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US-Markt weiter eng mit Chinas Fertigungsnetzwerk verflochten Handelskrieg verpufft: China liefert weiter in die USA

Handel über ASEAN-Staaten umgeleitet

Trotz Trumps Handelskrieg mit Zöllen finden Waren aus China weiter ihren Weg in die USA über Umwege durch ASEAN-Staaten – die vom Handelskrieg kräftig profitieren.

Handelskrieg verpufft: China liefert weiter in die USA

Der Handelskrieg verpufft, denn chinesische Exporte erreichen die USA weiterhin über neue Routen. ASEAN-Staaten werden zu Umschlagplätzen und Trumps Strategie läuft ins Leere. Die Handelsströme verschieben sich, doch das dichte Produktionsnetz Chinas bleibt unangetastet. Am Ende zahlen vor allem amerikanische Importeure und Verbraucher den Preis.

Trump: WTO ausgeschaltet, China ins Visier genommen

Mit Präsident Trump ist ein neuer Pate in der „glänzenden Stadt auf dem Hügel“ eingezogen. Für ihn ist die Welt kein diplomatisches Parkett, sondern ein gigantisches Monopoly-Brett. Er, der selbsternannte King of the Town, erkennt mit Zorn, dass die prestigeträchtige Schlossstraße nicht ihm gehört, sondern einem Rivalen.

Sein Plan ist so simpel wie rücksichtslos. Er schreibt die Spielregeln neu. Wer von der Schlossstraße etwas kaufen will, muss ab sofort auch in seine Kasse zahlen. So will er den Rivalen austrocknen und seine eigene „Family“ dazu bringen, nur noch in seinem Terrain Geschäfte zu machen.

Mit „reziproken“ Zöllen setzt Trump den regelbasierten Welthandel außer Kraft. Den eigentlichen Schiedsrichter, die WTO, hatte er schon in seiner ersten Amtszeit aus dem Spiel genommen, indem er die Berufungsinstanz lahmlegte, schlicht keine Richter mehr ernannte und so das das Streitschlichtungssystem faktisch stilllegte. Einer der schwerwiegendsten Fehler Bidens war, diesen komatösen Patienten auf der Intensivstation liegen zu lassen, ohne ihn wiederzubeleben.

Trumps Ziel ist vielschichtig. Er will möglichst viele Produktionen zurück in die USA holen, alle bestrafen, die angeblich die Vereinigten Staaten ausnutzen, und vor allem China als zentralen Rivalen ausschalten sowie die strategische Abhängigkeit vom Reich der Mitte beenden.

China kompensiert US-Verluste mit ASEAN-Boom

Die Zolldaten zur Hälfte des Jahres lesen sich zunächst wie ein Erfolg der Trumpschen Politik. Die Ausfuhren Chinas in die USA sind in den ersten sechs Monaten um 10,9 Prozent zurückgegangen, in den ersten sieben Monaten sogar um 12,6 Prozent.
Doch statt eines klaren Sieges verändert sich das Spielfeld nur. Und damit verschieben sich die Warenströme. China kompensiert die Verluste im US-Geschäft mit steigenden Exporten in andere Teile der Welt: vor allem in die ASEAN-Staaten, aber auch nach Afrika, Südamerika und Europa.

China Exporte USA weltweit

Der amerikanische Ökonom und China-Experte Gerard DiPippo klingt schon fast euphorisch, wenn er schreibt: „Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass chinesische Exporteure wahrscheinlich neue Märkte finden werden, um die Vereinigten Staaten zu ersetzen.“

Auf der anderen Seite des Pazifiks zeigt sich die Entwicklung vice versa: In den ersten sechs Monaten wurden laut der Statistik des amerikanischen Zolls 15,55 Prozent weniger Waren aus China eingeführt. Ein großartiger Sieg von Präsident Trump.

Ökonom DiPippo ist auf der richtigen Spur. Gerade die asiatischen Nachbarländer Chinas profitieren von der Umleitung chinesischer Güter weg von den USA. Genauer gesagt, die ASEAN-Staaten erhielten aus China 13,0 Prozent mehr Waren in den ersten sechs und 13,5 Prozent mehr in den ersten sieben Monaten – also jeweils etwa ein Prozent mehr, als China weniger in die USA schickte.

ASEAN-Exporte in die USA schießen in die Höhe

Doch der Clan der Schlossstraße gibt sich dem neuen Paten nicht geschlagen. Er macht sich mit einer neuen Gang wieder im amerikanischen Terrain breit. Davon erzählen ebenfalls die beiden Zollstatistiken.

Die USA importierten in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp 30 Prozent mehr Waren aus den ASEAN-Staaten – das ist mehr als doppelt so viel wie der Rückgang der Importe direkt aus China beträgt. Damit zeigt sich, dass ein großer Teil der vermeintlichen Entkopplung nur eine Verschiebung der Handelswege ist: Statt direkt aus China kommen viele Produkte nun über die Nachbarländer Chinas in die USA. Wer daraus einen unaufhaltsamen Aufstieg eines alternativen Wirtschaftsblocks machen will, setzt eine Lesart voraus, die sich nur schwer mit den veröffentlichten Zahlen deckt.

Imports China vs ASEAN to the USA 2024 vs 2025

Made in China – jetzt mit ASEAN-Label

Was in den US-Daten wie ein Boom der ASEAN-Exporte aussieht, ist nur zum Teil ein echtes Wachstum dieser Länder. Seit Jahren hat China gezielt Produktionslinien dorthin verlagert, von Textilien über Elektronik bis hin zum Maschinenbau. Viele dieser Werke gehören chinesischen Firmen oder sind fest in chinesische Zulieferketten eingebunden. Als die US-Nachfrage im Frühjahr wieder anzog, waren die vietnamesischen Kapazitäten innerhalb weniger Wochen am Limit. Der offizielle Rückgang der US-Importe aus China verschleiert daher, dass ein erheblicher Teil dieser Waren weiterhin aus chinesischem Kapital, Know-how und Vorprodukten stammt. Nur auf dem Papier tragen sie jetzt eine andere Flagge im Exportdokument. Für den amerikanischen Verbraucher mag das aussehen wie eine neue Lieferquelle, tatsächlich kauft er oft bei denselben Produzenten ein – nur mit einem neuen Schild am Laden.

Changes in Trade Flow

Oder um im Bild des Monopoly-Spiels zu bleiben: Die Besitzer der Schlossstraße haben in der Nguyen-Straße, der Jl. Sudirman und der Sukhumvit Road neue Häuser. Und die Family des Paten Trump kauft jetzt bei der neuen Gang ein. Das Schild mag neu sein, doch der Laden bleibt derselbe.

Für die amerikanischen Importeure haben sich selbst die Preisschilder wahrscheinlich kaum spürbar verändert. Eine genaue Auswertung steht noch aus. Generell ist der durchschnittliche Warenwert je Mengeneinheit, also der Wert pro Einheit, nur um rund 0,8 Prozent gestiegen, was deutlich unter der aktuellen amerikanischen Inflationsrate liegt.

Auf der anderen Seite sahen sich chinesische Exporteure gezwungen, ihre Preise deutlich zu senken. Die ASEAN-Staaten schlagen auf diese Preise kräftig auf, weil sie die Waren aus China in den USA weiterverkaufen. Nach Berechnungen von Gerald DiPippo sind die Exportpreise Chinas seit 2023 um rund 20 Prozent gefallen.

China Exporte Preise fallen

Brad Setser schreibt in einem aktuellen Beitrag für den Council on Foreign Relations, dass der Yuan in den vergangenen drei Jahren real um etwa 20 Prozent abgewertet habe. Jürgen Matthes vom Institut der Deutschen Wirtschaft kommt in seiner jüngsten Analyse zu einem ähnlichen Ergebnis, bezogen auf einen Zeitraum von fünf Jahren.

Hinzu kommt, dass die Einkaufspreise für chinesische Hersteller seit Herbst 2022 kontinuierlich sinken – allein in den letzten beiden Monaten um jeweils 3,6 Prozent. Auch die Rohstoffpreise sind rückläufig und verschaffen den Exporteuren zusätzlichen Spielraum.

Lose-Lose: Zölle schaden allen – außer ASEAN

Der erhöhte Overhead für die Importeure durch kompliziertere Logistik, längere Transporte und zusätzliche Lagerhaltung treibt die Preise weiter. Die genannten Zahlen sind Zollwerte und erfassen nur den Warenwert, nicht die Zölle. Diese müssen zusätzlich vom Importeur gezahlt werden. Damit zeigen die Statistiken klar: Weder China noch die ASEAN-Staaten tragen die Zölle, sondern allein die amerikanischen Importeure. Der Pate zockt also seine eigene Family ab und inszeniert dabei den Kampf gegen die Besitzer der Schlossstraße.

Im Ergebnis bleibt der US-Markt so eng mit Chinas Fertigungsnetzwerk verflochten wie zuvor. Verschwunden ist nur der direkte Warenweg, nicht der Handel selbst. Gewinner sind die ASEAN-Staaten, Verlierer vor allem Chinas Hersteller, die ihre Preise senken müssen und damit die deflationären Tendenzen im eigenen Land verschärfen. Zahlen müssen jedoch nicht China oder die ASEAN-Staaten, sondern die USA selbst. Die Trumpschen Zölle tragen allein die amerikanischen Importeure und Konsumenten. Welche weiteren Nebenwirkungen diese Politik entfaltet, wird spannend sein zu beobachten.

In den USA wächst der Unmut. In Umfragen von Fox bis MSNBC äußern Mehrheiten der Wähler, unabhängig von ihrer Parteibindung, dass sie die Zollpolitik Trumps ablehnen.
Der Pate hat den Besitzern der Schlossstraße Schaden zugefügt, doch seine Pläne haben eine Lose-Lose-Situation geschaffen. Auch seine eigene Family zahlt nun den Preis. Die einzige Frage ist, ob sie ihm bei den Midterms im nächsten Jahr auch die Rechnung präsentieren.

Anmerkung zur Datengrundlage
Die in diesem Artikel verwendeten Handelszahlen basieren auf den offiziell veröffentlichten Daten der General Administration of Customs of the People’s Republic of China (GACC) sowie den Daten des United States Census Bureau. Beide Datensätze wurden vom Autor eigenständig ausgewertet, bereinigt und berechnet. Dabei wurden nur die Originalwerte verwendet; eventuelle Abweichungen zu anderen Veröffentlichungen können auf unterschiedliche Zeiträume, Währungsumrechnungen oder Berechnungsgrundlagen zurückzuführen sein.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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30 Kommentare

  1. Wenn zwei sich streiten….

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Diesbezüglich dürfte China zunehmend aktiv werden, denn der indirekte Export in die USA ist auch nicht in Chinas Interesse. Schließlich macht sich auch China seit Jahren von den USA und dem restlichen Westen unabhängig, um im Pazifik Krieg führen zu können.

    1. @Simon
      In den Daten finden sich keinerlei Anzeichen, dass sich China vom Westen unabhängig macht. Sehen Sie dazu meinen Artikel von gestern: https://finanzmarktwelt.de/china-im-juli-exporte-boomen-usa-verlieren-360070/
      Der Anteil der USA und EU bleiben seit Jahren relativ konstant, wenn man den indirekten Handel einschließt, wie die Zahlen in diesem Artikel zeigen.

  3. China macht und will sich nicht vom Westen abhängig machen, sondern arbeiten in allen Richtungen besonders mit den anderen BRICS zusammen.
    Was mit einer gemeinsamen Grenze, zu dem größten Rohstoffhändler der Welt (und BRICS Mitglied) auch nicht besonders schwer fällt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. DermitdemHellmuttanzt

      @Helmut
      Deswegen nimmt der Handel zwischen China und den BRICS auch ab. Alles klar

    2. Sonderservice Helmut

      @Helmut
      „Ein Kontrast dazu sind die BRICS-Staaten: Im bisherigen Jahresverlauf brach der Handel mit China um 30 Prozent ein – sowohl im Export als auch im Import. Russland verzeichnete im Juli ein Minus von 8,5 Prozent bei chinesischen Exporten, und auch das Liefervolumen nach China sank. Von einem geschlossenen Wirtschaftsblock bleibt in der Realität vor allem die Rhetorik.“

      Binnen eines Jahres hat der Handel Chinas mit den BRI(C)S-Statten von 14 auf 10% abgenommen.

      „Wer daraus einen unaufhaltsamen Aufstieg eines alternativen Wirtschaftsblocks machen will, setzt eine Lesart voraus, die sich nur schwer mit den veröffentlichten Zahlen deckt.“

      Liest du eigentlich die Artikel, die du kommentierst auch, oder verbreitest du nur deine Glaubensbekenntnise, fern jeder Fakten?

  4. Das gleiche passiert bei den russischen Exporten. Geht man etwas weiter, dann sieht man das gleiche bei Drogen, denn auch da findet die Nachfrage Wege wie das Zeug zu den Verbrauchern findet.

  5. Sonderservice Helmut und
    DermitdemHellmuttanzt
    Wo steht das?
    Bitte einen Link dazu

    Chinas wachsender Einfluss in der BRICS-Allianz: Entwicklungen und Auswirkungen

    https://www.perspektiveausland.com/brics-blick/chinas-wachsender-einfluss-in-der-brics-allianz-entwicklungen-und-auswirkungen
    Indien wendet sich von den USA ab – Trumps Zölle stärken China und die Brics

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/trumps-zoelle-treiben-indien-in-chinas-arme-brics-buendnis-im-aufwind-li.2347871

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Sonderservice Helmut

      @Helmut
      Von deinem Lieblingsautor vorgestern.
      Und der eine Satz stammt aus dem Artikel. Wenn du die Artikel zum chinesischen Aussenhandel der letzten Monaten in FMW lesen würdest – und einige davon hast du kommentiert- dann wüsstest du sowas.

  6. Ins deutsche BIP wird sogar noch der Drogenhandel und die Schwarzarbeit geschätzt mit eingerechnet.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Helmut schreibt Unsinn

      @Helmut
      und was hat das nit dem Artikel zu tun?

    2. @Helmut
      Sie verbreiten schon wieder Halb- bis Unwahrheiten, indem Sie die restlichen 26 EU-Länder verschweigen, für die die methodischen EU-Vorgaben für die sogenannte volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ebenfalls verbindlich sind. Sie versuchen einmal mehr, die Leser arglistig zu täuschen, indem Sie wie üblich den einseitigen und unvollständigen Eindruck erwecken, das gelte nur für Deutschland.

      Hintergrund: Seit 2014 wurde das System zur Berechnung des BIP auf das neue Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung (ESVG) umgestellt, um damit die Vollständigkeit und Vergleichbarkeit des BIP in den Ländern der Europäischen Union zu verbessern.
      Dazu zählen seither neben der Schattenwirtschaft mit Prostitution, Drogen- und Tabakschmuggel und Schwarzarbeit auch Investitionen in Rüstungsgüter sowie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

      „Laut EU hätten die Statistiker den Drogenhandel und den Tabakschmuggel schon lange berücksichtigen sollen. In der Praxis wird dessen Erfassung in allen 28 EU-Staaten aber erst von September 2014 an eingeführt.
      Gemessen am BIP entspricht das einer Quote von bis zu 15 Prozent. Der größte Anteil entfällt dabei auf die Schwarzarbeit, die besonders auf dem Bau, im Handwerk und in Privathaushalten (Putzfrauen) grassiert.“

      https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/neue-berechnung-des-bip-kiffen-fuer-die-konjunktur-1.1921011

      Gerade Sie haben hier schon oft genug die ausufernde Schwarzarbeitsquote in Spanien angeführt, um die enorme Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Spaniern schönzureden.
      Leider haben Sie bei Ihren glänzenden Wirtschaftszahlen für Spanien bisher immer vergessen zu erwähnen, dass Ihre Wahlheimat in der Schattenwirtschaft und der Staatsverschuldung (wegen fehlender Steuereinnahmen) ganz weit vorne liegt 😮
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163720/umfrage/schattenwirtschaft-in-der-oecd-2010/
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163692/umfrage/staatsverschuldung-in-der-eu-in-prozent-des-bruttoinlandsprodukts/

      1. Emma Pénéliau

        Was ist dann daran falsch wenn ich schreibe:

        …Ins deutsche BIP wird sogar noch der Drogenhandel und die Schwarzarbeit geschätzt mit eingerechnet…

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. @Helmut
          Daran ist gar nichts falsch. Es ist nur völlig irreführend bzw. mit fehlendem Kontext, weil die Begriffe „deutsch“ und „sogar noch“ suggerieren, dass diese Positionen bei anderen Ländern nicht miteinbezogen werden, mit denen Sie Deutschland am laufenden Band vergleichen.

          Viel wichtiger als Ihre Ausreden ist aber ohnehin mein letzter Absatz zu Spanien 😉

          1. Emma Pénéliau
            Das heißt:
            Obwohl noch in *Deutschland* die durch kriminelle Vorgehensweisen entstandenen Vermögenswerte dem BIP hinzugerechnet werden, liegt das Wachstum des *deutsche* BIP 2025 trotzdem bei nur etwa NULL.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          2. @Helmut
            Wer weiß, vielleicht entwickelt sich das Wirtschaftswachstum in anderen EU-Ländern nur deshalb besser, weil die Schattenwirtschaft dort so stark vertreten ist 😊
            https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163720/umfrage/schattenwirtschaft-in-der-oecd-2010/

          3. @Helmut
            Wieder mal eine deiner brillanten Rechenkünste und erschütternden Logikdefizite 😂
            Die Wertschöpfung aus der Schattenwirtschaft wird schon seit über 10 Jahren dem BIP hinzugerechnet. Der Bezugsrahmen für Wachstum, also der Vergleich zu einer Vorperiode, beinhaltet schon länger auch diese illegalen Güter und Dienstleistungen.

            Das würde z.B. auch bedeuten, dass ein Rückgang des Cannabisverkaufs zu Mondpreisen auf dem Schwarzmarkt zugunsten des legalisierten Erwerbs zur Hälfte und weniger des Preises das Wirtschaftswachstum schwächt. Oder ein Rückgang der Umsätze durch Prostitution.

            Also nix mit „obwohl“ diese „Vermögenswerte“ dem BIP hinzugerechnet werden…
            „Vermögenswerte“ in Deutschland werden überdies nicht von Dealern, Zuhältern und schwarzarbeitenden Steuerbetrügern generiert.
            Letztere verlassen entweder Deutschland oder bunkern ihr Vermögen außerhalb. Oder beides, so wie in deinem Fall.
            Bei den anderen steht ganz klar der konsumtive Aspekt im Vordergrund 🤪😵

            Irgendwie mag ich dich sogar auf eine seltsame Art und Weise, denn du bringst mich in einer traurigen Welt mit so vielen Krisen mindestens zehnmal am Tag zum Lachen.

    3. @Helmut
      „Gerade Sie haben hier schon oft genug die ausufernde Schwarzarbeitsquote in Spanien angeführt, um die enorme Arbeitslosigkeit vor allem bei jungen Spaniern schönzureden.
      Leider haben Sie bei Ihren glänzenden Wirtschaftszahlen für Spanien bisher immer vergessen zu erwähnen, dass Ihre Wahlheimat in der Schattenwirtschaft und der Staatsverschuldung (wegen fehlender Steuereinnahmen) ganz weit vorne liegt“
      Diesen Teil von @Emma Pénéliau entlarvt deine Doppelmoral mal wieder perfekt.

  7. Doppelmoral
    Ich bin seit etwa 7 Jahren Rentner in Spanien.
    Für mich ist in Spanien wichtig, wie ich hier als Rentner gut versorgt werde.
    Steuern und Sozialbeiträge muss ich auch nicht zahlen.
    Außerdem hatte ich gefühlte 50 x schon darauf hingewisen, wie es in Spanien mit der Steuerhinterziehung in Spanien läuft.
    Was auch zusammenfassend daran liegt, dass Steuerhinterziehung in Spanien erst ab 120.000 Euro Hinterziehung *pro Jahr* eine Straftat ist.
    Was auch logische Gründe hat.
    Aber das hatte ich auch zigmal erklärt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Wie war das nochmal mit der Scheinfirma deiner Frau? Sich darüber aufregen, dass Deutschland die Schattenwirtschaft ins BIP aufnimmt (was Spanien übrigens auch macht) – und dann selbst Schattenwirtschaft produzieren.

      Doppelmoral.

  8. Emma Pénéliau
    Ja- das ist kein Witz.
    Es kommen mehr Steuern zusammen, wenn ein kleiner Betrieb einen Schwarzarbeiter beschäftigt, als wenn er ihn als Aushilfe offiziell einstellt.
    Aber das begreifen einige Leute hiernicht.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Deutschland bräuchte also wie Spanien nur mehr Schwarzarbeit, Drogen- und Tabakschmuggel und Prostitution, um den Untergang zu vermeiden?
      War nur ein Witz… 😃

      Ich habe zu keinem Zeitpunkt von kleinen Betrieben, Aushilfen oder Minijobs geschrieben, sondern von Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit im großen Stil, wie etwa 17,2% des spanischen BIP.
      Ich dachte auch an Ihre persönlichen „inoffiziellen“ Lieferungen und Dienstleistungen als selbständiger Gewerbetreibender in Deutschland, die Sie als „Notwehr“ gegenüber einem übergriffigen Staat deklariert haben 😉

      Da Sie schon wieder ein neues Fass aufmachen: Bitte belegen Sie Ihre Behauptung anhand konkreter Daten und Berechnungen. Aber bitte erst nachdem Sie auf die vielen offenen Fragen des eigentlichen Themas eingegangen sind.

      1. @Emma Pénéliau
        …und ein paar AKWs

      2. Hallo @ Emma Pénéliau

        Natürlich ist der Umfang der Schattenwirtschaft in Spanien nur sehr schwer zu ermitteln.
        Selbst Rechtsanwälte und Makler bieten ganz ungeniert „doppelte“ Rechnungen an. Eine offizielle um den Vorgang zu belegen und dann den Rest in bar.
        Sogar im Großhandel fragt die Angestellte an der Kasse (vielleicht eine Familienmitglied):
        Mit Rechnung?
        Wird es verneint, wird ohne Mehrwertsteuer fakturiert.
        Der Handwerker ist überrascht, wenn eine Rechnung verlangt wird.
        Was wohl daran liegt, dass kleine Einpersonenbetriebe auch pauschal im Jahr versteuern können.
        Mit zwei oder drei „Aushilfen“ läuft es dann ganz gut.
        Um diese „Aushilfen“ bezahlen zu können, muss aber auch Schwarzgeld hereinkommen.
        Wohnen diese „Aushilfen“ dann (ohne Einkommen) noch offiziell bei Oma und Opa, bekommen Oma und Opa 70 % mehr anteilige Rente für jede Person, die in seinem Häuschen angemeldet ist.
        Diese „Renterregelung“ ist ziemlich weit gefasst und gilt für Kinder, Enkel, Verschwägerte usw.
        Im deutschen Fernsehen werden dann diese überfüllten Häuschen in Spanien als Wohnungsnot gezeigt.
        Da diese „Aushilfen“ aber irgendwo anders wohnen, als bei Oma und Opa, zahlen sie dort das Zimmer oder die Wohnung schwarz.
        Wieviel der etwa 100 Millionen Touristen im Jahr durch „Aushilfen“ betreut und versorgt werden, kann auch nur erahnt werden.
        Z. B. eine Putzhilfe ohne Schwarzbezahlung zu bekommen, ist vollkommen ausgeschlossen.
        Die Schattenwirtschaft in Spanien wird auf etwa 20-25% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geschätzt.
        Gut- im Schnitt.
        Bei den Kleinunternehmen schätze ich den Scharzanteil auf über 40 bis 50%.
        In Spanien gibt es über 2,9 Millionen Kleinunternehmen.
        Bei halber Bevölkerung fast exakt so viele Kleinunternehmen wie in Deutschland.
        Meine Ehefrau hatte selbst vor Jahren einen keinen landwirtschaftlichen Betrieb angemeldet.
        Damals war diese Unternehmensform von allem befreit.
        Sie galt noch nicht einmal als Selbstständige, musste aber Sozialbeiträge bezahlen.
        Das wurde dann abgeschafft, weil ohne jede fehlende Kontrollmöglichkeiten, es landwirtschaftliche Betreibe gab, die als Einpersonenbetriebe geführt wurden, aber zig „Aushilfen“ in den Unternehmen beschäftigt waren.

        Ich habe mal hier in einem Kommentar geschrieben, dass ich auch vor etwa 40 Jahren als Handwerker unversteuert Geld eingenommen habe, und das als Notwehr bezeichnet.
        Das war zu der Zeit, als uns das Grundeinkommen verfassungswidrig in Deutschland besteuert wurde.
        Selbst als das BVG das als verfassungswidrig abgeändert hatte, wurde diese Besteuerung erst nach weiteren Jahren verfassungsgerecht geregelt.
        Rückzahlungen der verfassungswidrig eingenommenen Steuern gab es nicht.

        Ja- Emma Pénéliau, das ist mein Wissensstand über die Schattenwirtschaft in Spanien, die ich selber miterlebe. Dort wo das „große Rad“ gedreht wird, habe ich natürlich keinen Einblick.
        Aber selbst der spanische König musste vor dem Staatsanwalt nach Saudi-Arabien fliehen.
        Und fast jeder Bürgermeister in Spanien hat schon Strafen erhalten wegen Korruption usw.
        Das sind dann alles Geldstrafen, denn bis 120 Tsd. Euro pro Jahr, ist Steuerhinterziehung in Spanien eine Ordnungswidrigkeit.
        Aber die Staatsanwaltshaft ist in Spanien nicht durch die Politik weisungsgebunden und „jagt“ auch den König.
        Ich selber muss als Rentner mein Einkommen nicht versteuern, und auch keinerlei Sozialbeiträge zahlen oder Zuzahlungen.
        Noch Fragen?
        Immer gerne.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

    2. @Helmut
      Aber nur rein theoretisch-rechnerisch, solange der kleinere Betrieb all seine Umsätze offiziell verbucht, somit keine Personalkosten geltend macht und nicht selbst am Schwarzmarkt teilnimmt 😉

      1. Hallo @ Dieter Stubenvoll
        Ja. klar.
        Wer als Allein-Unternehmer einige „Aushilfen“ von seinem bereits versteuerten Einkommen bezahlt, zahlt kräftig drauf und es kommen im Endeffekt mehr Steuern zusammen.
        Es muss also auch wieder schwarzes Geld hereinkommen.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

  9. Helix52
    Sie habe nichts verstanden..

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Wer versteht hier eigentlich überhaupt noch irgendetwas?

    2. @Helmut
      Könntest du diese zielgenaue Analyse noch etwas mehr präzisieren?
      Bitte berücksichte immer: Ich bewege mich weit unter deinem Niveau an Weisheit und analytischem Denken. Daher weiß ich nun nicht so genau, auf welchen meiner beiden Kommentare du dich beziehst.
      Denn du bist ein kleiner Schelm und antwortest nur selten direkt über den „Antworten-Button“. Lieber machst ganz unten neue Fässer auf, um Verwirrung zu stiften und Chaos zu generieren. Darin scheinst du dich ganz offensichtlich wohl zu fühlen.

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