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Hans-Werner Sinn mit hoch interessanten Aussagen, warum die Inflation (noch nicht) da ist

Claudio Kummerfeld

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Hans-Werner Sinn, der ehemalige Chef des Münchner ifo-Instituts, wird im folgenden Interview zur aktuellen wirtschaftlichen Situation rund um die Coronakrise befragt. Zum Beispiel wird besprochen, dass Deutschland sich beim Thema Arbeitslosigkeit im Vergleich zur anderen Ländern sehr gut halte durch das Instrument der Kurzarbeit, wodurch die tatsächliche Arbeitslosigkeit deutlich geringer ausfalle. Interessant werden die Aussagen von Hans-Werner Sinn bei zwei Punkten. Er glaubt ähnlich wie für China auch weltweit an eine relativ rasche konjunkturelle Erholung. Die Einkaufsmanagerdaten für China würden bereits eine schnelle Erholung auf alte Niveaus zeigen.

Warum laut Hans-Werner Sinn die Inflation noch nicht da ist

So richtig interessant werden die Aussagen von Hans-Werner Sinn zum Thema Inflation nach der Coronakrise. Denn viele kritische Zeitgeister wie Max Otte, Markus Krall oder Dirk Müller sehen (so möchten wir anmerken) eine große, brutale Inflation auf uns zukommen. Ihre Argumente sind gut, aber umstritten. Denn aktuell zeigen zahlreiche Daten ja den Weg Richtung Deflation. Einige Länder in Europa sind bereits bei rückläufigen Preisen angekommen (siehe hier). Hans-Werner Sinn beschreibt die aktuelle Situation sehr anschaulich und einfach verständlich. Die Coronakrise koste unglaublich viel Geld. Man könne jeden Euro nur einmal ausgeben, auch wenn viele meinten mit Hilfe der Druckerpresse (EZB pumpt frisch geschaffenen Geld) könnte man ihn auch zwei oder drei mal ausgeben.

Es gebe laut Hans-Werner Sinn momentan das Phänomen von extrem stark steigenden Staatsschulden, und gleichzeitig Geld druckenden Notenbanken. Der zweite Punkt sei das Problem. Es sei nicht in Ordnung, wenn diese neuen Schulden der Regierungen an die Notenbanken verkauft würden. Das ganze ausgegebene Geld (Kurzarbeit, Zuschüsse etc) komme direkt aus der Druckerpresse der EZB, aber es sei halt kein Geld, das vorher real verdient worden ist. Dies führe zu einem Geldüberhang! Derzeit sei bereits vier Mal so viel Geld im Umlauf in Euroland wie noch 2008. Die Leute hätten (insgesamt gesehen) viel Geld in der Tasche. Sie würden es derzeit wegen der (verständlichen) Zukunftsängste aber nicht ausgeben. Wenn die Krise vorbei sei, könne sich dieser Zustand ändern. Dann würde das zusätzlich ins System gepumpte Geld ausgegeben werden, und die Gefahr einer echten Inflation sei gegeben. Schauen Sie hierzu gerne die sehr interessanten Ausführungen von Hans-Werner Sinn im folgenden Video.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    25. Mai 2020 18:47 at 18:47

    Der Fragesteller erwartet negative Antworten und Herr Sinn liefert sie nicht.

    Blöd gelaufen das Interview. :))

  2. Avatar

    Besserwisser

    25. Mai 2020 19:03 at 19:03

    „Wenn die Krise vorbei sei…“ Ja wenn :)

    Jetzt sollten wir erstmal die 2. Welle abwarten. Bei den Daily Cases in DE hat sich schon ein höheres Hoch und höheres Tief herausgebildet. D.h. der Abwärtstrend der letzten Wochen wurde gebrochen. Erstmal brauchen wir einen Impfstoff, den man nicht entwickeln kann, da der Virus zu oft mutiert…
    Falls der liebe Herr es schon bemerkt haben sollte, steigen die Coronazahlen weltweit immer noch. Auch die Zahl der Daily Cases steigt weiterhin…Solange wir alles noch weiter lockern, wird es sich, wieder in der Bevölkerung ausbreiten.

    Alle „Experten“ wissen immer, wie es kommen wird. Am Schluss wussten es tatsächlich die Allerwenigsten.

    • Avatar

      thinkSelf

      25. Mai 2020 20:32 at 20:32

      „Auch die Zahl der Daily Cases steigt weiterhin“
      Das tun sie übrigens bei Tuberkulose, Influenza, Hepatitis etc. seit etwa 200.000 Jahren. Hinzu kommen dann noch neuere Erreger wie HIV. Bei Dengue-Fieber kommen pro Jahr etwa 390 Millionen Fälle dazu (ist besonders für Kinder übrigens sehr gefährlich).
      Eigentlich hätte dann schon der Homo Erectus den Lockdown starten müssen. Und ihn dann natürlich nie wieder beenden.

      Wir beenden einfach mal die Berichterstattung über das Ding und schon hat sich das Problem erledigt.

      • Avatar

        Besserwisser

        25. Mai 2020 22:20 at 22:20

        Wenn du keine Ahnung hast, dann solltest du auch nicht diskutieren.
        Weltweit infizieren sich jeden Tag mehr Leute, als am Vortag. Der Trend ist steigend.
        Ich denke nicht, dass dies aktuell auch bei Tuberkulose, Influenza, Hepatitis, HIV oder dem Dengue Fieber so ist. Aber sie wissen es sicherlich besser als ich. Ich sollte meinen Namen lieber Ihnen überschreiben ;)

      • Avatar

        Petkov

        27. Mai 2020 07:54 at 07:54

        @ThinkSelf, ich weiß nicht genau, ob deine stets einfachen und micro-dimensionalen Lösungen für die Corona Krise auf entsprechend dimensioniertes Denkvermögen zurückzuführen sind, aber was du hier machst, ist nichts anderes als Opferverschmähung aufgrund glücklicher (und womöglich vorübergehender) Nicht-Betroffenheit. Arroganz, Ignoranz, Verantwortungslosigkeit. Wenn man die Berichterstattung, wie von dir vorgeschlagen, hoch demokratisch verbietet:
        Wie lautet dein 3-Aktive-Hirnzellen-Plan für eine Situation wie in Italien, wo Triage die quasi-offizielle „Behandlungsmethode“ war und noch so risikoarme junge Menschen in den Fluren der Krankenhäuser erstickt sind?

        Und wenn deine Lösung für unangenehme Probleme die Einstellung der Berichterstattung darüber ist: ich will dir einen Gefallen tun und persönlich deinen Abtransport nach Nordkorea organisieren. Bitte melde dich bei mir, man findet schon einen Weg dorthin. Dort würdest du echt aufblühen.

    • Avatar

      Lausi

      25. Mai 2020 22:15 at 22:15

      Wie schön, dass man die Charttechnik bzw. Trenderkennung (höhere Hochs/Tiefs bzw. viceversa) auch auf die Corona-Zahlen anwenden kann. ;-)

  3. Avatar

    Roland

    25. Mai 2020 19:38 at 19:38

    Die Krise ist vorbei, China macht die Erholung vor, wir ziehen nach. Dank der FED wird der Börsenaufschwung, deren Anfang man gerade sieht, enorm sein. Die neuen Allzeithochs sind damit natürlich bereits in diesem Jahr zu erwarten. Köstlich, die ganzen Pessimisten zuvor…:-)

  4. Avatar

    leftutti

    25. Mai 2020 20:13 at 20:13

    Positiv anzumerken ist auf alle Fälle, das Käpt’n H. W. Ahab nicht erneut einen derart entarteten, Sinn-freien Lobbyisten-Schmarrn verzapft, wie noch zum Thema E-Mobilität. Käpt’n, bleib bei deinen Haien, Ankern und Harpunen!

    Als Gegenpol zu vielen geistigen Zeitkrittlern wie Oax Motte, Krankus Knall und Murx Düller stellt er eine diametrale Fantasie und Schätzung in den Raum, die auf ähnlich fundierten Daten und Erfahrungen basiert. Der börsen- und wirtschaftstypischen 50:50-Chance. Bete und gewinne 🤑 🙄 😳

  5. Avatar

    thinkSelf

    25. Mai 2020 20:25 at 20:25

    Sinn liegt hier völlig falsch. Er wirft nämlich keinen Blick auf die Zahlungsströme (was Volkswirte erstaunlich oft nicht tun).

    Dort, wo Kurzarbeit herrscht ist das Einkommen geringer als vor dem Lockdown. Es wird dort also nichts „angespart“, sondern vorhandene Reserven verringern sich eher. Außer der Konsum wird noch radikaler reduziert, als das Einkommen. Was dann wieder Einnahmen bei anderen reduziert.

    Die Hilfen, die an Unternehmen gehen, dienen dem selben Zweck. Sind also so etwas wie „Kurzarbeitgeld für Unternehmer“. Zusätzlich sollen sie die Deckung der Fixkosten, wie Mieten, ermöglichen. Diese gehen dann aber wieder an die „Kapitalakkumulatoren“, also an die Superreichen.

    Deshalb wirkt auch die Geldschwemme nicht preistreibend. Denn das ist das Geheimnis der letzten 12 Jahre fiskalischer Expansion. Die gesamte Liquidität wird von den Superreichen dem Markt wieder entzogen. Sei verkonsumieren ihr Vermögen nicht, investieren es aber auch nicht. Denn im wesentlichen werden bereits existierende Assets (Immobilien, Aktien) gekauft. Das hat aber mit Investitionen überhaupt nichts zu tun, sondern konzentriert nur die Vermögen und damit die Leistungslosen Einkommen (Renditen).

    Ich nenne das das „Dagobert Duck“ Syndrom. Die Liquidität wird in immer größer werdenden Geldspeichern gehortet und damit der Realwirtschaft entzogen.
    Auch Aktienrückkaufprogramme sind ja nichts anderes, als der Wirtschaft Kapital zu entziehen und es ebenfalls in Geldspeichern zu bunkern.

    In früheren Jahrhunderten haben sich die Reichen anders verhalten. Sie haben ihre Kohle normalerweise vollständig ausgegeben. Entweder für die Darstellung ihres Reichtums oder um Macht zu gewinnen. Das ging von der Finanzierung der Circusspiele im alten Rom, über den Bau aufwändiger Schlösser bis zur Finanzierung von Kriegen (Kriege stellen die ultimative Form von Konsum dar). Tatsächlich waren die „Supereinkommensbezieher“ permanent Pleite.

    Die Folge des „Hortungsverhaltens“ sind vollkommen pervers. Damit nimmt nämlich nicht nur die Vermögenskonzentration weiter zu, sondern sie sie unterbindet die produktive Tätigkeit von Menschen. Sie werden sozusagen „aktiv“ am arbeiten gehindert. Jedenfalls an einer Tätigkeit die Einkommen ermöglicht.

    Das erklärt übrigens ganz einfach, warum trotz Ausdehnung der Geldmenge, deren Umlaufgeschwindigkeit sinkt und eine Inflation nur bei den Vermögenswerten zu erkennen ist.

    Unter diesen Bedingungen kann die Geldmenge ins Unendliche wachsen, ohne jemals Inflation auszulösen. Es droht eine deflationäre Todesspirale aus steigender Arbeitslosigkeit, deshalb sinkender Nachfrage und damit weiter steigender Arbeitslosigkeit.
    Der Kapitalismus verträgt nämlich kein „systemweites, dauerhaftes Sparen“, sondern lediglich das vorübergehende Aufstauen von Liquidität um diese innerhalb angemessener Zeiträume wieder auszugeben.

    Spätestens wenn die enormen massenweisen Einkommenssteigerungen und der damit steigende Konsum in Südostasien abflauen, knallt das Ding. Aber eben nicht in einer Hyperinflation, sondern im genauen Gegenteil.

    • Avatar

      Michael

      25. Mai 2020 23:08 at 23:08

      @Thinkself, ein sehr guter Kommentar, nicht zum erstem Mal von Ihnen!

      Der Kapitalismus verträgt nämlich kein “systemweites, dauerhaftes Sparen”, sondern lediglich das vorübergehende Aufstauen von Liquidität um diese innerhalb angemessener Zeiträume wieder auszugeben. Kommt die Liquidität aber nicht einmal im Ansatz bei den Abermillionen von Konsumenten an (was nach Meinung vieler hier übrigens schrecklicher und verwerflicher Sozialismus wäre), weil sie per se nicht im Ansatz für für diese gedacht ist, potenziert sich die Gefahr um ein Vielfaches.

      Die Dagoberts dieser Zeit sind Liquiditäts-Staubsauger mit unendlich großen Beuteln und unendlich kleinem Verantwortungsbewusstsein. Die Liquiditäts-Laubbläser meinen es oft gut, haben aber keine Ahnung, wohin sie ihre oft gut gemeinten warmen Winde blasen sollen.

    • Avatar

      Stina

      25. Mai 2020 23:25 at 23:25

      @Thinkself, nur eine Frage: Liegt Sinn (und Verstand) an der Börse nicht immer völlig falsch?

    • Avatar

      Lausi

      26. Mai 2020 03:31 at 03:31

      @Thinkself, auch ich finde ihren Kommentar sehr gut. Jetzt weiß ich endlich warum ich mich immer wie Donald Duck fühle (nicht mit Donald T. zu verwechseln)!

    • Avatar

      Mike Lohmann

      26. Mai 2020 14:43 at 14:43

      Mann oh Mann tatsächlich habe es in den letzten 12 Jahren keine Inflation gegeben? Und was ist mit den Aktien die schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun haben, den unerschwinglichen Mietzinsen, der Aufkauf von Schrottanleihen die ausser der EZB niemand mehr kauft, den Krediten an Griechenland mit Zins Null und 80igjähriger Laufzeit und und und…

      Wir haben 200 Wohnhäuser mit Gratiskrediten der EZB gekauft die in der Zwischenzeit dank weiteren Marktstimulierung durch die EZB inzwischen um 60% gestiegen sind. Alle sind voll vermietet an Arbeiter und werfen eine hohe Rendite ab. Ich hatte nie nur einen Euro dafür riskiert. Frage an all die schlauen Ökonomen: Wer hat nun die Rendite erarbeitet und dafür ein Unternehmerrisiko? Wir von der Oberschicht? Also ich kaufe mir nun wieder ein paar hundert Häuser über meine GmbH wie Blackrock, denn neuerdings ist dank Anpassung der Gesetze dieser Diebstal am Volk, nicht mehr kriminell.

  6. Avatar

    Prognosti

    26. Mai 2020 06:23 at 06:23

    Der Mann glaubt also an Chinas Zahlen u,ein schnelles Hochfahren der Wirtschaft auf Knopfdruck. Dass die Nachfrage auf längere Zeit sehr stark leiden wird unterschätzt er. Nicht zu vergessen ,die letzte viel schwächere Krise wurde durch eine Riesenverschuldung von China gedämpft. Diese Leute mit auf Lebzeiten guten Einkommen sind zu weit weg von der Realität.Sehr viele Leute leben mit 100% Lohn am Existenzminimum.Auch die Zukunftsangst vieler Leute können sich diese Leute nicht vorstellen, reden sie doch lieber vom ewigen Fachkräftemangel.Er ist doch auch ein Anhänger der totalen Globalisierung. Diese Lehre wird doch gerade auch entzaubert.

  7. Avatar

    Pessi- Mist

    26. Mai 2020 09:08 at 09:08

    @Thinkself, sehr gut erklärt, das jetzige System funktioniert nur bei Vollbeschäftigung u.zeigt gerade im
    Trumpenland seine Schwäche.Die Löhne der unteren 70% stagnieren seit langem u.diese Leuten haben praktisch keine Reserven. Also die ganzen Notenbankengeldmengen sind bei einerMinderheit gelandet u.obwohl man das weiss werden oder müssen diese Massnahmen noch verstärkt werden um das PERPETUM DEBILE am Laufen zu halten.Die Chinesen können nur zuschauen wie sich dieser Kapitalismus
    selber zerstört .

  8. Avatar

    Schatzti123

    29. Mai 2020 18:41 at 18:41

    Inflation könnte jetzt, wenn viel Geld gedruckt wird, Werte vernichten
    Gold und Silber sind oft hier eine sichere Anlage
    Wenn diese günstig gekauft wurden kann jetzt auch ein Verkauf sinnvoll sein
    Fragen beantwortet diese Seite
    https://www.goldgegenbar.de/fragen-zum-goldankauf/

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

Kurzfristig ist ein Aktiensplit immer ein kleiner Kursturbo, auch wenn sich fundamental nichts ändert. Und für Trader eine lohnende Angelegenheit, wenn es gelingt….?

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