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Handelsstreit: Warum gerade jetzt US-Sanktionen?

Wolfgang Müller

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am

Die ganze Wirtschaftswelt fiebert der nächsten Verhandlungsrunde im Handelsstreit zwischen den USA und China ab Donnerstag entgegen. Zu deutlich sind die Auswirkungen der eineinhalb Jahre dauernden Auseinandersetzung auf die Weltwirtschaft zu erkennen. Und was machen die USA? Sie provozieren im Vorfeld die Chinesen mit Forderungen und Boykottaufrufen. Warum?

 

Die aktuelle Entwicklung im Handelsstreit

Allein in den letzten beiden Tagen gab es von Seiten der US-Regierung mehrere Auflagen und neue Sanktionen gegenüber der chinesischen Seite, sodass man fast den Eindruck gewinnen könnte, Trump lege es darauf an, dass die Verhandlungen erfolglos abgebrochen werden. Oder glaubt er, dass er mit seinen urplötzlichen Eskalationen die Asiaten in die Knie zwingen könne, weil sie einen Deal dringender brauchen als die USA? Je mehr auf dem Spiel steht, desto größer der Einigungswille der Gegenseite – seine Politik des „Brinkmanship“ eben. Hier ein kleiner Ausschnitt der Eskalationen:

Die letzte Schikane brachte einen kleinen Abverkauf an der Wall Street zu Handelsschluss, nachdem man vorher nach „Jay“ Powells Rede in Denver wieder in Richtung Vortagesstand unterwegs war.

 

Ein Spiel mit dem Feuer

Die letzten Kursreaktionen (minus 313 Punkte im Dow Jones am Dienstag) dürften der US-Regierung und besonders Donald Trump vor Augen geführt haben: Wenn der US-Präsident Trump die Verhandlungen zum Scheitern bringt, ohne eine kleine Lösung, und er die Zollanhebungen zum 15. Oktober umsetzt, wird er eine saftige Rechnung serviert bekommen. Mit nicht kalkulierbaren Kurseinbrüchen, nicht nur an der Wall Street – und einem Einbruch im US-Verbrauchervertrauen.

Auch wenn er die Federal Reserve gerade noch einmal vehement zu substanziellen Zinssenkungen aufgefordert hat, machte Jerome Powell bei seinem gestrigen Auftritt in Denver nicht den Eindruck die durch den Handelsstreut verursachten Schäden sehr schnell beheben zu wollen, quasi im vorauseilenden Gehorsam.

 

Oder gibt es ein anderes Kalkül im Handelsstreit?

Wieso versucht man sich nicht endlich auf einem bestimmten Level zu einigen? Es ist doch mehr als deutlich, dass der Handelsstreit beiden Seiten schadet. Von einem offenen Handel würde beide Wirtschaften profitieren, der Rückgang der Exporte und Importe in Höhe vor 15 und 30 Prozent allein in diesem Jahr spricht eine deutliche Sprache.

Könnte es vielleicht sein, dass die gegenseitige Unnachgiebigkeit machtpolitischen Erwägungen geschuldet ist? Für Trump das Zeigen von Stärke, gerade zu Zeiten des drohenden Impeachments inmitten des Wahlkampfes. Er, der erste Präsident, der es wagt, die unfairen Chinesen in die Schranken zu weisen. Auf der Gegenseite Xi Jinping, der mit seiner Politik die Macht der Kommunistischen Partei zementieren will, mit aller Härte gegen die Entwicklung allzu großer Freiheits- und Mitspracherechte von modernen Chinesen, die gegen das Regime aufbegehren. Aus dieser Sichtweise wäre ein „an die Wandfahren“ der Verhandlungen sogar erklärbar – kurzfristig.

 

Fazit

Bei allen taktischen Spielereien darf man nicht vergessen, was das große Regulativ für die Trumpˋsche Politik ist und sein wird – die Wall Street! Zusätzlich zur Stimmung seiner Stammwählerschaft im Mittleren Westen, denen er viel versprochen hat. Wie stark hat er das jüngste Abkommen zwischen den USA und Japan bejubelt, in dem sich die Asiaten verpflichtet haben, landwirtschaftliche Güter wie Rindfleisch, Mais und Weizen in Höhe von sieben Milliarden Dollar zu kaufen! Hier will er Stimmverluste um jeden Preis vermeiden.

Zuhause ließ „Big Money“ den Präsidenten bisher gewähren, da er mit seiner Steuerreform für eine große Wohltat für die Unternehmen gesorgt hat. Die Wirkungen lassen nach – und jetzt bringt Trump die US-Wirtschaft in Schwierigkeiten. Der Sektor Produktion ist schon in der Rezession, der Dienstleistungssektor auch nicht mehr besonders stark.

Welche Firmen litten gestern besonders unter den Eskalationen? Halbleiterwerte und internationale Player wie Caterpillar. Wird die Wall Street zuschauen, wenn der Handelsstreit die Wirtschaft in die Tiefe reißt und die Gewinne erodieren? Im Dezember 2017 hatten die großen Firmen die republikanischen Senatoren mit dem Entzug der Wahlkampfunterstützung bei den Zwischenwahlen (Midterm Elections) gedroht, sollte die Steuerreform nicht vor Jahresende über die Bühne gehen. Wird man im Handelsstreit bei den beschriebenen Folgen stillhalten? Ich denke nicht.

Auf der chinesischen Seite scheint man das Vertrauen verloren zu haben, dass es möglich ist mit Trump ein verlässliches Abkommen zu schließen. Eines, welches nicht schon ein paar Tage später durch einen Tweet in Frage gestellt wird. Und gibt es da nicht die Möglichkeiten eines Impeachments oder einer Wahlniederlage, das schon bald eine neue Situation schaffen könnte? Wie schon erwähnt – Trump in Not.

Die USA eskalieren den Handelsstreit

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    9. Oktober 2019 12:07 at 12:07

    Ich könnte mir das so vorstellen:
    Trump eskaliert absichtlich kurz vor einem erneuten Treffen, denn wenn China nicht klein beigibt, was sie nicht werden, kann er die gerade erst vollzogene Eskalation wieder zurücknehmen und vielleicht reicht das dann aus, dass die Märkte denken, es wird schon alles gut werden. Es ist wieder etwas Zeit erkauft worden und geändert hat sich eigentlich gar nichts, aber die Märkte glauben es eben.

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Dax: Ende der Fahnenstange – oder Kurse weit über 14.000 Punkte?

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Mit einer kleinen Korrektur hat sich der deutsche Leitindex, Dax 30 Performance, aus der zurückliegenden Handelswoche verabschiedet. Der kleine Nervenkitzel konnte indes nichts Weltbewegendes bewirken. Zudem haben sich die anfangs dramatisch darstellenden Kursverluste im Tagesverlauf wieder deutlich relativiert. Auch wenn keine Grundsatzentscheidung getroffen wurde, zeigt diese Performance das angeschlagene Vertrauen, der Marktteilnehmer in die nahezu unendliche Geschichte des Indizes, auf. Eine Verhaltensweise, an die wir uns wohl immer stärker gewöhnen müssen und werden.

Ausblick für den Dax:

Die seit Anfang Dezember laufende Aufwärtsbewegung des Dax dient immer noch der Darstellung von Welle (c) und damit des abschließenden Parts der übergeordneten Welle (B). Die zwingend fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle (c), gern auch Antriebswelle genannt, konnte mit der kleinen Korrektur, der letzten Handelstage, die Korrekturwelle (4) ausbilden. Ein sehr schönes Anzeichen hierfür ist der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Zählern, mittels Schlusskurses.

Steigt der Dax weit über 14.000 Punkte?
Allein dieser Aspekt, als auch der Tagesverlauf der letzten Kerze, deuten sehr stark daraufhin, dass sich im Verlauf der folgenden 2-3 Wochen Welle (5) für den Dax ausbilden wird. In Folge dieser sich ebenfalls fünfteiligen Welle kann der Dax noch einmal ein kräftiges Momentum aufweisen. Das eigentliche Kursziel von (5), verbunden damit von (c) und (B), liegt im Bereich des 1.00-Widerstandes bei 14.476 Punkten. Der Anstieg bis zur zweiten 1.00-Linie (14.794 Punkte) liegt allerdings auch im Bereich des Möglichen.

Fazit:

Der Aufwärtstrend beim Dax wird sich auch weiterhin behaupten, wenn auch das Ende der Fahnenstange immer näher rückt. Ein erneutes Kaufsignal kann ich nicht benennen; das bisherige bleibt bestehen..

Der Ausblick für den Dax

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