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Handelskrieg – Chinas Spiel auf Zeit

..und die Märkte spielen mit!

Wolfgang Müller

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am

Der Machtpoker geht immer weiter. Ein ständiges Hin und Her und Auf und Ab von Drohungen, Ankündigungen, Verschiebungen und neuen Gesprächsrunden im Handelskrieg lassen die Finanzmärkte stets im Ungewissen. Im Wesentlichen ist dieser aber ein Spiel auf Zeit von beiden Seiten, allerdings mit unterschiedlichen Motiven.

 

Handelskrieg – Chinas Politik der Nadelstiche

China hat zweifelsohne ein großes Problem mit seiner Wirtschaft, nach einer Dekade der Verschuldung. Dies haben die jüngst veröffentlichen Augustzahlen wieder deutlich gemacht. Man befindet sich auch wegen seiner großen Exportabhängigkeit, insbesondere zu den USA, eigentlich in einer ungünstigen Ausgangslage in diesem Handelskonflikt.

Deshalb verfolgt die chinesische Strategie, die erkennbar von einem Spielen auf Zeit geprägt ist, mehrere Zwecke: Zum einen will man mit einer maßvollen Gegenpolitik zur Trumpˋschen Eskalation die heimische Wirtschaft nicht abwürgen, sondern man versucht Zeit zu gewinnen sich neu aufzustellen. Zum Beispiel für die Entwicklung von Huaweis Betriebssystem HarmonyOS, den Aufbau neuer Exportmärkte und einer eigenen Chipindustrie sowie der Verhinderung eines zu starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit (Stichwort Wanderarbeiter). Das Ganze im 70. Gründungsjahr der Volksrepublik China.

Zum anderen spart man sich eventuell härtere Gegenmaßnahmen für das Jahr 2020 auf, für eine Zeit, in der konjunkturelle Schwächen der US-Wirtschaft dem jetzigen Amtsinhaber ganz besonders weh täten.

 

Trumps Strategieänderung

Nachdem der US Präsident erkennen musste, dass er seine eigene Wirtschaft mit der Brachialgewalt der angedrohten Zölle schädigen würde, ist er zu einem twittergetriebenen Spiel der Eskalation und Deeskalation im Handelskrieg übergegangen. Immer so tun, als sei mein Herr der Lage sei und der chinesische Verhandlungsgegner würde jeweils klein beigeben.

Damit nimmt er Rücksicht auf die Aktienmärkte, an denen er sich erklärtermaßen messen lassen will – und natürlich auf die eigene Wirtschaft, sprich den US Konsumenten, der mit seinen 70 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt nicht nur ein Zünglein an der Waage darstellt. Dazu versucht Trump mit aller Gewalt die US Notenbank Fed zu starken Zinssenkungen und weiteren Kapitalmaßnahmen zu nötigen, um zumindest ein konjunkturelles Strohfeuer im Vorfeld der US Wahlen zu erzeugen.

 

Fazit

Das Problem für die US-Politik des Abwartens könnte in den zahlreichen Vernetzungen einer globalisierten Wirtschaft liegen. Desto länger der Handelsstreit andauert, umso größer werden die Einflüsse auf das Welthandelsystem sein, welche sich irgendwann auch auf den riesigen US-Binnenmarkt auswirken werden.

Das spürt natürlich auch Donald Trump, nicht zuletzt an der Reaktion der Rentenmärkte, die mit übergroßer Deutlichkeit eine Rezession im Wahljahr 2020 einpreisen. Es vergeht kein Tag, an dem in den Medien nicht ellenlang über die Konsequenzen einer Invertierung der Zinskurve diskutiert wird. Deshalb auch die immer stärker werdenden verbalen Entgleisungen des Präsidenten und seine Nervosität, auch erkennbar an seinem Umgang mit Fakten.

Derzeit scheint das Spiel auf Zeit in diesem Machtpoker mehr aus Seiten Chinas zu stehen, auch wenn es den Anschein hat, als dass die US-Regierung mit der Idee einer Emission von Superlangläufern (50 und 100-jährige Staatsanleihen) weitere Konjunkturprogramme im Auge hat, vielleicht, um einen neuen „Sugar Rush“ im Wahljahr zu erzeugen.

Die aktuellen Kursavancen an den Börsen spiegeln einmal mehr die Effekte des bisherigen Verzögerungsspiels wider. Die scheinbare Verhandlungsbereitschaft der Chinesen und eine im Raum stehende Verschiebung der gerade von Trump angedrohten Zölle lassen die Anleger jubeln – es wurde wieder Zeit gewonnen, bis zum nächsten Dementi.

 

Im Handelskrieg verfolgt China eine Taktik des Hinhaltens

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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