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Handelskrieg: „no pain, no deal“?

Je verwundbarer sich beide Parteien wähnen, umso stärker dürfte der Wille zu einem Kompromiß im Handelskrieg ausgeprägt sein!

Markus Fugmann

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Die Märkte sind derzeit geradezu euphorisch in Sachen Handelskrieg: es werde bald eine Lösung geben, so die verbreitete Auffassung. Heute Nacht kamen (wie schon am Samstag) besser als erwartete EInkaufsmanagerindizes aus China – und Peking könnte aus diesen zahlen ableiten: die US-Strafzölle sind kein wirkliches Problem für die Wirtschaft Chinas, daher kann man weiter abwarten, ob man nicht bessere Konditionen mit den USA aushandeln kann, zumal Donald Trump eine Eskalation im Handelskrieg vor den Wahlen im November 2020 vermeiden will.

Genau das legt ein Tweet der stets gut informierten CNBC-Korresponentin in Peking, Eunice Yoon, nahe:

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Nach wie vor besteht Peking auf der Abschaffung aller oder einiger Strafzölle als Voraussetzung für einen Phase 1 Deal, wie Eunice Yoon mit Verweis auf die Presse in China feststellt:

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Auch die US-Konjunkturdaten waren zuletzt besser als erwartet (BIP auf +2,1% nach oben revidiert), dazu vor allem die Allzeithochs an den US-Aktienmärkten: all das dürfte US-Präsident Trump als Zeichen der Stärke der USA wahrnehmen. Mithin wähnen sich also beide Seiten in einer guten Position: Peking meint, abwarten zu können, und Trump glaubt, dass die Zölle der US-Wirtschaft nicht geschadet hätten. Warum also nicht den Handelskrieg weiter eskalieren, um den säkularen Kampf gegen den Herausforderer China nun aus einer Position der Stärke heraus zu führen?

Denn eines scheint klar: je verwundbarer sich beide Parteien wähnen, umso stärker dürfte der Wille zu einem Kompromiß ausgeprägt sein! Oder, in der Sprache der Wall Street formuliert: „no pain, no deal“.

Unterdessen scheint klar, dass die Hongkong-Frage immer mehr zu einem Hindernis wird für diesen Phase 1 Deal, wie das Politik-Insider Magazin Axios berichtet.

China hat heute morgen verkündet, dass amerikanische Kriegsschiffe nicht mehr den Hafen von Hongkong anlaufen dürfen. Dazu sanktioniert man amerikanische NGOs, deren Vertreter wahrscheinlich bald aus Hongkong ausgewiesen werden. Man darf gespannt sein, wie die Trump-Administration heute darauf reagiert.

So oder so: schlechte Nachrichten vor allem von Seiten der Konjunktur sowohl in den USA als auch in Chian wären in Sachen Handelskrieg eher besser Nachrichten. Gleiches gilt für fallende Aktienmärkte – statt stets auf neue Allzeithochs steigende Aktienmärkte. Vor allem die Wall Street ist derart überkauft, dass eine schärfere Korrektur eigentlich anstehen müßte. Und der wahrscheinlichste Grund für eine solche Korrektur wäre ein Platzen der Hoffnungen im Handelskrieg.

Sollte Trump nicht die Zölle, die für den 15.Dezember geplant sind und vor allem Konsumprodukte betreffen, nicht aussetzen, könnte es etwas ungemütlicher werden. Denn Trump wird sich dann auf die Fed verlassen, die die Aktienmärkte schon „ausbailen“ würden. Ist nur die Frage, ob die Fed Trump auch diesen Wunsch erfüllt..

Sowohl Trump als auch Xi wähnen sich im Handelskrieg in einer Position der Stärke

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Roberto

    2. Dezember 2019 11:46 at 11:46

    “ paltzt die Hoffnung auf einen deal „…???, Oh no, has ist das letzte was passiert. Wir hatten schon x-male schon richtig schlechte news gehabt und die Märkte stiegen darauf hin an, weil es ja schlechter nicht mehr kommen kann. Das ist schon fast Physik könnte man meinen.

    • Avatar

      Michael

      2. Dezember 2019 12:33 at 12:33

      Höchstwahrscheinlich platzt der Deal, aber die Hoffnung darauf nie! ;)

  2. Avatar

    Roberto

    2. Dezember 2019 13:00 at 13:00

    @Michael, stimmt, so ist es besser formuliert :-)))

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Finanznews

Aktienmärkte: Das wird wichtig werden! Marktgeflüster (Video)

Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute ohne die Wall Street (Martin Luther King Day) erwartungsgemäß übeschaubar spannend – der Dax mit einem Freudensprung unmittelbar mit Kassa-Eröffnung, dann aber in der abeshbar schmalen Handelsspanne für den Rest des Tages. Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird. Bei allem Jubel über neuen Stimulus durch die Biden-Administration wwird bisher übersehen, dass der neue US-Präsident zwei sehr linke Regulatoren in entscheidende Positionen gebracht hat. Diese werden es der Wall Street nicht so leicht machen wie die „Buddies“ von Donald Trump – der Gegenwind wird dadurch größer..

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Rüdiger Born: Indizes am US-Feiertag – geht da was?

Rüdiger Born

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Dax: Ende der Fahnenstange – oder Kurse weit über 14.000 Punkte?

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Mit einer kleinen Korrektur hat sich der deutsche Leitindex, Dax 30 Performance, aus der zurückliegenden Handelswoche verabschiedet. Der kleine Nervenkitzel konnte indes nichts Weltbewegendes bewirken. Zudem haben sich die anfangs dramatisch darstellenden Kursverluste im Tagesverlauf wieder deutlich relativiert. Auch wenn keine Grundsatzentscheidung getroffen wurde, zeigt diese Performance das angeschlagene Vertrauen, der Marktteilnehmer in die nahezu unendliche Geschichte des Indizes, auf. Eine Verhaltensweise, an die wir uns wohl immer stärker gewöhnen müssen und werden.

Ausblick für den Dax:

Die seit Anfang Dezember laufende Aufwärtsbewegung des Dax dient immer noch der Darstellung von Welle (c) und damit des abschließenden Parts der übergeordneten Welle (B). Die zwingend fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle (c), gern auch Antriebswelle genannt, konnte mit der kleinen Korrektur, der letzten Handelstage, die Korrekturwelle (4) ausbilden. Ein sehr schönes Anzeichen hierfür ist der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Zählern, mittels Schlusskurses.

Steigt der Dax weit über 14.000 Punkte?
Allein dieser Aspekt, als auch der Tagesverlauf der letzten Kerze, deuten sehr stark daraufhin, dass sich im Verlauf der folgenden 2-3 Wochen Welle (5) für den Dax ausbilden wird. In Folge dieser sich ebenfalls fünfteiligen Welle kann der Dax noch einmal ein kräftiges Momentum aufweisen. Das eigentliche Kursziel von (5), verbunden damit von (c) und (B), liegt im Bereich des 1.00-Widerstandes bei 14.476 Punkten. Der Anstieg bis zur zweiten 1.00-Linie (14.794 Punkte) liegt allerdings auch im Bereich des Möglichen.

Fazit:

Der Aufwärtstrend beim Dax wird sich auch weiterhin behaupten, wenn auch das Ende der Fahnenstange immer näher rückt. Ein erneutes Kaufsignal kann ich nicht benennen; das bisherige bleibt bestehen..

Der Ausblick für den Dax

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