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Handelskrieg befriedet? USA zufrieden mit China

Die USA scheinen den Handelskrieg beendet zu haben. Zölle sind verhängt, und gegenüber China lässt man entspannt monatelang Zeit.

US-Finanzminister Scott Bessent
US-Finanzminister Scott Bessent. Foto: Bloomberg

Donald Trump hat im Handelskrieg reihenweise hohe Zölle gegen seine Handelspartner durchgesetzt. Auch die EU fügt sich mit 15 % US-Zoll auf Importe aus der EU, während die EU selbst 0 % Zoll gegen die USA ansetzt. Nur mit China ist Trump noch nicht einig. Aber man scheint keinerlei Eile mit Peking zu haben, und gibt sich außerordentlich zufrieden mit dem Status quo.

US-Finanzminister Scott Bessent hat erkennen lassen, dass Washington mit den bestehenden Zöllen auf chinesische Waren zufrieden ist – ein Signal dafür, dass die Trump-Regierung in den Beziehungen erst einmal Ruhe wahren will, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: Auf die Frage, wann es Fortschritte in den Verhandlungen geben werde und ob die USA wegen der Zölle ein Handelsabkommen benötigten, erklärte Bessent im Fox-News-Interview: Mit der aktuellen Zollregelung gegenüber China sei man “sehr glücklich”. Und weiter: “Ich denke, im Moment funktioniert der Status quo recht gut.”

Er fügte hinzu: “China ist die größte Einnahmequelle bei den Zollerlösen – also: Wenn etwas nicht kaputt ist, repariere es nicht. Wir haben sehr gute Gespräche mit China geführt. Ich nehme an, wir werden sie vor November wiedersehen.”

Bessents Aussagen deuten darauf hin, dass die Entspannung im Handelskrieg zwischen beiden Seiten anhält – und damit womöglich Raum für ein Treffen von Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping entsteht. Die Trump-Administration hat in den vergangenen Wochen ihren konfrontativen Ton gegenüber Peking merklich gedämpft, um ein Gipfeltreffen mit Xi und ein Handelsabkommen zu ermöglichen. Außenminister Marco Rubio erklärte, ein Treffen der beiden sei wahrscheinlich, obgleich noch kein Termin feststeht.

Erst vergangene Woche hatte Trump eine Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren um weitere 90 Tage bis Anfang November ausgesetzt – ein Schritt, der die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt stabilisierte. Grundlage dafür war die Vereinbarung zwischen Washington und Peking, gegenseitige Strafzölle zurückzufahren und Exportbeschränkungen auf Seltenerdmagnete und bestimmte Technologien zu lockern. Nach Einschätzung von S&P Global Ratings tragen die Einnahmen aus Trumps Zöllen zudem dazu bei, die negativen Folgen seiner Steuersenkungen für den US-Haushalt abzufedern – und sichern so die bestehende Kreditwürdigkeit des Landes.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. würde den wirtschaftskrieg eher als „etabliert“ als „beendet“ bezeichnen.

    die auswirkungen der höchsten zölle seit den 1930er jahren werden erst im laufe der nächsten monate wirklich sichtbar. zudem kommt, dass auch die unsicherheiten über die folgen (inflation, zinsen) somit zumindest bis jahresende bestehen bleiben – was zusätzlich sand ins getriebe streuen wird.

  2. Ich glaube das ist nur ein Teil des Problems. Bei Kupfer ist es so, dass nur das Kupfer zollfrei in die USA kommt, für Kupferprodukte gelten Zölle. So wie es aussieht kommt das jetzt auch bei Stahl und Aluminium. Der Exporteur muss dann ausrechnen wieviel dieser Metalle in seinem Produkt stecken und dafür dann den Zoll zahlen. Keine Ahnung was passiert wenn das nicht stimmt. Aktuell gibt es im Internet Berichte, wonach einzelne Container vom Zoll in Mexiko angeguckt werden und wenn nur ein Fehler im Container gefunden wird, ist der ganze Container dran. Die Dinger stapeln sich schon in Mexiko. Ich bin sicher so soll der Umweg Mexiko geschlossen werden. Also, das mit den Metallzöllen dürfte die nächste Runde im Zollkrieg werden.

    PS: Die Autozölle zu senken dürften nicht nur für Autos aus der EU vergessen worden sein, sondern das wird bei Südkorea und Japan nicht anders sein. Übrigens, die haben auch versprochen Billionen in der USA zu investieren und wahrscheinlich hatten sie auch nicht vor das tatsächlich zu tun. Wie ich heute gelesen habe hat Japan erstmals ein Handelsdefizit – so schlecht läuft der Export. Ja und dann sieht es so aus, dass Trump für die Zuschüsse zu Investitionen von asiatischen Chipunternehmen in der USA Aktien haben will. Also, das Modell Intel.

  3. Wir bauen Elektromotoren und da kann man sich beim Kupferanteil selbst denken, was da los ist…

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