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Handelskrieg – das Problem mit dem Timing

So begrüßenswert eine Übereinkunft zur Entschärfung im Handelskrieg wäre, so unangenehm könnte aus Trumps Sicht und für die US-Wirtschaft eine mögliche Folgewirkung

So begrüßenswert eine Übereinkunft zwischen den USA und China zur Entschärfung im Handelskrieg wäre, so unangenehm könnte aus Trumps Sicht und für die US-Wirtschaft eine mögliche Folgewirkung aus einer ganz anderen Richtung werden.

Handelskrieg und die Fed

Bei allem Optimismus bezüglich des weiteren Konjunkturverlauf der USA im Falle eines Deals im Handelskrieg gibt es dennoch eine mögliche problematische Nebenwirkung: die US-Geldpolitik. Die Gouverneure um Fed-Chef Jerome Powell waren gemäß jüngsten Statements bereits soweit, für Ende Oktober eine dritte Zinssenkung und den Start eines regulären QE-Programms zur Stabilisierung des Geldmarktes ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Neben dem Vizepräsidenten der Fed, Richard Clarida, dem CEO der Chicago Fed, Charles Evans, sowie dem Chef der St. Louis Fed, James Bullard, ist sogar der von Trump so oft gescholtene Notenbankpräsident Jerome Powell zu einer aggressiven Nutzung der geldpolitischen Instrumente bereit.

Doch der Druck auf die Geldpolitiker, genau das umzusetzen, was die überschuldete US-Ökonomie braucht, nämlich rasche Zinssenkungen und ein neues QE-Programm, würde damit stark abnehmen. Insofern besteht die reale Gefahr, dass ein weiteres Zögern der Währungshüter die positiven Effekte eines möglichen Handelsdeals negativ überkompensiert.

Vor allem der avisierte Währungsdeal mit China könnte dadurch konterkariert werden, dass sich die Zinssenkungserwartungen in den USA deutlich vermindern und der Dollar im Zuge dessen erneut gegenüber den wichtigsten Handelspartnerwährungen aufwertet (außer gegenüber dem Yuan).

Gesamtverschuldung der USA in Billionen US-Dollar (Quelle: Fed of St. Louis):

Der Zins ist der größte Feind der US-Wirtschaft

Sehr wahrscheinlich wird sich ein Teil der zuletzt stark in den Anleihemarkt ergossenen Geldströme in Folge eines Waffenstillstands im Handelskrieg umkehren und die Renditen für Staats- und Unternehmensanleihen steigen lassen. Damit würden auch die Zinsen für Darlehen aller Art, auch für Immobilien, ansteigen. Aufgrund der Gesamtverschuldung in Höhe von mehr als 70 Billionen US-Dollar zahlen die Amerikaner bereits in Summe über 3,5 Billionen US-Dollar Zinsen pro Jahr. Allein die Bundesregierung zahlt mittlerweile über 900 Millionen US-Dollar Zinsen – pro Tag. Die Zinssensitivität sowohl des Konsums, des Immobilienmarktes als auch der Investitionen hat das höchste Niveau in Friedenszeiten erreicht. Jeder Basispunkt mehr Zins kostet Wachstum.

 

Fazit: Handelskrieg und Zinsen

Kommt es tatsächlich noch in dieser Woche zu einem Deal, der die Märkte frohlocken lässt und die für 15. Oktober geplanten Zollanhebungen verhindert, dürfte sich die Stimmung an den Aktienmärkten, in der Wirtschaft und bei den Verbrauchern kurzfristig aufhellen und den Handlungsdruck von der Fed nehmen. Dann würde Trump zwar von der Front im Handelskrieg Unterstützung für eine im Wahlkampf benötigte starke Konjunktur erhalten, aber was ist mit den zyklisch- und schuldenbedingten Wirtschaftsproblemen in den USA überall auf der Welt? Besser wäre es, die Fed vor einem Deal Fakten in Sachen Zinsen und QE-Programm schaffen zu lassen. Andernfalls könnten die Notenbanker es sich wieder tatenlos gemütlich machen in ihrer schöngefärbten Welt des immerwährenden und selbsttragenden Aufschwungs in der größten Nation der Weltgeschichte.

Kommt es im Handelskrieg zu einem Deal, würde das den geldpolitischen Kurs der Fed beeinflussen



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1 Kommentar

  1. Wieder eine Super-Analyse, die Frage ist jetzt nur noch wie lange es braucht bis die Algos u.die Mehrheit der Spieler dieses Casinos die Realität begreifen oder begreifen wollen.

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