro) Bis heute kann niemand zu 100% sicher sein, wer nun recht hat.

Zwar konnte Wirecard einen externen Bericht präsentieren, wonach die Vorkommnisse in Asien im Großen und Ganzen mit rechten Dingen zugehen sollen. Aber so ganz zu 100% ist der Rauch noch nicht verzogen. Bis jetzt konnte sich die Aktie wieder zu großen Teilen erholen, und scheint diese Verluste weiter auszugleichen. Die DB stuft Wirecard hoch von „Halten“ auf „Kaufen“. Das Kursziel steigt von 170 auf 200 Euro. Beachtlich dabei ist: Die Financial Times hat heute erneut negativ über Wirecard berichtet. Dabei werden Aussagen aus April wiederholt. Wirecard haben in den letzten Jahren die Hälfte der Erlöse sowie fast alle Gewinne nur mit drei Partnern erzielt.

Und wenn? Apple hat nur ein einziges Produkt, das den Großteil von Umsatz und Gewinn liefert – und da sagt auch niemand was zu. Man kann fast den Eindruck haben, als seien die „Journalisten“ bei der FT beleidigt, dass niemand mehr auf ihre negativen Artikel hört. Und so versucht man alte Vorwürfe nochmal aufzuwärmen? Es sieht schon sehr merkwürdig aus. Aber wer weiß. Nachher schütteln wirklich alle Beobachter über die FT den Kopf, und ganz am Ende behält sie doch recht? Aber zurück ins Hier und Heute. Die Börse ignoriert die Aussagen der FT und achtet auf die netten Worte der Deutschbanker. Die Wirecard-Aktie ist zur Zeit im Aufwärts-Flow.

Wirecard-Aktie seit September 2018

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Aktien

Giovanni Cicivelli: Trade-Rückblick und Vorschau auf Dax, Forex, Aktien

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An dieser Stelle biete ich eine kurze Vorschau auf mein heutiges ausführliches Video vor dem Marktstart in Frankfurt. Es geht um einen Rückblick, und um heutige Ereignisse bei Dax, Forex, Aktien. Seid ihr noch nicht registriert? Dann bitte einfach hier anmelden, denn es ist völlig kostenfrei! Dann könnt ihr das aktuelle und alle noch kommenden Videos von mir sehen.

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