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Handelsstreit: Trump pokert, China aber spielt Schach!

Warum China wieder einmal gegen Trump gewonnen hat!

Markus Fugmann

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am

Es ist wieder einmal ein Tweet von Donald Trump, der eine überraschende Wende bringt im Handelsstreit zwischen den USA und China:

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Ist es nicht seltsam, dass Trump auf einmal Arbeitsplätze in China am Herzen liegen? Normalerweise heißt es doch bei dem US-Präsidenten stets „America first“, insofern dürften für Trump Arbeitsplätze im Reich der Mitte etwa die Relevanz haben, als würde ein Sack Reis in China umfallen! Warum also plötzlich die Sorge um Arbeitsplätze beim zweitgrößten Smartphone-Hersteller Chinas, ZTE? Der Konzern beschäftigt ca. 80.000 Mitarbeiter und war durch den „Bann“ der US-Administration aufgrund eines Verstoßes gegen die Iran-Sanktionen faktisch aus dem Markt geschossen worden, weil das Unternehmen einerseits keinen Zugang mehr zur Android-Technologie hatte, und andererseits faktisch keine Chips mehr für seine Geräte bekam (etwa vom US-Konzern Qualcomm).

In einem weiteren Tweet machte Trump dann gestern in Optimismus: man werde sich schon einigen mit den Chinesen:

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Es wird also alles schon werden, alles wird gut, bleibt einfach cool, so die Botschaft des US-Präsidenten. Aber so furchtbar cool dürfte es hinter den Kulissen wohl nicht zugegangen sein! Ende der letzten Woche war ein chinesischer Offizieller nach Washington gereist mit dem Auftrag zu sondieren, ob Gespräche mit der US-Administration überhaupt Sinn machen würden. Nur für den Fall, dass Peking den Eindruck habe, dass echte Verhandlungen wirklich gewünscht seien, so ließ Chinas Führung durchblicken, werde Vize-Premier Liu He in die US-Hauptstadt reisen. Und eine der Vorbedinungen war, dass der „Bann“ gegen ZTE aufgehoben würde, so muß man vermuten. Und Trump tat den Chinesen den Gefallen, weil er den Besuch Liu Hes dringend braucht, um die Sorgen vor einem echten Handelskrieg zu mindern und sein Image als erstklassiger Verhandler wahren zu können. Wieder einmal das Muster also bei Trump: erst laut auf den Tisch hauen, aber dann, wenn eine Eskalation droht, begrenzt zurück rudern.

Auffallend ist: Peking hatte bisher vermieden klar zu stellen, ob es zu dem Besuch von Liu He wirklich kommen werde. Erst nach dem Tweet von Trump über sein Einlenken in Sachen ZTE kam dann die Bestätigung, dass der Vize-Premier ab morgen in Washington sei (bis 19.Mai). Und im übrigen, so der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums Lu Kang, begrüsse man die Verlautbarungen Trumps zu ZTE ausdrücklich. All das zeigt: hätte Trump bei ZTE nicht eingelenkt, wäre Liu He nicht in die USA gereist. Insofern also hat Peking Trump die Pistole auf die Brust gesetzt – und Trump hat entsprechend reagiert!

Damit hat China eine weitere Schlacht gewonnen – so wie im Fall Nordkoreas. Das Einlenken von Kim Yong-un war nur deshalb möglich, weil Peking dem Diktator faktisch eine Bestandsgarantie gegeben hat: verzichtet er auf Atomwaffen, bekommt er eine Sicherheits-Garantie durch China – ohne eine solche Garantie aber hätte sich Kim Yong-un niemals auf einen Verzicht bereit erklärt, weil er dann der Willkür der USA ausgeliefert wäre. Trump triumphierte, aber faktisch ist Nordkorea damit zum Protektorat Chinas geworden, was eine Wiedervereinigung mit Südkorea faktisch unmöglich macht. Gleichzeitig hat Peking Trump seinen guten Willen gezeigt, und das Ego von Trump ist groß genug, als dass er wirklich glauben würde, er hätte einen spektakulären Erfolg errungen. Faktisch jedoch rollt China Asien von hinten auf, während die USA in diesem zukünftig so bedeutsamen Kontinent immer mehr zurück gedrängt wird. China hat schlicht eine überlegene Strategie: während Trump pokert, spielt Peking Schach!


Trump bei seinem Besuch in Peking im letzten Jahr

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Simply

    14. Mai 2018 13:07 at 13:07

    Fakt ist wir wissen im Moment realativ wenig. -> Viel Raum für Spekulation.
    Nur weil Trump zusagt die Sanktionen gegen ZTE aufzuheben, zu behaupten China hat gewonnen, halte ich gewagt. Diese Sanktionen können bei einem „schlechten“ Ergebnis der Gespräche für die USA jederzeit in Kraft treten. Jede Woche eine neue Richtung vom Trump.

    Nach meinen Kenntnisstand ist China von Kohleimport über die Schifffahrt abhängig. Wie viele Schiffe werden China erreichen wenn die übermächtige Navy antritt? Bis die Gaspipline zwischen Russland und China fertiggestellt ist, wird es noch paar Jahre dauern. Bis dahin in China leicht verwundbar und sie wissen das.

    LG,
    Simply

  2. Avatar

    tm

    14. Mai 2018 14:07 at 14:07

    Dass chinesische Politiker so vorauaschauende denken und strategisch handeln, ist ein Mythos. Oder anders gefragt: Was spricht dafür? Unter Deng Xiaoping hat China die Wirtschaft von kommunistischen Fesseln befreit und ausgehend von einem niedrigen NIveau gab es dadurch seitdem eine beachtliche Aufholjagd. Ob die Wachstumsraten aktuell überhaupt noch so hoch sind, wie offiziell verlautbart, darf getrost bezweifelt werden und dass das Wachstum noch einmal über 30 Jahre so hoch bleibt, ist extrem unwahrscheinlich. Was bleibt, ist eine Art Staatskapitalismus.

  3. Avatar

    Rbird

    14. Mai 2018 14:36 at 14:36

    Cooler Titel

    Sagt eigentlich schon alles !
    Auf den Punkt gebracht; well done :-)

  4. Avatar

    Marko

    14. Mai 2018 16:29 at 16:29

    Nö, es geht eher wohl darum ?

    „Die chinesische Zeitung „Global Times“ vermutete in einem Kommentar am Montag, dass Trump eingelenkt habe, weil ZTE ein wichtiger Abnehmer amerikanischer Halbleiter sei und er letztlich amerikanische Jobs retten wolle. Allein 2017 importierte China Halbleiter im Wert von 260 Milliarden Dollar – und gab damit mehr Geld für sie als für Öl aus.“ (!!!!)

    Da nutzt einem Donald Trump „America first“ gar nix. :D

  5. Avatar

    Marko

    14. Mai 2018 16:40 at 16:40

    Und für die Chinesen geht es genauso um viel, siehe hier, die wollen nämlich schon ganz gerne Ihre Huawei-Handys im Amiland „loswerden ?“ :

    https://www.stern.de/digital/smartphones/huawei-chef-richard-yu-flippt-auf-der-ces-aus—und-das-ist-der-grund-7816920.html

    „…“Something I Want To Share“. Auf Deutsch „Darüber würde ich gerne reden“. Es folgt ein fünfminütiger, impulsiver Vortrag. Yu, der zwar gerne gegen die Mitbewerber stichelt, aber immer seine Contenance bewahrt, wird lauter und fahriger: „Ihr habt sicherlich die Meldungen gelesen“, beginnt er. Natürlich kannte das Publikum die Berichte, dass AT&T, einer der größten US-Mobilfunkanbieter, in letzter Minute die Reißleine zog und bekanntgab, das Mate 10 Pro nicht mit Verträgen anzubieten. Angeblich gab es Druck seitens der Politik und Befürchtungen, die chinesischen Smartphones könnten für Spionagezwecke missbraucht werden…

    Na das ist mal wieder typisch Donald…

  6. Avatar

    Wolfgang M.

    14. Mai 2018 17:01 at 17:01

    Die Globalisierung hat solche Ausmaße angenommen, dass Beschränkungen, Zölle oder Sanktionen zwischen den Industriestaaten sofort richtig Sand ins Getriebe bringen. Beispiel: ZTE kauft von Qualcomm für Milliarden Halbleiter, gleichzeitig liefert diese US-Firma die Modems für das iPhone X, welches in China durch Billiglöhner von Foxconn zusammengebaut wird (mit vielen Teilen aus Japan und Südkorea). Da soll Trump mal anfangen für diese Länder Zollschranken aufzubauen. Wahrscheinlich haben die Manager von Qualcomm Trump vorgerechnet, wieviel Arbeitsplätze in den USA verloren gehen. Die Weltwirtschaft ist halt nicht die Immobilienbranche. Unter anderem deshalb macht Trump immer wieder Rückzieher, weil ihm die Kolleteralschäden seiner Maßnahmen bewusst gemacht werden.

  7. Avatar

    Hanswurst

    14. Mai 2018 17:05 at 17:05

    „verzichtet er auf Atomwaffen, bekommt er eine Sicherheits-Garantie durch China“
    So wie die Sicherheitsgarantie die die Ukraine bekommen hat?
    Nordkorea braucht die Bombe nicht um sich vor den USA sondern vor China zu schützten,

  8. Avatar

    Marko

    14. Mai 2018 17:27 at 17:27

    Der Donald sollte am besten mit dem Mauerbau zu Mexiko anfangen, da kann kein er keinen Schaden anrichten und – Der Donald hat Wort gehalten : die Mauer den Amerikanern ! :D

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/grenze-usa-mexiko-testlauf-fuer-trumps-mauerplaene/21178350.html

    „…Auch aus dem Umfeld der Nationalgarde gibt es kritische Stimmen gegen die Mauer. David Scott Kennedy diente bei der Operation „Jump Start“ unter Präsident George W. Bush im Jahr 2006 in der Region an der Grenze zu Mexiko. Er habe dabei viel von dem Leid der Migranten erfahren, die versuchten, über den Fluss in die USA zu gelangen, sagt er rückblickend.

    Die erneute Stationierung der Nationalgarde findet er trotzdem gut. Aber den Bau einer Mauer hält er für lächerlich. „Sie werden einen Weg finden, um rüberzukommen“, sagt er. „Die Grenzmauer ist meiner Meinung nach Geldverschwendung. Wir sollten andere Dinge unternehmen.“

    Den US-„Rostgürtel“ kann er sowieso nicht „entrosten“, aber da freut sich doch das Repubilkaner-Herz ? ;)

  9. Avatar

    joah

    14. Mai 2018 22:56 at 22:56

    Als allererstes fallen immer die Bauern…

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Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

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am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Von

Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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