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Bitcoin

Handel mit Bitcoin-Futures nimmt Fahrt auf!

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Bitcoin Symbolbild

Das Interesse an Bitcoin-Optionen bleibt weiterhin extrem gering. Der Handel mit Bitcoin-Futures nimmt hingegen Fahrt auf. In der vergangenen Woche wurde zum dritten Mal seit Auflegung der Futures an der CME ein Handelsvolumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar am Tag verzeichnet. Das wird langsam auch Auswirkungen auf den Bitcoin-Preis selbst haben!

Futures und Optionen werden von orthodoxen Anlegern gern als Papier-Anlage verschrien. Wer Derivate handle, handle Papier und nicht das Underlying, sei es nun Gold oder Bitcoin. Das ist richtig und falsch zugleich. Richtig ist, dass ein Future- oder Optionskontrakt zunächst einmal nicht mehr ist als ein Lieferanspruch für Bitcoin (abgekürzt BTC) und kein Bitcoin selbst. Kann der Kontrahent nicht liefern, bleibt man theoretisch auf dem Papier sitzen. Eine Nichtlieferung ist bei an der CME gehandelten Kontrakten jedoch extrem unwahrscheinlich.

Auch Derivatehandel hat Einfluss auf den Bitcoin-Preis!

Falsch ist, dass Papier-Kontrakte keinen Einfluss auf die Preisbildung des Underlyings hätten. Denn die Verkäufer der Futures und Optionen spekulieren in der Regel nicht selbst. Genauso wenig wie ihr Gemüsehändler auf einen Preisverfall von Tomaten spekuliert, wenn er Ihnen welche verkauft. Die Market Maker sichern sich ab, sobald sie einen Future oder eine Option verkauft haben. Ihr Gewinn besteht nicht in Spekulationserfolgen, sondern in einer möglichst kostengünstigen Absicherung und dem Spread zwischen An- und Verkaufspreis. Bei Optionen kommt noch die Risikoprämie dazu, ausgedrückt in der impliziten Volatilität der Optionen.

Kauft also ein Trader oder Anleger einen Bitcoin-Future, dann ist der Market Maker ein Preisrisiko für fünf BTC eingegangen. Denn jeder Future-Kontrakt umfasst fünf Einheiten. Steigt der Preis des Bitcoin um einen US-Dollar, dann verliert ein nicht abgesicherter Market Maker fünf US-Dollar. Daher wird der Market Maker sofort nach dem Verkauf der Future-Kontrakte pro Kontrakt fünf Bitcoin am Markt kaufen, um sich abzusichern. Wenn also an der CME insgesamt 6.350 Bitcoin-Futures als offene Position (open interest) verzeichnet sind, dann werden die Market Maker aller Wahrscheinlichkeit nach 31.750 Bitcoins gekauft haben, um sich abzusichern. Und die Nachfrage nach diesen 31.750 Bitcoins wirkt natürlich preissteigernd.

Interessant ist, dass das tägliche Handelsvolumen teilweise das open interest um ein Mehrfaches übersteigt. So wurden am vergangenen Dienstag mehr als 23.000 Bitcoin-Futures gehandelt. Das Open Interest wurde also mehr als dreimal umgewälzt. Zum Vergleich: Der E-mini S&P 500 Future der CME wurde am volumenstärksten Handelstag der vergangenen 30 Tage bei einem Open Interest von knapp 2,8 Millionen Kontrakten nur 3,1 Millionen Mal gehandelt. Die relative Trading-Aktivität ist bei Bitcoin also besonders hoch.

Bitcoin-Optionen sind an der CME nach wie vor unbeliebt

Das gilt jedoch nur für Futures. Optionen spielen bei Bitcoin nach wie vor praktisch gar keine Rolle. Das Open Interest beträgt an der CME lediglich 144 Kontrakte, von denen am vergangenen Freitag volle 19 Stück gehandelt wurden. Am Dienstag, dem Tag des bislang höchsten Handelsvolumens bei Futures, stieg das Volumen gehandelter Optionen auf atemberaubende 29 Kontrakte! Vermutlich wird an einem intensiv genutzten BTC-Automaten mehr Volumen umgesetzt als an der CME mit Bitcoin-Optionen…

Deutlich größeres Interesse erwecken die BTC-Derivate von Deribit, die jedoch im Gegensatz zur CME aller Wahrscheinlichkeit nach hauptsächlich von kleinen, privaten Tradern genutzt wird, während an der CME institutionelle Anleger handeln. Diese kommen immerhin auf ein Open Interest von fast 18.000 Kontrakten, die 12.000 Mal pro Tag gehandelt werden.

Auch Optionshandel hat Auswirkungen auf den Preis des Basiswerts, in dem Fall Bitcoin. Die Auswirkungen sind jedoch weniger direkt zu fassen als bei Futures, da die Absicherung von Optionen eine deutlich komplexere Angelegenheit ist. Denn abgesichert wird das Delta einer Option, also die Preisänderung der Option in Abhängigkeit von der Preisänderung des Basiswerts. Eine Option mit kleinem Delta benötigt auch nur eine geringe Absicherung. Mehr zum Thema Delta-Hedging hatte ich bereits Anfang Februar in meinem Artikel über Tesla geschrieben.

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Allgemein

Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Dax-Vola, Bitcoin als neuer Sicherer Hafen, Ideen zu Apple und Visa

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Eine mögliche höhere Volatilität im Dax um die 13.000 Punkte wird im folgenden Video besprochen. Ebenso bespricht Manuel Koch mit einem Experten die Aussicht, dass sich der Bitcoin als zusätzlicher Sicherer Hafen neben Gold etablieren könnte. Notwendig sei ein grundsätzliches Vertrauen der Anleger in die Technik des Produkts, so der Experte. Auch werden im Video Empfehlungen der trading-house Börsenakademie zu den Aktien von Apple und Visa besprochen und im Detail erläutert.

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Bitcoin

Bitcoin: Kommt der echte Konkurrent aus China?

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Symbolbild für den Bitcoin, der nur elektronisch existiert

Es gibt tausende verschiedene Kryptowährungen, doch keine kann es bis heute mit Bitcoin aufnehmen. 65 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von mehr als 5.500 Kryptowährungen entfällt auf Bitcoin. Doch in China, wo ohnehin schon ein enormer Marktanteil auf digitales Bezahlen mittels Handy-Apps entfällt, entsteht jetzt eine Kryptowährung, die es mit Bitcoin aufnehmen könnte, ohne mit Bitcoin viele Gemeinsamkeiten zu haben.

Bitcoin und Co. sind bei Chinas Machthabern verpönt, da sie schwer zu kontrollierende Kapitalflüsse darstellen. Da es keinen freien Kapitalverkehr zwischen China und der Welt gibt und auch im Inland am besten alle Zahlungsflüsse kontrolliert werden sollen, standen Kryptowährungen lange auf der Abschussliste. Mining-Farmen galten sogar als im Land unerwünschte Branchen, Farmen wurden ab Januar 2018 geschlossen und Bitcoin selbst wurde ab Dezember 2013 schrittweise verboten. Ab September 2017 ist der Betrieb von Tradingplattformen für Kryptowährungen untersagt.

Inzwischen hat sich die Meinung etwas geändert. Bestehende Kryptowährungen sind noch immer verpönt. Doch die Staatsführung hat erkannt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin perfekt nachvollziehbare und bis in alle Ewigkeit gespeicherte Zahlungsmittelflüsse abbilden, wenn bekannt ist, wem welche Wallet gehört. Staatlich kontrollierte Kryptowährungen wären somit das perfekte Überwachungsinstrument.

Chinas Bitcoin-Alternative heißt DCEP

Daher hat sich die Stimmung in der Führung inzwischen merklich gewandelt. Im November 2019 fand sogar ein Blockchain-Gipfel in China statt. Ziel ist die Erforschung und Entwicklung einer eigenen, chinesischen Alternative zu Bitcoin. Inzwischen begann bereits ein Pilotprogramm in vier Städten mit einer digitalisierten Version der staatlichen Währung Renmbini, genannte DCEP. Für die chinesischen Bürger entfallen dabei alle Vorteile, die klassische Kryptowährungen bieten, ohne dass die staatliche Kryptowährung dafür im Tausch neue Vorteile gegenüber zum Beispiel Bitcoin böte. Eine digitalisierte Form der staatlichen Währung können die Menschen schließlich bereits mit zum Beispiel Alipay oder WeChat nutzen.

Um die neue staatliche Währung unter die Menschen zu bringen, bedient sich die Regierung daher eines Tricks: Staatliche Leistungen werden in der neuen Kryptowährung ausgezahlt, was die Menschen dazu zwingt, diese neue Währung auch einzusetzen. Damit hat die Regierung auch die Möglichkeit, die neue Kryptowährung im Rekordtempo zu einem global unerreichten Marktanteil zu verhelfen. In letzter Konsequenz könnten z.B. Steuerzahlungen als Kryptowährung gefordert werden, was dann jeden chinesischen Steuerzahler zwänge, die Währung nicht nur einzusetzen, sondern auch einzunehmen.

In China ist die Bevölkerung bereit für digitale Zahlungsabwicklung

Schon ohne staatlichen Zwang werden 16% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit Alipay und Co. abgewickelt, also privaten Handy-Apps. Mit staatlichem Zwang ließe sich der Anteil des digitalen Renminbi sicherlich auf noch deutlich größere Anteile heben. Damit bestünde für China dann auch die Möglichkeit, internationale Transaktionen ohne die Nutzung westlich dominierter Systeme wie Swift oder den Umweg über den US-Dollar abzuwickeln. Schon heute können chinesische Touristen in Westeuropa mit chinesischen Apps bezahlen. Künftig könnten zum Beispiel auch vom Westen sanktionierte Staaten wie der Iran auf die chinesische Bitcoin-Alternative umschwenken.

Ziel des digitalen Renminbis ist, dass er ohne Bankkonto auskommt. Die Wallet ist in diesem Fall das Konto. Noch immer gibt es in China 225 Millionen Menschen ohne Bankkonto. Gleichzeitig gibt es aber mehr Mobilfunkverträge als Einwohner. Die chinesische Bitcoin-Alternative wäre insofern ein Entwicklungsprogramm, das hunderten Millionen Menschen erstmals Zugang zu einem kontoähnlichen Produkt böte.

DCEP hat wenig Gemeinsamkeiten mit Bitcoin und Co.

Mit den von Krypto-Fans propagierten Vorteilen einer Kryptowährung hat DCEP natürlich fast nichts mehr gemeinsam. DCEP ist vollständig staatlich kontrolliert, die Geldmenge ist prinzipiell unbegrenzt und es gibt keine Blockchain. Insofern hat DCEP mehr mit Handy-Payment-Apps gemeinsam als mit Bitcoin und Co.

Sollte sich DCEP jedoch durchsetzen, stünde die Frage im Raum, wozu es die technisch deutlich aufwendigeren Kryptowährungen überhaupt noch braucht. Zweifelsohne verbrauchen die meisten Kryptowährungen Unmengen an Strom, um die kryptographischen Berechnungen durchführen zu können, die für den Betrieb der Blockchains erforderlich sind. Am Ende könnte also eine digitale Währung, die mit Kryptowährungen kaum etwas gemeinsam hat, den Stern der Kryptowährungen zum Sinken bringen.

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