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Europa

Hamburger Hafen – ein spezieller Containerindex hat nicht getrogen

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Das Auge des Bebachters mit süddeutschen Wurzeln hat sich nicht getäuscht: Der Umsatz beim Hamburger Hafen – Deutschlands größtem Hafen – ist im ersten Halbjahr kräftig gewachsen.

Obwohl er es mit jeder Menge Spaß verknüpft hatte, waren die Beobachtungen des Chefs von FMW, Markus Fugmann, der mehrfach über einen größeren Beladungszustand der Containerschiffe im Hamburger Hafen berichtet hat, durchaus real. Die Marketing-Gesellschaft des Hafens sprach am Mittwoch von einem Wachstum von 7,5 Prozent in dieser Periode.

 

Hamburger Hafen – die Zahlen

Der Containerumschlag, der wichtigste Bereich des Hafens mit der höchsten Wertschöpfung, war damit auf 4,7 Millionen Standardcontainer (TEU), gestiegen, eine Menge, die es zuletzt 2014 gegeben hat. Der gesamte Umschlag von Seegütern erhöhte sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4,1 Prozent auf 69,4 Millionen Tonnen, wie der Vorstand der Gesellschaft, Axel Mattern, mitteilte.

Damit konnte der Hafen erstmals seit Jahren im Containerverkehr wieder etwas gegen die Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen aufholen, was in erster Linie auf Kosten Bremerhavens ablief.

Das Hamburger Wachstum sei vor allem auf vier neue Liniendienste zurückzuführen, die Hamburg mit Häfen in Kanada, den USA und Mexiko verbinden, sagte Mattern. Aufgrund der neuen Verbindungen vervierfachte sich der Containerverkehr mit den USA.

Das Ganze hat aber noch nichts mit der gerade in Angriff genommenen Elbvertiefung im Hamburger Hafen zu tun, da diese USA-Linien mit eher mittelgroßen Schiffen betrieben werden. Aber der Hafen wartet schon auf neue Containerriesen, die 23 000 Boxen transportieren können, das Wachstum könnte sich also fortsetzen.

 

Fazit

Wozu Satellitenbilder auswerten, wie es Hedgefonds an großen Containerhäfen der Welt machen, wenn es auch einfacher geht? Es genügt auch ein „Adlerauge“ und vielleicht auch ein süddeutsches Weißbier, um fundamentale, logistische Wirtschaftsdaten zu ermitteln. Vielleicht sollten wir Markus Fugmann einmal in der Straße von Hormus einsetzen, damit das Rätsel des stark gestiegenen „Baltic Dry Index“ endlich gelöst wird..

 

Beim Hamburger Hafen geht es wieder aufwärts

Containerschiffe im Hamburger Hafen. Foto: Gunnar Ries/Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    19. August 2019 11:09 at 11:09

    Da sieht mal man wieder. Man sollte sich stets auf sich selbst verlassen. Wenn das mit dem einen oder anderem Weißbier mit unterstützt wird, ist nichts dagegen einzuwenden.

  2. Avatar

    Ranzentier

    19. August 2019 11:18 at 11:18

    …schön gelacht…im Iran/VAE gibt es aber kein Weißbier…da müsste ein Kasten mit ins Handgepäck…

  3. Avatar

    Andreas

    19. August 2019 14:15 at 14:15

    finanzmarktwelt – Ihr Auge im Zentrum der Finanzen und des Hamburger Containerhafens ;-)

    • Avatar

      Claudia

      19. August 2019 15:27 at 15:27

      @leftutti, Sie sind richtig originell und lustig. Weiter so!

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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