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Europa

Handelskrieg – Deutscher Maschinenbau im Abschwung

Markus Fugmann

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Der Maschinenbau war Deutschlands Job-Erschaffer Nummer eins in den letzten Jahren, aber nun hat der Handelskrieg den langjährigen Boom beendet! Heute hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) seine Prognose für das Jahr 2020 abgegeben – und der Ausblick auf das nächste Jahr fällt ernüchternd aus! Der VDMA erwartet für 2020 einen Produktionsrückgang von -2% und zieht folgendes Fazit:

„Die globale Konjunkturschwäche, Handelsstreitigkeiten und der industrielle Strukturwandel belasten das Geschäft im Maschinenbau. Ein rascher Aufschwung ist nicht in Sicht. Ein guter Auftragsbestand puffert den Rückgang aber ab.“

Mit anderen Worten: man lebt noch von der in den letzten Jahren angesammelten Substanz der Boom-Jahre, aber das Polster schmilzt langsam ab.

Der zentrale Faktor der Schwäche ist offenkundig der Handelskrieg: die dadurch entstehende Planungs-Unsicherheit läßt die Investitionen einbrechen – und Investitionen sind das Wachstum der Zukunft:

„Die Maschinenbauindustrie in Deutschland muss sich weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus gehen nicht folgenlos am Exportweltmeister Maschinenbau vorbei. Hinzu kommen die weltweite Konjunkturschwäche, der Brexit sowie der Strukturwandel in wichtigen Kundengruppen. „All diese Faktoren führen bereits zu konkreten Belastungen zahlreicher Abnehmer unserer Maschinen und Anlagen weltweit und verunsichern generell Investoren, die sich deshalb mit Investitionen zurückhalten. Eine baldige, nachhaltige Änderung zum Positiven ist nicht absehbar.“

Deutschland als Exportnation ist von dieser durch den Handelskrieg ausgelösten Unsicherheit natuurgemäß stark betroffen – aber auch China leidet stark darunter, und, wie der VDMA nun konstatiert, zunehmend auch die USA selbst:

„Im Inland haben sich Lage und Aussicht in der Industrie zuletzt weiter eingetrübt, das Investitionsklima – vor allem in der Automobilindustrie – hat spürbar gelitten. Und auch im Ausland gibt es auf wichtigen Absatzmärkten des Maschinenbaus keine expansiven Impulse. Selbst in den USA hat die Investitionsdynamik deutlich nachgelassen, und es mehren sich die Zeichen, dass auch die amerikanische Industrie unter dem Handelsstreit mit China leidet. In der Volksrepublik wiederum sind die Auswirkungen des Zollkriegs immer deutlicher spürbar, was neben einem sich ohnehin abschwächenden Wachstum zu stagnierenden, teilweise sogar rückläufigen Umsätzen der nennenswerten Industriesektoren führt. Für die Maschinenlieferungen in die EU, dem größten Absatzmarkt, sind die Aussichten ebenfalls durchwachsen. Viele Länder sind aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen Leidtragende des Handelsstreits zwischen den USA und China. Hinzu kommt die anhaltende Verunsicherung, wann und wie der EU-Austritt Großbritanniens über die Bühne gehen soll.“

Hinzu kommt noch die Schwäche der Schwellenländer, aus jeweils eigenen Gründen:

„Damit nicht genug, muss die Branche Einbußen in wichtigen Schwellenländern verkraften. Ob in Russland, der Türkei, im Iran, in Mexiko oder Argentinien – das Geschäft in diesen ergiebigen Märkten wird uns immer öfter politisch erschwert“.

All das zeigt klar: zwar gibt es in einigen Schwellen-Ländern durchaus eigene Probleme, aber es ist vor allem der Handelskrieg, der den Abschwung forciert. Dieser Abschwung, das zeigen sowohl der Einkaufsmanagerindex der deutschen Industrie als auch der ifo Index, begann Ende 2017 bzw. Anfang 2018, bevor dann Trump im Juni 2018 den Handelskrieg startete, der dann diesen Abschwung nahezu in einen freien Fall hat übergehen lassen. Das zeigt nicht zuletzt der heute veröffentliche Markit PMI Gewerbe für Deutschland, der auf 41,4 kollabierte und damit tief in Rezessions-Terrain angelangt ist (die Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion ist die Marke von 50).

Der Handelskrieg beendet den Boom der deutschen Maschinenbauer

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Europa

Kurzarbeit: ifo-Institut präsentiert aktuellste Zahlen – deutlicher Rückgang

Claudio Kummerfeld

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Die Gastronomie ist auch stark von Kurzarbeit betroffen

Die Kurzarbeit geht in Deutschland deutlich zurück, auch wenn sie nach diesem Rückgang immer noch auf einem dramatisch hohen Niveau liegt. Laut ganz frischer Veröffentlichung des ifo-Instituts waren im September 3,7 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen, nach 4,7 Millionen im August. Dies hat ifo exklusiv berechnet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 11 Prozent geschrumpft, von 14 Prozent im August. Der Rückgang schreite stetig voran. Besonders hoch bleibe aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie, so die aktuelle Aussage von ifo. Hier Details im Wortlaut:

Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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