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Handelskrieg – Trump, Dollar und die Folgen

Wie Trumps Handelskrieg die Stellung der USA und die Dominanz des Dollars schwächt!

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Der fortgesetzte Handelskrieg zwischen den USA und China wird – trotz aktueller Entspannungssignale – nicht nur dazu führen, dass sich die Asiaten in den nächsten Jahren reichlich unabhängig von der US-Wirtschaft machen werden und keine Verträge mit den Amerikanern mehr schließen wollen. Es ist auch erkennbar, dass sich große Teile der Welt vom US-Dollar als Weltleitwährung unabhängiger machen wollen, der bisher alles dominierte.

Handelskrieg – raus aus dem Dollar, rein in Gold

Die Notenbanken der Welt schichten um – und diversifizieren ihre Anlagen und legen immer stärker in der ältesten Währung der Welt an, dem Gold. Zunächst einmal die Chinesen, die das Vertrauen in die USA verloren haben.

China hat im letzten Monat seine Devisenreserven weiter umgeschichtet und fast sechs Tonnen des Edelmetalls gekauft. Damit hat die Peoples Bank of China seit Jahresende bereits 100 Tonnen Gold erworben, die Dollarbestände aber eher reduziert. Dass dies kein Einzelfall ist und die Welt sich, angefacht von Handelskrieg und Unilateralismus Donald Trumps, vom US-Dollar lösen will, zeigen weitere Zahlen.

Am deutlichsten hat Russland seine Devisenreserven umgebaut. Man hat nahezu sämtliche amerikanische Staatsanleihen verkauft und dafür die Edelmetallbestände erhöht – inzwischen auf über 2200 Tonnen. Das bedeutet eine Vervierfachung innerhalb eines Jahrzehnts und entspricht in seinem Wert einem Fünftel alle russischen Devisenreserven.

Aber auch andere Notenbanken sind diesem Beispiel gefolgt. Die weltweiten Goldbestände der Zentralbanken sind nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF auf 35 000 Tonnen gestiegen, dies entspricht 1,106 Milliarden Unzen. Eine Entwicklung, die schon längere Zeit zu beobachten ist und sich weiter verstärkt. Daher war 2018 ein Rekordjahr, welches in diesem Jahr noch gestoppt werden könnte.

Die Dominanz des US-Dollars im Welthandel

Betrachtet man sich die Zahlen im Kontext, so wird die Vorherrschaft der US-Währung deutlich. Die Vereinigten Staaten mit ihrem vierprozentigen Anteil an der Weltbevölkerung haben

  • einen Anteil am Welthandel von 10 Prozent,
  • sie repräsentieren 15 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung,
  • dennoch haben sich 33 Prozent der Staaten an den Dollar gekoppelt,
  • circa 50 Prozent der weltweiten Geschäfte werden in Dollar abgerechnet,
  • die Schulden der Entwicklungsländer lauten zu 66 Prozent in Dollar und
  • ebenso hoch notieren die globalen Devisenreserven und die globalen Wertpapieremissionen.

Eine unglaubliche Dominanz der amerikanischen Währung, die der US-Präsident während seiner Amtszeit stets als Waffe im Handelskrieg benutzt, zur Umsetzung seiner „America first-Politik“ und die dem fortschreitenden Unilateralismus der US-Regierung dienlich ist. Dass dies in vielen Staaten zu einer Abkehr von den USA führt, ist klar, denn wer lässt sich gerne ständig von der anderen Seite mit Ausschluss aus dem Dollarhandel erpressen? Auch wenn die Abkehr vom Dollar ein langjähriger Prozess werden wird.

Hinzu kommt, dass die Dominanz des Dollars zu ständigen Schuldenkrisen und Bankrotten der Entwicklungsländer führt, die sich dadurch in eine große Abhängigkeit begeben haben, auch bei Maßnahmen der US-Notenbank. Erhöht diese die Zinsen und wertet der Dollar auf, bringt dies, wie 2018 geschehen, sofort eine Reihe von Ländern in Schwierigkeiten.

Der Vorschlag der englischen Notenbank

Auf der letzten Sitzung der Notenbanken in Jackson Hole machte der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, den Vorschlag, eine globale digitale Reservewährung zu schaffen, die nicht allein auf dem US-Dollar basiert, sondern auf einem breiten Währungskorb. Damit wird ersichtlich, dass auch die großen Währungshüter die Problem mit der US-Devise thematisieren.

 

Fazit – Handelskrieg und das Ende der Dollar-Dominanz

Die Vorschläge Carneys mögen revolutionär klingen, die Schaffung eines multipolaren Währungssystems, welches auf verschiedenen Devisen basiert. Reichlich Zukunftsmusik. Aber es zeigt, dass sich alle Welt Gedanken darüber macht, wie man die Dominanz des US-Dollars beenden könnte. Donald Trump kommt der starke Dollar derzeit alles andere als gelegen, aber er braucht Käufer für seine Staatsanleihen. Außerdem vergisst er, dass wenn der Dollar keine so starke Stellung im Welthandel besäße, es auch rasch vorbei wäre mit dem erfolgreichen „Unter-Druck-setzen“ anderer Länder durch Handelskrieg, damit sie wirtschaftlich nach der Pfeife Washingtons tanzen.

Das Ende des Dollars als Weltleitwährung dürfte noch geraume Zeit benötigen. Trumps Politik hat den Boden hierfür bereitet, aber in der Zwischenzeit dürfte der Run auf Gold noch eine Weile weitergehen.

Durch den Handelskrieg setzt Trump die Dominanz des Dollars aufs Spiel

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    tm

    12. September 2019 09:24 at 09:24

    „sie repräsentieren 15 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung“

    BIP USA: 21 Bio. USD
    BIP Welt: 86 Bio. USD
    => 24%

    und ergänzend: 62% der Welt-Währungsrerserven werden in USD gehalten.

    „dennoch haben sich 33 Prozent der Staaten an den Dollar gekoppelt,“

    Mag sein, aber von den USA ist das ja nicht unbedingt gewünscht, siehe China aber auch andere asiatische Staaten, die ihre Währungen so gegenüber dem USD zu niedrig bewertet halten.

    „Hinzu kommt, dass die Dominanz des Dollars zu ständigen Schuldenkrisen und Bankrotten der Entwicklungsländer führt“

    ja – die Frage für diese Länder ist doch aber, wie sie sonst Kredite aufnehmen können. In deren Landeswährung bekommen sie keine.

    „Das Ende des Dollars als Weltleitwährung dürfte noch geraume Zeit benötigen.“

    Kommt dieses Ende denn überhaupt? Der Euro war offenkundig nicht in der Lage, die Stellung des USD zu gefährden. Ein frei konvertierbarer Yuan wäre vielleicht dazu in der Lage, wobei die USA – trotz Trump – auf absehbare Zeit größte bzw. irgendwann zweitgrößte Volkswirtschaft bleiben werden und bis China irgendwann nach Umstellung auf freie Konvertierbarkeit das Vertrauen geniesst, die Institutionen aufgebaut hat etc. wird es dauern; bis dahin wird China auch nicht mehr so stark wachsen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      12. September 2019 10:02 at 10:02

      @tm. Mit dem US-Anteil am Welt-BIP haben Sie recht. 20,49 Billionen Dollar zu 84,74 im Jahr 2018, nach statista. Ich habe die Zahlen aus folgender Quelle – Mark Carney, Bank of England – übernommen. Kann man sich auf das Brexit-Land jetzt gar nicht mehr verlassen? 😃
      Grüße

      • Avatar

        tm

        12. September 2019 10:29 at 10:29

        :-)

        Wobei die 20,49 bei Statista das reale BIP sind und hier müsste man korrekt mit dem nominalen BIP rechnen. Und Mark Carney hat vermutlich das BIP in Kaufkraftparitäten verwendet. Kann man machen, bringt aber m.E. einige Probleme mit sich.

  2. Avatar

    Prognosti

    12. September 2019 13:13 at 13:13

    Die Amis haben bis jetzt vom Dollar als Leitwährung profitiert, da sie über längere Sicht gegen andere starke Währungen Yen, CH Fr. stark abwerteten u.somit auch ihre Auslandschulden entwertet haben. Bei gleicblebendem u.eher steigendem Dollar kehrt dieses Spiel , u.wie wir gerade sehen ist das nicht gewünscht.

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Aktienmärkte: Dänemark, der Börsenstar des Jahres

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Jeden Tag blicken wir gespannt auf die Aktienmärkte in den USA, um an der Wall Street die wundersame Rally der Hightechwerte zu verfolgen. Apple, Amazon und Co haben den Nasdaq zu einem Highflyer gemacht, dessen Performance aufgrund von nur sieben Titeln die Indizes der Welt in den Schatten gestellt hat.

Aber relativ unbemerkt gibt es in Europa einen der kleinsten Aktienmärkte, der sogar in Schlagweite zur Technologiebörse in den USA geblieben ist: der OMX in Dänemark.

Aktienmärkte: Der dänische Leitindex trotzt Corona

Dänemark ist nicht nur ein relativ kleines Land in Europa mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern, auch umfasst der Leitindex OMX Copenhagen nur 20 Aktien. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich im Coronajahr an die Performance-Spitze der größeren Aktienmärkte der Welt zu setzen. Zum Ende letzter Woche ergab sich dabei folgende Performance zum 1.1. 2020:

OMX Kopenhagen + 16,9 Prozent
CSI China + 11,6 Prozent
S&P 500 + 0,5 Prozent
Dax – 9,1 Prozent
Einzig der Nasdaq 100 lieferte mit plus 22 Prozent noch etwas mehr. Allerdings spielt auch der Wechselkurs noch eine Rolle und da hat die dänische Krone gegenüber dem Euro sogar noch etwas aufgewertet.

Gründe für das gute Abschneiden

Da ist zum einen die Entwicklung von COVID-19 in dem skandinavischen Land zu nennen. Aufgrund eines frühen Lockdowns litt das Land nicht so sehr unter den ökonomischen Folgen der Pandemie, das dänische Bruttoinlandsprodukt verlor im zweiten Quartal um 6,9 Prozent, weniger als der Durchschnitt in Europa (-12,1%), aber auch weniger als Deutschland oder den USA (-9,7%/9,5%). Hinzu kommen die weltweit üblichen Rettungspakete, die auch die dänische Regierung verabschiedet hat. Alles das wäre aber nicht in der Lage, den Index so zu „pushen“ – es ist vielmehr die Zusammensetzung des Leitindex in Dänemark.

Es sind eine Reihe von Pharma- und Biotechfirmen, die im Index sehr dominant vertreten sind und die von der Pandemie im Besonderen profitiert haben: Der weltgrößte Insulinhersteller Novo Nordisk, die Medizintechnikfirma Ambu, Coloplast, Genmab, CHR Hanssen und Novozymes, Firmennamen, die in unseren Breiten nicht allzu bekannt sind. Damit kommen die Gesundheitsfirmen auf die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index in Höhe von 370 Millionen Euro. Dennoch ganz schon imposant im Vergleich zu unserem DAX, dem Leitindex in einem Land mit 83 Millionen Menschen, der gerade eine gute Billion Euro auf die Wage bringt.

Ein großer Nachteil eines Engagements ist damit schon erklärt, denn man fokussiert sich dann ziemlich stark auf eine Branche mit wenigen Titeln. Zumal die Unternehmensbewertung durch die Hausse deutlich nach oben gegangen ist. KGVs von 22 (Novo Nordisk) bis hin zu 60 (Genmab) oder 110 (Ambu) zeigen ein weiteres Gefahrenmoment auf. Aber die Wachstumsstory ist noch intakt und der dänische Index ist noch wenig auf dem Radar internationaler Fonds gesichtet – anders als etablierte Aktienmärkte dieser Welt. Natürlich gibt es zu Zeiten von Corona auch Verlierer im OMX, wie den Bürodienstleisters ISS, die Danskebank oder die Brauerei Carlsberg. Diese vermochten es aber nicht, die Performance des Index arg zu dezimieren.

Fazit

„We Are Red We Are White, We Are Danish Dynamite“, lautete einmal ein Song des fußballbegeisterten Dänemark, insbesondere beim Gewinn des Europameistertitels 1992 in Schweden. Ausgerechnet gegen den damals amtierenden Weltmeister Deutschland. Scheint so, als ob für die Börse des kleinen nordischen Landes in diesem Jahr auch wieder so ein kontinentaler Titel möglich ist.

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