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Handelskrieg Trump gegen alle – noch klarer als hier sieht man es nicht!

Claudio Kummerfeld

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am

Trump gegen alle, Trump ist alles egal. So lautet das Fazit des G7-Treffens am Wochenende in Kanada. Der Handelskrieg läuft. Donald Trump reiste vor dem offiziellen Ende der Tagung ab, und verweigerte die Zustimmung der USA zu einer gemeinsam Erklärung aller Teilnehmer. Das begründete Trump damit, dass der Gastgeber Kanada mit Gegenzöllen antwortet auf die Zölle, welche die USA gerade erst gegen Kanada, Mexiko und die EU eingeführt hatten. Kanadas Premier Trudeau habe die USA sogar „verraten“, so Trumps Berater Kudlow.

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Wie steht Donald Trump zum Rest der Welt? Dieses Foto sagt mehr als tausend Worte. Trump sitzt mit verschränkten Armen quasi ablehnend vor seinen „Freunden der G7“. Merkel und Co versuchen mit ihm ins Gespräch zu kommen und ihn zu Kompromissen zu drängen, doch Trump lehnt ab. An seiner Seite stehen Trumps neuer Chefideologe (Nationaler Sicherheitsberater) John Bolton sowie Japans Ministerpräsident Abe, der ihm vor allem in Sachen Nordkorea zur Seite steht.

Der Rest der G7 steht quasi verzweifelt, fragend und bittend vor dem Tisch, und hofft auf Trumps Reaktion. Spätestens nach diesem Gipfel sollte dem Rest der globalen Handelsgemeinde klar sein, dass es ein Kampf „Trump gegen uns alle“ ist. Denn er hat ja mehr als klar verkündet, dass nur Amerika für ihn zähle. Das ist auch sein gutes Recht. Dann müssen EU, Kanada, Mexiko, China und Co eben deutlich enger zusammenrücken, und mit einer gemeinsamen Sprache Trump gegenübertreten.

Denn die wirtschaftliche Allmacht der USA basiert vor allem darauf, dass alle anderen Ländern stets fest daran glauben hilflos zu sein. Natürlich will sich nie jemand ernsthaft mit den USA wirtschaftlich anlegen, weil die 320 Millionen Amerikaner konsumieren wie die Wahnsinnigen. Welcher Hersteller von Luxusautos oder Fernsehern will sich diesen Markt schon entgehen lassen? Aber im ganz großen Bild muss sich die globale Staatengemeinschaft schon fragen lassen, wie weit man sich von Donald Trump noch am Ring durch die Manege führen lassen will.

Eigentlich könnte man sagen, dass das G7-Treffen Zeitverschwendung war. Aber nur eigentlich! Denn eines hat das Treffen doch gezeigt – dass nämlich der Handelskrieg in vollem Gange ist, und dass Donald Trump sich in keinster Weise für Absprachen oder Verhandlungen interessiert. Die EU hat letzte Woche angekündigt ab 1. Juli genau wie Kanada Gegenzölle Richtung USA verhängen zu wollen – eine Alternative dazu gäbe es nur, wenn die EU einfach auf Zölle verzichtet – dann würde sie aber ihr Gesicht verlieren. Nach den Gegenzöllen werden die USA wohl Zölle auf Autos aus Europa verhängen. Der Handelskrieg läuft bereits!

Handelskrieg? Die G7-Tagung war eigentlich Zeitverschwendung
Die G7-Runde letztes Wochenende in Kanada. Foto: Shealah Craighead / Gemeinfrei

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Pit M.

    11. Juni 2018 11:16 at 11:16

    Soll man doch erstmal die Zölle angleichen – da hat Trump aus meiner Sicht absolut recht. Da besteht teilweise eine recht große Benachteiligung beim Handel.

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      tm

      11. Juni 2018 13:01 at 13:01

      Wo denn? Die EU verlangt durchschnittlich 5,2% Zoll von den USA, die USA umgekehrt 3,5% – wobei das Zahlen von 2016 sind. Je nachdem was in welchen Mengen importiert wird, kann das Verhältnis 1017 auch anders gewesen sein. Letztlich ist der Unterschied also eher marginal und natürlich könnte man über einen weiteren Abbau sprechen – das will Trump aber offenbar nicht.

      • Avatar

        Pit M.

        11. Juni 2018 14:40 at 14:40

        Achso wenn das so marginal ist, dann kann man die Durchschnittszölle doch auch in umgekehrter Ausführung festsetzen. Bei den erwähnten Zahlen wären es dann eben für die USA 1.7 % höhere Einfuhrzölle als in der EU.
        Aber das würde die EU niemals mitmachen – weil die sich dann ungerecht behandelt fühlen würde. Aber wenn es wie Sie meinen so marginal ist, ergibt sich eben die frage warum es nicht schnell geklärt wäre? Antwort: es ist nicht marginal (besonders in einigen Bereichen wie in der automobilbranche).

        • Avatar

          tm

          11. Juni 2018 14:49 at 14:49

          äh wie in umgekehrter Richtung? Die EU erhebt auf Pkw-Importe einen Zoll von 10% – die USA von 2,5% auf Pkw, aber von 25% auf Pick-Ups.

          Die bis vor kurzem gültigen Zölle wurden in langen Verhandlungen vereinbart – die einen möchten Zölle auf diese und jede Produkte, die anderen auf andere Produkte. Und je nachdem, wieviel die USA und die EU an entsprechenden Gütern importieren, schwankt der Durchschnittszoll. 2016 lag die Differenz bei lächerlichen 1,7 Prozentpunkten. Wenn das nicht marginal ist, was denn dann?

          Also ich wäre ohnehin dafür, alle Zölle abzuschaffen, aber das wollen weder die EU noch die USA. Daher lassen sich solche Dinge auch nicht mal eben schnell klären – Durchschnittswerte helfen wenig weiter.

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    Dieter G.

    11. Juni 2018 11:22 at 11:22

    Genau so führt man ein Land. In dem man die Interessen eindeutig und unmißverständlich äußert und umsetzt. Wenn die anderen Teilnehmer zu blöd sind, dafür kann Trump nix.

    Und Trump löst jedes Wahlversprechen ein, was er gegeben hat. Etwas, was die EU-Blindlinge in keinster Weise kennen. Getreu dem Motto, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

    Achtung !!! Dies ist ein Kommentar mit subjektiver Brille, der die Mehrheit der vermeintlichen Leser vermutlich nicht treffen wird. Soll es auch nicht.

    Alles Gute

    Dieter

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      Pit M.

      11. Juni 2018 12:59 at 12:59

      Nein – ich bin auch genau deiner Meinung. Viele begreifen nicht, dass er Arbeitnehmer der USA ist und in deren Interesse zu handeln hat.

      • Avatar

        tm

        11. Juni 2018 13:11 at 13:11

        Aber genau das macht er ja nicht:

        Defizit im Bundeshaushalt bei Amtsübernahme: 3,1% des BIPs
        Defizit im Bundeshaushalt März 2018: 3,7% des BIPs

        Neu geschaffene Stellen je Monat Trump: 182 Tsd.
        Neu geschaffene Stellen Obamas 2. Amtszeit: 217 Tsd.

        Leistungsbilanzdefizit bei Amtsübernahme: 2,4% des BIPs
        Leistungsbilanzdefiizt Q4 2017: 2,4% des BIPs

        • Avatar

          SanBau

          11. Juni 2018 15:59 at 15:59

          Sehr Aussagekräftig eine Statistik vorzulegen die maßgeblich vom „Establishment“ dominiert wird. Eben jenen denen Trump gegenüber steht. Zum „Establishment“ gehören halt auch Macron, Merkel und der Sauhaufen in Brüssel. Logisch das man diese auf Konfrontation schickt, irgendwie will man den Mann wieder loswerden und weis nicht wie.
          Er ist nun mal unbestechlich. Der einzige der Trump wirklich lohnenswert Geld bringt ist der US-Präsident.

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      tm

      11. Juni 2018 13:05 at 13:05

      „Und Trump löst jedes Wahlversprechen ein, was er gegeben hat“

      Sie meinen das Establishment bekämpfen,indem er es ins Kabinett holt? Oder eher Obamacare durch etwas besseres ersetzen, indem er Teile von Obamacare ohne Ersatz abschafft? Oder meinen Sie den Kampf für die Mittelschicht durch Entlastung der Top 1%?

      Trump versagt bisher auf ganzer Linie. Er brüskiert Verbündete und hofiert dafür Autokraten. Das Defizit im Bundeshaushalt ist höher als bei Amtsübernahme, es wurden pro Monat deutlich weniger neue Stellen geschaffen als in Obamas zweiter Amtszeit, die Arbeitslosenquote sinkt nur noch wenig, das Leistungsbilanzdefizit ist unverändert.

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        Pit M.

        11. Juni 2018 14:31 at 14:31

        Haha Trump geht massiv geendet e illegale Einwanderung vor und bekämpft damit die Schwarzarbeit – Amerikaner aus dem Niedriglohnsektor (zB Gastronomietätigkeiten) …
        Obama wurde an allen Ecken und Enden gelobt und hat mit seinen Militäreinsätzen als Drohnen-Barack für derart viele leid gesorgt – auch diese Kriegstreiber gegenüber RUS durfte nicht fehlen……für sie ist man wohl nur ein anständiger Bilderbuchpräsident wenn man auch ordentlich für Krieg sorgt dafür aber eine gute Presse bekommt und überall gelobt wird wir Friedensnobelpreisträger Obama?
        Hat Obama in irgendeiner Form für eine Befriedung in Korea gesorgt?
        Nein – das hat ihn auch garnicht interessiert..
        Und es ist auch absolut gelogen wenn man sagt von der Steuerreform haben nur Reichen profitiert. …..
        http://www.bento.de/politik/krieg-barack-obama-ist-der-us-praesident-mit-den-meisten-kriegstagen-567071/

        https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article171941708/USA-Trumps-Steuerreform-Vorbild-fuer-Deutschland.html

        • Avatar

          tm

          11. Juni 2018 14:44 at 14:44

          Trump übertrifft Obama was die Drohneneisätze angeht bereits jetzt:
          https://deutsch.rt.com/international/47549-drohnen-konig-trump-obama-jemen-saudi-arabien/

          Und während unter Obama die Militärausgaben deutlich gesenkt wurden, eine Annäherung an Kuba erwirkt und das Atomabkommen mit dem Iran durchgesetzt wurde, macht Trump genau das Gegenteil – ein sehr friedfertiger Präsident.

          Ich sagte nicht, dass „nur“ die Reichen profitieren – aber hauptsächlich. Der Löwenantei lder Entlasung kommt den obersten 1% zugute, während die Mittelschicht teils mehr bezahlt, weil nun die Bundesstaatssteuern nicht mehr absetzbar sind bei den Bundessteuern. Sie unterstellen mir also völlig zu Unrecht eine Lüge.

          https://www.marketwatch.com/story/in-one-chart-heres-how-much-you-can-expect-to-gain-from-trumps-tax-plan-2017-09-29

          Und wo Trump nun für Frieden in Korea sorgt, werden wir noch sehen – bislang gab es da auch unter Obama und den anderen Präsidenten davor keinen Krieg.

          • Avatar

            Bernd

            11. Juni 2018 17:09 at 17:09

            @ tm. Ihr Arrangement beim Aufklären der kommentierenden Leserschaft ist beeindruckend. Mann könnte fast meinen Sie halten die letzte Stellung gegen einen sich neu aufbäumenden Zeitgeist. Ihre ideologische Standhaftigkeit ist dabei vorbildlich und amüsant zugleich; ersparen sie mir ellenlange Erläuterungen zu dieser kurz geäußerten Kritik.

  3. Avatar

    Steffen

    14. Juni 2018 00:16 at 00:16

    Oh mein Gott TM, wo hast Du nur Deine Zahlen her?
    Obomba, in seiner Amtszeit hat allein die Hälfte aller Schulden Amerikas angehäuft, hat 7 Länder bombardiert über eine Millionen Tote auf dem Gewissen,unterstützt von Marionetten aus der ganzen Welt, bekommt für diese Leistung den Friedennobelpreis ! Er hat das Land in Schutt und Asche gefahren die Binnenwirtschaft ruiniert und du redest hier alles schön? Sag mal liest du vllt. jeden Tag die Blöd?
    Deine sogenannten Wirtschaftswunder von Obomba bis Merkel werden in Guantanamo schmoren, da kannst du dich drauf verlassen, wenn die Welt alles erfahren hat, was dieses System Rotschild/Rockefeller/Sorros/und und und angerichtet und vor allem so getrieben hat !Die Offenbahrung dessen wird die Welt ins Unglück/Schockstarre stürzen, was diese Kreise für Verbrecher sind ! Trump wird diesen Sumpf trocken legen, verlass dich drauf !

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Jerome Powell – seine Aussagen auf der PK + Live-Feed – Impressionen einer surrealen Veranstaltung..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Was wird Jerome Powell heute sagen? Im Statement der Fed kein Wort zu den jüngsten spekulativen Exzessen – werden die Journalisten diesmal nachhaken und die wirklich wichtigen Fragen stellen?

– Powell muss erstmal tiefer durchatmen..

– Wirtschaftsentewicklung hängt von Virus ab – Wirtschaft hat sich wieder abgeschwächt, Konsum hat sich abgeschwächt

– Immobilienmarkt hat sich erholt (FMW: eine Umschreibung für massiv steigende Preise..)

– Arbeitsmarkt bleibt schwach, Menschen mit geringem Einkommen am stärksten betroffen

– Inflation bleibt niedrig, aber könnte anziehen wegen Impfungen

– Wirtschaft aber robuster als zu befürchten war

Ups, das war kurz – Powell „hat schon fertig“, jetzt kommen Fragen..

—–

Und gleich die Frage nach Gamestop, wow.. Powell: ich äussere mich nicht zu bestimmten Firmen (FMW: sondern behaupte einfach, dass wir mit unserer Geldpolitik nicht Blasen begünstigen…)

– Powell: beobachten Finanzbedingungen sehr genau

– jetzt Steve Liesman von CNBC zu Bewertungen, am Beispiel von Bitcoin, Gamestop etc. (FMW: Liesman ist der einzige, der ernsthafte Fragen stellt!). Und sinngemäß sagt Powell: wir kümmern uns um die Wirtschaft, nicht um Blasen..

– Powell: es ist nicht die Geldpolitik der Fed, die Bewertungen der Märkte bedingt, sondern die Sache mit dem Impfstoff (FMW: viel dreister kann man eigentlich nicht die Unwahrheit sagen! Klar: der Impftstoff ist ein zentraler Treiber, aber wo stünden die Aktienmärkte ohne die Fed??)

– Powell zu Inflation: wird vielleicht vorübergehend steigen, aber nicht nachhaltig, weil deflationäre Trends seit langem bestehen. Es sei viel schwieriger, mit Deflation umzugehen als mit Inflation (FMW: puh..)

– jetzt die Frage, ob die Fed-Mitglieder bereits geimpft seien..Powell: ich wurde einmal geimpft und hoffe die zweite Dosis bald zu bekommen

– jetzt redet Powell über die Wirtschaft und Menschen – aber was hat die Fed mit Menschen und Wirtschaft zu tun??

– Frage von einem Bloomberg-Moderator: seid ihr als Fed überhaupt noch handlungsfähig, weil ihr die Zinsen weder senken noch anheben könnt? Powell: unsere Geldpolitik funktioniert, zum Beispiel am Immobilienmarkt

– Powell: es gibt keinen Grund. bei Erholung der Wirtschaft nicht die Zinsen anzuheben und unsere ultralaxe Geldpolitik einzustellen (FMW: is klar, Jerome..)

– Powell insistiert: nachhaltige Inflation unwahrscheinlich..

– Powell: werde gut mit Yellen zusammen arbeiten, habe aber mit ihr noch nicht gesprochen, auch nicht mit Biden

– Frage nach Furcht vor Immobilienblase oder Blase bei Unternehmensanleihen – Powell: extrem steigende Nachfrage nach Immobilien vorübergehend, bei Unternehmensanleihen sehe ich die Tatsache, dass es weniger Insolvenzen gibt (FMW: es wird immer surrealer, wie Powell versucht, die Blasen-Bildungen weg-zureden!)

FMW: bleiben sie dran bei FMW – wir bringen die Zahlen von Tesla, Facebook und Apple und die Marktreaktionen darauf!

Der Live-Feed:

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Jerome Powell über das Evangelium der Fed

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Fed: Das sagt das Statement der US-Notenbank – weit und breit keine Blasen, nirgends..

Markus Fugmann

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Von der US-Notenbank Fed ist eigentlich heute nicht viel neues zu erwarten. Eigentlich. Aber wird dennoch etwas gesagt im Statement der Notenbank zur derzeitigen Spekulations-Euphorie? Hier die wichtigsten Aussagen der Notenbank in Stichpunkten:

– Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt: „The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic“
Beim letzten Statement hatte es noch geheißen in Sachen Wirtschaft: „Economic activity and employment have continued to recover but remain well below their levels at the beginning of the year.“

– keine Erwähnung spekulativer Exzesse (Gamestop!)

– wenn Situation verschlechtert, wird Notenbank handeln: „would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals“

– Inflation bleibt moderat wegen Ölpreisen: „Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation“

FMW: Subtext der Fed – kauft alles, wir bailen euch aus. Gamestop ist cool!

Das Statement im Wortlaut:

The Federal Reserve is committed to using its full range of tools to support the U.S. economy in this challenging time, thereby promoting its maximum employment and price stability goals.

The COVID-19 pandemic is causing tremendous human and economic hardship across the United States and around the world. The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic. Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation. Overall financial conditions remain accommodative, in part reflecting policy measures to support the economy and the flow of credit to U.S. households and businesses.

The path of the economy will depend significantly on the course of the virus, including progress on vaccinations. The ongoing public health crisis continues to weigh on economic activity, employment, and inflation, and poses considerable risks to the economic outlook.

The Committee seeks to achieve maximum employment and inflation at the rate of 2 percent over the longer run. With inflation running persistently below this longer-run goal, the Committee will aim to achieve inflation moderately above 2 percent for some time so that inflation averages 2 percent over time and longer‑term inflation expectations remain well anchored at 2 percent. The Committee expects to maintain an accommodative stance of monetary policy until these outcomes are achieved. The Committee decided to keep the target range for the federal funds rate at 0 to 1/4 percent and expects it will be appropriate to maintain this target range until labor market conditions have reached levels consistent with the Committee’s assessments of maximum employment and inflation has risen to 2 percent and is on track to moderately exceed 2 percent for some time. In addition, the Federal Reserve will continue to increase its holdings of Treasury securities by at least $80 billion per month and of agency mortgage‑backed securities by at least $40 billion per month until substantial further progress has been made toward the Committee’s maximum employment and price stability goals. These asset purchases help foster smooth market functioning and accommodative financial conditions, thereby supporting the flow of credit to households and businesses.

In assessing the appropriate stance of monetary policy, the Committee will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook. The Committee would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals. The Committee’s assessments will take into account a wide range of information, including readings on public health, labor market conditions, inflation pressures and inflation expectations, and financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Thomas I. Barkin; Raphael W. Bostic; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Mary C. Daly; Charles L. Evans; Randal K. Quarles; and Christopher J. Waller

Die Fed - was wird sie heute sagen?

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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