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Handelskrieg: Aussagen von Trump zeigen, dass ein Deal so weit weg ist wie noch nie

Wie sich die Fronten im Handelskrieg derzeit weiter verhärten

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Ende Juni findet bekanntlich der G20-Gipfel in Osaka statt – aber nach wie vor ist unklar, ob es zu einem Treffen zwischen Trump und Xi Jinping kommen wird. Dass dabei ein Deal erzielt werden könnte, gilt inzwischen als ausgeschlossen.

Vielmehr scheinen sich die Fronten weiter zu verhärten, wie gestern Abend US-Zeit getätigte Aussagen von Donald Trump zeigen – er selbst sei es, der derzeit einen Deal nicht anstrebe:

“China wants to make a deal very badly. It is me right now that is holding up the deal. And we’re going to either do a great deal with China or we’re not going to do a deal. We had a deal with China and then they went back on the deal.They said we don’t want to have four major points, five major points.”

Welche fünf Punkte Trump hier meint, bleibt unklar – aber Trump scheint als Bedingung für einen Deal die Zustimmung zu diesen fünf Punkten einzufordern, sonst habe er kein Interesse:

“We had a deal with China and unless they go back to that deal, I have no interest.”

Insider berichten, dass es derzeit keine konkreten Gespräche oder Verhandlungen hinter den Kulissen gebe zwischen den beiden Parteien. Aus Sicht Pekings wäre ein Treffen Trumps mit Xi Jinping ohne ausreichende Vorbereitung durch „sherpas“ ein großes Risiko für den chinesischen Staatschef – Trumps bekannt spontane Art dürfte Chinas Staatschef  leicht aus dem Konzept bringen. Sollte es also nicht in den nächsten Tagen konkrete Gespräche und Vorbereitungen geben, dürfte Peking wohl lieber einem persönlichen Zusammentreffen Xis mit Trump aus dem Weg gehen.

Unterdessen wirft Peking den USA das Streben nach der Hegeomonie vor, wie der inzwischen auch im Westen bekannte Chefredakteur der Global Times, Hu Xijin, formuliert:

In der „Global Times“ heißt es in einem Artikel, der auf Daten der chinesischen Behörde für Cyber-Sicherheit rekuriert, dass die meisten Cyber-Angriffe auf chinesische Rechner von den USA ausgingen. Als Quintessenz formuliert der Artikel, dass man sich von der Illusion verabschieden müsse, dass die USA ein rationaler und verantwortungsbewußt handelnder Hegemon sei:

„We should do away with assumptions that the US is a fair, rational and responsible hegemonic power. It never was, and that is an illusion it has tried to create“.

Erschwerend kommen die Ereignisse in Hongkong hinzu – die USA äusserten Sorgen, dass der Status von Hongkong gefährdet sei, China wiederum verbat sich jede Einmischung in „innere Angelegnheiten“ des Landes.

In einem Interview mit dem US-Finanzsender CNBC am Montag hatte Trump mit der Erhöhung der Zölle gegen China gedroht, wenn Xi Jinping nicht auf dem G20-Gipfel erscheine – eine seltsame Aussage insofern, als das Erscheinen Xis doch eigentlich nie in Frage gestellt wurde (möglicherweise hatte Peking die Anfragen der Amerikaner nach einem Treffen der Staatschefs ausweichend beantwortet, dass ja noch gar nicht sicher sei, ob Xi wirklich an dem Gipfel teilnehmen werde):

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Warnsignal

    12. Juni 2019 13:20 at 13:20

    Hat Trump die Hürde für die Einführung weiterer Strafzölle gegen China damit nicht selbst extrem hoch gelegt? Nach dem Motto: wenn Xi Jinping wenigstens auf dem G20-Gipfel erscheint, dann kann ich die Zölle verschieben. Das wäre ein recht plumper Versuch, den Märkten „Fortschritte“ zu suggerieren, wo es gar keine gibt, nur weil der Verhandlungspartner auf einer Veranstaltung erscheinen muss, zu der er sowieso gekommen wäre (nicht wegen Trump). So plump kann doch nicht mal Trump sein, oder?

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Rüdiger Born: Fed-Entscheidung heute Abend – Chancen im Dow

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Die Fed-Entscheidung heute Abend ist sehr wichtig! Im Dow gibt es eine Chance auf weiter steigende Kurse. Kurzfristig sieht er eher bärisch aus. Dazu mehr im folgenden Video. Die Tesla-Aktie ist aktuell mein „Trade des Tages“. Lesen Sie diese und alle noch folgenden Analysen gratis. Dazu melden Sie sich bitte hier an.

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Aktien

Schwarze Schwäne und wichtige Termine – geliebter Herbst

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Die noch verbleibenden 14 Handelswochen dieses Jahres versprechen Spannung pur. Allein die schon bekannten Termine bergen enormen Sprengstoff. Und dann gibt es ja noch Schwarze Schwäne, die wieder gehäuft auftauchen. Werfen wir also einen Blick voraus bis zum Jahresultimo.

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Schwarze Schwäne lieben den Herbst

Der Herbst ist historisch betrachtet die spannendste Phase an den Märkten. Nicht umsonst fanden 6 der 11 größten Crashs der Börsengeschichte im September und Oktober statt. Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Erstens kommt der Börsenhandel nach der Sommerpause wieder in Schwung und etliche Marktteilnehmer bilden sich zunächst ein neues Bild von der Gesamtlage und passen ihre Portfolios dem entsprechend an. Zweitens ist der Herbst ökonomisch betrachtet das Gegenstück zur Frühjahrsbelebung. Dieses Phänomen ist in einigen Bereichen signifikant ausgeprägt und gesamtwirtschaftlich spürbar, z. B. beim Tourismus und der Gastronomie, am Bau und im Immobilienmarkt und sogar bei den Automobilverkäufen. Die Konsumenten halten sich generell bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts Mitte November etwas zurück. Ausnahmen sind hier die „Back to School Season“ von Ende August bis Anfang September und Kleiderkäufe für die kalte Jahreszeit. In Summe ist die Zeit vom Ende der Sommerferien bis in den November hinein jedoch von saisonaler wirtschaftlicher Schwäche geprägt.

In diesem Jahr gehen viele Volkswirtschaften bereits geschwächt in die Herbstberuhigung und das könnte die Abschwungdynamik in den nächsten Monaten nochmals verstärken. Unvorhersehbare Ereignisse, die zu Marktturbulenzen führen, finden gehäuft in den letzten Wochen des Jahres statt. Man könnte sagen, dass das Immunsystem sowohl der Wirtschaft als auch der Märkte im Herbst angeschlagen ist. Gestern gab es bereits einen Vorgeschmack auf das, was sich jetzt wieder öfter zeigen könnte: Schwarze Schwäne. Das erste Mal seit der Finanzkrise musste die US-Notenbank den Geldmarkt mit bislang 53,15 Mrd. US-Dollar vor dem Kollaps bewahren. Der Auslöser dafür ist erschreckend banal und sollte in seiner Dimension eigentlich für einen Markt mit „gesunder Finanzmarktstabilität“ (O-Ton der Fed) ohne Weiteres verkraftbar sein. Doch mit der Stabilität scheint es nicht weit her zu sein, wenn lange absehbare Zahlungen von Unternehmenssteuern und die Emission von US-Staatsanleihen in Höhe von 78 Mrd. US-Dollar das gesamte System ins Wanken bringen und die Zentralbank zu Notmaßnahmen zwingen.

Auch auf geopolitischer Ebene drohen Überraschungen, so wie die jüngsten Attacken auf saudische Ölanlagen am vergangenen Wochenende im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi Arabien und ihren Koalitionären (China und Russland vs. USA und Israel). Bereits in der kommenden Woche gibt es zu dieser Entwicklung einen sehr wichtigen Termin anlässlich der UN-Generaldebatte in New York. Ein weiteres politisches Großereignis ist der nach wie vor drohende harte Brexit am 31. Oktober. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte nach seinem ergebnislosen Treffen mit Premier Johnson am Montag: „Das Risiko eines harten Brexit ist nun mit Händen zu greifen“. In Deutschland könnte die SPD zum Jahresende für Turbulenzen sorgen, wenn sich die Genossen für eine neue Führungsspitze entscheiden sollten, die die große Koalition ablehnt.

Kursbeeinflussender Termine voraus

Im Folgenden finden Sie eine Liste, die ausgewählte börsenrelevante Termine in den kommenden Wochen und Monaten zeigt:

Schwarze Schwäne Terminliste

Fazit

Es brodelt gewaltig unter der Oberfläche, wie die massiven Umschichtungen und der Dollar-Liquiditätsstress zuletzt wieder gezeigt haben. Früher hätte schon allein der Kollaps der argentinischen Währungen die Alarmglocken der Marktteilnehmer schrillen lassen und sie zu mehr Risikosensibilität veranlasst. Doch diese Selbstschutzreflexe wurden den Marktteilnehmern durch Notenbank-Puts abtrainiert und auch die Algos wissen es nicht besser. Doch der Verlass auf die Zentralbanken und die Ignoranz gegenüber einer sich aufbauenden historischen Risikokulisse lassen Schwarze Schwäne nicht einfach verschwinden. Eher ist es so, dass man Ereignisse, die sich bereits als realistisches Risikoszenario seit Längerem abzeichnen ignoriert und sie dann bei ihrem Auftreten als unvorhersehbar deklariert. So gesehen sind viele Schwarze Schwäne nur eine Entschuldigung für die mangelnde Prognosequalität überbezahlter Analysten. Das gilt auch für die Kaiser der US-Fed, die sich heute wieder in ihrem Palast in Washington treffen. Sie könnten bald gänzlich ohne Kleider dastehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies genau im Herbst und für viele Marktteilnehmer völlig überraschend passiert. Die bis Jahresultimo anstehenden wichtigen Ereignisse sind jedenfalls diplomatisch formuliert in Summe „herausfordernd“.

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Fed – jüngstes Gerücht: heute Start von QE!

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde

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Was wird die Fed heute Abend entscheiden? Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die US-Notenbank heute den Leitzins (Federal Funds Rate) heute um 0.25% senken wird – aber möglicherweise kommt doch mehr, zumal nach den gestrigen Ereignissen!

Denn gestern passierte Aussergewöhnliches – ein „Cash Crunch“ bei der Dollar-Refinanzierung mit einem fast absurden Anstieg der repo rate auf 10%:

Was ist da passiert? Plötzlich hatten die US-Banken ein akutes Liquiditätsproblem:

Die New York reagierte und pumpte erstmals seit der Finanzkrise Geld in den Repo-Markt (53 Milliarden Dollar), nachdem sie die Aktion nach einer technischen Panne vorher hatte abbrechen müssen. Gleichwohl stiegen die repo rates nach der Injizierung von Cash ins System wieder an:

Heute soll nun eine weitere Liquiditäts-Tranche der New York-Fed folgen im Volumen von ca. 70 Milliarden Dollar – die Ursache des „Cash Crunch“ ist nach wie vor unklar (Abführung von Steuern am kommenden Montag; Flut neuer US-Anleiheemissionen, die Liquidität absaugten sind erste Erklärungsansätze.).

Entscheidend aber ist, dass die Ereignisse über den plötzlichen Anstieg der repo rate die Fed unter Handlungsdruck bringen dürfte – in seinem webcast hatte gestern Bond-King Jeff Gundlach klar gemacht, dass die US-Notenbank wohl gar nicht anders handeln könne, als QE (Anleihekäufe) wieder einzuführen.

Also faktisch jenes Programm wieder zu aktivieren, dass dann die Bilanzsumme der Fed wieder erhöhen würde – und dessen Reduzierung mittels „Autopilot“, wie Jerome Powell einst auf der PK der Notenbank-Sitzung im Dezember 2018 formulierte, einen massiven Absturz der Wall Street auslöste. Auf der Sitzung im Januar 2019 machte Powel dann einen Rückzieher vom Begriff „Autopilot“ – es folgte eine heftige Rally der US-Indizes.

Angesichts des massiven Anstiegs der repo rates macht heute nun mehr und mehr das Gerücht die Runde, dass die Fed heute eine Art „QE light“ starten werde im Volumen von 100 bis 125 Milliarden Dollar pro Jahr:

Käme es so, wäre das für die Aktienmärkte – die sich über jede fudamentale Logik hinwegsetzen aufgrund der Erwartung weiterer Notenbank-Liquidität – ein weiterer Grund für eine Party! Zinssenkungen und QE, was will man mehr – dass die Weltwirtschaft ein Problem hat interessiert da doch eher nur am Rande..


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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