Folgen Sie uns

Aktien

Handelskrieg USA-China: Was bedeutet das für Anleger?

Einige Daten verdeutlichen, warum die USA den Aufstieg Chinas fürchten

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Zwei Jahre Handelskrieg zwischen den USA und dem Emporkömmling China: Auf den ersten Blick geht es um den Handel zwischen beiden Staaten und seinen Restriktionen. Auf den zweiten erkennt man den großen Kampf der bisherigen Nummer eins der Weltwirtschaft gegen den rasant nach vorne stürmenden Aufsteiger aus Asien. Doch was bedeutet dies für die Anleger, die ihre Depots für die nächste Dekade aufstellen wollen?

Handelskrieg und die bisherige Vormachtstellung der USA

Betrachtet man sich die Wirtschaftsentwicklung beider Staaten in der letzten Dekade, so wird rasch deutlich warum die USA den Aufstieg Chinas fürchten.

In den 10 Jahren nach der Finanzkrise 2009 ist das chinesische Bruttoinlandsprodukt von 5,121 Billionen Dollar auf 13,368 Billionen (2018) gewachsen, die Schätzungen für 2019 liegen bereits bei 14,14 Billionen Dollar (statista). Die USA hingegen wuchsen in diesen Jahren zwischen 1,55 und 2,93 Prozent per annum. Absolut betrachtet bedeutet dies eine Steigerung von 14,448 Billionen Dollar (2009) auf 20,58 Billionen (2018) und geschätzten 21,439 Billionen Dollar im letzten Jahr. Da braucht es keine großen mathematischen Kenntnisse, um zu erkennen, wie schnell das Land mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern selbst bei einem reduzierten Wachstum von fünf Prozent in einer Dekade an die führende Nation heranrücken könnte.

Betrachtet man hingegen die Gewichtung der Aktienmärkte, muss man feststellen, dass die USA mit ihrer Volkswirtschaft mit 63 Prozent im MSCI World im Kreise der 23 größten Industrienationen eingestuft sind. China hingegen wird trotz seiner 14 Billionen Dollar-Ökonomie noch als Emerging Market eingeordnet und macht selbst dort nur einen Anteil von 31 Prozent aus.

Was könnte das für die Zukunft bedeuten?

Der chinesische Finanzmarkt wird sich in den nächsten Jahren schrittweise für den Westen öffnen. Nach Aussagen der chinesischen Fondsmanagerin bei Fidelity, Vanessa Chan, will die chinesische Regierung in den nächsten fünf Jahren, dass sich der Anleihemarkt verdoppelt von seinem heutigen Volumen von ungefähr 12 Billionen Dollar aus gesehen. Auch die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen sollen wachsen, auch erkennbar an der stufenweisen Höherbewertung in den internationalen Indizes.

Vor allem in deutschen Wertpapierdepots ist China völlig unterrepräsentiert. Während Chinas Wirtschaft in etwa 16 Prozent der Weltwirtschaft entspricht, liegt der Anteil chinesischer Dividendentitel in den Depots hierzulande unter einem Prozent, so die Commerzbank.

Fazit

Aus diesen ganzen finanzmathematischen Überlegungen wird deutlich, warum es mit der handelspolitischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Großmächte in den nächsten Jahren weiter gehen wird – Pause im Wahljahr 2020 hin oder her.

Egal in welchen Maßnahmen sich das in Zukunft äußern wird, eines wird sich auf keinen Fall halten lassen: Die geringe Gewichtung chinesischer Aktien in den großen Sammmelindizes. Die USA mit 63 Prozent Anteil am MSCI World, während die zweitgrößte Ökonomie der Welt mit einem BIP von bald 14 Billionen Dollar noch als Emerging Market eingestuft wird – und selbst das noch in einem bescheidenen Verhältnis.

Auf alle Fälle hat der Handelskrieg von Donald Trump auch dazu geführt, dass sich China in Zukunft wirtschaftlich unabhängiger aufstellen wird, vor allen Dingen von Zulieferungen aus den USA.  Auch in seinen Kapitalmärkten wird das Land eine ganz andere Dimension als in der Vergangenheit im globalen Maßstab erreichen . Aus vielen Maßnahmen wird ersichtlich, dass sich Chinas Kapitalmärkte nach außen öffnen werden.

Was ist wahrscheinlicher: Dass sich der chinesische Aktienmarkt in vielleicht einem Jahrzehnt von sieben auf 14 Billionen Dollar verdoppeln wird – oder der US-amerikanische von 35 auf 70 Billionen? Eine Fernostchance für ausländische Kapitalanleger? Wahrscheinlich ja!

Der Handelskrieg zwischen den USA und China wird durch den Phase 1 Deal nicht beendet

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Michael

    22. Januar 2020 21:33 at 21:33

    Auf alle Fälle hat der Handelskrieg von Donald Trump auch dazu geführt, dass sich China in Zukunft wirtschaftlich unabhängiger aufstellen wird, vor allen Dingen von Zulieferungen aus den USA.

    Auch der Rest der Welt wird sich wirtschaftlich unabhängiger von den USA positionieren, nachdem Nord-, Mittel- und Südamerika, Afrika, Europa, Russland, Mittlerer und Ferner Osten mehrfach beleidigt, bedroht und herausgefordert wurden. Australien als US-Vasall hat derzeit eigene Probleme, ebenso wie Großbritannien.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Volkswagen Logo

Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage