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Indizes

Handelskrieg: Kommt China den USA entgegen?

Über die selektive Wahrnehmung der Märkte im Handelskrieg – man hört nur das, was man hören will!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind einmal mehr optimistisch, dass es bald  – vor allem vor dem 15.Dezember – zu einem Deal im Handelskrieg zwischen den USA und China kommen wird. Als Beleg dafür werten die Märkte die Aufhebung der Zölle auf Sojabohnen und Schweinfleisch aus den USA. Als die Meldung kurz vor der Eröffnung der eurpäischen Märkte kam, stiegen die US-Futures deutlich an.

Aber ist das wirklich eine Konzession Pekings im Handelskrieg gegenüber den USA? Laut der „Global Times“, gewissermaßen das Sprachrohr der chinesischen Führung, folgt dieser Schritt nur den wirtschaftlichen Notwendigkeiten chinesischer Firmen – und sei eben kein Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der USA:

„Experts say the quantity of US agricultural products China imports is dependent upon its own needs instead of catering to US political demands of pressure (..). The decision comes as China is facing a soybean shortage, as well as a declining pork supply due to the outbreak of African swine fever.“

Also schlicht  Mangel an Sojabohnen und Schweinfleisch (letzteres aufgrund der Schweinpest, die ca. die Hälfte der Schweine-Population in China vernichtet hat) – und nicht der Druck der USA sei Grund der Maßnahme, so die „Global Times“.

Bekanntlich fordert Trump von Peking, jährlich US-Landwirtschaftsprodukte im Volumen von 40 bis 50 Milliarden Dollar zu importieren – vor Beginn des Handelskriegs Anfang 2018 waren es 28 Milliarden Dollar, die China von den USA kaufte. Im Vergleich zum Vorjahr (2018) wiederum müsste China das Volumen der Käufe verdoppeln.

Genau das scheint der Knackpunkt zu sein, wie gestern das „Wall Street Journal“ berichtet hatte. Trump aber wolle bestehende Zölle erst wieder zurück fahren, wenn China sich offiziell zu den geforderten 40 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr bekenne.

Aber genau dazu ist Peking offenkundig nach wie vor nicht bereit. So heißt es in der „Global Times“:

„China will not buy the US‘ threats,“ Li Guoxiang, a research fellow at the Chinese Academy of Social Sciences, told the Global Times on Friday.

If the US puts an end to the trade war, China is willing to talk with it about the agricultural imports problem based on mutual benefits and domestic market needs, but any deal reached cannot sacrifice China’s interests, he said.

„China’s purchasing practice is not for the benefit of US politics, and the US cannot manipulate China’s importing behaviors,“ he said.

In der Tat: für China macht das Bekenntnis zu einer solchen Zahl gar keinen Sinn, wenn es nicht den wirtschaftlichen Erfordernissen entspricht! Einfach als Geste des guten Willens US-Produkte importieren, auch wenn sie man sie in diesem Volumen gar nicht braucht? Kaum vorstellbar.

Hinzu kommt: Peking hat Verträge mit Ländern wie Brasilien – diese müßte man brechen unter Verweis auf den Deal mit der USA. Das wäre einerseits ein gigantischer Gesichtsverlust – man kuscht gewissermaßen vor den USA. Aber fast noch wichtiger: wenn China sich verpflichten würde, solche Mengen wie von den US gefordert abzunehmen, wäre man weitgehend abhängig von den Lieferungen aus den USA. Auch das ist keine Option, die die Führung in Peking als attraktiv emfinden dürfte.

All das zeigt einmal mehr: die Substanz von Nachrichten spielt – offenkundig den Algos sei Dank – fast keine Rolle mehr. Die Aktienmärkte hören im Handelskrieg nur das, was sie auch wirklich hören wollen. Das ist selektive Wahrnehmung in Reinkultur, gänzlich unbeeindurckt von der Tatsache, dass der Deal schon x-mal als kurz bevorstehend angekündigt wurde (insbesondere von US-Nachrichtenagenturen), aber seltsamerweise dann doch nie eingetreten ist.

Was die Aktienmärkte aber wiederum nicht stört – weil der Deal ja ganz sicher bald kommt. Ganz bald..

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Finanznews

Aktienmärkte: Buy the rumor, sell the fact? Videoausblick

Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem der neue US-Präsident Biden seinen Stimulus-Plan vorgestellt hat. Ist die Reaktion auf Bidens Plan das klassische „buy the rumor, sell the fact“-Schema? Man kauft also die Hoffnung, und verkauft dann, wenn die Hoffnung eintritt? Heute dürfte für die Aktienmärkte auch der kleine Verfall eine Rolle spielen, denn der Bestand an Call-Optionen ist gigantisch. Die Fed hat in Gestalt von Jerome Powell klar gestellt, dass die Zinsen nur dann angehoben würden, wenn die Inflation deutlich über 2% schießen würde. Und in Deutschland drohen Verschärfungen des Lockdowns, was den Dax aber bisher nicht wirklich interessiert – obwohl damit die optimistischen Wirtschafts-Prognosen obsolet wären..

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Indizes

DAX daily: Der Dax startet schwächer zum Wochenabschluss

Stefan Jäger

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Der Dax startet heute mit Abschlägen in den Handel. An der 14.000er Marke geht ihm immer wieder die Puste aus – ist die Hürde zu hoch? Der deutsche Leitindex hadert im gestrigen Handel mehrfach mit der 14.000er Marke, kann sie zeitweise sogar überwinden. Angetrieben wurde der Dax einerseits von guten Konjunkturdaten aus China, andererseits durch eine freundliche Wall Street. Bei der Aussicht auf noch mehr fiskalische Erleichterungen und einem 2 Billionen Hilfspaket ist es wenig überraschend, dass sich die Aktienmärkte auf dem hohen Niveau halten. Damit würde die US-Regierungen erneut Billionen an Stimulus bereitstellen. Die Grundstimmung an den Aktienmärkten bleibt dadurch euphorisch. Das hat auch den deutschen Leitindex dazu verleitet über die Marke von 14.000 Punkten zu springen.

Aus Sicht der Aktienmärkte fällt allerdings auf, dass die scheinbar grenzenlose Geldflut die Anleger nur noch bei Laune hält, aber keine großen Bewegungen mehr auf der Oberseite auslöst. Im Gegensatz dazu hat der Einbruch beim deutschen BIP von 5 Prozent sowie die schwachen US-Arbeitsmarktdaten auch keinen negativen Effekt auf die Kurse. Zum Börsenschluss stand ein Plus von 49 Punkten (0,35%) und ein Schlusskurs bei 13.988 zu Buche. Für ein weiteres Signal in Richtung neuer Rekordstände müsste der Dax aber einen Tagesschlusskurs über der 14.000 erzielen. Die Richtungsentscheidung ist demnach noch nicht gefallen.

News und fundamentale Daten

Zum Wochenabschluss sehen wir nochmal ein paar sehr interessante Wirtschaftsdaten, zudem startet die Bilanzsaison mit den ersten Finanztiteln. Den Auftakt machen die Handelsbilanz der Euro-Zone um 11:00 Uhr. Danach gilt das Augenmerk der Anleger den US-Einzelhandelsumsätzen um 14:30 Uhr. Der Konsum ist das Herzstück der US-Wirtschaft, daher gilt den Daten eine besondere Aufmerksamkeit. Entsprechend könnten die Zahlen für Bewegung sowohl in den US-Indizes, als auch im Dax sorgen. Zeitgleich werden außerdem der NY Empire State Herstellungsindex sowie der Erzeugerpreisindex veröffentlicht. Anschließend folgen die Daten der US-Industrieproduktion. Schließlich erscheinen um 16:00 Uhr noch die Konsumentenerwartungen und das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan. Darüber hinaus berichten die drei großen Finanzhäuser JPMorgan, Wells Fargo und Citibank ihre Quartalszahlen. Ungeachtet der Wirtschaftsdaten steht heute noch der kleine Verfall auf der Agenda. Dabei verfallen an den Terminbörsen die Optionen auf Aktien und Indizes.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex wird heute schwächer in den Handel starten, vorbörslich notierte er bereits 100 Punkte tiefer. Die US-Futures verkaufen die guten News der Biden-Rede ab, dass zieht wiederum den Dax mit nach unten. Im frühen Handel rutscht der Index sogar unter die Marke von 13.900.

Damit hat er das Tagestief vom 13.01. bei 13.868 erreicht. An dieser Stelle sollte der Kurs wieder drehen, ansonsten geht es zur wichtigen Unterstützungszone bei 13.800. An der Unterkante der Range könnte eine kurzfristige Richtungsentscheidung fallen. Unterhalb der Zone bei 13.800/770 trübt sich das Bild ein und es droht ein Abrutschen bis zur nächsten markanten Unterstützung bei 13.600.

Kann sich der Dax allerdings über der 13.800 halten, dann dürfte sich die Seitwärtsrange der letzten Tage fortsetzen. Folglich könnte es wieder in Richtung der 14.000er Marke gehen. Den ersten Gegenwind könnte der Dax in dem Bereich bei 13.930/950 erhalten. Durchbricht er die Zone, dann könnte es zu einem erneuten Versuch an der 14.000 kommen. Oberhalb von 14.000 befinden sich weitere Widerstände am gestrigen Tageshoch bei 14.030, dem Gap bei 14.049 und der 127,2 Extension bei 14.115.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tagesausblick 15.01. - H1-Chart - Geldflut beflügelt nicht mehr

Dax Unterstützungen (US):

13.868 – Tagestief 13.01.

13.806 – Tagestief 11.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.948 – mehrfacher WS / US

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.201 – 261,8 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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