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Handelsschiffe in deutschem Eigentum: Der rasante Abstieg

Redaktion

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am

Handelsschiffe in deutschem Eigentum (wir meinen nicht unter deutscher Flagge), das war mal was. Man war weltweit führend, und ist es jetzt noch! Banken (allen voran die „glorreiche“ HSH Nordbank) finanzierten den im Rausch befindlichen deutschen Reedern (vorwiegend aus Hamburg) jede Menge Schiffsneubauten. Somit waren die deutschen Reeder selbst hauptverantwortlich für ihren eigenen Niedergang.

Viel zu viele Schiffe kamen auf den Markt, dazu noch die Finanzkrise 2008. Das Kartenhaus brach in sich zusammen. Die HSH ging jahrelang den Bach runter, und ist als großer Schiffsfinanzierer quasi ausgestiegen. Auch andere Landesbanken im Norden haben sich mit dem Thema eine blutige Nase geholt, und haben die Schnauze voll. Die deutschen Reeder gingen pleite, mussten fusionieren, Schiffe verschrotten oder zu Spottpreisen verkaufen.

Die Ausländer übernehmen jetzt das Ruder im Markt, vor allem die Chinesen. Sie werden vermehrt Finanziers und Eigentümer. Aber noch (!) spielt Deutschland eine große Rolle. Aber diese Rolle wird in Rekordzeit immer kleiner. Aktuelle Zahlen des deutschen Reederverbandes VDR zeigen, dass die Anzahl der in deutschem Eigentum (deutsche Reeder) befindlichen Schiffe Ende November bei 2359 lag. Im Jahr 2011, also drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise, dachte alle Welt noch man habe die Lage im Griff, und es gehe wieder aufwärts. Da waren es im Höhepunkt noch 3784 Schiffe.

Das ist aktuell ein Verlust von mehr als 1/3 aller Schiffe – und das in gerade mal sieben Jahren! Angeblich, so mutmaßt die Branche, sollen die deutschen Reeder durch die Privatisierung der HSH Nordbank mehr als 400 Schiffe verlieren. Denn die HSH als Noch-Kreditgeber zahlloser Schrottgegenstände hat immer noch die Hand über viel Schiffseigentum. Aber wie wir bei Artikeln über die HSH schon geschrieben hatten: Aller Wahrscheinlichkeit nach haben die neuen US-Eigentümer der Bank sie nicht gekauft um nun langfristig ins deutsche Mittelstandsfinanzierungsgeschäft einzusteigen.

Es geht wohl eher darum die Schrottkredit-Pakete nun nach und nach zu verwerten, also zu verkaufen. So dürfte die deutsche Schiffsflotte wohl weiter zügig schrumpfen. Noch ist man ganz oben, aber verliert rapide an Boden am Weltmarkt. Eingebrockt haben sich die deutschen Reeder das Problem aber letztlich selbst.

Handelsschiffe
Grafik: Verband Deutscher Reeder, www.reederverband.de


Grafik: Verband Deutscher Reeder, www.reederverband.de


Grafik: Verband Deutscher Reeder, www.reederverband.de

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Rbird

    7. Dezember 2018 18:34 at 18:34

    Hallo liebe Redaktion

    Vielen Dank für Ihre Info und Bilanz der D-Handelsschiffe und deren Besitzer die das ganze (noch) zusammen halten.

    Wir Schweizer lieben ja unser grosser Häfen mit Meer Anstoss sowie unsere weitläufigen Küsten :-) darum liegen wir als riesige Handels-Nation ja auch auf Platz 7 mit unserer Schiffsflotte ..wow“…Ist es allgemein bekannt, wer denn bei uns die Schiffe in den Bücher hat ? Wird ja sicher auch ein Klumpenrisiko in deren Büchern sein? oder hat die SNB vielleicht diese auch noch in deren Bilanzen neben den FAANG’s :-))

    Wäre nicht schlecht zu wissen, wer denn da das Risiko hat, bei unseren (sicheren) Banken :-)

    Thanks Rbird

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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