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Handelsdeal – Pflaster für ein gebrochenes Bein

USA und China am Verhandlungstisch - Handelsdeal in Aussicht?

Der Schaden, den der Handelskrieg zwischen China und den USA angerichtet hat, ist nicht mehr zu reparieren. Und dieser aktuelle Handelsdeal soll die Rettung darstellen?

Die Details im Phase 1 Handelsdeal sind Wunschdenken der Amerikaner

Zwar haben die beiden Handelssupermächte USA und China eine Grundsatzeinigung für einen Handelsdeal erzielt, aber die Details wurden bisher nicht vertraglich fixiert. Lediglich schwammige Absichtserklärungen und unterschiedliche Erwartungen sind bekannt. Positiv ist der Verzicht beider Seiten auf weitere Zölle sowie die Halbierung der im September verhängten Zollsätze von 15 auf 7,5 Prozent bezogen auf ein chinesisches Importvolumen in Höhe von jährlich 120 Mrd. US-Dollar zu werten. Die Zölle von 25 Prozent auf 250 Milliarden US-Dollar für chinesische Importe werden jedoch beibehalten. Weitere Senkungen machen die Amerikaner von Fortschritten bei künftigen Verhandlungen abhängig.

Völlig euphorisch reagierten die Märkte gestern auf die Aussagen des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrates Larry Kudlow, der dem staunenden Medienpublikum mitteilte, dass der Deal natürlich bereits unter Dach und Fach sei und sich die US-Exporte nach China in den nächsten Jahren verdoppeln werden. Angeblich hätte China zugestimmt, den Kauf von US-Waren und Dienstleistungen in den nächsten zwei Jahren um mindestens 200 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, Schutzmaßnahmen für geistiges Eigentum zu ergreifen, die Öffnung des chinesischen Marktes für US-Finanzdienstleistungen voranzutreiben, das Währungsdumping einzustellen und den erzwungenen Technologietransfer zu beenden. Außerdem werde China Käufe von US-Agrarprodukten im Wert von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar vornehmen – in jedem der nächsten zwei Jahre.

Fakt ist, dass ähnlich ambitionierte Aussagen in Sachen Phase 1 Handelsdeal bereits Mitte Oktober aus dem Weißen Haus zu hören waren, als ebenfalls eine neue Zolleskalation bevorstand, die dann aber wegen der angeblichen Einigung verschoben wurde.
Man kann sich mittlerweile des Eindrucks nicht erwehren, dass immer dann, wenn eine von Trump selbst bestimmte Deadline zur Zolleskalation kurz bevorsteht, die US-Administration einseitig eine Lösung und einen Deal ausruft, nur um die selbst angedrohten Zölle nicht etablieren zu müssen.

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6 Kommentare

  1. Der aktuelle Deal muss ja nicht die Rettung sein. Wichtig ist, dass die Märkte dies glauben. Und ein endgültiger Deal wäre für die Börsen auch nicht gut. Denn dann könnnen sie nicht mehr der Möhre „Handelsdeal“ hinterherlaufen. Also jetzt kommt dann die Handelsdeal Phase II.

  2. Na ja, mal sehen ob das Plaster auch über den kommenden Freitag hinaus hält.

    1. Für Superhelden und harte Männer reicht ein Pflaster bei Knochenbruch oder Schusswunde ins eigene Bein. Drei Schritte humpeln, ein letzter verzerrter Gesichtsausdruck, dann wird die nächste Bergspitze erklommen. Erinnert an die Wayne-Brüder John und Bruce 🤪

      Heute erst gelesen: „Die US-Regierung richtet ihren Blick nun nach Europa, nachdem sie mit China eine Teileinigung im Handelsstreit erreicht hat“. Das erinnert nun eher an den dunklen Turm Barad-dûr und Saurons Böses Auge. Nachdem Gríma the Nigel „Schlangenzunge“ dem abtrünnigen weißhaarigen Saruman von der westlichen Insel das Bündnis zu verraten half und sich die wankelmütigen Haradrim aus dem Süden im Aufwind befinden, droht das letzte Bündnis der Gefährten zu scheitern.

      Die Zauberer an den Börsen werden es schon richten 🙃

      1. @Stina, als Filmfan muss ich mir diesen Kommentar einrahmen. Sensationell!

  3. @Hannes Zipfel
    Genauso sehe ich das auch. Das Spiel von Trump ist einfach viel zu durchsichtig.

    1. Klar ist es leicht zu durchschauen. Trump droht immer wieder und weiter, es wird aber keinen großen Deal geben. Das wichtigste ist ja auch, dass man weiter die Karotte vor dem Esel Börse her tragen kann.
      China kann unmöglich auf die Bedingungen eingehen. Da könnte man einem Säugetier gleich das atmen verbieten.

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