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Handelsstreit, Arbeitsmarkt, Zinsen

Hat die „Sell in May-Regel“ in diesem Jahr Gültigkeit? Also jetzt in den Markt einsteigen, in der Jahreszeit mit der guten Performance?

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An den Aktienmäkten stehen derzeit drei Themen im Vordergrund: der Handelsstreit, der US-Arbeitsmarkt und die Frage, wie die Fed weiter in Sachen Zinsen verfahren wird! Der September ist fast vorbei und viele Anleger fragen sich, ob die „Sell in May-Regel“ in diesem Jahr Gültigkeit haben wird und ob man gerade jetzt in den Markt einsteigen soll, in der Jahreszeit mit der guten Performance?

Das Aktienjahr 2019 ist bisher ein ziemlich Gutes. Trotz eines sehr schwierigen wirtschafts- und geopolitischen Umfelds stehen die großen Indizes gewaltig im Plus – zum Beispiel China plus 28 Prozent, S&P 500 plus 19 Prozent, MSCI Word plus 16 Prozent, selbst der Dax liegt mit 17 Prozent in der Gewinnzone – trotz einer fast schon sicheren technischen Rezession, der Schrumpfung des Wachstums in den Quartalen zwei und drei in 2019. Wieso ziehen die Investoren nicht stärker die Reißleine?

 

Der Handelsstreit

Es vergeht keine Woche, in dem es kein Wirrwarr an Meldungen zu der Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt. Ein Treffen auf höchster Ebene (11. Oktober) und zugleich die Androhung eines Delistings von chinesischen Aktien an der New Yorker Börse, keine weiteren Ausnahmen im Handel mit dem bösen chinesischen Hightech-Konzerns Huawei – man wähnt sich in einer großen Achterbahn.

Am Freitag gab es deshalb schon heftige Reaktionen an der US-Börse, chinesische Firmen wie der Internetgigant Alibaba und die Suchmaschine Baidu fielen um bis zu sechs Prozent. Der Gesamtmarkt hielt sich vergleichsweise gut, wieder einmal. Die Investoren glauben nach wie vor nicht an die große Eskalation im Handelsstreit – wegen der US-Wählen, wegen der Konsumenten, wegen der Bedeutung der Kurshöhe des Dow Jones u.s.w.

 

Die US-Konjunktur

Ja, da gibt es den berüchtigten Ansteckungseffekt. Bisher wird die US-Konjunktur mit aller Macht vom Dienstleistungssektor und dem Konsum hochgehalten. Wann wird die Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes den Gesamtmarkt infizieren?

Der Einkaufsmanagerindex aus dem Produktionsssektor schwankt derzeit um die 50 Punkte. Laut einer Grafik über Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession bei einem EMI an der Schwelle von 50 bei 65 Prozent, wenn der Wert bei 47 oder darunter liegt, aber bei 100 Prozent. Allzu weit ist es nicht mehr bis dahin. Aber: So lange wird Powell nicht warten.

In der nächsten Woche stehen eine Menge Stimmungsberichte auf der Agenda. Am Dienstag die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland, Europa und den USA. Am Donnerstag folgen die Pendant im Dienstleistungssektor und am Freitag die so beachteten US-Arbeitsmarktzahlen. Werden wir in puncto Konjunktur bis zum Wochenende etwas mehr wissen?

 

Die Zinsen

Der weltweite Zinssenkungswettlauf geht weiter. Hat nicht erst sogar der als restriktiv bekannte Notenbanker der Bank of England, Michael Saunders, von einer notwendigen Zinssenkung gesprochen? Zwar ist dies den wirtschaftlichen Folgen um den Brexit geschuldet, aber bereits 70 Zinssenkungen der weltweiten Notenbanken 2019 zeigen, dass man sich mit aller Macht gegen die Schrumpfung der Wirtschaft stemmt. In den USA hat man, im Gegensatz zu anderen Regionen, noch einen Spielraum nach unten. Die geldpolitische Lockerung ist schon an den Märkten eingepreist und mit ein Grund dafür, dass es trotz „Bad News“ bisher nicht nach unten ging.

Anders in Europa. Was sollen hier Zinssenkungen noch bewirken, eine Erhöhung der Kreditvergabe, trotz finanzieller Mittel im Überfluss? Also doch weiter Anleihekäufe? Ein Volkswirt von JPMorgan berechnete, dass die EZB schon 1,5 Billionen Euro einsetzen müsste, um den konjunkturellen Effekt von 100 Basispunkten Zinssenkung zu erreichen. Zur Abwehr einer Rezession war in vergangenen Konjunkturzyklen aber erheblich mehr Senkungspotenzial erforderlich.

Was wird Madame Lagarde aus dem Köcher holen, nachdem sie vor dem EU-Parlament von einer Vielzahl an Instrumenten sprach, die der EZB zur Verfügung stünden?

 

Fazit – keine Verschärfung im Handelsstreit?

Die Börsen hoffen auf das Goldilock-Szenario: Keine weitere Verschärfung mehr im Handelsstreit, eine schwach wachsende US-Wirtschaft ohne weitere Rezessionsanzeichen, dazu noch eine Federal Reserve, die die Tür für weitere Zinssenkungen aufmacht und dem Ruf nach QE4 Folge leistet. In einem solchen Fall gäbe es kaum Gründe aus den Dividendentiteln auszusteigen. Der Anlagenotstand wird von Monat zu Monat größer. Man braucht nur die Meldungen der Versicherer zu lesen, bei denen Monat für Monat lang laufende Anleihen auslaufen und ersetzt werden müssen. Lag der Kupon der 10-Jährigen Staatsanleihen vor einer Dekade nicht bei 5 Prozent? Die Indizes befinden sich noch immer in der Nöhe ihrer Allzeithochs und die großen Fonds haben riesige Cashbestände, sind also nicht mit dabei, wenn die Musik spielt. Und sollte Trump……?

Aber was ist, wenn China im Handelsstreit auf Konfrontationskurs geht, die Konjunkturdaten in den USA zu stark für nahe Zinssenkungen sind (die eingepreist sind), die Brexit-Briten endgültig „durchdrehen“ und im Pulverfass Naher Osten einmal amerikanische Staatsangehörige zu Schaden kommen – , na dann wäre schlagartig Platz nach unten. Bis zu den Auffanglinien (200-Tageslinie), mehr nicht derzeit, denn dann käme vermutlich der Trump-Tweet und der Fed-Put zum Einsatz.

Der von Trump begonnene Handelsstreit ist eines der großen Themen an den Märkten

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DAX daily: Dax-Anleger mit guter Stimmung vor dem großen Verfall

Stefan Jäger

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Der Dax hat den Kater nach der Fed abgeschüttelt und läuft mit Schwung in den großen Verfall. Heute Nachmittag ist dann der Spuk der Hexen endlich vorbei. Der deutsche Leitindex hat es schon wieder getan! Trotz vorheriger Korrektur, hat er an der 13.200er Marke geschlossen. Anfangs sah es gestern gar nicht gut aus für den Dax, direkt nach der Eröffnung lief er fast die 13.000er Marke an und markierte dabei sein Tagestief bei 13.035 Punkten. Danach setzt aber eine ABC-Erholung ein, die ihn bis zum Tageshoch bei 13.245 geführt hat. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex zwar 47 Punkte (-0,36%) im Minus, aber dennoch konnte er fast die gesamte Fed-Korrektur ausbügeln. Der Handelstag ging schließlich bei 13.208 zu Ende.

Die Ergebnisse der jüngsten US-Notenbank Sitzung haben einige Anleger enttäuscht, weshalb die Stimmung eingetrübt war. Was die Märkte vorgestern von Jerome Powell nämlich gar nicht hören wollten, war, dass er die Verantwortung für weiteren Stimulus auf die US-Regierung abgewälzt hat. Demzufolge liegt der Ball jetzt in den Händen der Demokraten und Republikanern die Verhandlungen über ein Stimuli-Paket fortzusetzen. Haben wir damit den Peak der maximalen Unterstützung der Fed gesehen? Hier mehr dazu in einem Video von Markus Fugmann.

Unter dem Strich dreht sich alles um den großen Verfall. Wenn man sich die Dax-Schlusskurse der letzten Woche anschaut (alle an und bei 13.200), dann könnte man vermuten, dass sich die Stillhalter auf den „optimalen“ Abrechnungskurs von 13.200 geeinigt haben. Hier können Sie das Verfallstag-Diagramm sehen.

News und fundamentale Daten

Alle drei Monate verfallen am Hexensabbat an den Derivatbörsen die Terminkontrakte wie Futures und Optionen. Der große Verfall im Dax, TecDax und MDax findet um 13:00 Uhr statt. Zudem verfallen Aktien zur XETRA-Schlussauktion um 17:30 Uhr. Entweder pendelt der Dax vor dem großen Verfall in einer kleinen Range hin und her oder es kommt zu wilden Bewegungen, wenn ein paar ganz große Adressen ihre schiefliegenden Optionen anpassen müssen. In den USA erfolgen die Abrechnungspreise erst in der letzten Handelsstunde (Triple Witching Hour), also zwischen 21:00 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit.

Darüber hinaus stehen auch ein paar Konjunkturdaten auf dem Programm. Der Erzeugerpreisindex (Aug) aus Deutschland wurde bereits vor wenigen Minuten veröffentlicht. Dieser ist mit 0,0 % minimal besser als erwartet (-0,1 %) ausgefallen. Schließlich erscheinen um 16:00 Uhr noch die US-Konsumentenerwartungen sowie das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Verfallstage können ganz unterschiedlich ablaufen. Es gibt Tage, da passiert nach der Eröffnung gar nichts mehr bis zum Verfall und Tage da entstehen vorher wilde Bewegungen. Vorbörslich notiert der Dax mal wieder in der Nähe der 13.200er Marke.

Um die gestrige Rally fortzusetzen, muss der Dax sein Tageshoch bei 12.245 überwinden. Dann steht er vor dem Widerstandsbereich 13.260 bis 13.280, an dem er die letzten drei Tage immer wieder gescheitert ist. Direkt darüber befindet sich das Dreifach-Top an und um 13.300 sowie der Pivot Punkt R1 bei 13.308. Also jede Menge Widerstand, den er durchbrechen muss, da kann er auch jederzeit abprallen und nach unten abdrehen. Schafft es der Dax den Bereich zu überwinden, dann liegen die beiden Extensionsziele bei 13.355 (200%) und 13.375 (261,8 %) vor ihm. Danach folgt der Pivot Punkt S2 bei 13.389, bevor er die 13.400 nach langer Zeit wieder überwindet und in Richtung des September-Hochs bei 13.460 läuft.

Scheitert der Dax erneut in dem Bereich zwischen 13.250 und 13.300, dann kann es wieder bergab gehen. Eine erste Unterstützung auf der Unterseite liegt am heutigen Pivot Punkt bei 13.168. Darunter befindet sich ein kleiner Unterstützungsbereich zwischen 13.127 und 13.117. An dieser Stelle könnte der Dax Halt finden und wieder zur Oberseite der Range laufen. Ansonsten folgt der Pivot Punkt S1 bei 13.087, bevor es in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 13.035 geht. Der gesamte Bereich zwischen 13.020 bis 12.980 dient dem Dax zudem als wichtige Unterstützung.

Nachdem die Terminkontrakte an den Derivatbörsen verfallen, kommt es zu Neupositionierungen. Dementsprechend könnten in der kommenden Handelswoche neue Impulse entstehen. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag und ein erholsames Wochenende.

DAX daily: Tagesausblick 18.09. - M30-Chart - großer Verfall

Dax Unterstützungen (US):

13.168 – Pivot Punkt

13.127 – Punkt 2 vom Top (13.460)

13.117 – mehrfache US + WS

13.087 – Pivot Punkt S1

13.035 – Tagestief 17.09.

12.973 – Tagestief 09.09.

12.916 – Pivot Punkt S1

Dax Widerstände (WS):

13.245 – Tageshoch 17.09.

13.265 – Nachthoch

13.300 – 3-fach Top

13.308 – Pivot Punkt R1

13.355 – 200 % Extension (Nachttief 09.09.)

13.375 – 261,8 % Extension (Zwischentief)

13.389 – Pivot Punkt R2

13.460 – September-Hoch

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Haben wir „Peak Fed“ gesehen? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Während der gestrigen Pressekonferenz gerieten die Aktienmärkte plötzlich unter Druck – und ein zentraler Grund dafür scheint zu sein, dass die US-Notenbank eine Erhöhung des QE verweigerte und den Ball der US-Politik zuschob. Die Aktienmärkte wiederum hatten den fehlenden Stimulus durch die US-Politik erstaunlich gut verdaut – wohl weil man glaubte, mit der Fed jederzeit noch ein Ass im Ärmel zu haben. Nun formuliert ein US-Analyst: wir haben den Hochpunkt (peak) der Fed-Unterstützung bereits hinter uns. Nach teilweise herben Verlusten an der Wall Street (zwischenzeitlich waren sowohl im Dow Jones als auch im Nasdaq 100 alle Aktien im Minus)haben sich die Indizes wieder erholt, der zwischenzeitlich ebenfalls abgesackte Dax handelt wieder im Bereich der 13.200er-Marke. Der morgige große Verfall könnte für weitere Turbulenzen sorgen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Aktien

Grenke das neue Wirecard? Neue Fed-Strategie, Luft für Dax wird dünner

Redaktion

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Wird die Grenke AG das neue Wirecard? Wir haben diesen Themenkomplex diese Woche mehrmals thematisiert, und im folgenden Video wird er auch von Manuel Koch besprochen. Auch bespricht er mit einem Experten die neue Strategie der US-Notenbank Federal Reserve. Es gehe nun nicht mehr darum die Inflation ab einem bestimmen Niveau zu begrenzen. Nein, die Senkung der viel zu hohen Arbeitslosenzahl sei nun das Hauptaugenmerk der Fed. Lange Zeit könne die Notenbank daher nun den Zins ganz tief im Keller belassen.

Und wie sieht es aus mit dem Dax? Gibt es neue Impulse? Im Video wird besprochen, dass derzeit offenbar einige negative Aspekte beiseite geschoben werden. Dennoch werde die Luft nach oben dünn – weitere Anstiege könnten sich also schwieriger gestalten. Auch im Video besprochen werden ganz konkret zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Bayer und Continental seien jeweils ein Kauf. Beide Aktien könne man über das Vehikel einer Stop Buy-Order kaufen.

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