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Handelskrieg – die Geldpolitik als schärfste Waffe

Hannes Zipfel

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Donald Trump schaltet wieder in den Angriffsmodus: eine willfährige Fed und Aktienmärkte auf Allzeithöchstständen verhelfen ihm zu neuer Stärke im Handelskrieg.

Trump instrumentalisiert die Fed für den Handelskrieg

US-Präsident Donald Trump sagte heute, dass er die US-Zölle für Stahl- und Aluminiumimporte aus Brasilien und Argentinien sofort wieder aufnehmen werde. „Brasilien und Argentinien haben eine starke Abwertung ihrer Währungen gefördert, was für unsere Landwirte nicht gut ist. Deshalb werde ich die Zölle für Stahl und Aluminium, die aus diesen Ländern in die USA geliefert werden, sofort wieder aufnehmen“, schrieb Trump via Twitter.

Gleichzeitig forderte er die US-Notenbank Fed auf, andere Länder daran zu hindern, wirtschaftliche Vorteile durch eine Abwertung ihrer Währungen zu erzielen: „Die Federal Reserve sollte so handeln, dass andere Länder, und es gibt viele dieser Länder, unseren starken Dollar nicht mehr ausnutzen“. Niedrigere Zinsen und quantitative Lockerung – Fed!“, ergänzt Trump seine Forderungen via Twitter.

Trump hat die Fed bereits wiederholt dazu aufgefordert, die Zinssätze weiter zu senken und argumentiert, dass negative Zinssätze in Europa und anderswo diesen Ländern wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Auch die USA sollten Geld dafür erhalten, wenn sie sich neu verschulden.

Dabei ist die Fed den Forderungen Trumps bereits weit entgegengekommen und hat die Zinsen seit diesem Sommer schon drei Mal gesenkt, entgegen ihren ursprünglichen Intentionen: Noch vor Jahresfrist wollte die US-Notenbank den Leitzins im Jahr 2019 weitere vier Mal anheben und den Abbau ihrer Bilanz auf „Autopilot“ fortsetzen. Trotz wüster Beschimpfungen durch den US-Präsidenten und trotz persönlicher Beleidigungen gegen den Vorsitzenden der Fed, Jerome Powell, finanziert die US-Notenbank mittlerweile indirekt über die sogenannten Primary Dealer gut die Hälfte des für das Fiskaljahr 2019/20 zu erwartenden Haushaltsdefizits der USA über die digitale Notenpresse und kauft im Volumen von 60 Mrd. US-Dollar pro Monat US-Schatzwechsel.

Das Problem ist der US-Dollar

Der Hauptgrund für Trumps neuerliche verbale Eskalation im globalen Handelskrieg zielt aber auf vermeintliche Währungsmanipulationen der „Gegnerstaaten“. Er hatte diesbezüglich bereits China eine unlautere Abwertung des Yuan vorgeworfen und war Anfang dieses Jahres sogar in einen Konflikt mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, über die Schwäche des Euro aneinandergeraten.

Jetzt Argentinien und Brasilien Währungsdumping vorzuwerfen, während diese Länder sich mit ihren Letzten Devisenreserven gegen den totalen Verfall der heimischen Währung stemmen, grenzt allerdings an Realitätsverlust. Die Gründe für den Crash des Argentinischen Peso oder die Wirtschaftskrise in Brasilien haben diverse Ursachen, aber keine davon hat etwas mit vorsätzlichem Währungsdumping zu tun.

Dennoch geht Trump die Fed unablässig an und verlangt Maßnahmen, die zu einer Schwächung des US-Dollars führen. Dies würde jedoch extreme Maßnahmen vonseiten der Notenbanker bedeuten, wenn man sich vor Augen führt, dass der US-Dollar unter den Hauptwährungen die nach wie vor am höchsten verzinste Währung ist. Außerdem gilt der Dollar weltweit nach wie vor als sicherer Hafen, ob zu Recht oder Unrecht. Die Schweizerische Nationalbank kann ein Lied davon singen, wie schwer es ist, eine Währung, die von Anlegern weltweit aus den unterschiedlichsten Gründen präferiert wird, nach unten zu manipulieren.

Bislang haben die Maßnahmen der Fed den USA zwar eine relativ stabile Wirtschaft und haussierende Aktienmärkte beschert, aber beim US-Dollar hat sich gegenüber den wichtigsten Handelspartnerwährungen noch nicht sehr viel getan:

Der Dollar soll als Waffe im Handelskrieg dienen

In der Tat bedeutet ein starker US-Dollar Gegenwind für US-Unternehmen, die einen großen Umsatzanteil im Ausland erzielen. Solange die USA jedoch von Währungsräumen umgeben sind, in denen Null- und Negativzinsen bereits Realität sind oder die von Schulden- und Wirtschaftskrisen gebeutelt werden, dürfte es der Fed schwerfallen, den Forderungen Trumps nach einer massiven Abwertung des Greenbacks gerecht zu werden.

Dennoch dürfte Trump nicht lockerlassen und die Fed weiterhin massiv unter Druck setzen.

Zölle plus Fed gleich Sieg im Handelskrieg?

Der US-Präsident wiederholt bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass Zölle gut sind für die Interessen der USA und mehr bringen würden, als sie kosten. Ob dem wirklich so ist, darüber kann man streiten und langsam beschleicht einen das Gefühl, dass auch die Wirtschaftsstatistiken Teil des Waffenarsenals im Handelskrieg geworden sind, zulasten der Glaubwürdigkeit dieser Statistiken. Für Trump zählt aber in aller erster Linie der Stand der amerikanischen Aktienindizes als Beleg des Erfolgs seiner Strategie im Handelskrieg. Solange es gelingt, die Aktienmärkte, auch dank der massiven Zentralbank-Liquidität und weiter sinkender Zinsen, auf Rekordkurs zu halten, scheint keine echte Lösung im Handelskrieg in Sicht. Trump fühlt sich einfach zu stark und im Recht.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

Redaktion

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Euro vs US-Dollar: Unter 1,18 – Fed Aussagen beflügeln den US-Dollar

Agata Janik

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100 Euro Geldscheine

Die Entwicklung von Euro zum US-Dollar in der gestrigen Handelssitzung hat erneut gezeigt, dass die signifikante psychologische Grenze bei 1,1900 momentan noch für den Major zu stark ist. Der Euro möchte zwar steigen, doch im Bereich ab 1,1870 verliert er an Kraft. Die Händler sind aktuell nicht mehr bereit für EUR/USD mehr zu bezahlen.

Gestern in den Morgenstunden haben die Bullen noch einmal versucht, den Euro nach oben zu treiben. Es ist ihnen kurzfristig sogar gelungen, den 120er Moving Average (bei 1,1860), der ebenfalls als eine starke Hürde gilt, zu durchbrechen. Der Kurs stieg danach noch bis 1,1881. Das war aber schon alles, mehr war für den Euro vs USD gestern nicht drin. Die Anschlussorders haben gefehlt, die Bullen mussten aufgeben und schnell den Markt verlassen, um keine Verluste zu erleiden. Ab dann ging es für den Euro zum USD nur noch abwärts. Die Bären haben sofort ihre Chance erkannt und neue Short-Orders am Markt platziert. Gegen Mittag notierte EUR/USD schon bei 1,1841. Obwohl diese Unterstützung stark ist, konnte sie gestern die Korrektur nicht stoppen. Die Break-Out Trader wurden aktiv und der Durchbruch auf der Unterseite ist gelungen. Auch der 420er Moving Average, der zu diesem Zeitpunkt im Bereich von 1,1832 verlief, wurde ohne Probleme unterschritten. Der Euro geriet weiter unter Druck. Als der Kurs am Anfang der amerikanischen Session eine kurze Gegenreaktion auf der Oberseite erfuhr, haben die Bären sofort wieder zugeschlagen. Ab dann war es klar, der US-Dollar wird sich gegen den Euro weiter durchsetzen.

Die Finanzwelt hat gestern mit großer Spannung auf die Pressekonferenz der Fed (Federal Reserve Bank) gewartet. Die Aussagen von Jerome Powell waren klar. Die US-Notenbank wird voraussichtlich bis Ende 2023 den Leitzins unverändert, bei nahe Null belassen. Im Vordergrund wird die Vollbeschäftigung stehen, denn obwohl sich die Wirtschaft schneller als vermutet erholt, bleibt die Arbeitslosigkeit eine der größten Herausforderungen. Die Konjunkturprognosen der US-Zentralbank sind positiv, die Fed rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um nur 3,7%. Diese Aussagen haben den US-Dollar auf breiter Front gestärkt. Der Greenback hat nach der PK nicht nur gegen den Euro, sondern auch gegen die anderen Majors kräftig zugelegt.

Einladung zum LIVE Webinar am 24.09.2020
Das Thema lautet: „Forex-Handelssignale mit AUTOMATISCHER Umsetzung“.
In dieser Sendung werde ich Ihnen das automatische Trading der Zukunft vorstellen und die verschiedenen Handelsstrategien erklären. Ich zeige Ihnen auch, wie Sie diese KOSTENLOS nutzen und am Forex Markt hohe Profite erzielen können. Die vorgestellten Handelsstrategien haben in den letzten 12 Monaten > +30 % Rendite erwirtschaftet. Mehr Info sowie Anmeldung hier: www.forex-sun.com

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1770. In der asiatischen Sitzung heute Nacht geriet der Euro weiter unter Druck. Die Händler haben den USD klar favorisiert, dadurch hat sich die frische Abwärtsbewegung weiter beschleunigt. Der Euro ist angeschlagen und es ist fraglich, ob er sich so schnell wieder erholen wird. Solange der Kurs unter 1,18 notiert, bleibe ich für den Major Short gestimmt. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass sich der neue Abwärtstrend auch heute fortsetzen wird. Die Bären wissen, dass der Euro geschwächt ist und werden weiter die Short-Seite angreifen. Aus technischer Sicht wird eine größere Korrektur möglich sein. Die Indikatorenlage hat sich nach dem gestrigen Tag verändert. Die nächste wichtige Unterstützung bei EUR/USD befindet sich bei 1,1725. Sollte diese brechen, wird der Kurs die 1,17 „big figure“ suchen. Hier sollte man vorsichtig sein und die Lage neu analysieren. Wer konservativ denkt, kann hier seine Short-Positionen schließen. Auf der Oberseite liegt der erste wichtige Widerstand bei 1,1803. Es wird für den Major nicht leicht werden, diese Marke zurück zu erobern. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD befindet sich heute bei 1,1824.

Chart zeigt den Kursverlauf des Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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