Aktuell sehen wir eine gigantische Abwärtsrevision bei den US-Arbeitsmarktdaten! Nächste Woche steht die Zinsentscheidung der Federal Reserve an. Die Märkte rechnen bereits fest mit einer Zinssenkung. Und man geht auch von drei Zinssenkungen bis Jahresende aus. Und werden es insgesamt doch mehr als 75 Basispunkte Senkung bis Jahresende, und sinken die Zinsen in 2026 noch kräftig weiter? Heute um 16 Uhr deutscher Zeit hat die kräftige Abwärtsrevision der US-Arbeitsmarktdaten den Pfad für deutlich sinkende Fed-Zinsen kräftig befeuert!
Die Revision zeigte: In den Monaten März 2024 bis März 2025 wurden in den USA 911.000 Stellen weniger (!!!) geschaffen als bislang gemeldet, bei Erwartungen von -682.000. Die größte Abwärtsrevision seit dem Jahr 2000! Die Grafik zeigt die jährlichen Revisionen seit 2015. Das sind 76.000 weniger neue Jobs im Monatsschnitt. Und wenn man bedenkt: Bisher lagen die durchschnittlichen Monatsmeldungen bei +149.000 neuen Stellen. Also wurde mit dieser Revision quasi die Hälfte des amerikanischen Job-Booms von März 2024 bis März 2025 ausradiert! Die US-Konjunktur läuft also viel schwächer als gedacht. Diese Sicht wurde auch befeuert durch eine Abwärtsrevision von -258.000 Stellen für Mai + Juni. Und erst letzte Woche wurden für August nur 22.000 neue Jobs gemeldet – ein extrem schwacher Wert.
Bloomberg meldet dazu: Die Anpassung des Bureau of Labor Statistics deutet darauf hin, dass die Abkühlung des Arbeitsmarktes in den letzten Monaten auf eine längere Phase moderateren Beschäftigungswachstums folgte, was den Grundstein für eine Reihe von Zinssenkungen ab nächster Woche legen könnte. Fed-Chef Jerome Powell räumte kürzlich ein, dass die Risiken für den Arbeitsmarkt gestiegen sind, und zwei seiner Kollegen sprachen sich dafür aus, die Kreditkosten im Juli zu senken.
Händler gehen allgemein davon aus, dass die Zentralbanker am Ende ihrer zweitägigen Sitzung am 17. September die Zinsen senken werden. Obwohl die Benchmark-Revisionen jedes Jahr durchgeführt werden, haben sie in diesem Jahr zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da Investoren und Fed-Beobachter nach Anzeichen dafür suchen, dass sich der Arbeitsmarkt möglicherweise schneller als bisher angenommen verlangsamt. Die Anpassungen haben auch Auswirkungen auf die Politik, wo Präsident Donald Trump zuvor die Revisionen der Beschäftigungsdaten scharf kritisiert hatte.
FMW/Bloomberg
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