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Handelskrieg muss gut ausgehen – dieser Tweet zeigt Trumps Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Donald Trump braucht gute Nachrichten im Handelskrieg. Warum? Trump definiert seinen angeblichen politischen Erfolg über den sensationell gut laufenden US-Aktienmarkt. Wir Deutsche beziehungsweise Europäer können das gar nicht so recht nachvollziehen. Aber die Amerikaner stecken ihr Geld in Aktien wie der deutsche Michel sein Geld zu Nullzinsen ins Sparbuch steckt. Gut laufende Aktienkurse bedeuten für den Großteil der US-Haushalte zumindest auf dem Papier einen schönen Vermögenszuwachs. Und wer so gut gelaunt ist, konsumiert auch fleißig weiter, und wählt vielleicht auch nächstes Jahr Donald Trump erneut zum Präsidenten.

Wohl noch nie aber hat ein US-Präsident den gut laufenden Aktienmarkt so sehr instrumentalisiert und als eigenen Erfolg dargestellt wie Donald Trump. Ein fallender Aktienmarkt in 2020 wäre ein Debakel für ihn. Nichts zeigt dieses Problem klarer als ein ganz frischer Tweet von Donald Trump. Hier hat er eine Grafik von CNBC retweetet, wo man sieht, dass dieses Jahr quasi alle Asset-Klassen glänzend gelaufen sind. S&P 500 (als Gradmesser für alle US-Aktien) +25,3%, hochwertige Anleihen +13,7%, Gold +13,6% usw. Wer also auf den Trump-Zug aufsprang, konnte dieses Jahr gutes Geld verdienen. Zum CNBC-Tweet bemerkt Trump, dass dieses Jahr sich zu einem der besten für Investoren aller Zeiten entwickelt habe.

Man sieht es immer wieder mal in den letzten Monaten. Kommen kleine Nachrichten zum Handelskrieg, die auf ein Problem hindeuten, sackten die Kurse oft zügig in den Keller. Dann mussten rasch positive Kommentare aus dem Umfeld von Donald Trump für Optimismus sorgen, und der Markt erholte sich wieder. Wie eine Droge, die der Junkie braucht um wieder gut drauf zu sein. Donald Trump muss also bis zur Präsidentenwahl im November 2020 die gute Laune rund um den Handelskrieg entweder künstlich aufrecht erhalten, oder er muss tatsächlich einen Deal mit China hinbekommen. Denn sein Erfolgsbarometer, die US-Aktien, die müssen ja weiter steigen.

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Donald Trump braucht einen guten Ausgang im Handelskrieg

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    9. Dezember 2019 17:50 at 17:50

    …ich bin mir nicht so sicher ob es wirklich Ziel ist Donald Trump nochmal als Präsident zu haben…ich vermute er war ein Übergangspräsident, der im nächsten Jahr impeached oder abgewählt wird…dann werden die Kurse einbrechen…zum einen damit Trump sagen kann an ihm lag es dass die Kurse so hoch standen und zum anderen, um dem neuen Präsidenten eine gute Startposition zu verschaffen…meine Vermutung ist und bleibt, dass Trump vom ersten Tag an nur für eine bestimmte Zeit der Kopf einer Bewegung war, um viele Themen zu platzieren und u. a. die Aktienkurse hochzutreiben, um im gleichen Zeitraum die Dickfische und Insider aus dem Markt zu bekommen und wenn dann alle Wichtigen draußen sind geht es nach unten…

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    Cashburner

    9. Dezember 2019 18:11 at 18:11

    Grundsätzlich sind die US-Indizes derzeit über der oberen langfristigen Aufwärtstrendlinie, was stets eine Korrektur mit sich bringt. Die Märkte (und damit viele Zombie-Unternehmen) werden doch nur aufgrund des Gelddruckens oben gehalten – wie ein Patient, der ausschließlich durch Maschinen am Leben gehalten wird (die Notenbanken kaufen nicht grundlos Gold in Riesenmengen).
    Aber trotz allen Maßnahmen (Insiderverkäufe so hoch wie nie) wird das den Markt nicht retten – eine Korrektur kommt garantiert demnächst.

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      herrmann meier

      9. Dezember 2019 19:04 at 19:04

      @Cashburner
      Demnächst ist bitte wann? Und garantiert bitte von wem?

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    Dünnfisch

    9. Dezember 2019 18:30 at 18:30

    @Ranzentier, gute Überlegung, denn jedermann mit einer Lektion Wirtschaftskunde u.3Monaten Börsenerfahrung weiss, dass es mit DT nicht mehr lange funktionieren kann. Also noch möglichst alle Taschen füllen u. die Kake vom Staat u.den 70% Nichtshabenden ausfressen lassen.
    Nach einem 50% Crash folgt dann für die Noch-Habenden der nächste grosse Börsenboom.Der Punkt wird kommen wo auch die „DICKEN“ die Korrektur wollen müssen.Nur noch leicht steigende oder stagnierende Kurse ist für die Finanzindustrie nicht interessant. CRV 10% zu 50% u.ständige Angst vor Korrektur ist nicht gut. ALSO ORGANISIEREN DIE DICKFISCHE DIE KORREKTUR ( u.gewinnen) U.NACHHER GIBT ES WIEDER EINE MINDESTENS 8JÄHRIGE RALLY.
    Jedenfalls wenn ich im Dickfischverein wäre, würde ich das so machen.

    • Avatar

      Kugelfisch

      9. Dezember 2019 19:29 at 19:29

      @Dünnfisch, zum Problem in diesem Szenario könnte werden, daß nach einem solch massiven Crash die gesamte US-Schuldenblase platzt. Keine neuen Privatkonsumorgien mehr auf Pump, weil die „Sicherheiten“ des Papier-Aktienvermögens verbrannt sind. In der Folge ein schnell rückläufiges BIP und noch weniger Steuereinnahmen. Bei der ohnehin utopischen öffentlichen Verschuldung wird Pleitegeier Staat dann ebenfalls gerupft und taugt bestenfalls noch als zäher und ungenießbarer Festtagsbraten zum nächsten Thanksgiving-Truthahn-Genozid.

      Die nichtshabenden Konsumsüchtigen und der nichtshabende Staat werden den Mist wohl kaum ausfressen können. Ob der exzessive Einsatz der Geldscheinpressen dann noch hilft, ist ebenfalls fraglich. Das muss wohl wieder die Restwelt ausbaden. Ob die allerdings erneut so mitspielt, wie die letzten beiden Male, steht in den Sternen.

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    Zimmermann

    9. Dezember 2019 19:34 at 19:34

    Der Artikel von Kummerfeld zeigt es realistisch auf. Trump, seine Freunde und die hinter ihm stehende Wallstreet werden eine größere Korrektur nicht zulassen. Das PPT wird dann auch noch höchst aktiv werden. Ganz zu schweigen von den Notenbanken, die zusätzlich als Backup wirken. Also unter diesen Umständen auf fallende Märkte zu setzen ist das „sinnfreieste“ was man überhaupt machen kann.

    Das Impeachment kommt niemals durch den Kongress. Das sind feuchte Bärenträume. Und dem schon mal vorzubauen. Ich bin kein Trump-Fan, sondern Realist.

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      Prof. Dr. Donald Marx

      9. Dezember 2019 22:22 at 22:22

      @Zimmermann, erst einmal vorab, Sie haben natürlich recht. Solange die Hilfsmechanismen und Konstrukte noch funktionieren, die psychologisch auf schierer Hoffnung und empirisch auf Try-and-Error basieren, wird an den mächtigen Börsen dieser Welt auch nichts fallen. Bis irgendwann die Mathematik am seltsamen Spiel teilnehmen wird.

      Sie und viele andere hier einschließlich meiner Wenigkeit sind allerdings keine Realisten, was das beschränkte und abgekoppelte Paralleluniversum von Märkten und Börsen betrifft. Wir alle sind Skeptiker, bestenfalls desillusionierte Zyniker, Fatalisten, deren logisch-kognitive Fähigkeiten, deren Kritik der reinen Vernunft von dem Märkten zu oft strapaziert und ins Unfassbare pervertiert wurden. Es ist die große Übergangszeit der Opportunisten, der Mitläufer, der Trittbrettfahrer.

      Realisten denken in größeren Zusammenhängen weit außerhalb des lächerlich flachen Tellerrandes von Börsen und Märkten. Realisten integrieren Soziologie, Psychologie, Philosophie, Politik, Geschichte, Erziehung, Technik, Naturwissenschaften, Ökologie und Ökonomie, Forschung und Entwicklung, Visionen und vor allem künftige Generationen und deren legitime Wünsche und Forderungen, die Zukunft der Menschheit und ihrer Lebensgrundlage in ihr Weltbild, um der wahren und unfassbaren Realität ein Stück näher zu kommen.

      Realist zu sein bedeutet nicht länger, einzelne isolierte neue Erkenntnisse in überkommene und versagende Systeme transformativ zu integrieren. Es bedeutet vielmehr, Generationen dauerndes und wiederholtes Versagen trotz oder gerade wegen zahlreicher Warnungen und Ereignisse endlich einzugestehen. Die Zeit ideologisch-narrativer menschlicher Konservendosen ist am erlöschen. Entscheidend ist die Bereitschaft anzuerkennen, dass zukünftig seriöse und anerkannte Wissenschaft mit Politik, Gesellschaft und Wirtschaft als ganzheitliches neues Gesellschaftskonstrukt etabliert werden muss.

      Amerikanische Befindlichkeiten in Innen- und Außenpolitik sollten uns nun wirklich nicht täglich beschäftigen, da wir keinerlei Einfluss darauf haben. Seit mindestens zwei Jahren wird hier und andernorts lebhaft diskutiert und orakelt, ob und was auch immer nun auf Twitter und folglich an den Börsen kommen mag, weil Mr. President’s Burger nicht genau medium-rare serviert wurde.

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        Dorinella

        10. Dezember 2019 08:41 at 08:41

        @Prof.Dr…..Hallo. Also, wenn ich Ihren Text einmal auf den Punkt bringen darf, meinen Sie, wir sollten unseren Kindern endlich eingestehen, dass wir ihre Zukunft versaut haben, indem wir das Klima kaputt gemacht haben und sie ( die Kinder ) in Zukunft von Dürren, Tsunamis, Hurrikans und so weiter heimgesucht werden. Da ist sicherlich was dran. Sie beschreiben das alles ganz blumig und schön. Aber WAS wollen Sie eigentlich genau sagen ? Dass wir nicht täglich uns über Trump ärgern sollen ? Das geht leider nicht, wenn man mit dem Trading etwas Geld verdienen möchte. Denn Trump manipuliert die Börse mit seinen Tweets und Aussagen. Die ganze Welt guckt nur noch auf Trump. Denn so etwas wie ihn….hat die Welt vorher noch nicht gesehen. Zumindest nicht in einer solchen Position, die er inne hat. Kein grosses Unternehmen würde heute noch funktionieren mit einem CEO ala Trump. Die Welt wird von einem Irren regiert. DARÜBER sollten wir uns endlich klar werden. Weggucken und wegducken…geht nicht mehr.
        Mal ganz ehrlich. Die Börse interessiert sich doch so gut wie nicht mehr für die Unternehmensdaten….nur noch für Trump.

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    Notenbank-Allergiker

    9. Dezember 2019 21:11 at 21:11

    @ Zimmermann, alias Roberto 2, sie nerven auch langsam mit ihrer Notenbankgläubigkeit.Wenn sie Realist wären , wüssten sie, DASS ES DIE NOTENBANKEN NICHT AUF ALLE EWIGKEIT KÖNNEN.
    Sonst hätte man doch alle andern konkursiten Staaten auch retten können.
    Es genügt ,wenn sie nicht täglich ihre Notenbankplatte abspielen, einmal pro Monat reicht völlig.Die grössten Profis sagen, dass diese Geldpolitik die Probleme nur verschlimmert u.den Knall verzögert.

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    Lektor

    9. Dezember 2019 21:29 at 21:29

    Aber bitte Herr Kummerfeld, fragen Sie einmal bei Kollege Fugmann die Statistik der Vermögensverteilung
    nach.Der Grossteil der Amis sind nur indirekt mit der Rente an Aktien beteiligt. Die unteren 40% der Amis haben keine Reserve u.leben von der Hand in den Mund u.haben keine Reserve für irgendeine unvorhergesehene Ausgabe. ( oder sogar Schulden). Die grosse Masse ist von den tiefen Zinsen betroffen, u.eine kleine Minderheit profitiert vom Aktienboom. Wurde auf FMW schon tausendmal besprochen.

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    Dünnfisch

    9. Dezember 2019 21:48 at 21:48

    @ Kugelfisch, Einverstanden aber die Goldfische wie Buffett u.Co.die im richtigen Moment aussteigen,
    am Crash sogar gewinnen u.dann beim Überschiessen nach unten wider einsteigen verdienen sich dann 2mal eine goldene Nase, während der Rest mit blutender Nase herumläuft.
    Darum wird die Korrektur kommen, denn die Profis wollen Bewegung.Ich erinnere mich dass der Warren B. bei der letzten Krise einer grossen Versicherung aus der Patsche geholfen hat mit aufgezwungenen Superkonditionen.

    • Avatar

      Kugelfisch

      10. Dezember 2019 10:15 at 10:15

      @Dünnfisch, da bin ich ganz bei Ihnen. Einer noch wird neben den fetten Koi-Karpfen ebenfalls vom tiefen Einstieg profitieren, der seit Jahren verschnupft mit triefender Nase an der Seitenlinie herumlungert ;)

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    Dünnfisch

    10. Dezember 2019 11:32 at 11:32

    @ Kugelfisch,aber zuerst werden wir mit der Jahrhundert-Abwärtswelle noch das Konto aufhübschen.Solche Haussen wie jetzt gibt es nur ca. alle 90 Jahre. ( 1929- 2019 ) Und Präsidenten deren oberstes Ziel höchste Aktienkurse sind,hat es bis jetzt nur einmal gegeben u.wird es vielleicht nie mehr geben.
    Haben wir ein Glück, dass wir in der TrumpÄra leben durften.

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Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

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