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Handelskrieg USA gegen China: Offene Fragen mit sehr weitreichender Bedeutung!

Bekanntlich hat Donald Trump gestern seine Unterschrift gesetzt unter Strafzölle gegen chinesische Importe im Volumen von 50 Milliarden Dollar. Faktisch heißt das: der Handelskrieg hat begonnnen! Nur gibt es hier eine sehr weitreichende offene Frage: was meinen diese 50 Milliarden Dollar eigentlich?

Redaktion

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FMW-Redaktion

50 Milliarden Dollar – aber was meint das eigentlich?

Bekanntlich hat Donald Trump gestern seine Unterschrift gesetzt unter Strafzölle gegen chinesische Importe im Volumen von 50 Milliarden Dollar. Faktisch heißt das: der Handelskrieg hat begonnnen!

Nur gibt es hier eine sehr weitreichende offene Frage: was meinen diese 50 Milliarden Dollar eigentlich? Das Volumen der Importe aus China (also Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar) – oder will die Trump-Administration dadurch Einnahmen von 50 Milliarden Dollar generieren? Sollte letzteres der Fall sein, wären ca. 40% der gesamten chinesischen Importe der USA betroffen:

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Die Gefahr für die USA beim Handelskrieg mit China: Expolsion der Inflation!

Wäre das der Fall, steuerten die USA auf einen inflationären Schock zu: chinesische Produkte würden dadurch in den USA deutlich teurer und würden damit ihren Kostenvorteil gegenüber etwa US-Produkten verlieren. Dadurch würden tausende Import-Jobs in den USA wegfallen – also Menschen, die dafür sorgen, dass Chinas Waren am US-Markt verteilt werden.

Durch den Wegfall der chinesischen Konkurrenz wiederum könnten US-Produzenten ihre Preise deutlich erhöhen, der Lebensstandard der unteren Mittelschicht sowie der Unterschicht in den USA würde dadurch massiv sinken: gestern etwa verbannte die amerikanische Elektronik-Kette Best Buy Handys des chinesischen Herstellers Huawei aus dem Sortiment in einer Art vorauseilendem Gehorsam gegenüber Trump! Zahllose Amerikaner werden aber wohl nicht in der Lage sein, die hochpreisigen Handys von Apple zu kaufen. Alleine Walmart importiert chinesische Waren von mehr als 50 Milliarden Dollar jährlich – fiele das weitgehend weg, droht eine inflationäre Ketten-Reaktion..

Die Reaktion der Chinesen: Noch moderat – aber die Asse noch in der Hinterhand!

Und die Chinesen haben nun bisher sehr moderat reagiert: Stahlrohre, Wein, tierische Produkte etc. sollen nun mit Importsteuern belegt werden mit einem eher geringen Volumen von drei Milliarden Dollar. Das sind eher peanuts. Wirklch treffen würden die Chinesen die USA mit Zöllen auf Boeing-Flugzeuge (bzw. durch einen Käuferstreik, das wiederum würde bedeuten: strong-long Airbus..).

Oder fast noch wichtiger: Zölle auf Sojabohnen. China ist weltweit mit Abstand der größe Importeuer von Sojabohnen (ca. 64% aller Sojabohnen-Importe weltweit) – die Sojabohnen dienen der im Reich der Mitte immer wichtigeren Fleischproduktion (als Futtermittel für Schweine). Und die USA sind der weltweit größte Exporteur für Sojabohnen – würde China also Zölle auf Sojabohnen beschließen, würden die Preise für die Bohnen in den USA kollabieren (weil zu viel Angebot bei plötzlich deutlich weniger Nachfrage!).

 

Chinas Asse im Ärmel: Yuan-Abwertung und Käufer-Streik bei US-Anleihen

Jenseits der Verhängung von Gegenzöllen könnte Peking aber auch zu einem anderen Mittel greifen: die Abwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar. Als Peking im August 2015 einen großen Abwertungsschritt unternahm, kam es zu heftigen Turbulenzen an den Märkten – und damit würde China gewissermaßen indirekt die Wall Street attackieren! Oder weniger US-Anleihen kaufen – und das zu einem Zeitpunkt, in dem die USA massiv ihre Verschuldung erhöhen und diese durch Anleiheverkäufe gegenfinanzieren. China könnte also dafür sorgen, dass die USA es deutlich schwerer haben werden, so weit über ihre eigenen Verhältnisse zu leben!

 

Trump und Xi Xinping mit ihren Ehefrauen bei dem Besuch des chinesischen Staatschefs in Trumps Residenz in Mar-a-Lago im Jahr 2017

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    23. März 2018 13:42 at 13:42

    Sehr guter Artikel… gut auf den Punkt gebracht! Die Trump – Mannschaft lebt und denkt in der Vergangenheit .

  2. Avatar

    bigben

    23. März 2018 13:44 at 13:44

    ist mir alles ein wenig zu kurz gedacht.
    so wie ihr die konsquenzen für die usa analysiert habt, bitte auch mal die für china (insbesondere des CNY) und der daraus resultierenden wettbewerbsfähigkeit.

    z.b. steigende preise für soja in china usw. .
    da zeigt sich dann der wahre manipulator des „freien welthandels“ ;)

  3. Avatar

    Alex Kreis

    23. März 2018 13:49 at 13:49

    Je früher man sich von der naiv-arroganten Sichtweise verabschiedet, dass im Weisen Haus seit Trump nur noch Vollidioten das Sagen haben, umso schneller findet man vielleicht zu der Frage, was die Trump-Adminstration tatsächlich mit den Zöllen beabsichtigen könnte. Wer dieser Frage einmal ernsthaft nachgeht und aufhört in den „denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun“-Kanon einzustimmen, der hat eine Chance in all dem Chaos eine Strategie zu erkennen, z.B. eine Austeritätspolitik durch die Hintertür.

    • Avatar

      Michael

      24. März 2018 00:19 at 00:19

      Was bedeutet Austeritätspolitik? Als Austeritätsmaßnahmen werden gemeinhin a) Haushaltskürzungen und b) Steuererhöhungen in c) Zeiten schlechter wirtschaftlicher Entwicklung definiert.
      a) Trifft gar nicht zu
      b) Trifft schon gleich gar nicht zu
      c) Trifft nach amerikanischer Definition überhaupt nicht zu

      Ich kenne Ihre These der versteckten Steuererhöhungen durch Einfuhrzölle aus einem kürzlichen Kommentar, den ich wirklich bewundert und in meine künftigen Erwägungen einbezogen habe. Ich glaube aber nicht, dass bei der aktuellen personellen Personalpolitik im Weißen Haus (jetzt 00:16 Uhr, kann in ein paar Minuten schon wieder ganz anders aussehen) Thesen, Theorien oder Analysen großen Sinn machen.
      „Wer-soll-wissen-was-sie-tun“, wenn keiner von „sie“ weiß, wer morgen noch im großen Team mitmischen darf?

  4. Avatar

    leser

    23. März 2018 13:56 at 13:56

    Inflationärer Schock > da lohnt der Blick auf die Edelmetalle. Und hier tut sich was…wenn auch noch verhalten.

  5. Avatar

    Jan

    23. März 2018 14:11 at 14:11

    Hallo FMW. Hier fehlt doch eine Sache:
    Die USA haben ein Handelsdefizit.
    Deswegen verliert das Land Geld.
    Nzn tut Trump was dagegen, was mit heftige Reaktionen und Nachteile für der Rest der Welt verbunden ist. Klar. Es kann weniger in der USA exportiert werden.
    Und hat jemanden eine alternative vorgeschlagen was der USA noch tun könnte um das Handelsdefizit zu kurzen?
    Lohnsenkung?
    Eigene Produktion subventionieren?
    Eigene Produktion optimieren = weniger beteiligte MA pro produkt.
    Alle obigen Maßnahmen führen zu Wohlstandminderung der Beteiligten.
    Hier der bislang ignorierten punkt: das Defizit ebenfalls. Also, Pest oder Cholera?
    Selber mehr exportieren= geht wenn atraktiv auf der Markt. Aber das Stuck vom kuchen hat sich der USA den anderen gelassen.
    Das hat Trump gemerkt und jetzt steuert er zurück.
    Ich verstehe noch immer der Aufregung nicht.
    Seit Jahren wird hier das US Handelsdefizit groß dargestellt. Jetzt tut einer was und jetzt sind wir beleidigt?
    Das einzige was mir stört ist der Trump-Plump womit das alles passiert. So fürchterlich ungeschickt.
    Wie bei alle Diskussionen der letzte Zeit, Diesel, Glyphosat, Groko, was ist nun dran?
    Wer verliert, was sind die alternativen, wie gehen wir vor?

  6. Avatar

    Gross

    23. März 2018 15:31 at 15:31

    Hallo,
    warum verlangt die EU beim Import von US-Waren nicht den gleichen Zoll wie die USA beim Import von den gleichen EU Waren? Das wäre doch eine Form von Freihandel und beide Staaten verdienen noch am Zoll. Was ist falsch an meinem Vorschlag?

    • Avatar

      Trigo

      23. März 2018 16:55 at 16:55

      Zölle sind immer indirekte Steuern, die dann alle bezahlen müssen. Aber was exportiert die USA in die EU?

  7. Avatar

    Michael

    23. März 2018 23:53 at 23:53

    PAKT MIT DEM TEUFEL
    An alle, die noch einen Funken Hoffnung und Wahrheit in der sog. Lügen- und Lückenpresse sehen (also an etwa 90% der Bürger und Wähler). Folgender Artikel ist lesenswert, ein Zitat daraus vorab:
    Ich sehe das problematisch, weil Trump vor allem eins nicht mag: die Welthandelsorganisation. Möglicherweise will er sie ganz aus der Welt schaffen. Indem wir einen bilateralen Deal mit Trump geschlossen haben, sind wir eine unheilige Allianz eingegangen. Es ist ein Pakt mit dem Teufel.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ifo-Okonom-Felbermayr-zum-Stahl-Deal-zwischen-Washington-und-Bruessel-Wir-haetten-Trump-nicht-huldigen-sollen-article20351855.html

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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