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Handelskrieg: Die Ignoranz der Volkswirte – „Lernen´s Geschichte“

Wirtschaft ist in aller erster Linie Psychologie! Über die Auswirkungen eines Handelskriegs – und die Irrtümer darüber bei Volkswirten..

Markus Fugmann

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Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky herrschte einst einen Reporter mit den Worten an: „Lernen´s bissl Geschichte“:

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Und genau das möchte man vor allem jenen zurufen, die nicht verstehen, was ein Handelskrieg wirklich bedeutet! So etwa Martin Hüfner, Chefvolkswirt von Assenagon und einst Chefvolkswirt der Hypovereinsbank: er meint, dass die bisherigen Zölle ja nur einen winzigen Bruchteil des globalen BIPs beeinflussen. Das ist natürlich richtig. Aber eben viel zu kurz gedacht. Denn erstens schrauben sich derartige Handelskriege stets nach oben und können sogar von einem Handelskrieg zu einem echten Krieg werden.

Aber jenseits dessen ist, zweitens, die größte Auswirkung eines Handelskriegs eine immense Änderung der wirtschaftlichen Psychologie! Denn es sind ja nicht nur die Zölle, die die Kosten nach oben schrauben, sondern vor allem die Aufsprengung von bestehenden Lieferketten, die unter hohen Kosten neu „gestrickt“ werden müssen. Dazu kommt die starke Wirkung auf die Investitionsbereitschaft – was aber heute an Investitionen wegen des Handelskriegs unterbleibt, ist der Abschwung von morgen!

Und dieser Abschwung führt dann zu Entlassungen von Arbeitnehmern, weil der Arbeitsmarkt dann stets als nachlaufender Indikator mit Verzögerung reagiert. Unternehmen, die die Zukunft mit Sorge und nicht mit Optimismus betrachten, stelllen keine neuen Arbeitnehmer ein – so dreht sich dann die Spirale immer weiter! Genau das hat sich ähnlich in den späten 1920er-Jahren und 1930er-Jahren so abgespielt – damals war der Handelskrieg der Auftakt für den „echten“ Krieg.

Daher macht es eben schlicht keinen Sinn, nur die unmittelbaren Auswirkungen der Zölle mit Zahlen erfassen zu wollen – wichtiger wäre etwa ein Indikator, der die psychologischen Veränderungen bemißt, die in einem solchen Handelskrieg passieren. Denn Wirtschaft ist in aller erster Linie Psychologie!

Daher: Lernen´s Geschichte, Herr Hüfner!

Und abschließend noch eine Rede von Bruno Kreisky zum Nahost-Konflikt aus dem Jahr 1988 – in der beispielhaft wird, was aus der Geschichte lernen bedeuten kann:

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    11. Juli 2018 13:43 at 13:43

    @ FMW, diese Kritik am erfahrenen ??! Hüfner teile ich voll u. ganz.
    Ich dachte mir bem Anhören des Videos, ist der so naiv, oder hat er andere Gründe zu dieser Schönrednerei.Es is doch DUMM alles an diesen Zahlen aufzuhängen.
    Hat er vergessen als man bei der Griechenlandkrise sagte ,das GDP der Griechen sei so winzig klein ,dass die grosse EU die Rettung aus der Portokasse bezahlen könne.
    Ein anderer Schönschwätzer hat gesagt , die Bank Lehmann sei ein regionales US Bankenproblem !!
    Alle die wissen ,dass Globalisierung u. Steuersenkungen die Börsen beflügelt haben, müssten doch jetzt einsehen ,dass Zölle u,Protektionismus diese Faktoren ins Negative drehen.
    Zudem wissen doch alle mit nur primitiven Börsenkenntnissen, dass es nach einer reifen Hausse überhaupt keine Gründe mehr braucht für eine Korrektur, derweil es im Moment Tausend Gründe gäbe, wenn man sie denn einmal sehen möchte.

  2. Avatar

    Kritsch

    11. Juli 2018 13:47 at 13:47

    Sehr geehrter Herr Fugmann!
    Danke, dass sie dieses von mir in einem Kommentar veröffentlichte, legendäre Zitat, als Anlass genommen haben diesen so treffenden Artikel zu verfassen. Vielleicht kann man ja an Mr. Trump einen Tweet absetzen mit dem Text „Learn a little history, mr. President“ und ihm ihren Bericht dazu übersetzen!
    Eine winzige Korrektur zum Zitat sei noch angebracht. Kreisky sagte: „Lernens a bissl Geschichte, Hr. Reporter“! (Nur um dem österreichischen Idiom Recht zu geben)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      11. Juli 2018 14:17 at 14:17

      @Kritisch, nochmals vielen Dank für das Kreisky-Zitat, das ich zwar kannte, aber durch Sie erst wieder „aktivieren“ konnte..

      • Avatar

        Kritisch

        11. Juli 2018 14:28 at 14:28

        Natürlich kannten sie dieses Zitat, aber trotzdem danke für die Blumen! Und, schicken sie diesen Kommentar an Mr. Trump? Ich fürchte nur, DER ist dermaßen beratungsresistent, dass er das als wilkommenen Anlass sehen würde sie sofort mit einem Einreiseverbot zu belegen.

  3. Avatar

    Starhemberg1683

    11. Juli 2018 16:34 at 16:34

    Oje Kreisky Linxextremist und Schuldenkaiser zugleich! Alle Probleme die Österreich heute hat sind auf diesen Mann zurückzuführen!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      11. Juli 2018 16:39 at 16:39

      @Starhemberg, wahrscheinlich sind Sie auch der Auffassung, dass alle Probleme dieser Welt auf die Juden zurück zu führen sind, nicht wahr?? Mir ist bewußt, dass Kreisky als jüdischer Österreicher stets eine ideale Projektionsfläche für Antisemiten ist..

      • Avatar

        Starhemberg1683

        11. Juli 2018 18:00 at 18:00

        Sehr geehrter Herr Fugmann!
        Als Abonnent und täglichen Seher schätze ich Sie sehr, sehen Sie die Sache ist doch so:
        1) In meiner Stellungnahme ist über Israeliten nichts zu lesen.
        2) Kreisky hat durch seine Schuldenpolitik Österreich nachhaltig zum Schuldenjunkie gemacht.
        3) Justiz und Bildungsunwesen wurden durch seine Parteigänger infiltriert und nachhaltig geschÄdigt
        4) AKW Zwentendorf, AKH, Noricum Affäre, DDR Geld das in die Parteikassen floss usw. usw.
        Wie Sie sehen war die Regierungszeit von Kreisky doch nicht so toll.
        Also abschließend FMW Top, Ihre Analysen Top,Ihr Stellungnahme für mich unverständlich!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          11. Juli 2018 18:06 at 18:06

          @Starhemberg, wenn ich Ihnen mit meiner Erwiderung Unrecht getan habe, möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen. Ich meinte mich nur zu erinnern, dass Sie schon an anderer Stelle Untertöne zeigten, die in die von mir vermutete Richtung zeigten – aber vielleicht ist das eine Fehlinterpretation meinerseits..in diesem Falle nochmals sorry!

    • Avatar

      leftutti

      11. Juli 2018 16:55 at 16:55

      Ebenso, wie zahlreiche positive Errungenschaften, die Österreich aus dem finsteren Mittelalter hin zu einem modernen und zeitgemäßen Land geführt haben.

    • Avatar

      Michael

      11. Juli 2018 17:44 at 17:44

      Ja, wann da Trottl wenigstens Deitsch kinna dad. Und ab und zua omoi a Komma setzad…

  4. Avatar

    Kritisch

    11. Juli 2018 16:58 at 16:58

    @Starhemberg, da kann ich nur eines dazu sagen: „Lernens a bissl Geschichte, Hr. Starhemberg“ – es hilft, glauben sie es mir! Weltanschauliche Scheuklappen abzulegen und pro und kontra objektiv wie möglich abwiegen zu lernen ist ebenfalls ganz hilfreich. Als „gelernter Österreicher“ ist mir aber völlig bewusst, dass grundsätzlich alles so furchtbar ist und war in unserem Land. Der Kreisky mit seiner Politik, die Ausländer, die EU – alles eine einzige Katastrophe, stimmts? Vorschlag: „Bereisen sie einmal die übrige Welt, abseits der „touristischen Trampelpfade“ und erzählen sie mir dann nocheinmal wie schaurig die Probleme bei uns doch sind!
    Ein kritischer aber nicht blinder Österreicher!

    • Avatar

      Starhemberg1683

      11. Juli 2018 18:17 at 18:17

      Was wollen Sie mir den mitteilen?? Sie sind super und wissen alles?
      Freut mich für Sie. Wenn Sie so alt wären wie ich würden Sie tatsächlich wissen das Kreisky die Gastarbeiterregelung (Nur 5 Jahre Arbeitsaufenthalt) ausgehebelt hat. Darauf kam es bereits in den 70ern zur Massenzuwanderung. Sie schreiben ich solle mir die Welt ansehen, habe ich getan aber nicht als Zivilist. Fehlentwicklungen, politische und wirtschaftliche kann ich daher 10 Jahre vorher riechen. ÖSTERREICH WURDE DURCH SPOVP ZUM ABSTEIGER!

      • Avatar

        leftutti

        11. Juli 2018 20:17 at 20:17

        Sehr geehrter Herr Starhemberg,
        erst einmal möchte ich Ihnen mein Bedauern für die fatale Namensverwandtschaft mit Ernst-Rüdiger aussprechen, einem Mitstreiter Hitlers beim Marsch auf die Feldherrnhalle, einem Bundesführer der österreichischen Heimwehr, einer rechtsstehenden paramilitärischen Organisation, einem Austrofschisten par excellence.
        Vielleicht sind Sie deshalb öfters Opfer antisemitischer Unterstellungen, die vermutlich eher unterbewusst und ohne konkreten Grund geäußert werden. Auch ich bin solchen Fehlinterpretationen gegenüber nicht immun und würde ebenfalls einiges darauf verwetten, von Ihnen schon mal unfreundliche und unangebrachte Äußerungen über „Israeliten“ gelesen zu haben.

        Unabhängig davon: Kreisky war Kanzler von 1970 bis 1983. Glauben Sie wirklich, dass ein Aufbau eines Wohlfahrtsstaates, die Einführung einer Sozialpolitik, die dieses Namens würdig ist, eine längst fällige Hochschulreform, das Recht auf einen dreiwöchigen Urlaub p.a., die Einführung einer 40-Stunden-Woche (statt 43 Stunden) als „linxextrem“ bezeichnet werden kann?
        Zu Zeiten, da ausnahmslos alle westlichen Länder so handelten, da die Gelder erst einmal nur so sprudelten, der Wohlstand weg von etablierten Kreisen in zahlreiche andere Richtungen der Gesellschaft floss, die ganze westliche Welt von einer Welle des Umbruchs, der Gleichberechtigung, des Intellektes geprägt war. Glauben Sie wirklich, dass die Politik der 70er Jahre für die heutigen Schulden Österreichs verantwortlich ist?
        Dass nicht eher bereits das Raab-Olah-Abkommen von 1961 wegen der gewaltigen Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften der 60er Jahre die rechtliche und letztlich faktische Grundlage für die „Massenzuwanderung“ in den 70ern war?

        Dass alle Probleme, die Österreich heute hat, auf diesen Mann aus den 70ern zurückzuführen sind, halte ich angesichts der jüngsten (seit 20 bis 25 Jahren) ;) geschichtlichen, gesellschaftlichen, technischen, globalen Entwicklungen für äußerst fadenscheinig.

        Eines würde mich interessieren, wenn Sie gestatten: Sie haben sich die Welt angesehen, aber nicht als Zivilist.
        Waren Sie in der Fremdenlegion?
        Im österreichischen Heer (das allerdings nicht gerade die Welt bereist)
        Im diplomatischen Dienst? (dafür ist Ihre Sprache und Ausdrucksweise allerdings zu schlecht)

      • Avatar

        Kritisch

        11. Juli 2018 21:05 at 21:05

        Q Starhemberg, oh Gott ich bin weder super noch weiß ich alles aber schon allein ihre Auffassung zu der ach so dramatischen „Massenzuwanderung in den 70-igern“ lässt in mir die Vermutung in eine ganz üble, rechte Ecke erahnen. Was wären wir denn ohne die notwendigerweise zugewanderten Gastarbeiter dieser Zeit („liebevoll“ damals Tschuschen genannt). Ich finde auch nicht alles gut und super was zur Zeit in Europa und auch Österreich geschieht, mit der notwendigen Weitsicht sollte man aber doch erkennen können, dass Österreicher zu sein nicht per se ein Privileg ist, da weder sie noch ich etwas dafür können hier und nicht in Westafrika oder sonst wo geboren worden zu sein. Wenn man österreichische Telefonbücher durchforstet kann man unschwer feststellen, dass „DER ÖSTERREICHER“ zumeist, in sehr vielen Fällen aus allen Ecken zumindest diese Kontinents kommt. Also, mein Appell wäre: Seien wir froh, dass es Menschen gibt die zu uns kommen wollen(selbstverständlich unter Einhaltung gültiger Gesetze) und vergraben wir das unerträgliche nationale, radikale Gedankengut ganz tief. Die waren und sind in hohem Ausmaß für unseren heutigen Wohlstand zumindest mitbeteiligt. Übrigens ist Alter ein ebenso geringes Privileg wie die Nationalität, sagt ein kritischer Mensch der schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu Welt gekommen ist.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

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