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Handelsstreit: Warum gerade jetzt US-Sanktionen?

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Die ganze Wirtschaftswelt fiebert der nächsten Verhandlungsrunde im Handelsstreit zwischen den USA und China ab Donnerstag entgegen. Zu deutlich sind die Auswirkungen der eineinhalb Jahre dauernden Auseinandersetzung auf die Weltwirtschaft zu erkennen. Und was machen die USA? Sie provozieren im Vorfeld die Chinesen mit Forderungen und Boykottaufrufen. Warum?

 

Die aktuelle Entwicklung im Handelsstreit

Allein in den letzten beiden Tagen gab es von Seiten der US-Regierung mehrere Auflagen und neue Sanktionen gegenüber der chinesischen Seite, sodass man fast den Eindruck gewinnen könnte, Trump lege es darauf an, dass die Verhandlungen erfolglos abgebrochen werden. Oder glaubt er, dass er mit seinen urplötzlichen Eskalationen die Asiaten in die Knie zwingen könne, weil sie einen Deal dringender brauchen als die USA? Je mehr auf dem Spiel steht, desto größer der Einigungswille der Gegenseite – seine Politik des „Brinkmanship“ eben. Hier ein kleiner Ausschnitt der Eskalationen:

Die letzte Schikane brachte einen kleinen Abverkauf an der Wall Street zu Handelsschluss, nachdem man vorher nach „Jay“ Powells Rede in Denver wieder in Richtung Vortagesstand unterwegs war.

 

Ein Spiel mit dem Feuer

Die letzten Kursreaktionen (minus 313 Punkte im Dow Jones am Dienstag) dürften der US-Regierung und besonders Donald Trump vor Augen geführt haben: Wenn der US-Präsident Trump die Verhandlungen zum Scheitern bringt, ohne eine kleine Lösung, und er die Zollanhebungen zum 15. Oktober umsetzt, wird er eine saftige Rechnung serviert bekommen. Mit nicht kalkulierbaren Kurseinbrüchen, nicht nur an der Wall Street – und einem Einbruch im US-Verbrauchervertrauen.

Auch wenn er die Federal Reserve gerade noch einmal vehement zu substanziellen Zinssenkungen aufgefordert hat, machte Jerome Powell bei seinem gestrigen Auftritt in Denver nicht den Eindruck die durch den Handelsstreut verursachten Schäden sehr schnell beheben zu wollen, quasi im vorauseilenden Gehorsam.

 

Oder gibt es ein anderes Kalkül im Handelsstreit?

Wieso versucht man sich nicht endlich auf einem bestimmten Level zu einigen? Es ist doch mehr als deutlich, dass der Handelsstreit beiden Seiten schadet. Von einem offenen Handel würde beide Wirtschaften profitieren, der Rückgang der Exporte und Importe in Höhe vor 15 und 30 Prozent allein in diesem Jahr spricht eine deutliche Sprache.

Könnte es vielleicht sein, dass die gegenseitige Unnachgiebigkeit machtpolitischen Erwägungen geschuldet ist? Für Trump das Zeigen von Stärke, gerade zu Zeiten des drohenden Impeachments inmitten des Wahlkampfes. Er, der erste Präsident, der es wagt, die unfairen Chinesen in die Schranken zu weisen. Auf der Gegenseite Xi Jinping, der mit seiner Politik die Macht der Kommunistischen Partei zementieren will, mit aller Härte gegen die Entwicklung allzu großer Freiheits- und Mitspracherechte von modernen Chinesen, die gegen das Regime aufbegehren. Aus dieser Sichtweise wäre ein „an die Wandfahren“ der Verhandlungen sogar erklärbar – kurzfristig.

 

Fazit

Bei allen taktischen Spielereien darf man nicht vergessen, was das große Regulativ für die Trumpˋsche Politik ist und sein wird – die Wall Street! Zusätzlich zur Stimmung seiner Stammwählerschaft im Mittleren Westen, denen er viel versprochen hat. Wie stark hat er das jüngste Abkommen zwischen den USA und Japan bejubelt, in dem sich die Asiaten verpflichtet haben, landwirtschaftliche Güter wie Rindfleisch, Mais und Weizen in Höhe von sieben Milliarden Dollar zu kaufen! Hier will er Stimmverluste um jeden Preis vermeiden.

Zuhause ließ „Big Money“ den Präsidenten bisher gewähren, da er mit seiner Steuerreform für eine große Wohltat für die Unternehmen gesorgt hat. Die Wirkungen lassen nach – und jetzt bringt Trump die US-Wirtschaft in Schwierigkeiten. Der Sektor Produktion ist schon in der Rezession, der Dienstleistungssektor auch nicht mehr besonders stark.

Welche Firmen litten gestern besonders unter den Eskalationen? Halbleiterwerte und internationale Player wie Caterpillar. Wird die Wall Street zuschauen, wenn der Handelsstreit die Wirtschaft in die Tiefe reißt und die Gewinne erodieren? Im Dezember 2017 hatten die großen Firmen die republikanischen Senatoren mit dem Entzug der Wahlkampfunterstützung bei den Zwischenwahlen (Midterm Elections) gedroht, sollte die Steuerreform nicht vor Jahresende über die Bühne gehen. Wird man im Handelsstreit bei den beschriebenen Folgen stillhalten? Ich denke nicht.

Auf der chinesischen Seite scheint man das Vertrauen verloren zu haben, dass es möglich ist mit Trump ein verlässliches Abkommen zu schließen. Eines, welches nicht schon ein paar Tage später durch einen Tweet in Frage gestellt wird. Und gibt es da nicht die Möglichkeiten eines Impeachments oder einer Wahlniederlage, das schon bald eine neue Situation schaffen könnte? Wie schon erwähnt – Trump in Not.

Die USA eskalieren den Handelsstreit

Ein Kommentar

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    Gixxer

    9. Oktober 2019 12:07 at 12:07

    Ich könnte mir das so vorstellen:
    Trump eskaliert absichtlich kurz vor einem erneuten Treffen, denn wenn China nicht klein beigibt, was sie nicht werden, kann er die gerade erst vollzogene Eskalation wieder zurücknehmen und vielleicht reicht das dann aus, dass die Märkte denken, es wird schon alles gut werden. Es ist wieder etwas Zeit erkauft worden und geändert hat sich eigentlich gar nichts, aber die Märkte glauben es eben.

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ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

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Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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