Rohstoffe

Zölle auf Kupfer, Stahl und Aluminium - Risiko für die Industrie Handelskrieg um Rohstoffe – eine Detailanalyse

Zölle auf Rohstoffe im Handelskrieg gefährden den Welthandel und erhöhen das Inflationsrisiko. Welche Folgen hat das für die Preise von Kupfer, Stahl und Aluminium sowie für Produzenten, Lieferketten und Verbraucher?

Quelle: ChatGPT

Seit Donald J. Trump erstmals auf Stahl und Aluminium Zölle ins Spiel brachte, sind Strafzölle auf Rohstoffe kein Randthema mehr im Handelskrieg. Neue Import-Zölle auf Kupfer in Höhe von 50 Prozent drohen die Preise für US-Schlüsselindustrien weiter nach oben zu treiben. Im Jahr 2024 mussten die USA netto 45 Prozent ihres Kupfer-Bedarfs importieren (800.000 Tonnen: Exporte minus Importe plus Lagerveränderungen). Diese künstliche Inflation für Rohstoffe hat dramatische Folgen für die Bauwirtschaft, die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie sowie den Energiesektor. Doch Wer trägt am Ende die Last dieser protektionistischen Politik?

Handelskrieg: Zölle auf Rohstoffe als geopolitische Waffe

Kupfer, Stahl, Aluminium und pharmazeutische Grundstoffe bilden das Fundament moderner Volkswirtschaften. Ohne sie gibt es keinen Hausbau, keine Automobile, keine Stromleitungen, keine moderne Kommunikation, keine Rüstungsgüter und generell keine Elektronik. Dass nun gerade der Schlüsselrohstoff Kupfer zum Spielball in Trumps Handelskrieg wird, könnte für die US-Industrie weitreichende Folgen haben und das Gegenteil von dem bewirken, was der US-Präsident anstrebt: die Re-Industrialisierung.

Der jüngste Zoll-Schock Trumps katapultierte den Kupferpreis auf neue Höchststände und wirbelte den Weltmarkt für das Industriemetall durcheinander. An der New Yorker COMEX (CME Group) schoss der Preis des rötlichen Übergangsmetalls in kürzester Zeit um 17 Prozent auf ein neues Allzeithoch nach oben, während er gleichzeitig in London an der LME um 2,4 Prozent absackte:

Die jüngsten Strafzölle zwischen den USA, China und der EU auf Stahl und Aluminium, sowie die Drohungen Chinas, die Exporte Seltener Erden streng zu regulieren, zeigen: Ein globaler Handelskrieg ist längst Realität – und er hat weitreichende Folgen. Sie zielen nicht nur darauf ab, Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe in die USA und die EU zurückzuholen, sondern auch um Konkurrenten auf Distanz zu halten. Doch der Wille, die BRICS-Staaten klein zuhalten ist keine nachhaltige Lösung für die Zukunft der Weltwirtschaft und das funktionieren eng verflochtener Lieferketten. Das Prinzip der Arbeitsteilung wird so zum Schaden aller untergraben. Nun spielt Trump sogar mit dem Gedanken, einen 10-prozentigen BRICS-Zoll zusätzlich zu erheben, was auch für die erweiterte BRICS-Gruppe und die BRICS-Partner-Staaten gelten würde.

USA und G7  mit „German Angst“

Die oft v. a. in den USA belächelte „German Angst“ hat nun die G7-Staaten und speziell die USA ergriffen: Die BRICS-Staaten und ihre Verbündeten könnten wirtschaftlich und militärisch mächtiger als sie selbst werden. Die Vereinigten Staaten könnten also ihren Status und Machtanspruch als globaler singulärer Hegemon verlieren (Handelskrieg als eine der Gegenmaßnahmen). Dabei ist dies im Zuge der von den USA selbst forcierten Globalisierung längst geschehen.

Die BRICS-Staatengruppe mit Zöllen abzustrafen, könnte perspektivisch  kontraproduktiv wirken. Und dies aus zwei schwerwiegenden Zwei Gründe:

  • Im Jahr 2024 war China gemessen am Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität (BIP‑KKP | wie viel kann man sich für einen US-Dollar in diesem Land leisten und wie hoch ist die Sparquote) bereits die größte Volkswirtschaft der Welt. Laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IMF)  erreichte Chinas BIP‑KKP rund 33 Billionen US-Dollar und lag damit deutlich vor den USA mit etwa 29 Billionen US‑Dollar. USA – ca. 29 Billionen.
  • Dies „BRICS+“-Staaten sind die rohstoffreichsten Länder der Welt und verfügen z. T. über de facto Monopole auf bestimmte unverzichtbare Ressourcen, z. B. Seltene Erden aus China oder Kupfer aus Chile.

Die Reihenfolge der Top‑3 Volkswirtschaften nach Kaufkraftparität für 2024 sieht folgendermaßen aus (2 der Top-3 sind BRICS-Staaten):

1. China – ca. 33 Billionen US$

2. USA – ca. 29 Billionen US$

3. Indien – ca. 16 Billionen US$

Der BRICS-Block (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) erweiterte sich im Jahr 2025 um 6 weitere Staaten: Ägypten, Indonesien (6. Januar), Vereinigte Arabische Emirate (UAE), den Iran und Äthiopie.

Zu den „Partner-Staaten“ und Antragstellern auf eine „BRICS+“-Vollmitgliedschaft zählen u. a. die Türkei, Thailand, Malaysia, Vietnam, Usbekistan, Bolivien und Kasachstan (ebenfalls sehr rohstoffreich).

Industrie unter Druck – Kupfer, Aluminium und Stahl essenziell

Für die Industrie sind höhere Rohstoffkosten Gift. Die Bauwirtschaft ächzt ohnehin unter hohen Zinsen. Ein deutlich steigender Stahl- Aluminium- und Kupferpreis könnten Projekte verzögern oder verteuern. Gleiches gilt für die Automobilbranche: Aluminium und Stahl werden wird für Karosserien, Kupfer für E-Motoren und Kabelstränge benötigt.

Ein Beispiel: Laut einer Studie der Boston Consulting Group von 2024 könnten Strafzölle auf Aluminium allein die Produktionskosten eines durchschnittlichen Elektroautos um bis zu 500 Euro erhöhen. Kupfer und Stahl noch nicht mit eingerechnet. Diese Kosten landen oft direkt beim Endkunden oder mindern signifikant die Margen der Industrie.

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Gewinner und Verlierer im Handelskrieg

Wer profitiert von einem Handelskrieg? Kurzfristig oft lokale Produzenten, die weniger Konkurrenz aus dem Ausland haben. Stahlwerke in den USA oder Aluminiumhütten können sich freuen. Doch langfristig schaden Handelskriege fast immer allen Seiten, weil Investitionen zurückgehen und global integrierte Lieferketten teurer und unsicherer werden bzw. völlig kollabieren.

Verlierer sind vor allem Länder ohne eigene Rohstoffbasis, wie z. B. Deutschland. Diese Staaten müssen höhere Preise zahlen und leiden unter Verzögerungen. Auch die Endkunden trifft es, sei es beim Hausbau, Autokauf oder Strompreis.

Fazit: Unsicherheit bleibt hoch – Chancen für Investoren

Die weltweite Industrialisierung ist ohne Kupfer, Stahl und Aluminium nicht denkbar. Handelskrieg und Zölle auf diese Rohstoffe verschärfen die ohnehin schon angespannte Lage an den Märkten und der angeschlagenen Konjunktur in vielen Ländern. Für Unternehmen heißt das: Kalkulationen werden schwieriger, Projekte unsicherer. Verbraucher müssen sich auf höhere Preise einstellen.

Für Investoren könnte das gleichwohl auch Chancen bieten. Rohstoff-ETFs oder Minenaktien könnten von steigenden Preisen profitieren. Doch Vorsicht: Politische Risiken und starke Kursschwankungen machen diesen Markt hochvolatil.



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9 Kommentare

  1. Einerseits bleibe ich dabei, daß ich den 47. US-Präsidenten Donald John Trump für seine Agenda „Make Oil great again!“ lobe. Und Präsident Trump verkennt hierbei auch nicht, daß die US-Texas-Ölindustrie und die Öl-Allianz OPEC+ ein Gleichgewicht im Ölgeschäft bilden. Donald Trump räumt auch den Ölvorkommen des Iran einen entsprechenden Stellenwert ein. Letzteres gilt auch für Religionsführer Ajatollah Khamenei trotz seiner Priorität in Sachen Religion. Wenn Sir Donald jedoch Extrazölle für die BRICS-Staaten erhebt, beträfe dies dann eben auch die Islamische Republik Iran. Auch wenn Deutschland kein iranisches Öl bezieht, es geht hierbei ja um den Ölpreis, auf den Trump ja auch zu recht schaut.

    1. …dem Ölvorkommen…nicht…den Ölvorkommen….Tippfehler. HV

      1. @Holger Voss, sehr brav, wie Sie Ihre Tippfehler immer pflichtbewußt korrigieren.
        Note: Ausgezeichnet.

        1. An FMW-Nutzer Columbo: Da Noten ja von Lehrern vergeben werden: Danke Herr Lehrer.

    2. Winfried Timmermanns

      Wenn einerseits, dann auch andererseits. Fehlt. Man kann sich nicht das raussuchen, was einem schmeckt ( hier: Trump wg. Öl loben ) und den großen Rest vergessen.

      1. An FMW-Nutzer Winfried Timmermanns: So setzt eben jeder seine Prioritäten.

        1. Eine Entschuldigung für den Lapsus hätte Klasse gezeigt. Schade.

          Eine nachträgliche Darstellung des „andererseits“ wäre anständig gewesen. nochmals: Schade

          Da das „Andererseits“ wichtig ist, erlaube ich mir, es hier zu bringen:

          Trump hat keine Ahnung von Volkswirtschaft. Aber auch von Betriebswirtschaft nicht: Beweis: er hat bereits 6 Konkurse hingelegt. Politik ist mehr als „dealmaking“. Die Frage ist: kann er überhaupt „deals“? Wer sich die Ergebnisse seines hin und hers mit den tariffs anschaut kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: hin und her macht amerikanische Taschen leer.

          1. An FMW-Nutzer W.Timmermanns: Wir wissen, wovon wir reden.

  2. Summasummarum wird versucht an einem jahrzehntelang aufgebauten, fragilen Gleichgewicht signifikante Änderungen vorzunehmen. Das wird ganz sicher unabsehbare Effekte haben, die keiner auf dem Schirm hat. Schon alleine der Kupfer-Spread zwischen USA und London ist so ein Ding. Katapultiert es da jetzt Händler oder Spekulanten raus? Derivatehandel usw.??? Von der Geopolitik ganz zu schweigen.

    Ich versuche mal eine Vorhersage für die Autoindustrie: Würde mich echt nicht wundern, wenn es bald Exemplare gibt, die ohne die kritischsten Rohstoffe auskommen.

    Der Kupferpreis wird sich vermutlich langfristig auf den Netzausbau auf dem gesamten Globus auswirken…

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