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Hans-Werner Sinn (ifo-Institut) fordert: Mindestlohn für Flüchtlinge senken!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Präsident des ifo-Instituts Hans-Werner Sinn schreckt auf mit der These es sei nur möglich die große Masse der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen, wenn man das Lohnniveau absenke, konkret meint er den Mindestlohn von 8,50 Euro. Aufgrund geringerer Bildungsniveaus und Sprachprobleme sei deren Produktivität niedriger. Auch stellt er Vergleich an mit den Flüchtlingen aus den damaligen Ostgebieten zum Ende des 2. Weltkriegs.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts. Foto: Romy Bonitz, ifo Institut / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Hier der wichtigste Teil seines Presseartikels:

„Die Menschen, die kommen, sind jung und arbeitswillig, aber im Durchschnitt nur wenig gebildet. So ist der Anteil der Analphabeten unter ihnen sehr viel höher als unter der in Deutschland ansässigen Bevölkerung. Deutschland wird viel Geld aufwenden müssen, um die Flüchtlinge auszubilden und einzugliedern. Daher ist die Bedeutung, die die Zuwanderer für die deutsche Wirtschaft haben, nicht vergleichbar mit der Rolle der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, die dank ihres Könnens damals ganz erheblich zum wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands beitrugen.

Deutschland hat sich in seiner Verfassung verpflichtet, die politisch Verfolgten ungeachtet ihrer Leistungsfähigkeit aufzunehmen. Geschichte und Gesetz sind Verpflichtungen, denen sich unser Land tapfer und verantwortungsbewusst stellt. Aber dazu gehört auch, die Hemmnisse für die Eingliederung der Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt abzubauen. Auch wenn die Produktivität vieler Asylsuchender wegen der Sprachprobleme und der eher schlechten Ausbildung vorläufig noch gering ist, ist sie doch keineswegs null. Sie alle können einen Beitrag zum Sozialprodukt erarbeiten und damit einen Teil der Kosten decken, die ihr Lebensunterhalt verursacht. Das gilt auch für den Löwenanteil jener Asylsuchenden, deren Antrag abgelehnt wird, weil sie aus ökonomischen Gründen kommen. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt würde den Asylbewerbern helfen, wertvolles Wissen zu erwerben, und ihnen zeigen, dass sie willkommen sind. Das Wissen wäre eine Basis für wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland. Jenen, die wieder abgeschoben werden, würde es den Neuanfang im Heimatland erleichtern.“

Sinn´s Fazit:

„Um die neuen Arbeitskräfte in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, wird man den gesetzlichen Mindestlohn senken müssen, denn mehr Beschäftigung für gering Qualifizierte gibt es unter sonst gleichen Bedingungen nur zu niedrigerem Lohn. Nur bei einem niedrigeren Lohn rutschen arbeitsintensive Geschäftsmodelle über die Rentabilitätsschwelle und finden sich Unternehmer, die bereit sind, dafür ihr Geld einzusetzen. Die Koalition drückt sich um diese Konsequenz, weil Deutschland sich derzeit im Boom befindet und deshalb die Bremswirkungen des Mindestlohns nicht spürt. Ohne eine Korrektur beim Mindestlohn wird die Fortsetzung der derzeitigen Massenzuwanderung gering Qualifizierter trotz aller guten Absichten zu einer Immigration in die Arbeitslosigkeit führen.“


7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Einzahler

    11. September 2015 16:27 at 16:27

    Mindestlohn senken? Geht es noch? Wer bezahlt diesen Menschenfeind eigentlich? Sicher die Industrie, allen voran BMW, Daimler, VW usw… Die wollen ja ihre Karren noch billiger ins Ausland verschleudern damit Merkel stolz verkünden kann: „Wir sind Exportweltmeister!“ Wen interessiert schon der kleine Nebeneffekt, dass sich ein Facharbeiter noch um Hartz 4 anstellen muss, um die Miete bezahlen zu können. Und dann jammern sie noch dass wir zu wenig Facharbeiter haben, diese asozialen Ars….cher!

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    ollifred

    11. September 2015 19:31 at 19:31

    Herr Sinn meint bestimmt : arbeiten für Brot und Unterkunft. Dazu noch eingeschränkte Bewegungsfreiheit bis zur Einbürgerung mit deutschen Pass. Eine nette Idee die Sklavenhaltergesellschaft in der EU einzuführen. Speziell für die Deutsche Industrie.
    Vielleicht kam er auf die Idee weil viele der Flüchtlinge eine dunklere Hautfarbe haben als er selbst?

    • Avatar

      jürgen

      12. September 2015 19:22 at 19:22

      das wünscht sich der sinn und die wirtschaft aber schon seit langem, nicht nur asylanten, sondern auch für deutsche arbeitnehmer.

  3. Avatar

    oscar

    11. September 2015 20:53 at 20:53

    es ist und bleibt eine der größten vernichtungsfeldzüge einer ehemaligen, weltfördernden, hochkulturen die da von unverantwortlichen machtirren im sinne der demokratie zerlegen. prekäre schauße. sonst nichts. ausserden islamis bleibt islamist. das haben diese menschegruppe-gläubiger über jahrtausende bewiesen. nicht so wie die deutschen, die sich in beispielloser wahnhaftigkeit im gutmenschirrenhaus, abschaffen. da hilft auch kein un sinn-iges geschwätz von noch weniger löhnen. wer hat den jemals über die andauernde riesenzahl der joblosen in deutschland gesprochen. aber eine kanzlerin wie diese merkel und diese anderen politiklakeien bringen natürlich alle in lohn und brot. ja klar weil sie uns damit nichts anderes sagen, hey ihr dummen deutschen…selber schuld. seht her die assylanten machen es. wer das zahlt? na ihr lemminge.
    eine alte dame die mehrere system überstanden hat, sagte mal, das volk hat die politiker die es verdient. ich will nur noch raus aus diesem mittlerweile weltweit verlachten land mit seiner pump und gelddruck finanzierten lügensch…e.
    gute nacht.

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    Peter Schmid

    12. September 2015 14:48 at 14:48

    Wie immer ein absolut plausibler und durchdachter Vorschlag von Hans Werner Sinn! Es wäre förderlich für die Asylsuchenden, gerade auch dann, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren, und es wäre wichtig für Deutschland. Auf Dauer kann ein Sozialstaat nicht unendlich viele Belastungen tragen. Die Wirtschaft orientiert sich aber nun einmal an Rentabilität und hat andernfalls ganz einfach keinerlei Interesse. Selbst bei einem geringeren Lohn von Asylsuchenden aufgrund ihrer geringerer Qualifikation und dadurch einer Verringerung der Kosten, die durch die Asylsuchenden entstehen, bleibt die finanzielle Belastung für die deutschen Steuerzahler auf viele Jahre und Jahrzehnte noch immer sehr hoch. Die Erfahrung in Europa hat gezeigt, dass Integration schwierig und langwierig ist und häufig ganz einfach auch misslingt. Es wird viel Geld bereit gestellt werden müssen, das für andere wichtige Bereiche der Politik wie Familienpolitik, Umwelt und Bildung fehlen wird!

  5. Avatar

    jürgen

    12. September 2015 19:17 at 19:17

    klar das der wirtschaftslobbyist mal wieder was dazu sagen muss.
    wie wäre es denn mit keinem lohn, asylantern bezahlen mit ihrer arbeit einfach ihren aufenthalt und ausbildung. und die deutschen arbeitnehmer schicken wir in h4.
    also bi9sher war von der wirtschaft nur zu hören das es ihnen um die qualifizierten arbeiotskräfte geht, natürlich auch die unter mindestlohn, weil ……… irgend ein grund fällt uns schon ein. hat der (un)sinn nicht auch mal gesagt wer von einem job nicht leben kann muss eben 2 oder 3 haben?

  6. Avatar

    Schreistetter Gertraud

    20. September 2015 07:37 at 07:37

    Lb. Hr. Sinn, Sie haben recht, daß der Mindestlohn für Flüchtlinge gesenkt werden müßte NUR von was leben die Leute von uns??? NUR vom Staat, dann danke!! Wäre es nicht sinnvoller, sie sollten ihr Land wieder aufbauen, natürlich überhaupt keine Waffenlieferung mehr u in ihrem eigenen Land Hilfe u Unterstützung ABER nicht mit Milliardenhilfe überweisen, sondern Hilfe vor Ort mit den angagierten Leuten, die bereit sind Hilfe zu leisten wie Häuser zu bauen, Handwerk zu lernen u u u!! Die Probleme u Konflikte lassen sich vor Ort sicherlich lösen im Gegensatz zu Deutsschland wo schon Gebiete gibt, in die unsere Polizei gar nicht mehr hinein kommt!!! Armes Deutschland aber der Dank gilt unserer Fr. Bundeskanzlerin, die unser Land schützt!!!!!!!!!! Unsere Nachbarländer haben diese Hilfe schon verstanden!!!!!!

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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