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Handelskrieg – China verschärft Ton gegen USA

Der Handelskrieg ist nur die Spitze des Eisbergs: es ist ein Kampf um die Vormachststellung in der Welt, und Peking attackiert die USA scharf

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Nun haben wir Anfang September – und immer noch ist nicht klar, ob und wann die chinesische Deleagtion nach Washington reist und durch die Wiederaufnahme des zwischenzeitlich gerissenen Gesprächsfadens den Handelskrieg nicht noch weiter eskalieren zu lassen. Aber ein Blick in die „Global Times“, ein Organ der Kommmunistischen Partei und in Gestalt ihres Chefredakteurs Hu Xijin derzeit wichtigsten Twitterer aus China, zeigt, dass sich die Tonlage zwischen den beiden Weltmächten derzeit wieder deutlich verschärft – und damit eine baldige Entspannung im Handelskrieg unwahrscheinlich erscheint.

Wäre es nur ein Handelskrieg zwischen den beiden Großmächten, gäbe es wahrscheinlich eine baldige Lösung des Konflikts. Aber es ist eben viel mehr als ein Handelskrieg: es ist ein Kampf um die Vormachstellung in der Welt, und die bisher unangefochten dominante Weltmacht USA will den immer stärker werdenden „Emporkömmling“ China in seine Schranken weisen. China wiederum sieht sich als natürlicher Dominator der Welt („Reich der Mitte“), eine Rolle, die man jahrhundertelang innehatte und nun eben wieder einnehmen wird.

Diese beiden konkurrierenden, sich widersprechenden Sichtweisen hat der Historiker Graham Allison als „Thukydides-Falle“ bezeichnet. Der antike Historiker Thukydides hatte einen Krieg durch den Aufstieg Athens auf Kosten der damals führenden Macht Sparte als unausweichlich bezeichnet – und der moderne Historiker Allison zeigt, wie gefährlich solche Konflikte um die Vormachstellung in der Geschichte immer wieder waren.

Für die aktuelle Konfliktlage zwischen der Supermacht USA und der aufstrebenden Macht China formuliert Allison:

„Thucydides’s Trap teaches us that on the historical record, war is more likely than not. From Trump’s campaign claims that China is “ripping us off” to recent announcements about his “great chemistry” with Xi, he has accelerated the harrowing roller coaster of U.S.-China relations. If the president and his national security team hope to avoid catastrophic war with China while protecting and advancing American national interests, they must closely study the lessons of the Cold War.“

Neben der gegenseitigen Bezollung spielen aber auch andere, geostrategische Konfliktthmene eine große Rolle: etwa die Waffenlieferunge der USA an Taiwan, derzeit aber vor allem die Unruhen in Hongkong und die Kritik der USA an der Lage der Uiguren mit „Umerziehungslagern“ in Xinjiang mit totaler Überwachung der uigurischen Bevölkerung.

So hatte vor einigen Tagen US-Aussenminister Pompeo per Twitter den Umgang mit den Uiguren scharf kritisiert. Heute folgt darauf eine scharfe Reaktion Pekings – die USA hätten kein Recht, sich in die inneren Angelegenheien Chinas einzumischen, die Trump-Administration führe einen kalten Krieg gegen Peking:

Derzeit besonders aufgeladen sind die Spannungen um Hongkong – Chinas Aussenministerium hat heute erneut ein Eingreifen des chinesische Militärs in Hongkong als rechtmäßig bezeichnet, das entspreche dem Basic Law, also der Verfassung Hongkongs, wenn die Hongkonger Regierung chinesische Truppen anfordere:

Die Unruhen in Hongkong trügen Anzeichen von „Terrorismus“:

Der Handelskrieg jedoch zwischen den USA und China ist auch ein „Krieg“ um die technologische Vorherrschaft – die USA versuchen dabei, die Speerspitze der chinesischen Technolgie, Huawei, kalt zu stellen. Heute hat Huawei in einem Email-Statement den USA vorgeworfen, mittels Cyber-Attacken gegen das Unternehmen zu agieren. Dabei würden Visa verweigert und Huawei-Mitarbeiter verhaftet:

Der amerikanische Gegenpart zu Huawei ist Apple – und hier hat Peking heute in Gestalt der „Global Times“ klargemacht, wie man die Sache sieht: Apple brauche den Absatzmarkt in China, aber China brauche Apple nicht:

„The trade war is having a profound impact on Apple. The longer the trade war continues, the more extensive will be the company’s losses. China can afford to lose Apple and develop a 5G network with its domestic champion Huawei, but can Apple afford to lose the Chinese market?“

Die Auseinandersetzung zwischen den USA und China ist die große geostrategische Konfliktlinie des 21.Jahrhunderts – ein Kampf um die Vorherrschaft, dessen sichtbarster Teil der Handelskrieg ist. Wenn das mal gut geht..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    3. September 2019 13:49 at 13:49

    was überdeutlich wird, ist dass die beiden Seiten eine komplett unterschiedliche Sprache sprechen. Während China eine Verhandlung unter gleichen will, sieht sich die USA in einer sehr dominanten Position und interpretiert (wirklich oder aus Marketing Aspekten) jede rationale Aktion der Chinesen ala “ Wir sollten die Eskalation lassen und sprechen“ als Zeichen der Schwäche…so wird das nie was. Eigentlich sollten die Chinesen die Gespräche platzen lassen, dann steht Trump ohne Kleider da und bekommt Druck von der US Wirtschaft.

    p.s. heute neue Zölle der Chinesen gegen ein Kunststoffvorprodukt

  2. Avatar

    Hesterberg

    3. September 2019 14:21 at 14:21

    Genau! Wenn das mal gut geht. Und es sieht nicht danach aus, als könnte es gut gehen. Aber die Märkte blenden die immer größer werdenden Gefahren einfach aus. Mir soll es recht sein, umso heftiger wird der große Knall.

    • Avatar

      Columbo

      3. September 2019 15:15 at 15:15

      So ganz scheinen die Märkte die Gefahren doch nicht auszublenden. Wie sonst erklärt sich der steigende Goldpreis?

      • Avatar

        Hesterberg

        3. September 2019 16:15 at 16:15

        Ich glaube nicht, dass die, die weiter bullisch für die Aktienmärkte sind, großen Gefallen an Gold finden. Es sind wohl eher die Bären und vor allem das Heer frustrierter Sparer, die in den Edelmetallen Sicherheit suchen.

  3. Avatar

    USLA

    3. September 2019 15:43 at 15:43

    Da es in diesem Konflikt um mehr als nur um die Wirtschaft geht finde ich es gut,das Trump (USA) die Chinesen unter Druck setzt, über die Art und Weise kann man bestimmt diskutieren. Aber Fakt ist China ist kommunistisch alles ist staatlich kontrolliert.
    Planwirtschaft hat noch nie Funktioniert und ich denke das China, wenn es sich sturkturell nicht ändert über kurz oder lang scheitern wird. Das bedeutet freier Marktzugang und freier Geldtransfer, das aber wiederum bedeutet mehr Demokratie und weinger Staat, defacto Machtverlust der Regierung.
    Auch von seiten der EU sollte der Druck auf China in die Richtung freie Marktwirtschaft und Schutz von geistigem Eigentum erhöht werden.
    Was die Handelsbeziehung zu China angeht ist es meiner Ansicht nach so, dass sich die Deutschen Firmen seit der „öffung“ Chinas mehr oder wengier an China verkauft haben, da man fast alle Bedingung der Chinesen akzeptiert hat um mehr Profit zu generieren. Man sollte langfristig immer darauf achten mit wem man sich ins Bett legt.
    Theoretisch könnte man ja auch Wirtschaftsbeziehung zu Nordkorea unterhalten ist auch kommunistisch aber eben wirtschaftlich unbedeutend.
    Ich möchte nicht unter einem chinesische Hegemon leben deshalb sollte auch die neue Seitenstrasse seitens der EU verhindert werden, immer daran Denken in China gibt es keine Meinungsfreiht, Systemkritik unerwünscht,kein Youtube,Facebook etc.China hat die höschste Hinrichtungsrate der Welt und Menschrechte Fehlanzeige.
    Was würde in Deutschland oder der EU passieren wenn es von heut auf morgen kein Youtube, Facebook, Whatup mehr gäbe und diese Medien durch staatlich kontrollierte Medien ersetzt werden würden??? China lässt Grüssen.

  4. Avatar

    Altbär

    3. September 2019 16:32 at 16:32

    @ Columbo, auch der T-Bond u.der Vix deuten eher auf fallende Kurse, was mich weniger erstaunt als die steigenden Kurse ,vor dem Wochenende mit den Zollentscheiden.
    Es gibt manchmal Tage wo die Börsen für einige Minuten sogar die Fundamentaldaten beachten.

  5. Avatar

    Roberto

    3. September 2019 16:37 at 16:37

    @USLA…keine Sorge. Deutschland ist auf dem besten Weg genau dahin zu steuren wo China sich befindet. Die Anfänge mit den staatlich kontrollierten Mieten sind schon mal auf dem Weg gebracht ( Berliner Mietendeckel von der ehem.PDS, jetzt Linkensenatorin als Gesetzesvorlage eingebarcht ). Eines nach dem anderen. Viele meiner Kollegen haben geplante Projekte jetzt zurückgezogen und wollen außerhalb Deutschlands investieren. Die dringend gebrauchten Wohnungen werden somit noch viel weniger werden. Die schiessen sich alle selbst ins Knie, nur weil sie zu unfähig sind ihre eigene verfehlte Wohnungspolitik seriös zu lösen. Mal sehen wo wir noch hin steuern. Bin sehr neugierig. Investitionsstandort Deutschland ist somit erst mal passé. Wer will schon in einem Land investieren, wo er nicht weiß ob er „Morgen“ nicht vom Gesetz beschnitten wird ? Kommunismus kommt mit großen Schritten nach Deutschland und die „Gutmenschen“ merken nichts. Heute klatschen sie in jeder Diskussuionsrunde den linken Populisten zu und merken nicht das sie Morgen die ARbeitslosen sein werden, weil durch den vertrauensverlust die Investitionen dramatisch zurückgehen werden und somit überall Einsparungen erolgen werden.

    • Avatar

      USLA

      3. September 2019 16:54 at 16:54

      @ Roberto das trifft leider den Nagel auf den Kopf. Aber so ist das nun mal wen ein Land von Schildbürgern regiert wird. Leider sehr traugig aber wahr. Man kann nur hoffen und halt die richtige Partei wählen.

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Rüdiger Born: Auch wenn Sie es nicht mehr hören können…

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Die US-Indizes tendieren leicht gen Süden. Nun wird es spannend. Gibt es eine Einigung auf einen Billionen-Stimulus in den USA oder nicht? Ob die Indizes in Kürze kräftig steigen oder doch fallen, das können wir als Trader vorher nicht wissen. Daher spreche ich im folgenden Video ein wichtiges Thema an, auch wenn Sie es nicht mehr hören können!

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Dax: Extremer Optimismus ohne entsprechende Kaufbereitschaft mahnt zur Vorsicht

Stephan Heibel

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Vor ca. 10 Tagen schrieb ich „Nachhaltig steigende Kurse sind auf dieser Basis schwer erzielbar.. wahrscheinlicher ist es, dass bald Gewinnmitnahmen einsetzen“: Am Mittwoch letzter Woche brach der DAX zwischenzeitlich um 3% ein. Es war ein sehr kurzes, vielleicht aber dennoch reinigendes Gewitter. Schauen wir uns an, wie sich dieser kurze Ausflug in den Börsenkeller auf die Stimmung ausgewirkt hat.

Dax: Die Stimmung der Investoren

Unser Aktiensentiment ist auf -3,0 eingebrochen (zuvor +1,9). Ab Werten von -4 spreche ich von Extremwerten, die im Sinne der Sentiment-Theorie einen Aktienkauf nahelegen. Denn insbesondere bei extrem negativen Stimmungswerten, die in Richtung Panik gehen, hat sich in der Vergangenheit häufig ein Boden am Aktienmarkt gebildet. Reicht ein Wert von -3 derzeit bereits für einen tragfähigen Boden aus?

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Mit den fallenden Kursen ist Verunsicherung einher gegangen (-3,9). Obwohl dieser Rücksetzer aus unserer Sentimentsicht überfällig war, habe ich in der Finanzpresse vielfach gelesen, dass man das nicht hätte erahnen können. Viele waren also überrascht.

So sind die beiden folgenden Sentiment-Daten nur konsequent: Die Erwartungshaltung der Anleger ist auf +3,4 angestiegen (Vorwoche +1,7). Damit kratzen wir schon an einer extrem bullischen Stimmung, zuletzt war die Stimmung Mitte März, also im Corona-Crash, so stark optimistisch. Seit Juni bewegen wir uns jedoch seitwärts. Wenn in der Vergangenheit im Rahmen einer Seitwärtsbewegung Optimismus aufkam, so stand eine neue Richtung unmittelbar bevor – leider gibt es keine klare Tendenz, ob diese nun gen Norden, oder gen Süden ausfallen wird.

Halten wir also fest: Es wird spannend.

Die Investitionsbereitschaft notiert mit einem Wert von 2,8 zwar deutlich im positiven Bereich, das kennen wir aber auch noch besser. Insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Optimismus wäre eine noch höhere Investitionsbereitschaft wünschenswert, um auf künftig steigende Kurse beim Dax zu hoffen. Hmm, ich werde also die Entwicklung der Investitionsbereitschaft in den kommenden Wochen besonders genau beobachten.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei 2,0 und zeigt somit an, dass überwiegend auf steigende Kurse beim Dax spekuliert wird. Das passt zum großen Optimismus, den wir in unserer Umfrage messen.

Institutionelle Anleger, die gerne über die Eurex spekulieren, haben diese Woche jedoch überwiegend Puts gekauft. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,8 gestiegen. Damit setzen die Profis auf einen weiteren Rückschlag am Aktienmarkt. Gleichzeitig sichern sie den Aktienmarkt gegen zu große Einbrüche ab.

In den USA ist das Put/Call-Verhältnis seit vielen Wochen notorisch niedrig, so auch diese Woche. Dies ist ein Zeichen für exzessiven Optimismus unter Spekulanten.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 103% gehoben. Nachdem im Vorfeld des Quartalswechsels zum 1. Oktober hohe Cashbestände aufgebaut wurden, um etwaige Kundengeldauszahlungen leisten zu können, wurde die Investitionsquote nun in Rekordgeschwindigkeit wieder auf das hohd Niveau von Ende August zurückgeführt.

Zur Erklärung: Hedgefonds ermöglichen es ihren Kunden in der Regel nur einmalig im Jahr, Geld ein- oder auszuzahlen. Wer seine Millionen in einen Hedgefonds geben, oder sich Geld auszahlen lassen möchte, der muss bis zum 1. Oktober warten. Bis dahin kann man seine Wünsche anmelden, danach muss man wieder ein Jahr warten. Im Vorfeld dieses Stichtages generieren Hedgefonds also Cash, um die gewünschten Auszahlungen dann auch tätigen zu können. Nun wird das Geld, das gegebenenfalls nur den Hedgefonds gewechselt hat, wieder angelegt.

US-Privatanleger lassen ihre Skepsis langsam fallen, das Bulle/Bär-Verhältnis ist auf nur noch -1 angestiegen (Ende September noch -20).

Der technische Angst und Gier Indikator (Fear & Greed Index) des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 59% eine verhältnismäßig neutrale Verfassung an.

Interpretation

Ich habe das Gefühl, wir brauchen noch mehr Investitionsbereitschaft, um aus der seit Anfang Juni bestehenden Seitwärtsbewegung nach oben auszubrechen. Die Sentiment-Theorie ist eine Theorie der Gefühle. Zwar versuche ich, die Gefühle in harte Zahlen zu pressen, doch die Interpretation mit rein mathematischen oder statistischen Methoden ist nicht immer zielführend. Daher nehme ich mir heraus, hin und wieder auch meinen eigenen Eindruck mit einfließen zu lassen.

Zwar hat der Rückschlag dieser Woche viele Anleger überrascht und sogar ein wenig geschockt. Aber Panik, wie sie für das Ende einer länger anhaltenden Marktphase erforderlich ist, habe ich noch nicht gesehen. Somit könnte der Rücksetzer dieser Woche ausreichen, um für ein oder vielleicht sogar zwei freundliche Börsenwochen zu sorgen. Doch für einen Lauf in Richtung neuer Allzeithochs im DAX dürfte mindestens ein weiterer Rücksetzer erforderlich sein.

Was jedoch nicht heißen muss, dass wir den DAX nochmals tiefer sehen werden. Daher ist es immer ratsam, an Tagen mit heftigen Kursverlusten den einen oder anderen Liebling einzusammeln. Wir haben keinen Ausverkauf gesehen, der uns ermutigen sollte, unsere restlichen Barbestände in Aktien zu stecken. Vielmehr ist es weiterhin sinnvoll, ein wenig Cash in der Hinterhand zu behalten, um auch beim nächsten Rücksetzer kraftvoll zubeißen…, ähem, zugreifen zu können. Aber einen Teil Ihrer Barreserve können Sie auf dem aktuellen Niveau schonmal einsetzen.

Insbesondere in den USA ist der Optimismus noch immer sehr groß. Fondsmanager und Spekulanten an der CBOE sind weiterhin extrem bullisch positioniert, lediglich Privatanleger werden vorsichtiger. Auch in den USA gibt es also noch keine gute Basis für eine Fortsetzung der Rallye, da fehlt weiterhin eine zwischenzeitliche Marktbereinigung.

Somit gehe ich davon aus, dass wir weitere Kaufgelegenheiten präsentiert bekommen. Es lohnt sich, heute schon die Aktienlieblinge zu markieren, damit Sie im Falle eines Rücksetzers schnell zu einer Entscheidung kommen.

Wie ist die Stimmung derzeit gegenüber dem Dax?

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