Folgen Sie uns

Europa

Handelsbilanz der EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

Avatar

Veröffentlicht

am

Cointainerschiff Hafen Beispielfoto

Donald Trump hat im großen Bild gesehen mehrere Ziele. Die Mauer zu Mexiko ist wichtig, die Re-Industrialisierung der USA, und vor allem der Abbau des großen Defizits der USA in ihrer Handelsbilanz. Die USA importieren deutlich mehr, als dass sie exportieren – das ist ein Dauerzustand. Daher müssen sich US-Verbraucher, Kommunen und Staat immer mehr verschulden um die Importe bezahlen zu können. Somit fließt konstant Geld aus den USA ab. Die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr mit dem Ausland zeigt seit einiger Zeit eine dramatische Verbesserung gegenüber den USA – so auch heute.

In diesem Zusammenhang möchte man aktuell sagen: Leute, bitte, dass niemand die folgenden Daten dem Donald Trump heute früh auf den Schreibtisch legt. Dann könnte er spontan auf die Idee kommen zum Beispiel jetzt Autozölle gegen die EU einzuführen. Denn die bösen Europäer wie auch die bösen Chinesen haben ja die armen Amerikaner seit Jahrzehnten mit ihren Exporten über den Tisch gezogen!?! Die Amerikaner wurden also genötigt deutsche Autos und chinesische Fernseher zu kaufen? Naja, aber genug davon. Zu den Zahlen.

Handelsbilanz dramatisch verschlechtert für die USA

Eurostat veröffentlicht für die Handelsbilanz im Warenverkehr gegenüber einzelnen Handelspartnern immer Year to date-Zahlen, also von Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt. Letzten Monat lag der Überschuss der EU in der Handelsbilanz gegenüber den USA von Januar-August bei 102,7 Milliarden Euro nach +90,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Heute haben wir die Zahlen für Januar-September erhalten, also ein größerer Bezugszeitraum. Hier liegt der EU-Überschuss gegen die USA bei 115,2 Milliarden Euro nach 101,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Wie gesagt, dass bloß niemand Donald Trump davon erzählt!

Übrigens: Was die EU bei den Amerikanern „abzwackt“, verliert man an die Chinesen. Das EU-Defizit in der Handelsbilanz mit Waren gegenüber China liegt für Januar-September bei 145,5 Milliarden Euro nach -131,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch hier verschlechtern sich die Werte gegenüber dem Zeitraum Januar-August. Vereinfacht gesagt nur bezogen auf die drei großen Blöcke USA, China und EU kann man sagen: China produziert die große Masse der Waren. EU und USA sind übelst defizitär gegenüber China. Aber die EU kann dieses Defizit zu großen Teilen ausgleichen, in dem man kräftig in die USA exportiert. Die Amerikaner können ihr China-Defizit aber nicht ausgleichen, und sind deftig im Minus!

Handelsbilanz EU Januar-September

Hier weitere aktuelle Daten zur aktuellen Handelsbilanz von Eurostat im Wortlaut:

Nach ersten Schätzungen lagen die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt im September 2019 bei 196,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 5,2% gegenüber September 2018 (186,5 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 177,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,1% gegenüber September 2018 (173,9 Mrd.). Infolgedessen registrierte der Euroraum im September 2019 einen Überschuss von 18,7 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt, gegenüber +12,6 Mrd. im September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im September 2019 auf 163,4 Mrd. Euro, ein Anstieg von 0,9% gegenüber September 2018.

Im Zeitraum Januar-September 2019 beliefen sich die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt auf 1 741,9 Mrd. Euro (ein Anstieg von 2,9% gegenüber Januar-September 2018) und die Einfuhren auf 1 586,3 Mrd. (ein Anstieg von 2,7% gegenüber dem Vorjahr). Infolgedessen verzeichnete der Euroraum einen Überschuss von 155,5 Mrd. Euro, gegenüber +147,3 Mrd. im Zeitraum Januar-September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im Zeitraum Januar-September 2019 auf 1 470,9 Mrd. Euro, ein Anstieg von 1,4% gegenüber JanuarSeptember 2018.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Exporte im Oktober höher als im Vorjahr – ein erstaunliches Lagebild

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine erstaunliche Lage zeichnet zeigt sich im September und Oktober im deutschen Außenhandel. Die deutsche Industrie, die extrem exportlastig ist, steckt derzeit in einer massiven Rezession. Die Auftragseingänge und die tatsächlichen Umsätze liegen dramatisch unter den Niveaus des Vorjahres, wie auch jüngste offizielle Daten zeigen. Daher müssten eigentlich auch die deutschen Exporte für den Monat Oktober niedriger sein als im Monat Oktober 2018? Aber nein. Wie das Statistische Bundesamt heute früh meldet, liegen die Exporte um 1,9% höher als im Oktober 2018 (schon im September gab es ein erstaunliches Plus von 4,6%). Die Importe fallen um 0,6%.

Die deutsche Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2019 mit einem Überschuss von 21,5 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +18,7 Milliarden Euro betragen. Ganz eindeutig zeigt sich aus den Details: Der Anstieg der Exporte rührt her aus besseren Geschäften mit Handelspartnern außerhalb der EU! Zitat Statistisches Bundesamt:

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 70,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 55,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Oktober 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 0,1 %, die Importe aus diesen Ländern nahmen um 0,2 % ab. In die Länder der Eurozone wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 43,8 Milliarden Euro (-0,9 %) exportiert und Waren im Wert von 35,5 Milliarden Euro (+0,1 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 26,2 Milliarden Euro (+1,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,6 Milliarden Euro (-0,7 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Oktober 2019 Waren im Wert von 49,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Oktober 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 4,6 % zu, die Importe von dort sanken um 1,0 %.

Exporte und Importe im Oktober

weiterlesen

Europa

Industrieproduktion in Deutschland: Katastrophaler Rückgang!

Avatar

Veröffentlicht

am

Das Statistische Bundesamt hat soeben die Daten zur Industrieproduktion (Produktion im Produzierenden Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Sie ist im Vergleich zu Oktober 2018 um 5,3% rückläufig (im Vormonat waren es -4,5%). Die meisten großen Presseorgane achten auf den Monatsvergleich, also von September zu Oktober 2019. Hier gibt es ein kräftiges Minus von 1,7%, obwohl ein Plus von 0,1% erwartet wurde. Gestern hatten wir die aktuellsten Auftragseingänge besprochen, die ebenfalls extrem schwach sind mit -5,5% im Jahresvergleich. Also, die kräftige Rezession in der Industrie geht volle Fahrt weiter.

Industrieproduktion als Chart seit 2011

weiterlesen

Europa

EU: Einzelhandelsumsätze schwach – Deutschland auch beim BIP in „Abstiegszone“

Avatar

Veröffentlicht

am

Vor wenigen Minuten wurden die Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone veröffentlicht: sie fielen mit -0,6% schwächer aus als erwartet (Prognose war -0,5%). Zum Vorjahresmonat stiegen damit die Einzelhandelsumsätze lediglich um +1,4% und damit deutlich weniger als die erwarteten +2,2%.

Dazu wurden der Vormonat September von zuvor +0,1% auf nun -0,2% nach unten revidiert.

Besonders schwach war mit -1,9% Deutschland und Irland – kein gutes Omen für das Weihnachtsgeschäft. Dazu Eurostat:

„Among Member States for which data are available, the largest decreases in the total retail trade volume were registered in Germany and Ireland (both -1.9%) and Finland (-1.2%). The highest increases were observed in Portugal (+2.1%), Poland (+0.9%), Belgium and Romania (both +0.8%).“

Die Einzelhandelsumsätze im Oktober waren schwach

Das BIP der EU fiel in der letzten Veröffentlichung mit +0,2% aus wie erwartet. Auch hier: Deutschland in Sachen Wachstum in der „Abstiegszone“, während die mittelosteuropäischen Staaten das stärkste Wachstum verzeichnen:

„Among Member States for which data are available for the thirdquarter of 2019, Poland (+1.3%), Hungary (+1.1%) and Estonia (+1.0%) recordedthe highest growth compared with the previous quarter, followed by Bulgaria, Croatia and Slovenia(all+0.8%). The lowest growth was observed in Germany, Italy and Austria (all +0.1%).“

Deutschland ist Schlusslicht beim BIP

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen