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Handelskrieg: USA und China sind Verlierer

Wolfgang Müller

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Eine UN-Studie muss wie eine Ohrfeige für Donald Trump wirken: hatte er nicht behauptet, ein Handelskrieg sei leicht zu gewinnen? Mitnichten, wie eine aktuelle Studie der Vereinten Nationen offenbart: In diesem Handelsstreit gewinnen andere, nur nicht die USA und China.

 

Handelskrieg und die Studie der Vereinten Nationen

„Die Resultate der Studie sind eine Warnung für die Welt“, sagte Pamela Coke Hamilton, Expertin der UN-Handelsorganisation UNCTAD. „Der Handelskrieg schadet den beiden Rivalen und gefährdet die globale Ökonomie.“ Eine weitere Untersuchung, die auch die Warnungen von IWF und weiteren Instituten bestätigt – siehe dazu auch „Handelskrieg: Die Reaktionen der Märkte“.

Kurz bevor die Zolleskalation vollends auf den für die Weltwirtschaft so wichtigen US-Konsumenten durchschlägt (die 17-Billionen-Dollarsause) scheint es zumindest eine richtige Pause in der Eskalationsphase zu geben. Denn es gibt Auswirkungen, die geradezu konträr zu den Zielen Donald Trumps stehen.

 

Die Gewinner und Verlierer im Handelskrieg

Das große Ziel der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten ist es, das „ewige“ Handelsbilanzdefizit der USA mit vielen Ländern zu reduzieren. Zwar sank der Handel mit China spürbar, jedoch ohne dass amerikanische Firmen groß davon profitierten. Der Rückgang in der ersten Hälfte dieses Jahres an Chinaeinfuhren in die USA betrug rund 25 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2018. Nach der UN-Studie waren am stärksten Bürowaren wie Drucker und Kopierer betroffen, wo die Einfuhren um circa 65 Prozent zurückgingen, was allein hier schon einer Reduktion um 15 Milliarden Dollar entspricht.

Auf der anderen Seite sind die Preise für den US-Konsumenten gestiegen, erkennbar bei Wal-Mart, so dass die UN-Studie den US-Konsumenten als klaren Verlierer ausmacht. Zwar fangen die chinesischen Exporteure mit Preisreduzierungen den Effekt etwas auf, aber laut UN ist der Konsument dabei mehr und mehr der Verlierer. Genau das aber kann der US-Präsident im Wahljahr 2020 nicht gebrauchen. Die große Zollkeule für die chinesischen Allerweltsprodukte darf nicht kommen.

Für China bedeutet der Rückgang der Exporte natürlich auch eine Einbuße im Wachstum, welches sich auf einem 27-Jahrestief befindet. Nach westlichen Maßstäben noch riesengroß, aber bei einer weiteren Reduzierung des 6-Prozent-Wachstums droht Arbeitslosigkeit, besonders im Riesenheer der Millionen chinesischen Wanderarbeiter.

Aber es gibt der UN zufolge auch Profiteure dieses ökonomischen Machtkampfs. Skurrilerweise sind es die zwei Wirtschaftszonen, die auch zu Donald Trumps Handelsgegnern zählen: Mexiko und Europa.

Der südliche Nachbar erhöhte die Exporte in die USA um 3,5 Milliarden Dollar – Landwirtschaftsprodukte und Maschinen. Gerade diese wollte man doch im eigenen Land produzieren.

Der zweite (derzeitige) große Profiteur des Handelsstreits ist Europa. Die EU-Staaten konnten ihre Ausfuhren in die USA in der ersten Jahreshälfte um 2,7 Milliarden Dollar steigern. Hier läuft in weniger als einer Woche eine Frist aus, nach der die USA über Zölle entscheiden wollen – ein selten unglückliches Datum im Stadium bei der jetzigen Verwirrung um den Phase 1-Deal.

Ein weiterer Profiteur ist Taiwan, das abtrünnige Land, dessen Vorteilsnahme besonders für China ein Ärgernis darstellt. Dessen Firmen sind in die Bresche gesprungen und regulieren den Ausfall chinesischer Drucker und Kopierer für die US-Büros. Die taiwanesischen Exporte in die USA sind um 4,2 Milliarden Dollar im Untersuchungszeitraum gestiegen.

 

Fazit

Das Ergebnis der UN-Studie bestätigt einmal mehr die Erkenntnis, welche schädliche Auswirkungen ein Zollstreit in einer globalisierten Handelswelt hat: Es bilden sich schnell neue Handelsströme, und es entstehen damit Profiteure, die das Handelsbilanzdefizit in Summa hochhalten. Der erste Reflex (von Donald Trump stets spontan geäußert) wäre es, auch diese Nutznießer mit Zöllen zu belegen – aber dann fährt man die Weltwirtschaft endgültig in den Keller. Der Schaden eines ausgedehnten Zollstreits ist ein globaler.

Vielleicht setzt sich diese Erkenntnis in der aktuellen Auseinandersetzung bei den handelnden Akteuren zumindest gerade ein wenig durch.

 

Der Handelskrieg schadet besonders den USA und China

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Aktienmärkte: Großbritanniens FTSE 100, vor einer Aufholjagd?

Wolfgang Müller

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Stehen die Aktienmärkte Großbritanniens, vor allem der FTSE 100, vor einer Aufholjagd? Knapp viereinhalb Jahre dauert das Gezerre um den EU-Austritt Großbritanniens schon, der Brexit, der mit dem Referendum vom 23. Juni 2016 eingeleitet wurde. Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zum letzten Datum. Entsprechend gelitten haben die britischen Aktienmärkte, weil Anleger eine starke Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen auf der Insel erwarten. Eine Chance für ein Comeback international aufgestellter Titel?

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Aktienmärkte in Großbritannien: Die Einpreisung der Schwierigkeiten

Betrachtet man sich die Performance der Leitindizes verschiedener Länder, so kann man feststellen, dass die Investoren aufgrund des britischen Sonderweges einen kleinen Bogen um die Insel gemacht haben. Seit dem Referendum sahen die Entwicklungen der internationalen Aktienmärkte wie folgt aus (bis Ende November):

S&P 500 pus 73 Prozent
Dax plus 32 Prozent
CAC 40 plus 27 Prozent
FTSE 100 minus 14 Prozent

Auch die britische Währung hat unter dem Sonderweg stark gelitten, von 0,76 zum Euro auf aktuell 0,90 EUR/GBP.

Großbritanniens Schwäche ist auch ein relativ hohes Leistungsbilanzdefizit, also der Handel von Waren und Dienstleistungen mit dem Ausland. 2019 lag dieses Defizit bei 4,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die britische Volkswirtschaft ist auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen –  aber würde eine Abwertung des britischen Pfunds nicht auch Vorteile für die Exportwirtschaft generieren?

Gibt es ein Comeback britischer Aktien?

Die ersten Fondsmanager rechnen mit einem Aufschwung des britischen „Footsies“, denn britische Aktien haben im Vergleich zu den internationalen Märkten ein 50-Jahrestief erreicht. Es gibt viele Aktien, die in der Skepsis gegenüber der eigensinnigen Politik von Premier Boris Johnson über Gebühr verloren haben. Ob aus dem Pharmasektor – es gibt auch noch andere Werte als AstraZenecca -, dem Bankensektor (mit niedrigsten Kurs/Buchverhältnissen) oder aus dem Energiebereich, der an der Wall Street gerade so ein gewaltiges Comeback gefeiert hat. BP und Shell sind Energieriesen, die aber sehr von der Entwicklung des Ölpreises abhängen.

Für 2021 sind Fondsmanager der Hoffnung, dass die Bewertungslücke zu Europa wieder etwas geschlossen wird. Vor allem wenn es zu einem Handelsabkommen mit der EU kommen sollte. Außerdem darben derzeit viele britische Aktien im Sammelindex FTSE 100, die als Global Player ihre Gewinne außerhalb Großbritanniens einfahren. Mitgefangen, mitgehangen – aber wie schnell sich die Aktienmärkte umorientieren können, haben wir in letzter Zeit bei der Branchenrotation zwischen Growth und Value beobachten können. Auf der anderen Seite gilt es zu bedenken, dass Empfehlungen von Investmentbanken wie Morgan Stanley eigentlich nur bedeuten können: man hat schon einen Fuß in der Tür.

Fazit

Die Aktienmärkte und damit zahllose Investoren hatten Zeit genug, um die wirtschaftlichen Konsequenzen des britischen Sonderwegs in die Kursentwicklung einfließen zu lassen.

Was ist also, wenn es doch nicht so schlimm kommt, wie man es vorsorglich bedacht hat? Oder wenn es doch noch eine Lösung auf den letzten Drücker gibt? So oder so dürfte der 31. Dezember nicht mehr viel an großen negativen Überraschungen liefern, die Zeit bis zum Jahresende bleibt aber spannend. Beim Kampf um die Impfstoffzulassung, beim Fight um eine Jahresendrally für die Aktienmärkte – und um die Jahresperformance in der aktiven Fondsbranche und beim ersten Vortasten auf aussichtsreiche Investments für das Jahr 2021.

Die Aktienmärkte Großbritanniens: Potential für den FTSE 100 nach dem Brexit?

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Aktienmärkte: Die Renaissance der Nebenwerte – dauerhaft?

Spätestens nach dem 9. November und der Pfizer-Impfstoff-Meldung haussieren mit den Nebenwerten die vorherigen Verlierer der Aktienmärkte!

Wolfgang Müller

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Spätestens nach dem 9. November und der Pfizer-Impfstoff-Meldung haussieren die vorherigen Verlierer der Aktienmärkte. Nun aber  ist er wieder öfters im Gespräch, der Russel 2000, der Sammelindex für die Nebenwerte in den USA. Er haussiert seit der großen Impfstoffhoffnung und konnte sein Hoch aus dem Herbst 2018 überwinden, weil sich natürlich viele sogenannte Value-Werte in ihm befinden. Eine etwas absonderliche Bezeichnung für zahlreiche Titel, die man auch unter dem Begriff „Zombies“ einordnen könnte, weil sie nur wegen der niedrigsten Zinskosten am Leben gehalten werden können. Doch welche Bedeutung hat der Nebenwerte-Index überhaupt für die Aktienmärkte der USA oder auch bei globalen Indizes?

Aktienmärkte: S&P 500, der große Wal

Betrachtet man sich den gesamten US-Aktienmarkt, so könnte man schon etwas in Schleudern geraten. Der US-Markt ist mit seinen über 40 Billionen Dollar Marktkapitalisierung unglaublich riesig, auch im Verhältnis zur Welt-Marktkapitalisierung, die in diesem Jahr bereits über 98 Billionen Dollar gestiegen ist. Dies schlägt sich natürlich auch in der Gewichtung des Weltindex MSCI World mit seinen 1650 Aktien nieder. Der US-Anteil liegt aktuell bei 66 Prozent. Wer den Weltindex kauft, kauft die USA, so könnte man es salopp formulieren. Und dabei in erster Linie das Dickschiff, den S&P 500. Dieser Leitindex ist der mit Abstand größte Aktienindex in der Welt und repräsentiert etwa 75 Prozent der US-Marktkapitalisierung. Hier beginnt das Verwirrspiel, denn die großen FANGMAN-Titel, also Amazon, Apple und Co, die bereits über 25 Prozent an Gewicht im Index bringen, sind teilweise zugleich auch in anderen Indizes vertreten. Aus diesem Umstand ergibt sich folgende Marktkapitalisierung der Aktienmärkte in den USA zum gestrigen Stand:

S&P 500: Marktkapitalisierung 27,34 Billionen Euro, umgerechnet 32,8 Billionen Dollar
Dow Jones: Marktkapitalisierung 7,92 Billionen Euro – 9,5 Billionen Dollar
Nasdaq: Marktkapitalisierung 12,96 Billionen Euro – 15,55 Billionen Dollar
Allein die Addition ergäbe schon über 52 Billionen Dollar.

Und was bleibt da für die Nebenwerte im Russel 2000? Dieser repräsentiert in etwa 10 Prozent der US-Marktkapitalisierung. Die aktuell höchste Gewichtung haben folgende Titel:

Novocure Ltd – Medizin&Geräte – 0,39 Prozent
Arrowhead Pharmaceutical – Biotec&Pharma – 0,33 Prozent
Haemonetics Corp – Medizintechnik&Geräte – 0,31 Prozent
Generac Holdings Inc – Elektrotechnik- und Elektroindustrie – 0,30 Prozent

Aktien, die hierzulande nicht besonders bekannt sein dürften. Der Russel 2000 stieg im November um etwa 20 Prozent und lief in eine Überhitzung hinein, die für manche Beobachter schon als sicheres Anzeichen für ein Korrektur gewertet wird.

Aber spielt das für das Börsengeschehen die große Rolle? Der Wechsel von Growth zu Value hat eher eine große Bedeutung im Dow Jones, der mit seinem Anstieg von 12 Prozent den großen S&P 500 abhängen konnte.

So war im November im US-Index Dow Jones der Flugzeugbauer Boeing der stärkste Gewinner, gefolgt von alten Industriewerten wie dem Ölkonzern Chevron, dem Mischkonzern Honeywell oder dem Chemiekonzern Dow. Stark auch die Dow Jones-Werte aus dem Bankensektor wie Goldman Sachs, JPMorgan oder auch der Kreditkartenanbieter American Express. Das waren im November die großen Profiteure, mit Zuwächsen zwischen knapp 50 Prozent bei Boeing und 22 Prozent bei Dow.

Hier eine Übersicht, die zeigt, wie die zyklischen Werte aus einer Rezession herauskommen.

Die Aktienmärkte und typische Rotationen

Der heiß gelaufene Russel 2000 dürfte auch im Falle einer Korrektur nicht die ganz große Rolle für die Aktienmärkte spielen.

Der Blick nach Deutschland

Auch hierzulande gibt es die Unterteilung der Aktienindizes nach der Unternehmensgröße. Stand am 1.12. 2020:

Dax: 1,22 Billionen Euro

MDax: 469 Milliarden Euro

TechDax: 383 Milliarden Euro

SDax: 116 Milliarden Euro

Hier sieht man, dass es auch in Deutschland das Thema Mehrfachl-Listung gibt, denn die Marktschwergewichte SAP und Deutsche Telekom sind sowohl im Dax als auch im TechDax enthalten, dessen Gewicht ohne diese beiden Werte bereits deutlich geringer wäre. Aber auch hierzulande gilt, dass sich eine Hausse der Nebenwerte nicht allzu sehr im Gesamtmarkt bemerkbar machen würde. Für Langfristanleger spielen die Nebenwerte-Segmente schon eine größere Rolle, denn diese sind seit der Finanzkrise etwa doppelt so stark gestiegen als der Dax. Viel flexibler als die Dickschiffe, aber umso sensibler bei einer Korrektur.

Fazit

Der gewaltige Anstieg des Nebenwerte-Index Russel 2000 im Monat November ist eindeutig seiner langen Underperformance geschuldet: Value in diesem Bereich lief eindeutig schlechter als die Techwerte, besonders im Coronajahr 2020. Aber, wie die Grafik gezeigt hat (siehe oben), erholen sich Value oder zyklischen Aktien ganz besonders, wenn ein Land aus der Rezession kommt – und dies dürfte auch in den USA nach der Bekämpfung der Pandemie der Fall sein. Ein Anstieg ist umso größer, desto stärker vorher der Abstieg gewesen ist. Wie immer aber gibt es allgemeines Staunen bei einer solch heftigen Wende. Der Index ist kurzfristig heißgelaufen, aber durch seine niedrige Gewichtung im Bereich der Aktienmärkte der USA würde eine Korrektur den Gesamtmarkt nicht so nach unten reißen – es wäre eher das psychologische Moment.

Ja, und was die schlechte Kreditwürdigkeit und das BBB-Anleiheproblem betrifft, da gibt es noch die Federal Reserve, den anderen großen Wal, aber im Anleihebecken.

Die Nebenwerte sind im November die großen Gewinner der Aktienmärkte

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Finanznews

Aktienmärkte: Trump blockiert Stimulus! Videoausblick

Trump droht mit einem Veto gegen alle Stimulus-Maßnahmen und eröffnet damit zwei Szenarien, die für die Aktienmärkte beide ungünstig sind!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte gestern mit einer Rally, die sich dann zum Handelsende hin abschwächte. Nun tritt Donald Trump wieder in Erscheinung: er droht mit einer Blockade (Veto) aller Stimulus-Maßnahmen, wenn nicht die „section 230“ abgeschafft werde – eine Attacke auf die US-Tech-Konzerne (Twitter etc.). Damit spielt der scheidende US-Präsident seine letzte Trumpf-Karte in der „lame duck“-Periode – werden die Aktienmärkte heute darauf reagieren? Die Szenarien, die Trump hier eröffnet, sind beide unschön: entweder es gibt bis zur Amtsübernahme Bidens (20.Januar) keinen weiteren Stimulus – oder die US-Tech-Konzerne werden geschwächt. Gestern die Aktienmärkte stark wegen Geld-Zuflüssen am Monatsanfang, aber nun beginnt bis Mitte Dezember einer saisonal schwache Phase..

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