Gold/Silber

China zentralisiert den globalen Silberhandel Handelskrieg mit USA weitet sich aus: China stoppt Silber-Exporte

Von der Anlageklasse zum nationalen Sicherheitsgut

Foto: Bloomberg

China eskaliert mit neuen Exportkontrollen für Silber ab Januar den Handelskrieg mit den USA. Peking blockiert den Rohstofffluss, der für die Solarenergie essenziell ist. Die globalen Preise explodieren.

Handelskrieg mit USA weitet sich aus: China stoppt Silber-Exporte

Die Volksrepublik China hat einen strategischen Kurswechsel in ihrer Rohstoffdiplomatie eingeleitet. Zum 1. Januar 2026 treten neue, restriktive Vorschriften für den Export von Silber, Antimon und Wolfram in Kraft. Diese Maßnahmen, erlassen vom chinesischen Handelsministerium (MOFCOM) Ende Oktober, signalisieren eine deutliche Priorisierung des heimischen Bedarfs und eine Reduzierung des Abflusses von Silber in die westlichen Märkte. Die neuen Regeln sind ein wirkungsvoller Hebel zur Einflussnahme auf die globale Lieferketten und Verstärken den Handelskrieg mit den USA.

Neue Regeln: China zentralisiert den globalen Silberhandel

Die MOFCOM-Ankündigung verpflichtet die Exporteure zu strengen Qualifikationskriterien. Nur große, staatlich zertifizierte Unternehmen, welche mindestens 80 Tonnen Silber jährlich produzieren, erhalten Zugang zu den staatlich kontrollierten Exportlizenzen. Kleinere Akteure werden damit vom Markt ausgeschlossen. Dies schafft eine de-facto-Quotenstruktur. Offiziell dient die Maßnahme dem Schutz nationaler Ressourcen und der Umwelt. Tatsächlich drosselt sie das Exportvolumen.

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Dieser Schritt folgt auf eine Phase extremer Volatilität und physischer Knappheit auf dem chinesischen Silbermarkt in den letzten Monaten. China, das rund 15 Prozent der globalen Silberförderung abdeckt und über 50 Prozent der industriellen Nachfrage absorbiert, sah sich wachsenden Engpässen gegenüber. Der Preis für Silber stieg in diesem Jahr bereits um rund 94 Prozent.

China Silber Preis

Solarsektor und Exporte leeren Chinas Silber-Lager

Die Verschärfung der Exportregeln ist eine direkte Reaktion auf eine zweifache Belastung des chinesischen Silberbestandes in den Vormonaten.

Erstens reagierte der Markt auf die anhaltend hohe Nachfrage der chinesischen Industrie. Insbesondere der Sektor der erneuerbaren Energien, namentlich die boomende Photovoltaikindustrie, benötigt enorme Mengen Silberpaste für die Solarpaneel-Produktion. Dieser industrielle Hunger saugt große Mengen des Edelmetalls auf. Die anhaltende industrielle Gier trieb die Lagerbestände Lagern auf Tiefststände. Im November fielen die Bestände an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) auf unter 500 Tonnen. Dies war der niedrigste Stand seit zehn Jahren.

Zweitens resultierte der Abfluss aus erhöhten Ausfuhren in Richtung Westen. Im Oktober verzeichnete China Rekordexporte von über 660 Tonnen Silber. Ein Großteil dieser Lieferungen floss an die Lagerhäuser westlicher Finanzzentren wie London und New York. Diese Rekordausfuhren halfen zwar, dortige Engpässe temporär zu lindern, sie verschärften jedoch die Knappheit im Inland. Die hohen Exportvolumina sind teilweise auf das Front-Loading zurückzuführen. Chinesische Exporteure versuchten, angesichts der Drohung neuer US-Zölle unter der aktuellen Administration, Waren vorab in die Vereinigten Staaten und nach Europa zu liefern.

Silber: Von der Anlageklasse zum nationalen Sicherheitsgut

Die neuen Exportkontrollen ab Januar 2026 beenden diesen Fluss abrupt. Westliche Industrien, die auf chinesische Lieferungen angewiesen sind, müssen sich auf höhere Kosten und eine dringliche Diversifizierung ihrer Bezugsquellen einstellen. Die neuen Vorschriften zementieren Chinas Rolle als Gatekeeper für ein Metall, das die USA Anfang November als kritisches Mineral eingestuft haben.

Die Begrenzung der Exporte dient dazu, Engpässe im Inland zu vermeiden und die eigene Industrie zu stärken. Die chinesische Produktion von Fertigprodukten, wie Solarpaneelen, profitiert. Das Rohsilber verbleibt intern.

Die Preisreaktion auf diese Entwicklung war unmittelbar. Obwohl die Preise nach der Ankündigung im November kurzzeitig fielen, erholten sie sich rasch wieder. Mit einem aktuellen Preis von über 52 US-Dollar pro Unze sehen Branchenexperten Potenzial für weitere Steigerungen. Das Argument einer „strukturellen Knappheit“ festigt sich. China behandelt Silber nicht mehr als reines Handelsprodukt, sondern als nationales Sicherheitsgut.

Die Maßnahme ist Teil einer breiteren Ressourcen-Diplomatie Chinas. Sie steht im Kontrast zur Ankündigung nach dem Gipfeltreffen zwischen Präsident Donald Trump und Generalsekretär Xi Jinping, die Exportkontrollen für Seltene Erden und bestimmte Dual-Use-Technologien vorübergehend auszusetzen. Mit den Silberregeln sichert sich Peking langfristig Kontrolle über einen Schlüsselrohstoff der globalen Tech- und Energiewende, ohne direkte Konfrontation mit den Handelspartnern.



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10 Kommentare

  1. Das passt.
    Heute mal wieder ein Allzeithoch bei Silber in Euro und in Dollar.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ist diese Nachricht neu?

    Ich meine mich zu erinnern, dass vor mehreren Wochen genau das Thema war.

    Ich frage mich, ob das Silber, dass sie nach LBMA transportiert haben verkauft wurde oder ob die die gnädigen Verleiher waren.

  3. Na dann(?)….Geschichte soll sich ja manchl reimen….Silber-Gold Ratio von 16…oder 12….oder 9….

  4. Eindeutigere Zeichen für die Zuspitzung einer Silberknappheit kann es nicht geben.
    Heute Morgen wieder ein Allzeithoch.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  5. Hoffentlich erinnert sich die EU bald daran, in Polen den zweitgrößten Silberproduzenten der Welt zu haben und sichert sich das dort von KGHM geförderte Silber!

    1. Ja die finde ich auch interessant aber die zuckt kaum.

  6. Schau dir „💥WER KAUFT DAS GANZE SILBER? GEHEIME MEGA-ZUKÄUFE ERKLÄRT💥-Andy Schectman analysiert“ auf YouTube an

    https://youtu.be/jZa5Nwe4Ir8?si=9b_kiQfMS2CtuYMD

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  7. Was hat das mit dem von mir angerissenen Problem zu tun?: Nichts! Die Eu ist weder die USA, noch Asien. Sie ist meines Wissens nach im Tiefschlaf für die Versorgung mit Silber, Kupfer und Gold.

    1. Warum auch? Sozialistischen Wirtschaftsführern ist es typischerweise egal, ob sich der Wohlstand verringert. Sie stehen an der Spitze und versorgen sich gut. Ihr Ziel ist Kontrolle und Tyrannei.

  8. Gold und Silber über alles
    über alles in der Welt
    denn im Falle eines Falles
    sind nur Gold und Silber…..Geld!

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