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Handelskrieg: Apple genießt Privilegien und Samsung rückt ins Visier

Hannes Zipfel

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Handelskrieg mit China - Beispielfoto von Containerschiffen vor San Francisco

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Nach diesem Motto galt Samsung bislang als Gewinner im Handelskrieg – doch damit soll nun Schluss sein. Donald Trump geht auf die Wünsche des US-Tech-Giganten aus Cupertino ein – aber nicht ohne Gegenleistungen.

Der Handelskrieg – Made in America oder zahlen

Die Chancen stehen gut, dass das Weiße Haus den Technologiekonzern Apple von den Handelszöllen vollständig befreit. Präsident Donald Trump, der selbst ein Samsung-Handy sein Eigen nennt, tut dies aber nicht aus Liebe zur Marke Apple. Vielmehr zielt er damit auf den größten Wettbewerber des amerikanischen Vorzeigeunternehmens auf dem Markt für Smartphones und Displays. Nach wie vor ist der Mischkonzern Samsung aus Südkorea in vielen Bereichen Weltmarktführer, v. a. bei den Displays. Das ärgert die Amerikaner. Sogar im aktuellen Spitzenmodel von Apple, dem iPhone 11 Pro, sind mangels eigener Technologie Displaymaterialien der südkoreanischen Konkurrenz verbaut, weshalb es auch deutlich teurer ist als die günstigeren Geräte der neuen iPhone 11 Serie.

Anlässlich Trumps gestrigen Besuchs in Apples Laptop-Produktionsstätte im texanischen Austin, wies der US-Präsident auf die Notwendigkeit hin, die Zölle für Apple weiter anzupassen, da die Handelsgespräche zwischen den USA und China mitten im Handelskrieg noch andauern würden. Ein klarer Hinweis darauf, wie weit die Vorstellungen bezüglich eines Deals mit China noch auseinanderliegen – auch zeitlich. Apple hatte im Zuge der Einführung der 25-prozentigen Strafzölle auf chinesische Komponenten eine Ausnahme für insgesamt 15 Bauteile für den u. a. von den Strafzöllen betroffenen Mac Book Pro gefordert, jedoch nur für 10 Komponenten eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Fünf Bestandteile des neuen Mac Book Pro wurden trotzdem mit dem vollen Zollsatz von 25 Prozent belegt.

Apple war zunächst davon ausgegangen, für alle beantragten Bauteile eine Ausnahmeregelung zu erhalten, und hatte sich im Gegenzug verpflichtet, den neuen Mac Book Pro beim US-Unternehmen Flex im US-Werk in Austin fertigen zu lassen. Apple betonte zudem, dass es weitere Komponenten von mehr als einem Dutzend US-Firmen beziehe, darunter von Intersil und ON Semiconductor. Um welche Bauteile es sich handelte, spezifizierte das Unternehmen aus Kalifornien gleichwohl nicht. Darüber hinaus zahlt Apple seit Mitte September Strafzölle in Höhe von 10 Prozent für AirPods und Apple Watches, die in China hergestellt und in die USA geliefert werden. Diese Zölle bleiben zunächst bestehen.

Es lohnt sich, Trumps Freund zu sein

Gestern besuchte Donald Trump medienwirksam das Werk in Texas, in dem schon seit dem Jahr 2013 das Vorgängermodell des Apple-Laptops montiert wird. Die Visite folgte auf Apples Ankündigung im September, auch die neueste Generation des Mac Book Pro in Austin fertigen zu lassen. Dies war eine direkte Reaktion auf die Zustimmung der Trump-Administration, auf Strafzölle für bestimmte in China hergestellte Computerteile zu verzichten, wenn Apple an dem Produktionsstandort im Süden der USA festhalte.
Apple hatte sich darüber hinaus dazu verpflichtet, in der Nähe des Werks einen Campus zur Aus- und Weiterbildung dringend benötigter Fachkräfte im Wert von 1 Milliarde US-Dollar zu erreichten.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    21. November 2019 22:17 at 22:17

    Sehr geehrter Herr Zipfel

    Ich lese Ihre Beiträge gerne, verstehe jedoch Ihre Schlussfolgerung nicht.

    Sie meinen, wenn eine Amputation der Brust bei einem Patienten das eignete Mittel der Wahl des Arztes war, so müsse dies auch bei einem Grippepatienten erfolgen? Schließlich wäre es ungerecht, nicht ebenfalls die teure Behandlung wie der Krebspatient zu erhalten?

    • Avatar

      Michael

      22. November 2019 11:25 at 11:25

      @Chris, ich glaube nicht, dass der Konzern mit der höchsten Marktkapitalisierung, den mit Abstand höchsten Gewinnen und einem Umsatz fast so hoch wieder des Energiekonzerns ExxonMobile an Krebs erkrankt ist und eine Brustamputation bzw. Sonderbehandlung braucht. Vor allem, da sie als Arbeitgeber, bezogen auf die Mitarbeiterzahlen, so gerade mal in die Top 40 schnuppern.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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