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Handelskrieg – warum Trump bald umschwenkt!

Die oberste Prämisse ist die Wiederwahl Trumps: Nicht „America first“ heißt ab jetzt die Devise, sondern „Trump first“!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Der Handelskrieg geht in eine neue Runde – seit Sonntag gelten die neuen Zölle. Oder besser gesagt ein Teil davon, denn der US-Präsident nimmt eindeutig Rücksicht auf seine Konsumenten und das große Weihnachtsgeschäft ist nicht mehr fern. Warum ist das so, wo er doch noch am 2. August getwittert hat „We ll tax the hell out of China, until we reach a deal!“?

 

Die Einschläge für die US-Konjunktur kommen näher

Wie unschwer aus dem Artikel von Markus Fugmann am Samstagmorgen über die Wahlumfragen in den USA und auch aus meinem Kommentar „Chinas Spiel auf Zeit – und die Märkte spielen mit“ zu entnehmen ist, wird es für den jetzigen Amtsinhaber ungemütlicher.

Die Handelskrieg und seine Auswirkungen hinterläßt von Woche zu Woche größere Spuren in der US-Wirtschaft und ihrem Umfeld, so dass es meiner Meinung nach bald zu einem völligen Umschwenken im Zollstreit kommen könnte. Damit steht etwas im Raume: nämlich, dass es einen Deal im Handelsstreit geben wird – oder zumindest einen Waffenstillstand. Die Indizien dafür sind:

  • Trump erhöht jeden Tag heftiger seine Forderungen an die Fed zu zinspolitischen Maßnahmen.
  • Man denkt über Steuersenkungen und Konjunkturmaßnahmen nach.
  • Zudem lässt man 50 und 100-jährige Anleiheemissionen prüfen, für eine weitere Schuldenaufnahme
  • Das US-Verbrauchervertrauen lässt mehr und mehr nach (Aktuell Uni Michigan auf dem tiefsten Stand seit 2012).
  • Das Verhältnis Konsum im Bruttoinlandsprodukt zu Export lautet 70 zu 4 Prozent und die Zölle schlagen langsam auf den Verbrauch durch (das ständige Starren auf die Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden Gewerbe führte in den USA bisher in die Irre)
  • Der Konsum war im Frühjahr annualisiert um 4,3 Prozent gestiegen, da konnten die Kurse bisher kaum fallen.
    Hunderte Firmen und Organisationen schrieben aber jetzt Brandbriefe an den Präsidenten und legten Argumente für die Schädlichkeit des Handelskrieges im Hinblick auf Wirtschaft und Arbeitsplätze vor.
  • Am Freitag machte eine treffende Formulierung an der Wall Street die Runde: „The consumer canˋt do it alone!“
  • Die oberste Prämisse ist die Wiederwahl Trumps: Nicht „America first“ heißt ab jetzt die Devise, sondern „Trump first“!

 

Der Grund für die stabilen Aktienmärkte – trotz Handelskrieg

Diese Zusammenstellung repräsentiert meiner Ansicht nach etwas die Gründe, warum die Märkte (derzeit) nicht fallen wollen. Nicht, weil sie so eine lange Leitung haben, sondern weil sie trotz sich ständig verschlechternder Wirtschaftssignale einpreisen, dass der US-Präsident im Handelskrieg deeskalieren muss und alle Maßnahmen ergreifen wird, die Wirtschaft zu stimulieren, um wiedergewählt zu werden.

Dieses konjunkturelle Strohfeuer wird antizipiert, zugleich haben sich die Investoren durch ihre Abkehr vom Aktienmarkt und der rekordhöhen Zuflüsse in den Rentenmarkt, gepaart mit einem großen Pessimismus, in eine Schieflage gebracht, so dass nach den Zinssitzungen im September eher mit einer (dosierten) Jahresendrally zu rechnen ist. Dazu passt auch die neueste Studie der Bank of America Meryll Lynch, die zum ersten Mal seit Januar zu Investments in die Aktienmärkte rät. Ein Marktindikator sei inzwischen so stark gefallen, dass er ein Kaufsignal sende: Der „Bull/Bear- Indikator liegt nur noch bei 1,3, vor einer Woche waren es noch 2,4 (Skala 0 bis 10).

Alles in allem scheinen die Anleger die Notlage der US-Seite durchschaut zu haben, man glaubt nicht mehr an das Trumpˋsche Gebabbel. Dieser verkauft „eher seine Schwiegermutter“ und setzt sich über alles Gesagte hinweg, als seine Wiederwahl aufs Spiel zu setzten, um es einmal salopp zu formulieren.

Der Unsicherheitsfaktor für Trump sind aber die taktisch schlauen Chinesen, die das Vorhaben „Wiederwahl 2020“ torpedieren könnten.

 

Handelskrieg – die Hintergründe, oder hat sich einer verzockt?

Klar, das Thema Handelskrieg geht in eine entscheidende Phase. Auf der einen Seite geht es um den Kampf um die Vorherrschaft auf wirtschaftlichen, technologischen und militärischen Gebieten – und auf der anderen Seite um einen Machtpoker im Sinne der Spieltheorie, bei der noch Zusatzfaktoren eine Rolle spielen.

Trump hat angesichts der großen Überlegenheit der USA (Wirtschaft, Aktienmärkte, Weltleitwährung, Militär) geglaubt, den Gegner einfach in die Knie zwingen zu können. Durch die von ihm vorangetriebene De-Globalisierung der Welt, bekommt er aber plötzlich die Folgen zu spüren in seiner Wirtschaft, in der die Verlängerung des langen Wirtschaftszyklus sowieso nur durch die opulente Steuerreform künstlich in die Länge gezogen wurde.

Die chinesische Regierung selbst hat auch das Wirtschaftsproblem, kurz vor dem 70. Geburtstag der Volksrepublik, an dem sie ihrem Volk sicher nicht von einem Einbruch der Wirtschaft berichten will. Trump wiederum hat durch seine ungezügelte Eskalation, quasi im Alleingang, das Problem geschaffen, dass sich der Handelsstreit langsam im US-Konsum bemerkbar macht. Immer mehr und das Ganze nur 14 Monate vor dem kommenden Wahltermin.

 

Fazit

Was könnte dies für die weitere Entwicklung des Handelsstreits und für Wirtschaft und Aktienmärkte bedeuten?

Donald Trump ist aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur erheblich ungeduldiger als der chinesische Gegner. Aber auch die beiden Nationen haben eine völlig unterschiedliche Leidensfähigkeit. In den USA ist die Devise „Money makes the world go round!“ fast zur Religion geworden, mit einer alles bestimmenden Wall Street. Der ehemalige Chefredakteur des Handelsblattes, Gabor Steingart, hat erst kürzlich in seinem Morning Briefing davon gesprochen, dass der US-Aktienmarkt bereits eine Marktkapitalisierung von circa 50 Prozent aller großen Weltmärkte erreicht habe.

Damit wird überdeutlich, was die Amerikaner zu verlieren haben, bei einem Kurseinbruch der Wall Street. Die Hauptindizes haben sich seit 2009 in etwa vervierfacht. Insgesamt betrachtet erleben wir einen „Clash of Civilisations“ und durch die Achillesferse der Amerikaner muss der US-Präsident fast jede Kröte schlucken, um einen Einbruch der Wall Street vor den Wahlen zu verhindern. Diese Zusammenhänge kennen auch die strategisch schlauen Chinesen und drängen ihn in die Enge. Das Pokerspiel im Handelskrieg geht weiter. Der US Präsident hat in seiner Vergangenheit als Immobilienmogul schon einmal ein Casino-Investment „in den Sand gesetzt“.

Scheint so, dass er auch im gegenwärtigen Spiel ein schlechtes Blatt hat.

 

Trump könnte im Handelskrieg bald zum umschwenken gezwungen sein

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    jumpin1

    2. September 2019 10:13 at 10:13

    Das ist zur Zeit der Mainstreamgedanke. Ok. Könnte auch so kommen.
    Ich sehe diese Ansicht aber als zur kurz gegriffen und vertrete eher die Meinung, dass Tump nicht alleine in seinem Zimmer hockt und sich alles ausdenkt, sondern dass da große und schlaue Beraterstäbe im Hintergrund beraten und die Taktik bestimmen. Dass der Handelskrieg auch die amerikanische Wirtschaft belasten würde, war von Anfang an abzusehen und ist einkalkuliert. Nach vielen Jahren der wirtschafliche Verflechtung ziwschen USA und China glaube ich auch nicht, dass die USA die Chinesen falsch einschätzen würden. Trump und die USA haben keine andere Wahl, als das im Sinne der USA zu regeln. Wenn Trump einknicken würde, wäre seine Wiederwahl sowieso hinfällig. Er wird seiner Ideologie im Sinne der USA weiter folgen. All – in :-)

  2. Avatar

    franko33

    2. September 2019 10:27 at 10:27

    Kann ich nur bestätigen !

    Trump hat sich verzockt,was voll im Plan liegt.Falls die US Börse kollabiert wird
    vor dem USD der EUR Geschichte sein.Bereits unsere Banken fangen lang an zu wackeln,
    Deutschland fällt als Zugpferd für Die EU aus.
    Gerade die USA sieht dies mit großer Sorge.Aber so ist wenigstens nicht nur Trump
    allein Schuld am Crash.
    Zahlmeister ist leider immer,wie auch schon bei den Weltkriegen die Weltbevölkerung

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    Gixxer

    2. September 2019 11:11 at 11:11

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass Trump irgendwann einen Rückzieher macht und den Handelskrieg deeskaliert.
    Trump ist meiner Meinung nach hier viel zu sehr getrieben von seinem Ego bzw. Narzissmus. Er will natürlich wieder gewählt werden, aber er will auch nicht klein beigeben, da er ja Recht hat.
    Ehrlich gesagt könnte ich mir sogar vorstellen, dass er eher auf einem anderen Gebiet für noch mehr Eskalation sorgt, nämlich in der Beziehung zu dem Iran. Im Kriegsfall wird ein Präsident nämlich normalerweise auch wiedergewählt.

    Aber selbst wenn es so kommen sollte, dass Trump nachgibt und sich die Lage mit dem Iran wieder verbessert (was ich hoffe), denke ich, dass China die entscheidenden Impulse geben könnte. China weiß in der Zwischenzeit auch, dass es mit Trump nicht einfach ist und hätte sicher gerne einen anderen Präsidenten in den USA. Die Chinesen könnten also durchaus auch ein Interesse daran haben, dass die USA in die Rezession schlittert und somit Trump abgewählt wird. Wobei das eine Gratwanderung wäre, denn ihre eigene Wirtschaft würden sie vermutlich auch nicht opfern.

  4. Avatar

    Claudia

    2. September 2019 11:26 at 11:26

    Die Chinesen könnten ja einfach mal höflich bei Putin anfragen, wie man US-Wahlen erfolgreich manipuliert.

  5. Avatar

    Lausi

    2. September 2019 11:43 at 11:43

    Interessante These, dass die Wallstreet jetzt noch einmal einen Höhenflug erleben wird. Es steht wohl Spitz auf Knopf. Vielleicht ist Trump auch so dämlich, dass er mit seinen Zöllen einfach weitermacht, falls er nicht schon unwiderruflich die konjunkturelle Abwärtsspirale losgetreten haben sollte.

  6. Avatar

    Hesterberg

    2. September 2019 12:13 at 12:13

    Trump wird aus der Nummer nicht mehr herauskommen und ich bin überzeugter denn je, dass es vor dem großen Knall keinen Deal mehr geben wird und für einen Waffenstillstand läuft den Kontrahenten die Zeit weg. Die Entwicklungen sind nicht mehr zu stoppen.

  7. Avatar

    ollifred

    2. September 2019 13:39 at 13:39

    … dass Tump nicht alleine in seinem Zimmer hockt und sich alles ausdenkt, sondern dass da große und schlaue Beraterstäbe im Hintergrund beraten…
    Genau

    Die meisten vergessen das die Welt vernetzt ist. Keiner fährt eine OneManShow

    • Avatar

      Nico

      2. September 2019 14:01 at 14:01

      @ollifred. Jetzt überprüfen Sie mal, wer von seinen Beratern und Ministern von vor zwei Jahren noch an Bord ist. Wer widerspricht, fliegt. Lesen Sie einmal nach, was die Ehemaligen von sich geben – es herrscht ein Klima der Angst. Er ist fast nur noch von Jasagern umgeben. Larry Kudlow, Wilbur Ross, Robert Lighthyzer und Weitere. Sehen sich doch einmal deren Interviews an: Eine einzige Lobhudelei auf Mr. President! Dann twittert er nachts um drei Uhr, ohne Vorabsprachen und manchmal aus Wut auf Konjunkturdaten. Es ist weitgehend eine One-Man-Show. Dafür gibt es viele Beispiele und wer soll denn die geheimnisvolle Macht im Hintergrund sein? Trump nimmt auf keine Organisation Rücksicht. Er baut die Fed und sogar den obersten Gerichtshof um, nach seinen Interessen. Wenn es nach der Verfassung möglich ist.

      • Avatar

        😂😂😂

        2. September 2019 23:32 at 23:32

        Sehr guter Kommentar @Michael, Kontrolle und Überprüfen ist besser als Vertrauen!

  8. Avatar

    Beobachter

    2. September 2019 14:32 at 14:32

    @ Nico, sehr richtig u.bis jetzt haben ihn nicht einmal Grössen wie der Apple – Boss u.Hunderte anderer
    Firmengrössen von seinem Tun abhalten können.Ich bin auf seine Wuttaten gespannt, wenn er merkt dass er nicht mehr der Widergewählte ( Auserwählte ) sein wird.

  9. Avatar

    Roberto

    2. September 2019 16:18 at 16:18

    Eines darf man auch nicht vergessen. Es ist der Bericht und die Aussage von Sonderermittler Muller. Er sagte das solange Trump im Amt ist man ihm wohl nicht an den Kragen kann. Aber sobald er kein Präsident mehr ist, dann kann man juritisch gegen ihn vorgehen, weil es genug Material. Ich denke das er ALLES tun wird um wiedergewählt zu werden und um weitere 4 Jahre Zeit zu gewinnen um einige Dinge zu sortieren und zu regeln für eine evtl. bevorstehende Klage. Und dazu gehört sogar der Kniefall vor den Chinesen. Aber meiner meinung nach wird er dies nicht zu zeitig tun, da er den Vorteil in der heissen Phase beötigt ( wenn feststeht wer gegen ihn antritt ). Dann würden die Börsen nämlich genau zum richtigen Zeitpunkt eine Rally starten. Denn das timing ist sehr wichtig.

    • Avatar

      Lausi

      2. September 2019 21:06 at 21:06

      Okay, sagen Sie uns bitte Bescheid, wann es soweit ist! :-)

      • Avatar

        Roberto

        2. September 2019 21:29 at 21:29

        @Lausi…das werden Sie schon selbst sehen. Sogar sehr klar und deutlich :-)))

      • Avatar

        😂😂😂

        2. September 2019 22:09 at 22:09

        Nur Geduld @leftuti, alles braucht seine Zeit!
        👆👆👆👆👆

  10. Avatar

    Bjoern

    2. September 2019 20:03 at 20:03

    Trump selber sprach immer davon, dass der Handelskrieg bis Ende 2020 gelöst sein sollte. Hier steckt einzig die Taktik dahinter mit steigenden Aktienmärkten die Wiederwahl zu gewährleisten. Trump kann jeder Zeit den Deal machen und wenn er noch so ungünstig für die USA ist, dass sollten wir im Hinterkopf behalten. Allerdings glaube ich auch erst daran, wenn die Märkte kippen. Vorerst wird er weiter den harten spielen.

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Corona – Konsequenzen in Zahlen! Videoausblick

Was bedeutet Corona für die Entwicklung der nächsten Jahre? Von der Ablösung der USA durch China bis zu steigenden Rohstoffpreisen..

Markus Fugmann

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Was bedeutet Corona für die Entwicklung der nächsten Jahre? Weltpolitisch wird China die USA als größte Volkswirtschaft einige Jahre früher überholen als zuvor angenommen, wel das Reich der Mitte die Krise um Corona viel besser gemeistert hat. Heute ist der letzte Regierungs-Tag von Donald Trump – im Fokus aber steht Janet Yellen mit ihren Aussagen vor dem US-Senat mit dem Tenor: „go big“! Wohl in Vorfreude auf dieses „go big“ steigen die US-Futures über Nacht deutlich an, der Dax eröffnet über der Marke von 13900 Punkten. Die Reaktionen auf die Coronakrise haben aber auch jenseits der Aktienmärkte Konsequenzen, die uns noch lange beschäftigen werden..

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Indizes

DAX daily: Dax wieder auf dem Weg zur 14.000er Marke

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Dem Dax ist es im gestrigen Handel auch ohne die Unterstützung der US-Börsen gelungen die Marke von 13.800 Punkten zurückzuerobern. In der Nacht konnte er zudem noch die 13.900 überwinden. Ob die Erholung wirklich nachhaltig ist, wird sich im Verlauf des heutigen Handelstages zeigen, wenn die US-Indizes aus dem verlängerten Wochenende zurückkommen. Indessen kam bereits am Sonntag eine positive Nachricht aus den USA. Die künftige US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich für einen starken US-Dollar ausgesprochen und möchte das auch in ihrer Anhörung vor dem Kongress nochmal betonen. Das ist sowohl für die deutsche Exportindustrie, als auch für den Dax eine positive Meldung.

Vom gestrigen Tagestief bei 13.701 konnte der Dax eine kleine Rally starten und damit ein Plus von 60 Punkten (0,44%) über die Ziellinie bringen. Der Schlusskurs lag schließlich bei 13.848 Zählern. Die Partystimmung der Vorwochen scheint aber zunächst eine Pause einzulegen. In den nächsten Tagen geht es auf der Unterseite um den Bereich bei 13.600 und auf der Oberseite um die 14000. Erst ein Ausbruch auf der einen oder anderen Seite dürfte wieder für Schwung sorgen.

News und fundamentale Daten

Unterstützung erhielt der Dax gestern auch von den überwiegend guten Wirtschaftsdaten aus China. Heute werden die hiesigen Anleger ihr Augenmerk auf die um 11:00 Uhr erscheinenden ZEW-Konjunkturerwartungen richten. Der ZEW-Index gilt als einer der bedeutsamsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Prognose ist mit einem Wert von 60 recht optimistisch, einen Monat zuvor lag der Wert noch bei 55. Zeitgleich erscheint auch noch der ZEW-Index der Euro-Zone. Außerdem findet heute der Corona-Gipfel von Bund und Ländern statt. Ein paar Details sind bereits durchgesickert. Zum einen soll es eine Homeoffice-Regelung geben, zudem könnte der verschärfte Lockdown bis Mitte Februar verlängert werden. Sollten keine großen Überraschungen dazu kommen, dann dürfte die Reaktion des Dax eher gering ausfallen.

Bereits einen Tag vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten schauen die Anleger auf die Rede der designierten US-Finanzministerin und ehemaligen US-Notenbankchefin Janet Yellen, in ihrer Antrittsrede könnte sie Hinweise zur Währungspolitik und zum Konjunkturpaket der USA geben. Darüber hinaus nimmt die Bilanzsaison weiter an Fahrt auf. Heute legen unter anderem die Bankhäuser Goldman Sachs und Bank of America ihre Zahlen vor. Aber auch der Computerzubehör-Hersteller Logitech und der Streaming-Riese Netflix werden ihre Bücher öffnen. Gerade bei Netflix, die zu den Stay-at-home-Aktien gehört, wird es interessant zu sehen, ob die vorherigen Wachstumsraten beibehalten werden können.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax setzt seine gestern begonnene Erholung auch in der Nacht fort und dürfte kräftiger eröffnen. Bei 13.958 (61er Retracement) hat er sein erstes Etappenziel erreicht. Hier könnte er zunächst eine Pause einlegen, bevor es weiter aufwärts geht. Eine erste Unterstützungszone befindet sich zwischen 13.890/870. Findet der Dax dort keinen Halt, dann könnte noch das Gap bei 13.848 geschlossen werden. An dieser Stelle sollte der Dax wieder drehen, ansonsten dürfte sich die Abwärtsbewegung bis 13.804 fortsetzen. Kurse oberhalb von 13.804 sind positiv zu werten und sprechen für eine Fortsetzung der Erholung in Richtung der 14.000 und höher. Erst ein Tagesschlusskurs unter der Marke würde das Bild zugunsten der Bären drehen.

Aus der Bodenbildung bei 13.672 ergeben sich weitere Extensionsziele auf der Oberseite. Ein Überschreiten der 13.958 könnte den Dax zuerst zur 14.000er Marke führen. Darüber befinden sich die nächsten Ziele bei 14.029 (161,8 Ext.) und dem offen Insel-Gap bei 14.049.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 19.01. - H1-Chart - Zurück zur 14.000

Dax Unterstützungen (US):

13.868 – mehrfache US

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.711 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

13.988 – offenes Gap 14.01.

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Das wird wichtig werden! Marktgeflüster (Video)

Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute ohne die Wall Street (Martin Luther King Day) erwartungsgemäß übeschaubar spannend – der Dax mit einem Freudensprung unmittelbar mit Kassa-Eröffnung, dann aber in der abeshbar schmalen Handelsspanne für den Rest des Tages. Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird. Bei allem Jubel über neuen Stimulus durch die Biden-Administration wwird bisher übersehen, dass der neue US-Präsident zwei sehr linke Regulatoren in entscheidende Positionen gebracht hat. Diese werden es der Wall Street nicht so leicht machen wie die „Buddies“ von Donald Trump – der Gegenwind wird dadurch größer..

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