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Handelsstreit: Zölle kommen am 15.Dezember wenn vorher kein Deal

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Heute kommt einiges zusammen: erst kündigt Donald Trump Strafzölle gegen Brasilien und Argentinien an – womit das Thema Zölle wieder voll auf der Agenda ist, auch und gerade im Handelsstreit mit China.

Warum gerade Brasilien und Argentinien? Klar, die Währungen beider Länder werteten ab, was besonders im Falle von Argentinien eine Reaktion auf den desolaten Zustand des Landes ist, nachdem der neue argentinische Präsident weitere Kredite des IWF abgelehnt hat. Aber entscheidender ist: China bestellt dreimal mehr Sojabohnen in Brasilien als in den USA, und Argentinien hat kürzlich mit China einen Deal in Sachen Sojamehl geschlossen. Mithin bestraft Trump also die beiden Länder, die vorwiegend als Lieferanten Chinas in Erscheinung treten – Trump meint aber vorwiegend China!

Dann der Tweet von Trump von heute vormittag: der US-Präsident stellt einen Zusammenhang her zwischen dem Anstieg der Kurse an der Wall Street und den Zöllen im Handelsstreit:

Ergo: die Zölle haben nicht verhindert, dass die Kurse gestiegen sind, warum – und das ist der Subtext des Tweets – sollte er also nicht am 15.Dezember die Zölle auf die restlichen Importe Chinas in die USA erheben?

Das Problem ist dabei nur, dass es bei diesen Zöllen dann vorwiegend Konsum-Produkte des Alltags sind, die hier betroffen wären – mithin also würden die Preise für diese Produkte steigen oder die Importeure an Marge verlieren. Und da hört dann der Spaß auf bei der Wall Street. Bislang waren es eher Güter, die man eher selten kauft wie Möbel, die von den Zöllen betroffen waren – nun aber ginge es ans Eingemachte für den US-Konnsumenten. Und der US-Konsument ist die heilige Kuh, die die völlig auf Dienstleistung fixierte US-Wirtschaft am Leben halten muß!

Kurz vor seinem Abflug hatte Trump noch gesagt, dass China den Deal unbedingt wolle, er wisse nicht, ob die Hongkong-Frage zu Schwierigkeiten beim Abschluß des Phase 1 Deals bringen werde. Aber dann wenig später Wilbur Ross gegenüber Fox: die Zölle würden am 15.Dezember erhoben, wenn es bis dahin keinen Deal gebe:

„Well you have a logical deadline Dec. 15. If nothing happens between now and then, the president has made quite clear he’ll put the tariffs in – the increased tariffs.“

Und damit wird es nun eng: denn es sind nicht einmal mehr zwei Wochen, bis nach dieser Logik der Deal im Handelsstreit stehen müßte! Und das bringt selbst die ansonsten schmerzfreie Wall Street ins Grübeln, zumal heute auch noch der ISM Index schwach ausgefallen und damit das Rezessions-Gespenst plötzlich wieder da ist..

Gibt es doch keinen Deal im Handelstreit?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Ice 9

    2. Dezember 2019 17:47 at 17:47

    Als bestinformierter Mensch der Welt wird Trump wissen wie es um die inzwischen auch schwierige wirtschaftliche Lage in China bestellt ist und dass die KP einen Deal braucht. Aber ich denke, es geht ihm in erster Linie darum, wieder gewählt zu werden und in diesem Sinne ist dieses ganze Handelsdeal-Getue wenig mehr als für seine Wählerschaft die Muskeln spielen zu lassen. Letztlich zählen für ihn nur die Indizes an der Wall-Street und er wird sich ausgerechnet haben, dass bis zur Nullzinslinie noch sechs Zinssenkungen bis zu US-Wahl übrig sind, um den Bullenmarkt zu verlängern. Das sollte für seine Wiederwahl reichen.

  2. Avatar

    Marcus

    2. Dezember 2019 17:56 at 17:56

    Trump will doch überhaupt keinen Deal mit China, sonst hätten beide Seiten bei so vielen Treffen schon längst einen machen können. Das ganze hin und her dient doch nur um die Märkte nach oben zu heben das die Bevölkerung sich reicher fühlt als sie tatsächlich ist (Wiederwahl), und um die Fed zu Zinssenkungen und QE zu zwingen um die Schuldenspirale am Leben zu erhalten.

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