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Hans-Werner Sinn erklärt, wie wir das Klima retten – sehenswert!

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Hans-Werner Sinn ist der wohl bekannteste, renommierteste, aber auch teilweise einer der umstrittensten deutschen Ökonomen. Auch wenn er inzwischen in Rente ist und die Leitung des ifo-Instituts an Clemens Fuest übergeben hat, so ist Hans-Werner Sinn doch immer noch eine gefragte Person. Erst diese Woche Dienstag hatten wir über sein sehr ausführliches Interview mit Tilo Jung berichtet. Hochinteressant, und sogar mit sehr emotionalen Momenten (gerne hier anschauen).

Ganz aktuell hat das ifo-Institut einen Vortrag von Hans-Werner Sinn vom Montag dieser Woche veröffentlicht. Dieser zwei Stunden dauernde Vortrag lief unter dem Motto “Wie retten wir das Klima und wie nicht”. Das erste Video zeigt ein kurzes achtminütiges Interview zum Vortrag, und im zweiten Video kann man ihn in voller Länge anschauen. Die politisch gewollte Umstellung von fossilen Energieträgern (in sehr kurzer Zeit) auf Erneuerbare ist für ihn sehr unrealistisch. Diese Sichtweise untermauert er auch mit Daten.

Hans-Werner Sinn mit konkreten Vorschlägen zum Aufhalten der Erderwärmung

Emissionshandel und EEG-Gesetz seien zum Beispiel kaum miteinander vereinbar. Die deutschen Einsparungen würden im europäischen Vergleich verpuffen. Dies erklärt er im Video sehr anschaulich. Um die eigenen CO2-Ziele erreichen zu können, müsse Deutschland auf das schwedische Modell umschwenken, nämlich wieder auf Atomstrom setzen. Dass das wenig realistisch ist, weiß auch Hans-Werner Sinn. Aber er sagt nun mal, was nach seiner Meinung notwendig wäre um die hierzulande gemachten Klimaziele erreichen zu können. Auch sei auf globaler Ebene ein wichtiger Baustein, dass die Vereinten Nationen Brasilien Regenwald abkaufen oder von der dortigen Regierung mieten könnten, um so weitere Brandrodungen zu verhindern.

Und worauf wohl noch niemand gekommen ist – Hans-Werner Sinn bringt die Möglichkeit ins Spiel global eine Quellenbesteuerung für Kapitalerträge einzuführen. Damit würden die Ölscheichs mit ihren weltweit gigantischen angelegten Geldbergern gezwungen Geld aus ihren bisherigen Kapitalanlagen umzuschichten. Aber dazu mehr im Vortrag! Auch wichtig sei der Aspekt einen weltweiten Emissionshandel einzuführen. Der Vortrag ist absolut sehenswert. Nehmen Sie sich die Zeit!

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Benijamin

    21. Dezember 2019 13:37 at 13:37

    Die Steuern und Abgaben – ob weltweit ode rin D – sollen ja dem Zweck dienen zu Lenken und Steuern, also dass CO2-Emissionen vermieden werden. Aber was bringt das alles, wenn man keine Alternativen hat? Wie soll D oder insbesondere die restliche Welt dann die benötigte Energie erzeugen?
    Solange es auf der Erde Bevölkerungswachstum gibt, wird es auch steigende Gewinne und Umsätze bei allen Firmen geben und somit auch CO2. Nur durch alternative Energiequellen, welche aber leider nicht für die gesamte Welt verfügbar sind, und durch Eindämmen des Bevölkerungswachstums kann man CO2 reduzieren.

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    Lausi

    22. Dezember 2019 06:55 at 06:55

    Das Beste von Herrn Sinn’s 2-Stunden-Vortrag kommt in den letzten 3 Minuten: Die Idee der Schaffung eines “Climate Club” bzw. ein Zusammenschluss der “willigen Länder”. Anders wird es wohl nicht gehen, wenn man auf globaler Ebene wirklich etwas erreichen will. Mit anderen Worten: Schickt die Trump’s und Bolsonaros dieser Welt in die Global-Warming-Wüste!

    Was Herr Sinn über Stromspeichertechniken erzählt, finde ich nicht so überzeugend. Wer weiß, was in den nächsten Jahren da noch erfunden bzw. weiterentwickelt wird, vor allem, wenn es dafür einen monetären Anreiz gibt, d.h. einen angemessenen CO2-Preis. Abgesehen von Speichertechniken, gäbe es auch noch die Möglichkeit des Aufbaus eines kontinentweiten Hochspannungsleitungsnetzes, wo grüner Strom relativ verlustarm über weite Strecken transportiert werden kann. Das würde mMn den Speicherungsbedarf deutlich senken, und könnte sich als relativ kostengünstige Alternative gegenüber der Speicherung erweisen.

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    leftutti

    22. Dezember 2019 18:25 at 18:25

    Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich Herrn Sinn und Unsinn als hochkompetenten und sehr geschätzten Ökonomen eingestuft hatte. Seine Ansichten fanden immer wieder Eingang in meine persönlichen Einschätzungen und Bewertungen. Aber mit zunehmendem Alter scheint er, wie viele ehemalige Koryphäen, dem Lobbyismus und der Stagnation zu unterliegen. Spätestens nach seinem peinlichen Lapsus im April 2019 sollte der erfahrene Greis etwas Demut und Zurückhaltung zeigen.

    Zumindest scheint er erkannt zu haben, dass Umweltterroristen wie Trump und Bolsonaro nur mit einem starken internationalem Bündnis begegnet werden kann. „Willige Länder“, junge Menschen, zukünftige Generationen sind die einzige Hoffnung für die Zukunft des Planeten. Übersättigte Rentner ab 75+ haben in der Welt-Politik nichts zu suchen und sollten ihren Wohlstand genießen.

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      Nico

      23. Dezember 2019 07:47 at 07:47

      @Leftutti. Jetzt machen Sie aber mal halblang. Den 71-jährigen Professor Sinn als Greis zu bezeichnen, ist schon starker Tobak. Vor allem wird sich unser geschätzter @Columbo freuen, wenn er liest, dass er in einem Jahr das Greisenalter erreicht.

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        Methusalix

        23. Dezember 2019 12:48 at 12:48

        Der Talmud unterscheidet zwischen dem „Alter“ (60 Jahre), dem „Greisenalter“ (70), dem „Hohen Alter“ (80)…

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          Dorinela

          23. Dezember 2019 13:46 at 13:46

          Religion ist Opium für das Volk

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            Methusalix

            23. Dezember 2019 14:31 at 14:31

            Dieser Kommentar eines noch dazu falschen Zitats ist eine Zumutung für das Volk.
            Wenn schon, dann „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks“.

            Hat aber dennoch nicht das geringste mit der Einteilung in unterschiedliche Stufen des Alters zu tun. Greisenalter = 70 Jahre

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        Columbo

        23. Dezember 2019 15:18 at 15:18

        @Nico

        Greisenalter klingt fürchterlich🙈. Zum Glück kennt die Biologie keine so starren Grenzen😊.

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          leftutti

          23. Dezember 2019 17:40 at 17:40

          @Columbo, jetzt vergisst du aber in deinem jugendlichen Leichtsinn die Sprache Gottes von Statista (ergo nicht diskutabel), die uns vor kurzem ein Leser näher gebracht hat. Als Kind und Greis der Berge ;) bist du demnach im Greisenalter und darfst dich noch etwa 10 Jahre deiner unverkäuflichen physischen Goldreserven erfreuen. Zudem vergeht die Zeit in deinen Höhen relativ schneller, als in Hamburg, Frankfurt oder Dresden. Die gesunde Höhenluft, das wunderbare Wetter und das gesunde Essen Südtirols sind hingegen der Biologie sicher förderlich und schieben dich weit in das 95%-Quantil der Ausreißer nach oben. Ebenso wie mich die ständigen optimalen Kühlschranktemperaturen um die 277 bis 281 Kelvin in einer Art Kryogenese light weit über die 100 schneckenartig katapultieren sollten 🧐

          Spaß beiseite, ich wünsche dir schöne und erholsame Feiertage und ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2020. Da ich gerne Bergwandere, wann immer es die Situation einmal erlaubt, hoffe ich noch immer, dich einmal live anzutreffen. Dann auch gerne auf ein gutes Rotweinchen mit deinem Gläubiger Markus 🍷

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            Columbo

            23. Dezember 2019 18:45 at 18:45

            @Leftutti
            Gute Idee, das Live-Treffen und der Rotwein! Aber wir müssen uns beeilen, ich hab ja nur mehr zehn Jahre🙈.
            Langsam beschleicht mich das Gefühl, daß mich die Goldreserven überleben werden. Aber ich laß sie mir ins Grab legen, wie die ägyptischen Könige. Schließlich könnte ja das Jenseits auch crashgefährdet sein.
            Noch besser: Verkaufen und mit ein paar auserwählten FMW Kommentatoren verprassen.
            Auch Dir frohe Weihnachten und ein gutes Neues.

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Trading: Fünf wichtige Lektionen, die die Erfahrung lehrt

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Wenn man zum ersten Mal ins Trading einsteigt, versteht man schnell, dass es eine ganze Welt von Informationen gibt, die man aufnehmen muss. Aber einer der wichtigsten Dinge beim Trading ist, die Vielzahl von Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren.

In diesem Video zeigt David Jones, chief market strategist bei capital.com, fünf Lektionen, die er in seiner 20-jährigen Karriere als Trader gelernt hat. Eine der wichtigsten Dinge beim Trading ist sich zunächst klar zu machen,  dass es so etwas wie die beste Handelsstrategie nicht gibt: Kein Ansatz ist besser als die anderen.

Eine weitere wichtige Lektion für das Trading besteht darin zu verstehen, dass der Preis die relevanteste Information ist – dementsprechend es eben meist aussichtsreicher ist, sich beim Trading im Trend  zu engagieren (und nicht gegen den Trend): denn Trends dauern meist länger als man denkt!

Das Wichtigste aber ist das Risikomanagement – und David Jones zeigt anhand von Charts, wie man sinnvolle Chance-Risiko-Verhältnisse ermitteln kann:

Wichtige Lektionen für das Trading

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Schweden: Sonderweg mit Covid-19 – wirtschaftlich ohne Auswirkung

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Die Welt blickt auf das skandinavische Land Schweden, zumindest aus virologischer Sicht: Was brachte die Strategie, weitgehend auf den harten Lockdown zu verzichten und auf die Vernunft der schwedischen Bürger bei der Bekämpfung von Covid-19 zu setzen? Wirtschaftlich nicht viel, wie die volkswirtschaftlichen Daten offenbaren.

Schweden in der Rezession

Der Weg Schulen, Geschäfte und Restaurants geöffnet zu lassen, sollte zu einer raschen Immunisierung bezüglich Covid-19 führen und dabei auch die Wirtschaft am Laufen halten, so der schwedische Sonderweg. Das Statistikamt SCB brachte die Tage aber Ernüchterung: Zwar stieg das schwedische Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal noch um 0,1 Prozent, aber für das zweite rechnet die Behörde mit einem Rückgang von heftigen 9,5 Prozent und auch für das Gesamtjahr einen Einbruch um 5,4 Prozent. Auch ist die Arbeitslosenquote mit 8,4 Prozent nur noch wenig von ihrem Hoch des Jahres 2010 entfernt. Damit ist man nicht weit entfernt von Ländern wie Deutschland, die eine über Wochen andauernde Schließung durchgeführt hatten.

Die Coronazahlen des Nachbarn Dänemark

Gerne werden die nordischen Länder Schweden und Dänemark bei der Entwicklung der Coronazahlen verglichen. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Dänemark mit 5,8 Millionen Einwohnern nur etwas mehr als die Hälfte des nördlichen Nachbarn (10,3 Mio) aufweist, ergeben sich doch eklatante Differenzen.

Schweden verzeichnet aktuell 73.061 Infektionen mit Covid-19 (gesamt, inklusive der Genesenen und Verstorbenen), davon 5433 Todesfälle.

Dänemark 12.878 (gesamt) – 607 Todesfälle

Diese Zahlen beschäftigen die Regierung in Schweden – und auch den Chefvirologen, Anders Tegnell, der auch schon von einem großen Fehler sprach, die Risikogruppen nicht hinreichend geschützt zu haben.

Die Vergleiche beim Konsumverhalten

Aufgrund der hohen Vergleichbarkeit beider Staaten in politischer Sicht und was die staatlichen Stützungsmaßnahmen angeht, haben Wissenschaftler der Universität Kopenhagen das Ausgabeverhalten der Bürger beider Länder im Zeitraum März – April verglichen. Erstaunlicherweise ging der Konsum in Dänemark in der Phase des strengen Lockdowns nur um vier Prozent mehr zurück, als in Schweden, wo das Leben vergleichsweise normal weiterlief. Dafür werteten die Forscher die Kontobewegungen der zweitgrößten skandinavischen Bank aus. Dabei kam heraus, dass die Dänen ihre Ausgaben während dieser Zeit um 29 Prozent reduziert hatten, aber auch die Schweden, die auf 25 Prozent minus kamen.

Damit hatte der Lockdown nur einen vergleichsweise geringen Einfluss, der größere entstand aus dem Bewusstsein der Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung.

Natürlich konnten jüngere Menschen in Dänemark weniger in Bars und Diskotheken ausgeben, da diese geschlossen waren. Ältere gaben weniger aus, weil sie durch die Maßnahmen gesundheitlich stärker geschützt waren.

Die Diskussion in beiden Ländern

Durch die Erkenntnisse der Studie hat sich die Diskussion über den Sinn und Zweck des Lockdowns in beiden Ländern belebt. In Dänemark, ob man so hart hätte vorgehen müssen und in Schweden, ob der dänische Weg nicht doch der insgesamt erfolgreichere gewesen ist. Das Thema dürfte weiter virulent bleiben, wenn klar sein wird wie viele Menschen die Virusinfektion bereits bewältigt haben (Herdenimmunität) und wenn eine zweite Welle auftreten sollte.

Fazit

In einer globalisierten Welt gibt es kein Entweichen: Die Wirtschaften der Länder sind vernetzt, wenn es in einem Land einen Lockdown gibt, leidet der Nachbar mit, weil der Güteraustausch schrumpft, von touristischen Aktivitäten gar nicht zu reden. Aber auch die Vernunft der Menschen führt automatisch zu wirtschaftlichen Folgen: man wägt das Gesundheitsrisiko bezüglich Covid-19 ab, dem man sich in der Öffentlichkeit aussetzt. Wirtschaftlich hat der Sonderweg Schweden nicht allzu viel gebracht, aber die Zahlen über die Opfer sprechen eine andere Sprache.

Schweden hat mit seiner Strategie gegen Covid-19 keine relevanten wirtschaftlichen Vorteile gehabt

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Industrie: Probleme bei Exporten? Der Steuerzahler soll noch mehr haften

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Bild vom Hamburger Hafen, wo viele deutsche Exporte durchlaufen

Kennen Sie die deutschen Exportkreditgarantien, oder auch besser bekannt als “Hermes-Bürgschaften”? Es ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Instrument für die stark exportlastige deutsche Industrie (hier gut erklärt). Das Problem ist leicht nachvollziehbar. Ein Kunde aus einem Dritteweltland bestellt eine Maschine bei einem deutschen Hersteller. Ob der Kunde wie vereinbart die Maschine wirklich in Raten abbezahlen wird, ist mehr als ungewiss. Der Exporteur muss sich entweder diesen Verkaufserlös irgendwie von irgendwem garantieren lassen – oder im Zweifel das Geschäft abblasen.

Mit den Hermes-Bürgschaften sichert der deutsche Staat seit Jahrzehnten politische und wirtschaftliche Risiken ab, die Kunden in Schwellenländern in Zahlungsschwierigkeiten bringen könnten. Aber nun hat das Bundeswirtschaftsministerium ganz aktuell offenbar erkannt, dass es hier dank der Coronakrise wohl einigen Nachholbedarf gibt. Der deutsche Steuerzahler soll also noch viel mehr Ausfallrisiko für die Exporteure übernehmen als ohnehin schon.

Noch mehr Absicherung für Exporte

Mit einem 5-Punkte Maßnahmenpaket will Bundeswirtschaftsminister Altmaier den Exporteuren nun noch mehr unter die Arme greifen. Letztlich ist es eine noch stärkere Verlagerung des Geschäftsrisikos auf den Steuerzahler. Welcher kleiner Handwerker träumt nicht davon, dass der Staat seine Rechnung bezahlt, wenn der Häuslebauer sich weigert die Rechnung für die verlegten Fliesen zu begleichen? Aber gut, zurück zur Exportwirtschaft. Denn ja, die ist wichtig. Und ja, einen Kunden in Tansania, Bolivien oder Indien kann der deutsche Exporteur nicht so leicht auf Zahlung der Rechnung verklagen wie einen Kunden in Deutschland. Laut dem Ressort von Herrn Altmaier spüre die deutsche Exportwirtschaft aktuell sehr deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Neben Störungen in den Lieferketten und bei der Abwicklung der Projekte im Ausland hätten sich auch die Finanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert. Den bewährten staatlichen Exportkreditgarantien („Hermes-Bürgschaften“) käme in dieser Situation eine besonders hohe Bedeutung zu.

Folgende Verbesserungen wird es jetzt für Exporteure geben. Extrem wichtig: Der Kunde im Ausland soll auch erste am Ende der Kreditlaufzeit zahlen können, und der Steuerzahler übernimmt dafür das Risiko (das ist ein deftiges Risiko!). Zitat: Kurzfristige Finanzkreditdeckungen (FKG) werden angeboten, um die Bilanz der Exporteure und ihrer Kunden zu entlasten. Dabei beträgt die Kreditlaufzeit maximal 720 Tage mit der Möglichkeit der Rückzahlung am Ende in einer Summe (Bulletzahlung). Eine Anzahlung ist in Höhe von nur 5 % vor Risikobeginn erforderlich, weitere Zwischenzahlungen müssen nicht geleistet werden, so das Bundeswirtschaftsministerium.

Und auch beim Exporteur könne aufgrund der Coronakrise die Liquiditätssituation angespannt sein, sodass auf Antrag Erleichterungen bei der Fälligkeit der Gebühr (für die Exportkreditgarantien) eingeräumt werden können. Auch bei den exportfinanzierenden Banken hilft der Bund aus. Durch eine zusätzliche Variante der Verbriefungsgarantie sollen die Refinanzierungsmöglichkeiten für hermesgedeckte Geschäfte verbessert werden. Zukünftig werde damit für Nicht-Pfandbriefbanken unter bestimmten Voraussetzungen wieder eine Refinanzierung bei Pfandbriefbanken mit einer Bundesdeckung ermöglicht und somit die Möglichkeit von Exportfinanzierungen verbessert. Und folgender Punkt aus dem Maßnahmenpaket ist auch noch erwähnenswert. Zitat aus dem Papier des Ministeriums:

Wahlrecht auf Einmalentschädigung für Non-performing Loans (unbefristet)

Aktuelle bankaufsichtsrechtliche Änderungen (CRR) bzgl. notleidender Kredite (NPL) hätten sich ungünstig auf das Bankenangebot bei ECA-Finanzierungen auswirken können. Dies wäre gerade in Zeiten einer Krise kontraproduktiv gewesen. Banken erhalten jetzt ein Wahlrecht auf Einmalentschädigung, das ab Stellung des ersten Entschädigungsantrages bis zum Abschluss des Entschädigungsverfahrens flexibel ausübbar ist. Bei Ausübung des Wahlrechts wird der Entschädigungsbetrag derart begrenzt, dass in Summe keine höhere Entschädigung geleistet wird als nach der bestehenden Systematik.

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